Studenten üben sich im anwaltlichen Berufsrecht: Buce­rius Law School glänzt beim Soldan Moot Court

17.10.2017

Beim Soldan Moot Court dürfen sich Jurastudenten in anwaltlichen Disziplinen messen und die besten können sich sogar über Preise freuen. Wie schon im letzten Jahr kamen die Sieger auch diesmal aus Hamburg.

Die trockene Theorie des Jurastudiums einmal links liegen lassen und stattdessen Schriftsätze verfassen und vortragen wie ein Anwalt: Diese oftmals willkommene Abwechslung bieten Jurastudenten sogenannte Moot Courts, in denen Prozessführung wie vor einem echten Gericht simuliert wird. Einer der prestigeträchtigsten ist der Soldan Moot Court, der in diesem Jahr vom 12. bis 14. Oktober an der Leibniz Universität in Hannover zum fünften Mal ausgetragen wurde.

Diesmal ging die Bucerius Law School aus Hamburg als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, zu dem Universitäten aus ganz Deutschland mitunter gar mehrere Teams entsenden. Schließlich geht es nicht nur für die Studenten selbst darum, sich von ihrer besten Seite zeigen zu können. Auch die Unis können glänzen, wenn ihre Vertreter Preise abräumen.

In der Finalrunde des diesjährigen Moot Court setzte sich die das erste Team der Hamburger Privathochschule mit Katharina Tisch, Sandro Birkenhof, Michael Cremer und Clemens Dohm gegen die Vertreter der Universität Bonn durch. Manfred Wissmann, Vorsitzender der Soldan Stiftung, übergab ihnen den Soldan-Preis für die beste mündliche Verhandlung. Damit lösten sie ihre Lokalrivalen von der Universität Hamburg ab, die im letzten Jahr Sieger gewesen waren.

Thema ist anwaltliches Berufsrecht

"Der Soldan Moot hat sich längst etabliert. Mehrere juristische Fakultäten sind gleich mit mehreren Teams nach Hannover gereist. Die Studierenden schätzen es, ihr Wissen und Können in diesem praxisorientierten Wettbewerb unter Beweis zu stellen" freute sich Prof. Dr. Christian Wolf, Leiter des Instituts für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA) in Hannover und zuständig für die wissenschaftliche und organisatorische Durchführung des Wettbewerbes, über den wieder einmal regen Zuspruch für den Moot Court.

Thematisch ging es auch in diesem Jahr wieder um das anwaltliche Berufsrecht - eine Studenten regelmäßig eher unbekannte Materie. Ziel der Veranstaltung sei es, das Verständnis der Studierenden für den Anwaltsberuf und berufsrechtliche Fragestellungen zu stärken, erklärte Organisator Wolf.

Auch für ihre Schriftsätze wurden die Teams der Bucerius Law School gewürdigt: Beim von der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) verliehenen Preis für den besten Klägerschriftsatz musste sich das zweite Team nur der Universität Bielefeld geschlagen geben*. Beim Preis des Deutschen Anwaltvereins (DAV) für den besten Beklagtenschriftsatz belegte Team eins der Hamburger ebenfalls den zweiten Platz hinter den Siegern von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 

Mehr Teams als zuvor

Florian Eckert von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg zeigte die beste mündliche Einzelleistung in der Vorrunde. Wolf überreichte ihm dafür den Preis des Deutschen Juristen-Fakultätentages: Ein Fahrrad in den Farben und mit Logo der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW).

In diesem Jahr hatten die Organisatoren des Moot Court einige Änderungen im Wettbewerb vorgenommen. So wurden erstmals Viertelfinale ausgetragen und damit mehr studentischen Teams als bisher die Gelegenheit geboten, vor der fachkundigen Jury zu plädieren, die sich aus Vertretern der Anwaltschaft, Justiz und Verwaltung zusammensetzte. Insgesamt nahmen diesmal 29 Teams aus 17 deutschen Universitäten teil.

Träger des Wettbewerbs ist die gemeinnützige Soldan Stiftung, die sich der praxisorientierten Aus- und Fortbildung von Juristen verschrieben hat. Sie unterstützt Institutionen der Anwaltschaft und universitäre Einrichtungen sowie das Soldan Institut. Getragen wird die Stiftung von der Hans Soldan GmbH, einem Anbieter für Kanzleibedarf, Fachmedien und Bürodienstleistungen für Anwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

mam/LTO-Redaktion

*Änderung vom 17.10., 13:44 Uhr: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Bucerius Law School habe auch den Preis für den besten Klägerschriftsatz gewonnen. Nach einer Richtigstellung seitens der Veranstalter wurde dies korrigiert.

Zitiervorschlag

Studenten üben sich im anwaltlichen Berufsrecht: Bucerius Law School glänzt beim Soldan Moot Court . In: Legal Tribune Online, 17.10.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25059/ (abgerufen am: 16.02.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 17.10.2017 13:39, Einfach Mensch

    Ich will ja nichts sagen aber den besten Klägerschriftsatz reicht sicher nicht die Bucerius ein sondern Bielefeld.

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    • 17.10.2017 13:44, Arbeiterklasse

      Bielefeld, die Kommunisten unter den Juristen. So oft die Klausuren wiederholen, wie man will, jeden Deppen zulassen, der Antifa AG beitreten und sich über 2x ausreichend freuen- Sozialismus pur! Für mehr Privatisierung in den juristischen Fakultäten und Elitenauslese!

    • 17.10.2017 14:01, Einfach Mensch

      Da mag wohl jemand die Klassengesellschaft wiederhaben. Tja, 300 Jahre zu spät geboren.

  • 17.10.2017 14:00, Hamburger

    Die LTO-Journalisten dürften die Überschrift jetzt bitte auch korrigieren: Uni Bielefeld beim Soldan Moot Court im Schriftlichen besser als alle anderen-Sogar besser als die gesponserte Privatuni

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    • 17.10.2017 14:49, Auch Hamburger

      Was ist das Problem mit Sponsoring? Sollen etwa nur Studierende teilnehmen dürfen, die genug Geld haben um Anreise und Unterkunft selber zu zahlen?

      Es sei auch angemerkt, dass der gesamte Moot Court durch eine Stiftung finanziert wird – nicht anders als die Bucerius Law School!

  • 17.10.2017 17:42, WissMit

    Vorab: ich möchte keinem der Studenten der Finalrunden absprechen hervorragende mündliche Leistungen gezeigt zu haben. Ich habe die Teams selbst gesehen und bin beeindruckt von den Leistungen.

    Diese Leistungen haben durchaus aber auch andere Teams gezeigt. Ich möchte auf einen Umstand hinweisen, der dem Veranstalter zumindest einen zweiten Blick auf den Austragungsmodus abverlangen sollte:

    Teams der Finalrunden(Finalisten mit *; Sieger mit **):

    2013
    Regensburg
    Würzburg
    Bucerius**
    Hannover*

    2014
    Buce­rius Law School**
    Köln
    Halle*
    Regensburg

    2015
    Hamburg**
    Buce­rius*
    Heidelberg
    (das letzte Team ist mir abhanden gekommen. Ich meine aber es war aus Hannover)

    2016
    Hamburg I**
    Buce­rius I*
    Hannover II
    Hamburg II

    2017 (das erste mal mit Viertelfinale)
    Hamburg I
    Hamburg II
    Buce­rius I**
    Buce­rius II
    Hannover I
    Hannover II
    Bonn*
    Erlangen-Nürnberg

    Ich unterstelle hier niemanden irgendwelche Absprachen. Ich halte es statistisch einfach nur für auffällig, dass man zu 100 % in die Finalrunden einzieht, wenn man aus Hamburg oder Hannover kommt. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Übertrifft die Lehrqualität an einer der drei Universiäten alle anderen Universitäten um so viel, dass es für alle Universitäten außerhalb von Hannover und Hamburg immer nur um best of the rest geht? Mag es daran liegen, dass der Soldan Moot auf freiwillige kostenlose Praktiker angewiesen ist, die natürlich überwiegend aus Hannover und Hamburg stammen, was möglicherweise unterbewusst eine Rolle spielt? Die Juroren werden das verneinen, aber ist das angesichts der Statstik tatsächlich ausreichend, um nicht einmal kritisch nachzuschauen?
    Hingewiesen sei auch auf die Statistik, die der Soldan Moot selbst erstellt hat:
    http://soldan-moot.de/fileadmin/soldan-moot/downloads/dokumente/2015/Retroperspektive_2015.pdf

    Die Fairness der Bewertung der mündlichen Leistungen wurde mit 5,2 von 7 angegeben.

    Es wäre wünschenswert, wenn die Teams anonymisiert gegeneinander antreten würden, so wie es bei anderen Moot Courts seit jahrzehnten Praxis ist.

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    • 17.10.2017 18:46, Kilian Wegner

      Ich habe seit 2013 jedem Soldan Moot Court (für die BLS) besucht und halte den Anwurf, das regelmäßig erfolgreiche Abschneiden der Teams Hamburg, Hannover und BLS hänge mit der regionalen Herkunft der Juroren zusammen, für einigermaßen gewagt und statistisch nicht belegbar.

      Fakt ist erstens, dass alle drei genannten Teams sehr intensiv gecoacht werden und die Coaching-Teams jeweils Erfahrung mit Moot Courts im Allgemeinen und/oder insbesondere dem Soldan Moot Court aufweisen. Diesen Vorteil haben längst nicht alle Teams, insbesondere nicht, wenn sie zum ersten Mal oder nur unregelmäßig teilnehmen: Dies muss sich erst entwickeln. Insgesamt unterscheidet sich der Vorbereitungsaufwand je nach Team z.T. drastisch.

      Ein zweiter Punkt ist die Auswahl der Teilnehmerinnen, die bei manchen Teams dem Zufall überlassen ist, während anderen Universitäten z.B. interne Premoots oder ein Bewerbungsverfahren durchführen.

      Drittens unterscheiden sich Alter und Studienfortschritt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die von den Universitäten typischerweise ins Rennen geschickt werden, z.T. erheblich.

      Was die K.O.-Runden angeht, ist mir in fünf Jahren nicht einmal zu Ohren gekommen, dass jemand aus dem Publikum ernsthaft Zweifel daran geäußert hätte, der Ausgang auch nur einer K.O. Runde sei "geschoben" oder von sachfremden Kriterien beeinflusst gewesen.

      Die Benotung in der Vorrunde weist offensichtlich zahlreiche Schwächen (unterschiedliche Handhabung der Notenskala, unterschiedliche persönliche Bewertungsmaßstäbe, alle möglichen Formen des bias usw.) auf, die einem solchen Wettbewerb aber leider immanent sind. Dass der Erfolg der hier angesprochenen Teams ausgerechnet auf diesen Schwächen beruhen soll, halte ich aber für nicht belegt. Insbesondere die "Best Speaker"-Preise sprechen auch eher eine andere Sprache.

      Als Frage auch noch: Wie soll bitte eine anonymisierte mündliche Vorrunde aussehen?

    • 18.10.2017 11:41, WissMit

      Oh bitte.

      Sie versuchen sich mit den schlechten Leistungen einiger Teams herauszureden.
      Fakt ist (um Ihren gewaltigen Einstig zu wählen): Auch andere Teams werden intensiv gecoacht, erhalten mittels Rethoriktrainern Unterstützung und zeigen durchaus vergleichbare Leistungen zur BLC, Hannover und Hamburg, dennoch ziehen vergleichweise selten andere Teams in die Finalrunden ein.

      Den Vorwurf der "Schiebung", d.i. die absichtliche Bevorzugung von Teilnehmern, habe ich nirgends erhoben. Ich habe von unterbewussten Effekten gesprochen.
      Im Übrigen sind die Leistungen der Studenten aus diesen Universitäten gut, auch das stelle ich nicht in Abrede.

      Abenteuerlich wird Ihre Einlassung aber, wenn Sie meinen das alles sei statistisch nicht belegbar. Ich verweise hier gerne noch einmal auf die oben dargstellte Liste, die, soweit mag ich Ihnen entgegen kommen, (noch) keine an sozialwissenschaftlichen Standards gemessene statistische Aussagekraft erreichen dürfte aber dennoch eine Tendenz aufzeigt.

      Ihr Kommentar ließt sich wie ein Abgesang auf alle anderen 42 juristischen Fakultäten (bzw. 14, wenn man sich auf die teilnehmenden Universitäten beschränkt).

      "Insbesondere die "Best Speaker"-Preise sprechen auch eher eine andere Sprache."

      Die Trostpreise wiederlegen selbstverständlich das mulmige Gefühl, dass bei den regelmäßgen Finalteilnahmen der drei Universitäten entsteht.

      "Als Frage auch noch: Wie soll bitte eine anonymisierte mündliche Vorrunde aussehen?"

      Die Juroren kennen die Herkunftsuniversität nicht, Namesschilder werden ohne Universität ausgegeben, dass Facebookheft gibt es hinterher oder ohne Universitätszuordnung der Teilnehmer. Die Ossis, Bayern und Schwaben sind bei dieser Regelung nicht benachteiligt, weil auch der Bayer im Norden studieren kann.

      Alternative:
      Jede teilnehmende Fakultät stellt 2 Juroren, die nicht in den Sitzungen der jeweiligen Universität sitzen.

      Beide Varianten haben ihre Schwächen, dürften aber besser sein als das bisherige System.

    • 18.10.2017 12:50, Kilian Wegner

      Ich rede mich nicht "heraus", sondern stelle fest, dass Sie Ihre These, der Erfolg der "norddeutschen Teams" beruhe auf einem regionalen Bias der Juroren und nicht auf Qualität, schlichtweg nicht belegen können. Es genügt nun mal beim besten Willen nicht, abzuzählen, wie häufig bestimmte Teams die K.O.-Runden bzw. die Finalrunde erreichen, um damit nachzuweisen, dieser Erfolg beruhe auf der regionalen Herkunft der Juroren. Die einzige "Tendenz", die Ihre Zahlen aufzeigen ist, dass die von Ihnen gezählten Teams häufig in die K.O.-Runden einziehen. In Hinblick auf Ihre "statistische" Arbeit gebe ich den Vorwurf der "Abenteuerlichkeit" also gerne zurück.

      Insbesondere was Ihre "unterbewussten Effekte" angeht, müssten Sie auch schon noch konkreter werden: Meinen Sie nun, dass K.O.-Runden wegen "unterbewusster Effekte" falsch entschieden wurden? Dann hätte ich dafür gerne konkrete Beispiele für Verhandlungen, in denen das so gewesen sein soll! Oder geht es Ihnen darum, dass in den Vorrunden wegen "unterbewusster Effekte" an bestimmter Stelle zu wenige Punkte bzw. zu viele Punkte vergeben werden? Dann dürften Sie die "Best Speaker"-Preise nicht als irrelevante "Trostpreise" abtun, da sie aus der kulminierten Vorrundenpunktzahl der einzelnen Teilnehmer/innen resultieren.

      Einen "Abgesang" auf die anderen gut ein Dutzend Fakultäten, die regelmäßig teilnehmen (nicht annähernd die 42, die Sie aus rhetorischen Gründen einführen!), stimme ich sicher nicht an. Erstens sind an einem Wettbewerb wie dem Soldan Moot Court pro Fakultät vielleicht 4-10 Menschen beteiligt, so dass jeder Rückschluss von dieser kleinen Gruppe auf die Qualität der gesamten Fakultät von vornherein völlig albern ist. Dazu kommt, dass die Punktzahlen für den Einzug in die K.O.-Runden gerade in den letzten Jahren ziemlich dicht beeinander liegen, die Leistungsdichte also gestiegen ist.

      Ihren Vorschlag bezüglich der "anonymen" Bewertung halte ich angesichts der geringen Größe des Wettbewerbs für unrealistisch: Das spricht sich spätestens in den Essenspausen schnell herum. Dass jede Fakultät zwei Juroren stellt, würde ich hingegen begrüßen.

    • 18.10.2017 14:31, WissMit

      "Ich rede mich nicht "heraus", sondern stelle fest, dass Sie Ihre These, der Erfolg der "norddeutschen Teams" beruhe auf einem regionalen Bias der Juroren und nicht auf Qualität, schlichtweg nicht belegen können. Es genügt nun mal beim besten Willen nicht, abzuzählen, wie häufig bestimmte Teams die K.O.-Runden bzw. die Finalrunde erreichen, um damit nachzuweisen, dieser Erfolg beruhe auf der regionalen Herkunft der Juroren. Die einzige "Tendenz", die Ihre Zahlen aufzeigen ist, dass die von Ihnen gezählten Teams häufig in die K.O.-Runden einziehen. In Hinblick auf Ihre "statistische" Arbeit gebe ich den Vorwurf der "Abenteuerlichkeit" also gerne zurück."

      Schön, das sehe ich anders. Und wenn ich das bemerken darf: außer die Behauptungen, ich könne etwas "schlichtweg nicht belegen" und es genüge nuneinmal etwas beim besten Willen nicht um x zu zeigen, bietet der Abschnitt nicht.
      Im Übrigen weise ich darauf hin, dass ich weder etwas "nachgewiesen" wissen wollte, noch etwas zu belegen versuchte.

      Verzeihen Sie mir, wenn die Wiederholungen Sie beleidigen mögen, aber ich habe lediglich angemerkt, dass der Austragunsmodus angesichts der immer gleichen Finalrunden einmal einem kritischen zweiten Blick unterworfen werden sollte. Ich könnte Ihnen, Ihre stets unterstellende Lesart meiner Beitrage vice versa, jetzt vorwerfen, Sie bestätigten mit Ihren verbissen verteidigenden Beiträgen das System, dessen Begünstigter Sie sind, aber das vermeiden Sie durch Minimalzugeständnisse geschickt.

      "Einen "Abgesang" auf die anderen gut ein Dutzend Fakultäten, die regelmäßig teilnehmen (nicht annähernd die 42, die Sie aus rhetorischen Gründen einführen!) ..."
      Ich bitte Sie, mir keine derartige Unehrlichkeit zu unterstellen. Nicht umsonst habe ich auf die Anzahl der tatsächlich teilnehmenden Universitäten hingewiesen. Ich muss Ihnen aber zugestehen, dass hier im Klammerzusatz nicht deutlich geworden ist, dass ich mich nur auf die zuletzt teilnehmenden Universitäten mit dem Klammerzusatz bezog.

      "Erstens sind an einem Wettbewerb wie dem Soldan Moot Court pro Fakultät vielleicht 4-10 Menschen beteiligt, so dass jeder Rückschluss von dieser kleinen Gruppe auf die Qualität der gesamten Fakultät von vornherein völlig albern ist."
      Ich habe diesen Schluss nicht ziehen wollen, sondern auf den Moot-Court beschränkt. Ich weise darauf hin, dass mein Hinweis auf alle 42 anderen Fakultäten nicht den Schluss zulassen sollte, ich wollte die Qualität der juristischen Ausbildung am Soldan Moot messen (das wäre in der Tat höchst albern). Vielmehr habe ich mir die Arbeit ersparen wollen, herauszusuchen, welche Universitäten im Laufe der Zeit am Moot Court teilgenommen haben. Hier gab es durchaus wechselnde Besetzungen, weshalb mir jetzt nicht unmittelbar zugänglich ist, welche Fakultäten noch nie teilgenommen haben.

      "Meinen Sie nun, dass K.O.-Runden wegen "unterbewusster Effekte" falsch entschieden wurden? Dann hätte ich dafür gerne konkrete Beispiele für Verhandlungen, in denen das so gewesen sein soll! Oder geht es Ihnen darum, dass in den Vorrunden wegen "unterbewusster Effekte" an bestimmter Stelle zu wenige Punkte bzw. zu viele Punkte vergeben werden?"

      Letzteres. Mir ging es stets nur um den Einzug in die Finalrunden, mithin der Benotungen in den Vorrunden, die für den Einzug ursächlich sind.

      Der "Best Speaker" Preis (den der Wettbewerb unter diesen Namen nicht kennt, gemeint ist vermutlich der Deutsche Juristen Fakultätentag - Preis für die besten Plädoyers in der Vorrunde) halte ich angesichts der insgesamt je Team vergebenen 3 Noten pro Verhandlung für marginalisiert. Meine These lautet ja schließlich, dass durch unbewusste Effekte in Summe(!) die Teams aus dem Norden in der Regel(!) etwas besser abschneiden. Dabei schneiden sie nicht um 10 Punkte besser ab, sondern vermutlich (gerade weil das Feld stets eng beieinander liegt), irgendetwas um den einen Punkt. Das dürfte aber ohne Blindversuch nicht ermittelbar sein (und bevor Sie hier reingrätschen wollen: Die Masse eines einzelnen Atoms können Sie auch nur äußerst schwer bestimmen, in Summe zeigt sich dann aber eine Masse, die viel leichter zu ermitteln ist, so verhält es sich auch hier. Den einzelnen "Bias" werden sie pro Note kaum ermitteln können. In Summe mag er aber sichtbar werden). Dabei muss natürlich der Blindversuch auch über einen gewissen Zeitraum durchgeführt werden. Danach würde man dann sehen, ob meine These stimmt oder nicht. Ich bin der Letzte, der den drei Universitäten kein gutes Abschneiden gönnt.

      Rein aus Interesse habe ich mir die letzten "Best Speaker" angeschaut:
      2017 Ich konnte der Siegerehrung dieses Jahr leider nicht beiwohnen, daher wäre ich hier auf Ihre Mithilfe angewiesen
      2016 Hannover und BLC
      2015 BLC
      2014 BLC, BLC, Würzburg II
      2013 Erlangen-Nürnberg

      Was soll mit der "Best Speaker" Preis nun also bitte sagen?

    • 18.10.2017 15:05, Kilian Wegner

      Sie stellen eine These auf (Zitat: "Meine These lautet ja schließlich, dass durch unbewusste Effekte in Summe (!) die Teams aus dem Norden in der Regel(!) etwas besser abschneiden."), für die Sie beweisbelastet sind. Das dafür notwendige Zahlenmaterial haben Sie aus meiner Sicht nicht vorliegen. Mehr muss ich dazu nicht darlegen, habe es in den vorherigen Beiträgen durch Nennung von möglichen (!) Alternativkausalitäten (Teamerfahrung, Coachingintensität, Teilnehmerinnenauswahl, Teilnehmerinnenalter etc.) aber sogar trotzdem getan.

      Wenn Sie sich nun darauf zurückziehen, doch keine These mehr aufstellen zu wollen, sondern nur einen "kritischen Blick" anzuregen, habe ich dagegen nichts einzuwenden. Ich verteidige nicht "das System", sondern die von Ihnen genannten Teams und deren Leistung in den letzten Jahren. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass ich hinsichtlich Ihrer konkreten Änderungsvorschläge keine "Minimalzugeständnisse" mache, sondern sie vollständig unterstütze. Bezüglich der anonymen Verhandlung habe ich lediglich arge Zweifel, ob der von Ihnen gewünschte Effekt damit erzielt wird. Schaden kann der Versuch aber natürlich nicht.

      Was Best-Speaker angeht: 2017 hat den ersten Platz bei diesem Preis wieder Erlangen-Nürnberg erlangt.

    • 18.10.2017 17:28, WissMit

      Nach Ihrem letzten Beitrag frage ich mich, ob Sie hier nur "herumpöbeln" wollten?

      "für die Sie beweisbelastet sind"
      Warum sollte das so sein? Immerhin behaupten Sie, es werden faire Noten vergeben, was ich (zu einem kleinen Teil) bestreite.

      "Wenn Sie sich nun darauf zurückziehen, doch keine These mehr aufstellen zu wollen, sondern nur einen 'kritischen Blick' anzuregen, habe ich dagegen nichts einzuwenden."

      Das ist kein Rückzug, sonder war von Anfang an mein Standpunkt, in den Sie mehr hineininterpretiert haben, als enthalten war. Über die Gründe kann ich natürlich nur spekulieren, enthalte mich dessen aber, weil ich dafür dann, anders als sonst, überhaupt keine Fakten auf den Tisch legen könnte.

      Wollen wir es dabei belassen, dass Sie meine Forderung nach einem prüfenden Blick auf die Gerechtigkeit der Vergabe der Vornoten unterstützen und wir sogar darüber überein kommen, den Moot Court gemeinsam dadurch zu verbessern, dass der Anteil an "auswärtigen" Praktikern durch zusätzliche Praktiker, die sich als Juroren zur Verfügung stellen, erhöht wird?

      Nach Ihrem letzten Kommentar haben wir ohnehin kaum noch Gegensätzliche Positionen.

      Vielen Dank für den nachgereichten Sieger.
      Ich hätte ja damit gerechnet, dass dieser Preis an den Studenten des Klägerteams Hannover II geht, nicht wegen meiner hier dagebrachten Zweifel am "System", sondern weil so eine herausragende Leistung selten vorkommt.

    • 18.10.2017 19:01, Kilian Wegner

      Die Antwort findet sich weiter unten – Anwendungsfehler meinerseits!

  • 18.10.2017 10:53, PS

    What a stupid discussion. It is obvious that the people from Numerous law school are the best law students in Germany. They graduated from high school with the highest grades. They achieve the highest grades in the state exams and they also present the most members of the National Merit Foundation of any university in Germany.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.10.2017 13:35, ?

      What the hack are you wanting to say?

  • 18.10.2017 18:28, Kilian Wegner

    Der Anwurf der "Pöbelei" fällt auf Sie zurück, gleich doppelt sogar, da Sie sich derlei nur anonym zu erheben getrauen.

    Dass Sie für Ihre These beweisbelastet sind, ist selbstverständlich. Ich wäre es natürlich ebenso für die umgekehrte These, die Benotung wäre "fair". Diese These habe ich jedoch nicht aufgestellt – insofern verweise ich auf meine erste Stellungnahme, dort den 6. Absatz. Ich bestreite lediglich den von Ihnen behaupteten (Teil-)Kausalzusammenhang zwischen regionaler Verortung der Juroren und Erfolg bestimmter norddeutscher Teams. Das dürfte nun klar geworden sein.

    Bezüglich der konkreten Änderungsvorschläge besteht in der Tat Einigkeit, die gegensätzlichen Positionen in der Analyse.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.10.2017 18:30, Kilian Wegner

      Dies bezog sich auf den Beitrag von "WissMit" vom 18.10.2017 17:28.

    • 20.10.2017 15:26, Ri

      @Kilian Wegner
      Schade, dass Sie die faire Benotung nicht behaupten. Wahrscheinlich deswegen, da Sie sie nicht nachweisen können. Welchen Wert hat ein Moot Court, dessen neutrale Bewertung nicht nachgewiesen werden kann? Schade, dass Sie den rhetorischen Wettbewerb im letzten Kommentar verlieren, zuvor lagen Sie leicht vorne.

  • 20.10.2017 22:21, Ex-Halbfinalist

    Das Problem liegt weniger bei der Bewertung als darin, dass es an manchen Unis üblich ist, die Schriftsätze unter wesentlicher Mitwirkung der betreuenden promovierten Assessoren zu erstellen, während andere eher einen olympischen Ansatz verfolgen und finden, das solle doch ein Wettbewerb für Studis bleiben, und sich auf ein wenig Coaching beschränken. Solange das so ist, werden die Gewinner immer von denselben Unis kommen.

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