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Mit Jura nach Bangkok: Zwischen Maßanzügen und Tuktuks

von André Siedenberg

10.12.2013

2/2: Wie man am besten hinkommt

Bangkok ist als Drehscheibe für den Flugverkehr in Südostasien ohne Weiteres von allen größeren Flughäfen Deutschlands zu erreichen. Der Flug dauert ca. 14 Stunden.

Wo man wohnen kann

In meinem Fall kümmerte sich die Kanzlei um die Organisation der Unterkunft. Es ist aber auch problemlos möglich, sich online von Deutschland aus über Unterkunftsmöglichkeiten zu informieren. Zumindest für die ersten Nächte empfiehlt es sich, eine Unterkunft zu wählen, die europäischen Standards entspricht, um den Kulturschock etwas zu mildern. In jedem Fall sollte auf die Nähe zum Arbeitsplatz oder eine gute Anbindung an die Bangkoker Hochbahn "Skytrain" oder U-Bahn geachtet werden, da andernfalls Dauerstress durch das tägliche Verkehrschaos garantiert ist.

Meine Unterkunft lag im Süden der Stadt im Geschäftsviertel Sathorn. Viele der Praktikanten der UN suchen sich eine Bleibe im Norden rund um die Thanon Samsen, weswegen in diesem Viertel viel junges, internationales Publikum zu finden ist. Die Preise für eine Unterkunft mit europäischem Standard entsprechen im Wesentlichen denen in Deutschland, wobei in der Regel ein Dachpool und manchmal auch ein Fitnessstudio zu der Ausstattung eines Appartmenthauses gehören.

Woran man sich als deutscher Jurist erst mal gewöhnen muss

Der thailändische Büroalltag unterscheidet sich wesentlich von dem in Deutschland. Das buddhistische Verständnis von einer ewigen Wiedergeburt lässt Zeit für Thailänder häufig nicht als knappes Gut erscheinen. Dies sollte bei der Terminplanung berücksichtigt werden. Auch die für Thais übliche Zurückhaltung beim Herantragen von Problemen an Vorgesetzte ("Kreng Jai") kann dazu führen, dass Missverständnisse und Schwierigkeiten nicht offen kommuniziert werden. Gepaart mit der asiatischen Eigenheit, zur Wahrung des Gesichtes Verständnisprobleme nicht offen anzusprechen, ist die thailändische Arbeitsweise für einen Europäer daher nur schwer verständlich und manchmal frustrierend.

Auch die hohe Ehrfurcht vor der regierenden Königsfamilie und die teils drakonischen Strafen, die auf Majestätsbeleidigung stehen, sind für deutsche Juristen kaum nachvollziehbar. Ganz allgemein erscheint im Vergleich zu den in Thailand verhängten Strafmaßen die deutsche Rechtsprechung regelmäßig als "Kuscheljustiz".

Was man in der Freizeit machen kann

Bangkok bietet für jedes Interesse und jeden Geldbeutel ausreichend Unterhaltung. Ob teure Cocktails auf der Dachterrasse eines schicken Hotels, billiges (aber sehr gutes) Straßenessen, Feiern auf der Discomeile Royal City Avenue, Ausflüge auf eine der traumhaften thailändischen Inseln oder ein Wochenendkurztrip zu Angkor Wat in Kambodscha: Mit ein wenig Offenheit gibt es täglich etwas Neues zu tun und zu entdecken.

Was man unbedingt probieren sollte

Straßenessen! Es kostet mitunter einiges an Überwindung (aber nur wenig Geld). Sicherlich aber gehört das Straßenessen in Bangkok zu den kulinarischen Highlights eines Aufenthalts in Thailand.

Neben den üblichen Mitbringseln wie gefälschter Markenware (eine Kanzlei unterhält ein eigenes Museum allein zu diesem Thema!) und Touristennippes wie Buddhastatuen (deren Ausfuhr eigentlich illegal ist) bietet es sich in jedem Fall an, einen der Bangkoker Schneider aufzusuchen. Dort gibt es qualitativ durchaus hochwertige Maßanzüge zu Preisen, zu denen man sich in Deutschland allenfalls ein Modell von der Stange leisten könnte – und nicht mal ein besonders exklusives.

Was man unbedingt gesehen haben muss

Der Chatuchak Wochenendmarkt ist nicht nur einer der größten Freiluftmärkte der Welt, sondern auch ein wahres Einkaufsparadies: Kleidung, Haushaltsgegenstände, Kleintiere, Antiquitäten und moderne Kunst: Es gibt kaum etwas, was man dort nicht mit reichlich Feilschen günstig erwerben könnte. Allein das bunte Treiben ist es wert, dieser Bangkoker Attraktion einen Besuch abzustatten.

Empfehlen kann ich Stadt, Land und Wahlstation jedem, der...

…vor dem Start ins Berufsleben noch einmal über den Tellerrand blicken will, ohne sein Fachwissen gänzlich zu vernachlässigen. Die Arbeit in meiner Kanzlei war spannend und anspruchsvoll und die Stadt bietet nebenher genug Gelegenheit, sich von den Strapazen des zweiten Staatsexamens zu erholen. Vor allem aber ist die Zeit in Thailand eine Erfahrung, von der man noch lange zehren kann.

Zitiervorschlag

André Siedenberg, Mit Jura nach Bangkok: Zwischen Maßanzügen und Tuktuks . In: Legal Tribune Online, 10.12.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/10308/ (abgerufen am: 04.08.2020 )

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Kommentare
  • 10.12.2013 17:02, Lena

    Gibt es einen Bericht über Wahlstationen, in dem nicht das Gähn-Wort "Tellerrand" vorkommt? Und dann auch noch zweimal.

    Die Insel mit den Full Moon Parties heißt übrigens Koh Phangan.

    • 10.03.2016 16:46, NoOne

      Wenn schon klugscheissen, dann bitte auch richtig: Die Insel heißt Ko Pha Ngan.

      :-P

  • 04.01.2014 09:51, <a target="_blank" href="http://www.excitereview.com" >www.excitereview.com</a>

    www.excitereview.com verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext: <br /><a target="_blank" href="http://www.excitereview.com/lastest-thailand-full-moon-party-news-3/">Legal Tribune ONLINE</a>

  • 19.06.2016 13:25, Andreas

    und nochmals "Klugscheissen" beide Varianten sind richtig", da es kein anerkanntes System der Romanisierung, also des Schreibens von Wörtern der thailändischen Sprache mit lateinischen Buchstaben gibt; sollte allen, die sich dort aufgehalten haben, bekannt sein