Rechtsgeschichte - Aktuelles aus Recht, Gesetz und Justiz

  • Feuilleton, 08.12.2013

    Die nahende Weihnachtszeit ist, zumindest der Idee nach, auch eine Zeit der Nächstenliebe. Doch im Vergnügungsslalom zwischen Weihnachtsmarkt, Geschenkekauf und Gänseessen gerät die Bedürftigkeit mancher Mitmenschen leicht in Vergessenheit. Immerhin ist die Bitte nach milden Gaben heute ungefährlicher als noch vor 100 Jahren. Mar...

  • Feuilleton, 18.06.2017

    Am 18. Juni 1957 wurde das Gleichberechtigungsgesetz verkündet, im Wesentlichen trat es zum 1. Juli 1958 in Kraft. Die vielleicht wichtigste Änderung betraf die Zugewinngemeinschaft, doch rankt um das Gesetz auch eine feministische Legende. Ist der Zugewinnausgleich vielleicht verfassungswidrig? Gut möglich, wird manch Laie d...

  • Feuilleton, 20.09.2015

    Besorgte Eltern mögen meinen, der Streit um die Sexualkunde-Lehrpläne in Baden-Württemberg behandle eine neue gesellschaftliche Frage. Doch schon in der Rechtsgeschichte findet Martin Rath überraschende Lösungen so mancher Genderfrage. Die Polizei aufzusuchen, war unvermeidlich und mutig zugleich. Anfang Dezember 1938 meldete...

  • Feuilleton, 21.08.2011

    Auf die Unruhen in britischen Großstädten reagieren die Gerichte gerade mit kurzen Prozessen und harten Urteilen. Bis 1973 war noch mehr Härte möglich. Der Riot Act aus dem Jahr 1715 erlaubte Höchststrafen gegen Teilnehmer ungesetzlicher Versammlungen. Neben seiner bizarren "formaljuristischen" Seite ist das Gesetz Teil einer düste...

  • Feuilleton, 07.06.2015

    Juristen, die sich als Verteidiger der hergebrachten Ordnung verstehen, tun sich schwer mit "neuen Medien". Zu früheren Zeiten forderten sie etwa Ausweisung, Peitsche oder Kerker für Redakteure, die bewusst lügen, erzählt Martin Rath . Wer bei der Verbreitung von Nachrichten bewusst lügt, den "muß man zu den Betrügern und Gaun...

  • Feuilleton, 12.11.2017

    Der Gründungsvater der Kriminalistik im deutschsprachigen Raum, Hans Gross, rangiert zwischen Sherlock Holmes und Franz Kafka. Sein Werk wirkt heute kurios, eine Mischung aus profundem Wissen und hochkarätigem vulgärkriminologischem Unfug. Die Briten hatten es besser. Ihnen gelang erfolgreich die Trennung von moderner Leitfig...

  • Feuilleton, 05.03.2017

    Die Geschichte der Nachkriegszeit und der jungen Bundesrepublik ist wenig präsent. Mit einem Werk zur Strafverteidigung in den Nürnberger Prozessen liegt nun eine bemerkenswerte Studie zu einem ungeliebten Stück Rechtsgeschichte vor. Zwischen dem 20. November 1945 und dem 14. April 1949 wurde in den Nürnberger Prozessen gegen An...

  • Feuilleton, 17.09.2017

    Mit einer Online-Petition fordert die "Initiative Palandt Umbenennen" den Beck-Verlag auf, seinem bekannten BGB-Kommentar einen neuen Namen zu geben. Martin Rath findet, es gibt bessere Wege, mit der Geschichte dieses Werks umzugehen. Verlage tun gut daran, ihre Produkte unter einer möglichst geschmeidigen Bezeichnung zu ver...

  • Feuilleton, 24.01.2016

    Die Strafjustiz als Ausdruck des Rachebedürfnisses der Gesellschaft kann zu milde urteilen. Zehn bekannte Fälle aus der älteren Vergangenheit mit teils schwerwiegenden Folgen für die Weltgeschichte stellen wir hier vor. Falsche Urteile beschränken sich nicht auf die Strafjustiz, stehen dort aber unter besonderer öffentlicher Aufme...

  • Feuilleton, 13.12.2015

    Einen Monat vor Weihnachten 1915 hebt das Reichsgericht die Verurteilung einer Kaffeekettenfilialleiterin wegen Verkaufs sogenannter "Keks" auf und verwirft ein entsprechendes Verbot. Es stand einst viel Recht hinter der trockenen Backware. Im Winter 1914/15, dem ersten des Ersten Weltkriegs, verordnete der Bundesrat zu Berlin, d...

  • Feuilleton, 09.04.2017

    Die Idee, das Verhältnis von Staat und muslimischen Konfessionen mit einem "Islamgesetz" zu regeln, hat zurzeit Konjunktur. Die österreichische Gesetzgebung seit 1912 gilt als vorbildlich. Ein Griff in die Mottenkiste, meint Martin Rath . Das sogenannte "Islamgesetz 2015", mit dem die Republik Österreich seit eben diesem Jahr...

  • Feuilleton, 01.05.2013

    Otto von Bismarck hatte eine hellsichtige Idee, die ihren Weg um die Welt leider nicht antreten sollte. Ein Friseur in der preußischen Festungsstadt Cöln am Rhein tat 45 Minuten zu viel des Guten und wurde womöglich hart bestraft. Und schon Friedrich Naumann wusste, wozu man den 1. Mai gebrauchen kann. Ein Feiertagsfeuilleton von ...