Was Examensprüfer verzweifeln lässt: The Good, The Bad and The Ugly

von Prof. Dr. Roland Schimmel

22.07.2015

Auch Prüfer sind (nur) Menschen – und von den immer gleichen Stilblüten, Dopplungen, Evidenzen und sonstigen Überflüssigkeiten in Examensklausuren genervt. Ein Klageruf und zugleich Stilratgeber von Roland Schimmel.

Niemand hat Mitleid mit Prüfern. Warum auch? In aller Regel prüfen sie freiwillig, meist werden sie dafür bezahlt, wenn auch eher dürftig. Und selbst, wer ahnt, dass diese Arbeit keine reine Freude ist, wäre im Zweifel doch lieber Prüfer als Geprüfter: I’d rather be a hammer than a nail.

Mit einem Prüferseufzer darf man also nicht auf viel Mitleid hoffen. Vielleicht aber immerhin auf ein bisschen Aufmerksamkeit. Denn wer sich die Klagen dieses Autors in der eigenen Bearbeitung zu Herzen nimmt, den erwartet zwar noch keine zauberhafte Verdopplung seiner Punktzahl, aber doch das bewusste oder unterbewusste Wohlwollen desjenigen, der über diese Punktzahl zu entscheiden hat.

Unterirdische Überschriften: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht

Worüber also seufzen Prüfer? Reden wir nicht von den Aufmerksamkeitsverschleißerscheinungen, die mit Hunderten und Tausenden von "Laut Sachverhalt…" und "Dies ist hier der Fall" fast automatisch einhergehen, wenn der Stapel Prüfungsarbeiten etwas größer ist. Lassen wir ebenso beiseite die Modeerscheinungen, die hoffentlich wieder verschwinden werden, auch ohne dass man sie bejammern müsste, etwa die letzthin zu beobachtende rätselhafte Tendenz nicht eben weniger Kandidaten, "daher" durch "insofern" zu ersetzen, obwohl das beim besten Willen nicht gleichbedeutend ist.

Stattdessen werfen wir einen beispielhaften Blick auf eine über Jahre hinweg stabil bis steigend zu beobachtende Merkwürdigkeit, nämlich die Überschrift "5. Kausaler ersatzfähiger Schaden". Das ist noch in Staatsprüfungsklausuren erstaunlich verbreitet; in einem unlängst korrigierten Stapel etwa in gefühlten 74 und tatsächlichen 37 Prozent aller Arbeiten.

Merkwürdig ist schon, dass da überhaupt eine Überschrift steht, noch dazu eine nummerierte. So erfreulich die damit verbundene Leseerleichterung ist – glaubt jemand, jenseits von Hauarbeiten seien damit Punkte zu erzielen? Gerade bei den inhaltlich unproblematischen Normvoraussetzungen, die ganz zu Recht in einem Satz abgehandelt werden, wirken Überschriften eher irritierend. Spätestens wenn am Ende der Klausur der Bearbeiter erkennbar in Zeitnot geraten ist und entscheidende Punkte nicht mehr einsammeln konnte, wackelt der Leser mit dem Kopf. Das Weglassen der Überschriften unterhalb der Anspruchsebene bietet fast immer gefahrloses Potenzial zum Zeitsparen.

Ungenauigkeit und Redundanz

Schon die Rede vom "kausalen Schaden" schmerzt den Leser, auch wenn sich bereits der Bundesgerichtshof – bislang allerdings nur ein einziges Mal und inzwischen wohl verjährt – in diese Richtung schuldig gemacht hat (Beschl. v. 19.01.2006 - IX ZR 20/02). Denn dass der Schaden kausal – also: ursächlich – sei, ist reiner Unsinn. Im Gegenteil ist eine Pflichtverletzung oder eine unerlaubte Handlung kausal, nämlich für den Schaden. Die Bezeichnung kausaler Schaden dreht diesen Ursachenzusammenhang um. Juristisch betrachtet ist das schlicht falsch.

Beruhigend ist immerhin, dass bisher nur die Wortwahl unglücklich bis falsch ist, während den Kandidaten in der Sache klar ist, dass in der Ursachenkette nach dem Schaden nichts mehr kommt. Gelegentlich liest man Ausarbeitungen, in denen bei deliktischen Ansprüchen etwa nach § 823 I BGB die Überlegungen zum Schaden schon bei der Verletzung eines geschützten Rechtsguts angestellt werden. Dieser Fehler trifft aber allenfalls zufällig mit der Formulierung vom kausalen Schaden zusammen.

Ein sprachlicher Fehlgriff ähnlicher Prägung ist der "ersatzfähige Schaden". Er ist der kleine Bruder des zitierfähigen Lehrbuchs. Schrecklich. Der Schaden selbst ist schließlich zu gar nichts fähig; fähig sind nur Subjekte. Richtig würde es also eher heißen "ersetzbarer Schaden". Wenn der Duden das ersatzfähig aber billigt, wird es kein Korrektor als falsch bezeichnen dürfen. Aber wir halten für das Protokoll fest: Es geht eine Unterscheidung verloren, die offensichtlich einen Sinn hatte. Schade.

Offensichtlich keinen Sinn haben hingegen Mehrfachbeteuerungen wie etwa "…beruhte auch kausal auf der Pflichtverletzung". Würde sich die Aussage ändern, wenn man das "kausal" wegließe? Eher nicht, denn beruhen auf bedeutet doch recht eigentlich verursacht sein durch – oder?

Vom "kausalen Schaden" ist der Weg obendrein nicht mehr weit zur "haftungsbegründeten Kausalität". Sehen Sie den Unterschied zur "haftungsbegründenden Kausalität"? Sieht aus wie eine Kleinigkeit, deutet aber wieder auf die Verwechslung von Ursache und Wirkung.

Wider den Vorwurf der Spitzfindigkeit

All das sind keine Fehler reinsten Wassers, die den Prüfer zu sofortigem Punktabzug veranlassen würden. Aber sie trüben die Stimmung. In aller Regel handelt es sich übrigens nicht um beiläufige Schreibfehler. Fast immer tauchen die falschen Begriffe mehrfach hintereinander auf.  

Daran Anstoß zu nehmen, ist kein Ausdruck von Gehässigkeit oder Übergenauigkeit. Einfachste Ursachenzusammenhänge bekommt fast jeder in den Griff, auch Juristen. Wenn also in einer Lern- oder Prüfungssituation die Frage lautet "A sticht B mit dem Messer in den Arm; B blutet heftig", dann ist das Kausalitätsproblem nicht schwierig. Die echten Probleme sind aber oft kniffliger: "A produziert und vertreibt ein Lederspray; 23 % aller Benutzer erkranken und zeigen ähnliche Symptome, so auch B." Oder: "Gibt es Ursächlichkeitszusammenhänge zwischen Gewalttätigkeit/Gewaltbereitschaft  und dem Konsum von Gewaltdarstellungen in Kino und Videospiel? In welche Richtung verlaufen diese Beziehungen?"

Schwierige Fragen dieses Zuschnitts kann man nicht sinnvoll diskutieren und entscheiden, wenn schon die Begriffe unscharf verwendet oder verwechselt werden. Und wen das noch immer nicht überzeugt, der lese, was Bundesrichter Thomas Fischer unlängst in der Zeit zu dieser Frage schrieb:

Wer Jurist werden will, muss lesen und sprechen lernen, falls er/sie es nicht schon mag. Das einzige Hilfsmittel der Jurisprudenz ist die Sprache. Wer sie nicht mag, kann unmöglich ein guter Jurist werden. Wem es gleichgültig ist, wie Vorzeitigkeit ausgedrückt wird oder welche Bedeutungsfeinheiten der Konjunktiv in der Zeitenfolge, kombiniert mit Hilfsverben, bereit hält, der mag Currywürste verkaufen, mir aber nicht weismachen wollen, er habe verstanden, um was es geht. Wer nicht klar schreiben kann, der kann auch nicht klar denken. Das ist eine bittere, aber unabweisbare Erkenntnis.

Zitiervorschlag

Roland Schimmel, Was Examensprüfer verzweifeln lässt: The Good, The Bad and The Ugly . In: Legal Tribune Online, 22.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16290/ (abgerufen am: 22.02.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 22.07.2015 15:56, Student

    Ein guter Artikel; es ist doch auch mal schön die Sicht des Prüfers zu beleuchten und zu verstehen.

    Auch wenn der Student teilweise sicherlich selbst darauf kommen könnte das Wörtchen "vorliegend" nicht zu benutzen oder überwiegend auf Überschriften zu verzichten (auch dies ist eine massive Zeitersparnis), wäre es doch vielleicht ebenso sinnvoll, dass eine Universität genau so etwas auch lehrt oder zumindest Denkanstöße in diese Richtung gibt.
    Zumindest meine Universität hat dies aber nicht einmal angedeutet; in erster Linie geht es in der Universität um die (für das Examen natürlich auch wichtigen) materiellen Probleme des Rechts. Schade.

    Erst im kommerzielle Repetitorium (AS) wurde dies (insbesondere die Überschriften und das Wörtchen "vorliegend") doch recht deutlich gemacht und hat mir persönlich auch viel beim Klausurenschreiben geholfen. Man sollte die Zeitersparnis nicht unterschätzen. In juristischen Klausuren kommt es letztlich auf jede Minute an.

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    • 22.07.2015 16:12, Marc Reiß

      Da muss ich dem Herrn "Studenten" leider aufs energischste widersprechen, es gibt einige Universitäten, die das sehr wohl lehren. Im konkreten Fall war es die Goethe-Universität, die Herrn Schimmel zu den oben sehr schön geschilderten Ausführungen (und noch ein paar anderen) eingeladen hatte -- auch wenn er etwa mit seinem Vorschlag zu den Überschriften bei uns offene Türen eingerannt hat, denn ebendiese Hinweise erhalten unsere Teilnehmer/-innen schon seit nun einigen Jahren u.a. in der Klausuroptimierung (vormals Klausurklinik).

  • 22.07.2015 16:18, Mr. T

    Dieser Artikel zeigt, dass es in einer juristischen Klausur weniger um wissenschaftliche als um handwerkliche Arbeitstechnik geht.

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    • 22.07.2015 21:40, Laser

      Das sehe ich auch so. Ist aber nicht schlimm. Handwerk hat goldenen Boden, wie unsere Vorfahren sagten.

  • 22.07.2015 17:42, LTO-Leser

    Laut "Juris" hat der BGH in seinen dort dokumentierten Entscheidungen 11.450x "vorliegend" geschrieben (und 22.981x "im vorliegenden Fall"). Warum tun die sowas, wo doch jeder Repetitor lehrt, dass das erstens scheußlich und zweitens überflüssig sei? Weil es eben manchmal weder das eine noch das andere ist, sondern ein sinnvolles Stilmittel, um längere abstrakte Rechtsausführungen dem eiligen Leser zuliebe deutlich von der der fallbezogenen Subsumtion abzusetzen (wie auch das zugegebenermaßen kürzere und vorzugswürdige "hier"). Es ist nämlich nicht verboten, dem Leser das Lesen durch "Füllwörter" leichter zu machen, im Gegenteil. Schönes Schreiben ist eben - wie so manches in der Juristerei - schwieriger, als es sich die Repetitorweisheit träumen lässt.

    (Wichtig und richtig ist aber der Hinweis auf den nicht auszurottenden "kausalen Schaden" - da überschreitet der sprachliche Fehler in der Tat schon den schmalen Grat zum inhaltlichen Unfug.)

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    • 22.07.2015 21:29, Leguleius

      Längere abstrakte Rechtsausführungen sucht man in Klausuren meist vergebens und den Korrektor wünscht man sich nicht als eiligen Leser.
      Mir selbst stößt derartiges unweigerlich beim Korrigieren auf und daher kann ich Herrn Schimmel nur zustimmen. Auch wenn man in dieser Hinsicht sicher anderer Meinung sein darf, so wird ein Korrektor diese Füllwörter jedenfalls nicht vermissen. Der Rat an Studenten und Referendare kann daher nur lauten: besser weglassen.

    • 22.07.2015 23:20, LTO-Leser

      Ja, es gibt solche Korrektoren (solche, denen vor allem wichtig ist, dass die Bearbeiter nicht "vorliegend" schreiben). Die übersehen dafür gerne die dicken sachlichen Klöpse in der Bearbeitung (die den Bearbeitern wiederum deshalb unterlaufen, weil sie sich darauf konzentrieren, auf keinen Fall versehentlich "vorliegend" zu schreiben ...).

    • 23.07.2015 09:23, Leguleius

      Im Idealfall gehen Inhalt, Form und Stil miteinander - sowohl beim Prüfling als auch beim Korrektor. Wer das zusammen nicht schafft - da gebe ich Ihnen Recht -, sollte sich auf den Inhalt konzentrieren.

  • 22.07.2015 18:03, Lukas Graf

    Soweit es um Überschriften geht, ist da aber auch viel Geschmackssache. Ich habe selbst viele Klausuren korrigiert. Gerade der müde Korrektor freut sich, wenn er durch - sinnhafte - Überschriften ein Stück weit an die Hand genommen wird. Nichts ist schlimmer als eine "Textruine" ohne Gliederung und Absätze, selbst wenn der Inhalt ansonsten stimmt.

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  • 23.07.2015 00:08, Stud. iur.

    Vorliegend schafft es Herr Plagiatsratgeber allerdings selbst nicht, dem beschriebenen Desideratum zu genügen und reiht sich dadurch selbst in Reihen der genagelten Currywurstverkäufer ein.
    "Deliktische Ansprüche" gibt es nicht; allenfalls "deliktsrechtliche Ansprüche" ist akzeptabler Duktus.
    Cui bono?

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    • 23.07.2015 06:30, LTO-Leser

      Pfiffig! Es gibt also auch keine "vertraglichen" Anspruche oder solche "aus Vertrag", sondern nur "vertragsrechtliche"? Dann habe ich das all die Jahre falsch gemacht (und nie korrigiert bekommen). Die besten Hinweise stehen wie immer nicht im Text, sondern in den klugen Kommentaren. Danke!

    • 23.07.2015 09:43, Leguleius

      Da der "Anspruch" in unserer gegenwärtigen zivilistischen Kodifikation als "Recht" legaldefiniert ist, stellen "vertragsrechtliche" und "deliktsrechtliche" "Rechte" vor allem pleonastischen Duktus dar.

      Und wer das Glück hatte, rudimentäre Rechtskenntnisse aus der präkodifikatorischen Epoche zu erwerben, den beschleichen ähnliche Gedanken beim "Kondiktionsanspruch" ebenso beim "Vindikationsanspruch", ganz zu schweigen vom berüchtigten "kondiktionsrechtlichen Anspruch".

    • 24.07.2015 19:09, Rechtsstudentin

      Der tut nur so, als sei er ein genagelter Currywurstverkäufer. In Wirklichkeit arbeitet er an einer staatlichen Hochschule. Bezahlt von unseren Steuern. Genauer: den Steuern, die unsere Eltern zahlen. Eines Tages aber: den Steuern, die wir zahlen werden. Wenn wir mal das dämliche Examen bestanden haben werden. Mit Hilfe seiner dämlichen Ratschläge.
      Vermute, der lacht sich scheckig über uns.

  • 23.07.2015 09:05, iurvox

    "Der Schaden selbst ist schließlich zu gar nichts fähig; fähig sind nur Subjekte."

    Die unwesentliche Nebenvorschrift des § 322 Abs. 1 ZPO trägt diese Erwägung nicht.

    Umstände können sogar einen Unterschied machen, arg ex § 164 Abs. 1 Satz 2 BGB.

    Den Blick von der Lösungsskizze in das Gesetz schweifen zu lassen, dürfte nicht schaden.

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    • 23.07.2015 10:35, vox populi

      Ist § 322 I ZPO wirklich eine unwesentliche Nebenvorschrift?
      So oder so: In einem freien Land kann jede/r in seinen Prüfungsarbeiten vom "ersatzfähigen Schaden" schreiben, so viel er/sie will. Vom "vorliegenden Fall" ganz zu schweigen. Ausprobieren lohnt sich.

  • 23.07.2015 17:15, WissMit

    Sollte man nicht mit dem ABitur schon in der Lage sein, solche Fehler zu vermeiden? Warum also an den Universitäten Kurse dazu anbieten? Die Universitäten sollten aufhören, die Fehler der Schulen zu korrigieren.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 23.07.2015 17:15, WissMit

    Sollte man nicht mit dem Abitur schon in der Lage sein, solche Fehler zu vermeiden? Warum also an den Universitäten Kurse dazu anbieten? Die Universitäten sollten aufhören, die Fehler der Schulen zu korrigieren.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 24.07.2015 06:55, LTO-Leser

      Und die Schulen ihrerseits sollten aufhören zu versuchen, die Versäumnisse der Kindergärten auszugleichen.

    • 28.07.2015 10:26, Studi

      und die Kindergärten sollten aufhören, die Versäumnisse des Elternhauses auszugleichen

  • 26.07.2015 18:22, WissMit

    Der Duden beschreibt das Verständnis von 'daher' u.a. auch als '"aus diesem Grund, deshalb" - dasselbe "deshalb", welches im selben Werk als Synonym zu 'insofern' benannt wird. Was dies anbelangt, könnte also/daher/folglich/insofern nochmals überlegt werden, ob die beiden Wörter nicht doch eine gemeinsame, eine Schlussfolgerung oder Ableitung ausdrückende Bedeutung haben (können)...

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 26.07.2015 23:25, iurvox

      Das ist schön beobachtet, Danke.

      Ich vermute, der Autor gehört der Fraktion an, die "sofern" als deckungsgleich mit "soweit" einordnet. Das sind vermeintlich bodenferne Geister. In Wahrhei bedeut "sofern" schlicht "falls". Mit einer graduellen Steigerung der "Ferne" hat dies nichts zu tun; anders: Der Grad der "Weite" ist sehr wohl maßgebend, wenn es das Wort "soweit" betrifft, statt vieler: § 113 Abs. 1 S. 1 VwGO. Indes möchte ich keine Eulen nach Athen tragen.

      Sofern = binãr (true/false)

      Insofern steht ein Bedeutungsverlust des Wortes "insofern" nicht zu befürchten.

    • 28.07.2015 10:25, Studi

      "insofern, dass ..." findet man recht häufig.

  • 28.07.2015 10:29, Freddie

    Recht hat nicht der Sprachkundige, sondern der Mächtige.

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  • 28.07.2015 21:01, Katinka

    Sicherlich ist eine Grundvoraussetzung des guten Juristen das Beherrschen der Sprache.

    Ohne die Schuld den Universitäten zuzuschieben, sei aber darauf hingewiesen, dass einige dieser (sprachlichen) Verfehlungen hausgemacht sind.

    Dies beginnt beim Korrektor, der der Sprache selbst nicht Herr ist oder überflüssige Ausführungen zur Kausalität fordert.
    Dabei sei angemerkt, dass kaum eine Prüfung außer der Universitätsabschlussprüfung und dem Staatsexamen von einem Professor persönlich korrigiert wird.
    Mich betreffend, war es nicht eine einzige Prüfung.
    Sicherlich ist nicht jeder Korrektor, der nicht Professor ist, unfähig.
    Im Becken jener tummeln sich aber einige schwarze Schafe und ein Grund hierfür mag sehr wohl sein, dass auch Absolventen mit einem weniger guten Staatsexamen korrigieren dürfen.
    Aber auch nahezu jeder wird zum Studium der Rechtswissenschaften zugelassen und die Note in Deutsch interessiert dabei nicht.
    So ist das Ergebnis des Ganzen doch weniger verwunderlich.

    Was die überflüssigen Überschriften betrifft, kann ich mich sehr gut daran erinnern, dass diese von fast allen meiner Professoren verlangt wurden.
    In meinen Unterlagen findet sich ausserdem Lernmaterial von Professoren und Dozenten, welches die vom Autor verpönten Worte empfiehlt.

    Und so sehr die gut gemeinten Überschriften beim Autor Kopfschütteln verursachen, so viel Unverständnis habe ich für einen Korrektor, der nicht in der Lage ist, eine synonyme Wortbedeutung zu erfassen oder für einen Professor, der sich in der Vorlesung von 45 Minuten über eine halbe Stunde über "im Vorfeld" in Rage redet und seinen Studenten vermittelt, er würde, wenn er das liest, den ganzen folgenden Absatz, wenn nicht sogar die ganze Seite überlesen. Denn im Vorfeld sei dort, wo im Krieg die Bomben fallen. Im Duden habe ich diese Erläuterung jedoch nie gefunden.

    Und so hoffe ich mit einem Augenzwinkern, dass die Korrektoren meiner Klausur im Rahmen der Universitätsabschlussprüfung das Wort "scheinbar" korrekt erfasst haben.

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  • 04.08.2015 21:18, JvH

    "Wer Jurist werden will, muss lesen und sprechen lernen, falls er/sie es nicht schon mag." - ist leider sprachlich verfehlt.
    'Lernen' und 'mögen' sind keine Antagonisten. Man kann sehr wohl etwas mögen, was man erlernen muss. Klavierspielen zum Beispiel. Vielleicht aber wollte er auch 'müssen' und 'mögen' einander gegenüberstellen - dann hätte die Wortstellung aber 'es schon nicht mag' lauten müssen.
    Wer, wie Fischer, banale Wahrheiten in erfrischende Arroganz kleidet, sollte wenigstens selber die eingeforderten Standards erfüllen. Aber wie sagt das alte Bienensprichwort so schön: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein...

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