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Stipendien für Juristen: Das Netzwerk bleibt

Mehrere tausend von ihnen gibt es in Deutschland, doch gerade mal sechs Prozent aller Studierenden haben eins: Stipendien. Auch für Juristen kann sich die meist aufwendige Bewerbung lohnen. Ein Überblick von Anna K. Bernzen.

Quizfrage: Was haben Thomas de Maizière, Ralf Höcker und Gertrude Lübbe-Wolff gemeinsam? Nichts, außer dem Jurastudium? Doch: Alle drei studierten oder promovierten mithilfe eines Stipendiums. De Maizière und Höcker unterstützte die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Lübbe-Wolff die Studienstiftung des deutschen Volkes. Damit sind sie in Deutschland noch ziemliche Einzelfälle: Nur sechs Prozent der Studierenden haben ein Stipendium, fand das IfD Allensbach 2009 heraus. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich während der Ausbildung unter die Arme greifen zu lassen – auch für angehende Juristen.

Wer während des Studiums oder der Promotion auf einen Zuschuss hofft, schickt seine Bewerbung oft an eines der 13 großen Begabtenförderwerke. Neben den Genannten gehören dazu zum Beispiel die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung oder das Evangelische Studienwerk Villigst. Sie alle unterstützen ihre Stipendiaten mit dem sogenannten Lebenshaltungsstipendium finanziell: Wer Bafög bekommt, kriegt bis zu 670 Euro im Monat geschenkt. 300 Euro gibt es für jeden Stipendiaten für Bücher, Karteikarten und andere Studienkosten monatlich obenauf.

Während der Promotion landen sogar bis zu 1150 Euro pro Monat auf dem Konto, plus 100 Euro Forschungskostenpauschale. Auch Zuschläge für Kinderbetreuung oder Krankenkasse sind je nach individueller Situation drin. Während eines Studiensemesters im Ausland helfen KAS und Co. außerdem zum Beispiel bei Studiengebühren oder Reisekosten.

Italienisch lernen in den Semesterferien – geschenkt

Daneben bietet jede der Stiftungen ein Rahmenprogramm an, bestehend aus Angeboten wie mehrwöchigen Sprachkursen, Soft Skills-Workshops und Auslandsseminaren – die sogenannte ideelle Förderung. Gerade die mache die großen Begabtenförderwerke auch bei Juristen so beliebt, glaubt Britta Voß von der Studienstiftung: "Besonders für Studierende aus lernintensiven Studiengängen wie Jura kann ein so fachübergreifendes Programm den Horizont erweitern." Die Studienstiftung etwa veranstaltet Managementakademien, auf denen Stipendiaten unter Anleitung von Führungskräften erste Praxisluft schnuppern.

Doch so begehrt ein Stipendium dieser Stiftungen ist, so hoch ist der Stapel an Bewerbungen, die dort eingehen. Ein lohnt sich daher, in Datenbanken wie stipendienlotse.de oder mystipendium.de nach Alternativen zu suchen. Nur wenige decken dabei den gesamten Finanzbedarf ab, so aber die Vodafone Stiftung, die Studierende mit Zuwanderungsgeschichte mit 1000 Euro im Monat sogar großzügiger fördert als die Begabtenförderwerke. Das Deutschlandstipendium, vergeben von den Universitäten und je zur Hälfte finanziert von der Bundesregierung und privaten Geldgebern, bietet aber zum Beispiel 300 Euro pro Monat – und macht so zumindest den zweiten Nebenjob in der Kneipe überflüssig.

Auch einzelne Projekte lassen sich mithilfe eines Stipendiums finanzieren: Die Studienstiftung ius vivum zum Beispiel fördert junge Juristen, die Geld für wissenschaftliche Anliegen wie eine Seminarfahrt oder den Druck der Promotion benötigen. Wer an der Bucerius Law School studiert und ein Trimester im Ausland verbringt, kann sich um ein Stipendium der Daniela und Jürgen Westphal-Stiftung bewerben. Die fördert Studierende privater Hochschulen. Und wer sich während seines Jurastudiums in Hamburg am Lehrstuhl von Prof. Dr. Robert Koch Versicherungsrecht büffelt, kann von der Talanx Stiftung der gleichnamigen Versicherung dafür 300 Euro pro Monat bekommen.

Zitiervorschlag

Anna K. Bernzen, Stipendien für Juristen: Das Netzwerk bleibt . In: Legal Tribune Online, 26.05.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/15651/ (abgerufen am: 22.10.2019 )

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Kommentare
  • 26.05.2015 18:44, Kopfschüttelnder Leser

    Offenbar liest das hier keiner, weder aus der Redaktion noch aus dem Publikum - da sind ja buchstäblich alle Links falsch (was man auch sieht, wenn man einfach mal die Maus draufhält ...).

    • 02.06.2015 15:38, LTO-Redaktion

      Lieber Leser,

      wir haben die Fehler nun korrigiert. Danke für den Hinweis