Anerkennung ausländischer Doktortitel: Doktor ist nicht gleich Dr.

von Dr. Markus Plesser, LL.M.

08.04.2014

Eine Promotion ist langwierig und mühevoll, zumindest in Deutschland. Im Ausland sind ähnlich klingende Grade mitunter leichter zu haben, so etwa der "Doktor filozofie", der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer im Januar in die Schlagzeilen brachte. Markus Plesser erklärt die Rechtslage beim Import von diskontierten Doktorgraden – und warum mancher halbseidene Abschluss dennoch anerkannt werden muss.

"CSU-Generalsekretär Scheuer verzichtet auf Doktortitel", meldeten Mitte Januar zahlreiche Medien. Allerdings gab es gar keinen Doktortitel, auf den Andreas Scheuer hätte verzichten können. Jedenfalls keinen, der in Deutschland als solcher anerkannt wäre. Denn erworben hatte Scheuer den Abschluss eines "Doktor filozofie" (kurz "PhDr.") an der Prager Karls-Universität. Dessen rechtswissenschaftliches Pendant ist der "doktor práv" (kurz "JUDr."), in beiden Fällen spricht man auch von einem "kleinen Doktorat". Nach dem "Verzicht" könnte Andreas Scheuer weiter als PhDr. auftreten – er tut es aber nicht.

Anfang der 2000er Jahre, zur Zeit von Scheuers "Promotion", herrschte vielfach Unsicherheit über die Wertigkeit ausländischer Hochschulabschlüsse. Hochschulabsolventen, denen eine Promotion an deutschen Hochschulen verschlossen oder zu mühsam war, ließen sich dazu verleiten, an "Promotionsstudiengängen" ausländischer Universitäten teilzunehmen, um dort vergleichsweise schnell und unaufwändig einen "Doktortitel" zu erwerben. Heute ist klar: So einfach geht es nicht.

Anerkennung richtet sich nach Bologna-Klassifikation

Nach den Hochschulgesetzen der Länder (z.B. § 34a Abs. 2 des Berliner Hochschulgesetzes) können auch im Ausland "in einem wissenschaftlichen Promotionsverfahren erworbene Doktorgrade" als "Dr."-Titel geführt werden. Für "Berufsdoktorate" gilt das ausdrücklich nicht. Entscheidend für die Einstufung ist die sogenannte Bologna-Klassifikation, die von einem dreistufigen System akademischer Abschlüsse ausgeht.

Der erste akademische Grad ist zum Beispiel in Tschechien das Bakkalaureus. Ein "JUDr." oder ein "PhDr." wie der von Scheuer sind Abschlüsse der zweiten Stufe. Voraussetzung für ihren Erwerb ist der Nachweis der Befähigung, sich neue Erkenntnisse der Wissenschaft anzueignen und schöpferisch in die Praxis umzusetzen – das entspricht etwa den Anforderungen an einen deutschen Magister. Als "Dr." dürfen in Deutschland daher nur Doktorgrade der dritten Ebene geführt werden. Im Falle Tschechiens sind dies der "philosophiae doctor", der "PhD." oder schlicht der "Dr.", deren Erwerb einen  eigenständigen wissenschaftlichen Beitrag voraussetzt.

Es hat eine Weile gedauert, bis sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat. So meinte etwa die Berliner Senatsverwaltung bis ins Jahr 2007, der "doktor práv" bzw. "JUDr.",  könne abgekürzt in Deutschland auch in der Form "Dr." geführt werden. Grund für diesen Irrtum war offenbar die Annahme, der Titel sei das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und werde auch in den Herkunftsländern Slowakei und Tschechien abgekürzt in dieser Form geführt. Mit diesem Irrtum räumte die Kultusministerkonferenz der Länder durch Beschluss vom 5. Juli 2007 auf, in welchem sie den akademischen Grad des "JUDr." der zweiten Ebene der Bologna-Klassifikation zuordnete. Zuvor gab es bereits zwischenstaatliche Abkommen mit gleichem Inhalt.

Berlin und Bayern gewähren Vertrauensschutz für Altfälle

Das Ergebnis ist ernüchternd für diejenigen, die die – wenn auch geringeren – Mühen eines "Promotionsstudiums" an einer ausländischen Universität in der Hoffnung auf sich genommen haben, in Deutschland den Dr.-Titel führen zu dürfen. Alle Länder mit Ausnahme von Berlin und Bayern gehen hochschulrechtlich vor, wenn sie Kenntnis von Inhabern kleiner Doktorate erhalten, die den Dr.-Titel führen. Aus Gründen des Vertrauensschutzes sah der Berliner Senat davon ab, gegen die Nutzung des "JUDr." in der Form "Dr." vorzugehen, wenn der Inhaber ihn bis zum 6. September 2007 erlangt hatte oder zum Prüfungsverfahren zugelassen worden war und zu diesem Zeitpunkt seinen Wohnsitz in Berlin hatte.

Ähnlich verfährt auch Bayern, dort spricht man von einer "lex scheueri". Rechtlich besteht aber kein Vertrauensschutz. Denn den Betroffenen wird nicht das Recht genommen, den Titel, den sie erworben haben, zu benutzen. Es ist ihnen nur verboten, einen anderen Titel zu führen, dem der eigene gerade nicht entspricht. Wenn die Landesregierungen nicht hochschulrechtlich gegen die Titelanmaßung vorgehen, können dies Berufsverbände, Verbraucherverbände und Wettbewerber wettbewerbsrechtlich tun. So sehen es auch die Zivilgerichte.

Anerkennung nach Bologna keine Garantie für inhaltliche Qualität

Damit verschaffen sie dem Grundsatz Geltung, auf dem die Anerkennungsregelungen der Hochschulgesetze beruhen: Dem Schutz deutscher akademischer Grade vor Verwässerung durch Benutzung gleicher oder ähnlicher Bezeichnungen, die geringere Anforderungen stellen. Zudem sollen die Erwerbsvoraussetzungen für die Allgemeinheit transparent sein. Eine solche Transparenz bietet die Bolognaer Klassifikation, nach der die Hochschulen vieler Länder ihr System aufbauen. So sind etwa das slowakische und das tschechische Hochschulsystem entsprechend der Bologna-Klassifikation dreistufig aufgebaut. Wer einen PhD. einer anerkannten tschechischen Universität erwirbt, kann diesen Titel in Deutschland also in der Form "Dr." führen. Auskunft über die Einstufung der Abschlüsse kann über das Informationssystem ANABIN eingeholt werden.

Trotz inzwischen klarer Gesetzeslage ist die Führung ausländischer Doktorgrade nicht immer frei von Irrungen und Wirrungen. Einen Einblick dazu gibt ein zivilrechtliches Verfahren, an dem dieser Autor auf Klägerseite beteiligt war. Darin wurde ein Anwalt angegriffen, der den "Dr." Titel führte, obwohl er "nur" einen JUDr. erworben hatte. Unmittelbar vor der mündlichen Verhandlung Anfang des Jahres 2014 teilte er dem Gericht mit, er habe zwischenzeitlich einen "weiteren Dr. Titel" erworben, nämlich den eines "Philosophy Doctor" und damit einen Abschluss der 3. Stufe der Bolognaer Klassifikation. Angeblich verliehen hatte ihm diesen Titel eine Universität, die in einem 5.000 Einwohner-Ort ansässig und berechtigt sei, Titel der 3. Stufe zu verleihen.

Als Zeugen für die erfolgreiche Promotion benannte er zwei Personen mit gleichem Nachnamen – offenbar Vater und Sohn, beide Prorektor bzw. Dekan der Universität. Wegen des Führens seines "JUDr." als "Dr." wurde er gleichwohl verurteilt, und siehe da: Auch sein Prozessvertreter, der vormals als "Dr. Dr. Müller*" aufgetreten war, änderte nach der Verurteilung seines Mandanten seinen Briefkopf in "Dr. JUDr. Müller".

* Name geändert

Der Autor Dr. Markus Plesser, LL.M. ist Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und Partner bei RAUE LLP. Seinen Doktortitel hat er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erworben.

Zitiervorschlag

Dr. Markus Plesser, LL.M., Anerkennung ausländischer Doktortitel: Doktor ist nicht gleich Dr. . In: Legal Tribune Online, 08.04.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11592/ (abgerufen am: 20.09.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 08.04.2014 14:32, zweifler

    Und auch bei den "richtigen" Doktoren gibt es eine Grundregel: Grundsätzlich den Träger nie mit seinem Titel ansprechen. Akzeptiert er das klaglos, ist er ein seriöser Dr. Beschwert er sich, ist er bloß ein Profilneurotiker.

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    • 10.04.2014 20:29, Steph

      @zweifler: Daumen hoch für Ihren Kommentar - da ist etwas dran!

    • 11.04.2014 08:39, Michael H. White

      Ihre sog. "Grundregel" und die Schlüsse, die Sie aus dem erwarteten Verhalten auf die Person ableiten, sind einfach nur Unsinn.

    • 13.04.2014 12:52, John Doe

      Lassen Sie bei Herrn Müller auch das "Herr" weg, um zu schauen, wie er auf die Anrede "Hallo Müller" reagiert?

    • 23.06.2016 21:06, Dottore

      Was für ein Unfug! Einen Titelträger ohne seinen Titel anzusprechen ist einfach nur unhöflich und ungehobelt. Nicht mehr, nicht weniger.

    • 05.10.2016 22:43, Joris Shank

      Im beruflichen Umfeld (Naturwissenschaften) ist er Voraussetzung und wird nicht benutzt, höchstens förmlich schriftlich. Außerhalb ist außerhalb, da braucht man ihn nicht zu benutzen, da hat man ihn.

    • 28.12.2016 14:08, Rick O'Sheh

      Nun ja - man kann sicher aus der Reaktion etwas über den Charakter der Person herausfinden, nicht aber so sehr über die Wertigkeit des entsprechenden Abschlusses. Es gibt aber auch unter Akademikern, inklusive Professoren, viele, die scheinbar ihre Minderwertigkeitskomplexe damit verpflastern, daß sie ihre TItel vor sich her tragen. Über ihre fachliche Eignung sagt das gar nichts. Es dürfte klar sein, daß Profs, die sich mit ihren Studies dutzen und bei denen ihre Leistungen für sich sprechen die sympathischeren sind. Aber wie überall im Leben - es ist am Ende alles ein bischen komplizierter.

  • 04.07.2014 00:15, Personalberater

    Nun, der Autor macht es sich ziemlich leicht, denn auch deutsche Doktorgrade werden im Ausland nicht anerkannt - und das aus gutem Grund. So setzt der Bologna-Doktor im Vorfeld 300 ETCS-Scores voraus. Die Uni Stuttgart dagegen nur 240 ETCS-Scores. Ein Freiburger Doktorand benötigt nur (bitte festhalten) 0 ETCS-Scores, denn die Promotionsordnung empfiehlt ein Studium (ohne Mindest-ETCS-Grenze), setzt es aber nicht voraus (der Autor promovierte dort!). Der hier gescholtenen PhDr. / JUDr. benötigen dagegen volle 300 ETCS-Scores (geprüft wird das im jeden Einzelfall durch das Wissenschaftsministerium). Aber schauen wir uns den Workload des Promotionsstudiums einmal an: Der Bologna-Doktor verlangt hier 180 ETCS. Der Uni Stuttgart reichen 150 ETCS. In Freiburg wird, wenn kein Studium im Vorfeld absolviert wurde, 120 ETCS gefordert, mit Studium kann es auch weniger sein. Je nach Universität sind es beim PhDr. 120 bis 180 ETCS-Scores. Fazit: Das Bologna-Doktorat umfasst mit Vorstudien 480 ETCS. Der Doktor aus Stuttgart verlangt mindestens 390 ETCS. Ein Doktor in Freiburg kann man schon mit 120 ETCS erhalten. Und die PhDr./JUDr.-Grade erfüllen die Bologna-Richtlinien ebenso nicht, aber 420 ETCS müssen es schon mindestens sein. So schlecht sehen diese in praxi also gar nicht aus. Auch 3 weitere Vorurteile sollten ausgeräumt werden, zum einen wird beim PhDr./JUDr. auch geforscht, zweitens dürfen sich diese in Tschechien/Slowakei als Dr. bezeichnen und drittes gibt es in den betroffenen Ländern keine "kleinen Doktorgrade". Der Begriff ist eine deutsche Erfindung.

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    • 10.08.2014 19:34, Anna

      Hallo Personalberater,

      die letzten beiden Punkte sind schlichtweg falsch.
      Titel des verlinkten Beitrags: Großproduktion von "Kleindoktoren" in CZ
      http://www.lidovky.cz/tiskni.aspx?r=ln_noviny&c=A091024_000104_ln_noviny_sko

      Auch sonst ist die Bezeichnung des kleinen Doktorats (maly doktorat) absolut üblich, teilweise wird sogar der PhD im Gegensatz als großes Doktorat bezeichnet.

      Gibt in CZ eine klare Unterscheidung zwischen dem "PhD" und dem "JUDr". Ersterer wird erworben durch ein sog. Doktoratsstudium, zweiterer durch eine Rigorosumsarbeit mit mündl. Prüfung.

      Zum Thema ECTS und Vorstudium: keine der drei JuraFakultäten in CZ setzt in ihrer Rigorosumsordnung eine Mindest-ECTS-Zahl voraus.

      Der Titel wird auch nicht als Dr. sondern als JUDr. geführt. Also z.B. JUDr. Petr Cech, Ph.D.
      Aber nicht als Dr.

      Würde mich von anderem Personaler beraten lassen.

      Anna

    • 22.09.2014 23:36, Jochen Heller

      Ich halte diese Aufstellung auch für seltsam. 300 ECTS-Punkte, also ein Aufwand von 9.000 Arbeitsstunden sind Bachelor und Master zusammen. Ein Bachelor-/Masterstudium vor der Promotion zu absolvieren, macht schon Sinn und sollte eigentlich Usus sein. 240 ECTS-Punkte umfasst ein vierjähriges Bachelor-Studium. In England entspricht das - meines Wissens - einem Bachelor (Hons.), der an und für sich wohl auch schon zur Promotion berechtigt oder zumindest berechtigen kann(?), wenn das Ergebnis stimmt. In Deutschland dürfte es kaum vorkommen, dass ein vierjähriger Bachelor, gleich welchen Ergebnisses, als Promotionsvoraussetzung anerkannt wird. (Ausnahmen dürften die Regel bestätigen.) Daher ... glaube ich einfach nicht, dass der Uni-Stuttgart ein vorangegangenes Studium mit einem Arbeitsaufwand unter einem dreijährigen Bachelor (150 CP sic!) ausreicht.

      Kann es sein, dass hier der Studienaufwand im vorangegangenen zweistufigen Studium mit dem Zeitaufwand der Promotion verwechselt wurde? Aber gibt es denn eine Mindestbearbeitungsdauer zur Promotion? Und selbst wenn: 150 CP sind (bei 1 CP = 30h) 4.500 Arbeitsstunden. Würde man täglich 8 Stunden forschen und schreiben, ohne Urlaub zu nehmen und links und rechts zu schauen, so wäre man 562,5 Tage beschäftigt, also nicht ganz zwei Jahre. Dann hätte man sich aber auch seine Promotion mehr als redlich verdient, sämtliche Haare verloren, vielleicht auch den ein oder anderen Zahn, Bluthochdruck und womöglich ein unentdecktes Anheurysma, das in den nächsten Jahren auf irgendeinem Meeting dann platzen kann.

      Mit anderen Worten: Der Verfasser scheint nicht wirklich in der Lage gewesen sein einzuschätzen, wovon er da geschrieben hat.

    • 22.09.2014 23:54, Jochen Heller

      Nachtrag:
      Wenn deutsche Jura-Absolventen nach ihrer ersten Staatsprüfung promovieren, dann kann man schlicht nicht auf die ECTS-Punkte zurückgreifen. Man kann sagen: Gut, die haben jetzt zwischen 4 und 6 Jahren studiert, wie verrückt für's Examen gebüffelt und bestimmt so Pi mal Daumen einen Arbeitsaufwand von 9.000 Arbeitsstunden in ihr Studium absolviert. Aber letzten Endes ... wieso sollte man dann normativ festlegen, dass sie eine Studienleistung von x CP erbracht haben müssen? Man kann's sowieso nur schätzen. Aber sie haben ein umfangreiches Hochschulstudium absolviert und sind damit potentiell promotionsreif. Was soll da tatsächlich irgendwo noch eine bestimmte Zahl verlangt werden? Ich denke auch nicht, dass das auch nur ansatzweise durch den Kopf ging, als es darum ging, Vergleichsmaßstäbe für die erste und zweite Stufe des Studiums zu finden, damit man leichter zwischen den Hochschulen wandern kann.

    • 11.04.2016 14:45, Rick O'Sheh

      Der Sinn einer Promotion ist der Nachweis einer wissenschaftlichen Qualifikation. Wer die Promotion anstrebt nur um sich "Dr." nenne zu dürfen ist m.E. in der Tat ein Profilneurotiker, und häufig ist derlei insbesondere im Umfeld von Politik und Wirtschaft zu finden. Was die Behauptung der "Qualitätssicherung" gemäß Bologna Prozess angeht muß ich als Insider allerdings nur breit grinsen. Die Qualitätsunterschiede und Anforderungen innerhalb des Bologna Systems liegen auf einem Spektrum, dessen Extreme sich um Lichtjahre unterscheiden. So mancher Mediziner hat mit einer 40 bis 60-seitigen Abhandlung promoviert, die in anderen wissenschaftlichen Studiengängen nicht einmal den Standard einer Hauptseminararbeit erfüllen würde. Vermutlich wäre eine inhaltliche Einzelfallprüfung das sinnvollste, aber das ist natürlich mit viel Aufwand verbunden. Übrigens darf man beispielsweise den US Amerikanischen "Medical Doctor" (MD) in Deutschland nicht führen, weil er sich formal nicht auf Ebene 3 der Bologna Einstufung bewegt. Das bedeutet praktisch kein US Mediziner - mit der Ausnahme der wenigen, die noch einen "Ph.D." oben draufgesetzt haben, dürfte sich in Deutschland "Doctor" nennen. Kann ihnen Schnuppe sein, aber es zeigt, wie absurd bürokratische Konstrukte bisweilen sind. Daß gekaufte Titel nicht führbar sein sollten, ist dagegen natürlich klar. Die Frage ist, wie das dann aussieht, wenn jemand 500.000 Dollar an die Harvard University spendet und zufällig einen Ehrendoktor für seine Lebensleistungen bekommt. So jemand hat imho weit weniger Berechtigung den Titel zu führen als der typische amerikanische Medical Doctor. Der einen HAT einen Doktor, der andere ist einer. :-). In jedem Fall: nicht immer so verkniffen. Das ist schon sehr Deutsch.

  • 30.05.2015 15:33, Personalberater

    @ Jochen Heller: Ein 4-jähriges reicht nach der Promo-Ordnung der Uni Stuttgart (https://www.uni-stuttgart.de/studieren/nachstudium/promotion/zulassung/index.html) zum promovieren aus (=240 ECTS). Für einen JUDr./PhDr./... benötigen sie ein 5-jähriges Studium beim Studienbeginn. Dies wird in jedem Einzelfall geprüft, z.B. Uni-Bachelor (180 ECTS) + Uni-Master (60 ECTS) ist nur 240 ECTS, reicht also nicht. Für diese Fälle werden jedoch Ergänzungsprüfungen auf Staatsexamensniveau angeboten.

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  • 30.05.2015 15:43, Personalberater

    International unterscheidet man Doktorgrade in D1 (Berufsdoktorgrad), D2 (Rigorosumdoktorgrad) und D3 (Forschungsdoktorgrad). Offiziell gibt es in Deutschland nur D3-Doktorgrade sowie in Österreich D1- und D3-Doktorgrade. Der PhDr./JUDr. ist dabei ein D2-Doktorgrad, ähnlich einem DBA / Doctor of Business Administration (Die Kandidaten wollen nicht in die Wissenschaft, sondern ins Top-Management). Mit einem D3-Doktorgrad wird in praktisch allen Ländern die Lehrberechtigung an Universitäten vergeben - nicht so in Deutschland. Dies spricht daher eher für eine D2-Einstufung.

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    • 19.07.2015 23:03, F. Fuchs

      Viel Gerede um einen einfachen Sachverhalt. Es gilt die Bologniaeinstufung ein Blick auf anabin.de hilft bei der Einschätzung der Anerkennung. Demnach gibt es den Doktor D1 (z.B. PhD, DBA...) und D2 Habilitation. PhD und DBA stehen auch von stattlicher Stelle in den USA und UK auf gleicher Ebene nur Zielt der DBA mehr auf praxisorientierte Forschung.
      Der PhDr. ist kein D1 Doktor und auch nicht mit dem DBA/PhD vergleichbar.

    • 06.08.2015 22:45, Personalberater

      @F.Fuchs: Erstens besteht die ganze akademische Welt nicht aus Bologniaeinstufungen. Zweitens können anabin.de nun wirklich vergessen (alt, fehlerbehaftet, politisch gefärbt). Zum Beispiel wäre laut anabin der PhDr ein postgraduiertes Studium. Genau das ist er aber nicht (PhD/DBA sind z.B. postgraduierte Studien), sondern ein Promotionsverfahren, an dessen Ende ein Doktorgrad vergeben wird. Zuletzt: Die von Ihnen verwendeten Abkürzungen D1, D2, entspringen von anabin, meine Abkürzungen (D1, D2, D3) entstammen einem int. Einstufungscode von Doktorgraden. Beide Systeme sind inkompatibel miteinander.
      Der PhDr. ist kein D1 Doktor und auch nicht mit dem DBA/PhD vergleichbar.

  • 30.05.2015 18:05, Personalberater

    Die Bestimmung, wie viele ECTS ein Kandidat mitbringt, ist Tagesgeschäft jeder Hochschule. Diese werden i.d.R. mit 30 ECTS pro Semester Regelstudienzeit fixiert, wenn diese nicht ausgewiesen wird.

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  • 30.05.2015 18:13, Personalberater

    @ Anne: Die Bezeichnung "kleines" oder "großes" Doktorat ist weder in Tschechien noch in der Slowakei offiziell. Fakt ist: In beiden Ländern gibt es D1- (z.B. MuDr), D2- (z.B. PhDr.), D3- (z.B. PhD) und darüber hinaus darüberstehende (wenn sie so wollen "große") Doktorgrade (z.B. Dr.Sc.).
    Mein Tagessatz beträgt € 10.000,- und dürfte damit Ihre finanzielle Möglichkeiten als Privatfrau überschreiten.

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  • 31.05.2015 05:42, Personalberater

    Auch interessant, da der Autor Dr. der Uni Freiburg ist: Nach §4 Abs. (4) der Promotionsordnung der Philologischen und Philosophischen Universität Fakultät der Uni Freiburg (Fassung vom 20.01.1999) ist das Abitur ausreichend, um eine Promotionsstudium beginnen zu können! Nicht mal ein Bachelor-Degree wird vorausgesetzt!

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  • 25.06.2016 18:36, Klober

    Guten Tag,

    was ist wenn ein PhD Titel in Deutschland erworben wird. Das geht ja inzwischen an vielen Universitäten. Dürfen die Promovierten in Deutschland den Dr. Titel führen?

    Viele Grüße

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  • 23.08.2016 16:07, Funke

    Da die Akkreditierung dt. Hoschulen verfassungswidrig sind, stellt sich die Frage, ob dt. Abschlüsse überhaupt anerkannt sind. International betrachtet dürften diese wertlos sein.

    Urteil des Bundesverfassungsgerichtes: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/bvg16-015.html

    http://www.studis-online.de/HoPo/urteil_bvg_akkreditierung.php?xing_share=news

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  • 28.12.2016 14:24, Rick O'Sheh

    Nun - die Diskussion gibt es ja - speziell in Deutschland - schon sehr, sehr lange. Das Ganze ist viel Spiegelfechterei, und es werden immer wieder rein formale juristische bzw. verwaltungsrechtliche Kriterien entwickelt, die mit einer inhaltlichen Bewertung der Qualität einer Leistung rein gar nichts zu tun haben. Nach heutigem formalen Kriterien hätte Einstein mit seiner 20 Seiten Mini-Dissertation jedenfalls nicht promovieren können. Auf der anderen Seite ist die qualitative Spanne des Inhalts von Dissertationen gigantisch. Den Vogel abgeschossen hat ein Kollege, der 10 Jahre an seiner Astrophysik Dissertation gesessen hat und grundlegend neues heraus fand (langperiodische Veränderliche heißen halt nicht umsonst so!). Er hat gigantische Datenmengen erhoben und ausgewertet, vollkommen neue Methoden automatisierter Himmelsdurchmusterung entwickelt und eine 500 Seiten Arbeit abgeliefert, Summa Cum versteht sich, die vielleicht ein Dutzend Leute auf dem Planeten voll zu würdigen wissen. Ebenfalls aus eigener Anschauung kenne ich eine zahnmedizinische Doktorarbeit, die 50 Seiten umfasst, davon 20 Seiten statistische Anhänge, und die ich in 3 Wochen ohne größere mentale Anstrengung hätte herunterschreiben können, ohne je auch nur einen Fuß in eine medizinische Fakultät gesetzt zu haben. In der Physik wäre das damals bei uns bestenfalls eine Seminararbeit für ein Hauptseminar gewesen (heute nennt man sowas in D Bachelorarbeit...). Jedenfalls haben beide Herren der beiden Extrembeispiele erfolgreich promoviert und dürfen sich Dr. nennen. Einer von beiden ist mit Lob und Her überschüttet worden - und heute arbeitslos und steuert auf die Altersarmut zu. Der andere ist Professor, steinreich und hat ein erfolgreiches Unternehmen. Ich denke die beste Lösung wäre es jedenfalls eine Einzelfallprüfung zu machen, die sich auf die erbrachten Leistungen bezieht, und nicht so sehr auf irgendwelche abstrakten von der eigentlichen Qualifikation völlig losgelösten Formalien.

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    • 25.09.2017 10:26, J Dormann

      Ich kann mich nur dem Kommentar von Rick O'Sheh vollumfaenglich anschliessen. Es gibt tausende Doktorarbeiten (auch an Topunis in Europa), welche weniger als 100 Seiten eigenen Text / Forschung enthalten und auch ansonsten nicht ueber dem Niveau eines sehr talentierten Abiaufsatzes liegen. Es gibt bekannte Tricks, Text zu fuellen, um formale Regeln zu erfuellen, ohne eigenen Text beizutragen (schlaue Kandidaten schaffen es sogar, ohne Kopieren alle Regeln zu beachten und ohne nennenswerte Leistung fuer die Wissenschaft formal voellig korrekt durchewunken werden.

  • 05.02.2017 17:52, Schröder

    Was mir immer auffällt , es wird immer von Titeln geschrieben, aber alle Studiengänge in Deutschland werden mit einen Akademischen Grad abgeschlossen. Allein die Wortwahl Lässt meines Erachtens erkenne dass hier viel Eitelkeit im Spiel ist .

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  • 08.09.2017 08:01, J Dormann

    Nicht alle Doktorarbeiten tragen zum wissenschaftlichen Fortschritt bei. Auch Eliteunis und berühmte Forschungsinstitute winken bestenfalls noch durchschnittliche Arbeiten oder Forschungsprojekte durch. Wie immer gilt es selber die Quellenforschung zu betreiben. Insbesondere wenn jemand einen Doktortitel benutzt, ohne wissenschaftlich herausragende Arbeit zu leisten sollte dieser Titel nicht besondere Beachtung finden. Wenn es eine tolle Forschungsarbeit war, dann sollte die Arbeit leicht zugänglich sein. Jeder kann sich dann seine eigene Meinung bilden. Es ist wie 'new money' vs 'old money'.
    Wer wirklich intelligent und von Weltrang ist, würde niemals angeben. Die Leute, auf die es ankommt, wissen genau wer was drauf hat und wer nicht....

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    • 11.09.2017 15:35, VolkerF

      Ihre Anmerkungen scheinen ggf. noch für deutschsprachigen Raum zählen, nicht aber fürs Ausland.
      Sie müssen nämlich im Ausland mit Einreichung Ihres Research Proposals eine RP Defense bestehen und die Research Clearence durchlaufen. Dazu gehört u. a. auch in einigen Ländern, dass Sie Zertifikate in Research Ethics erworben haben. Des Weiteren müssen Sie mit Einreichung und Approval Ihres RP nicht nur die Forschungssubjekte dargestellt haben, sondern auch umfangreich die Forschungsmethodologie, mögliche Limits der Forschung und den möglichen Beitrag (Mehrwert) Ihrer Forschung. Das gesamte Projekt wird u.a. mittels Turnitin und weiterer Datenbanken abgeglichen, ob das Forschungssubjekt nicht bereits abgearbeitet wurde. Mein Fazit: Deutschlands Forschung liegt weit hinter der Forschungsprozedere anderer Länder zurück.

  • 25.09.2017 10:13, J Dormann

    Es gibt selbstverst. hervorragende Doktorarbeiten und zwar an allen deutschen Unis. Unstreitig ist jedoch, dass viele Doktorarbeiten von guten Unis nicht einmal den Standard einer Projektarbeit einer Abiturklasse hat. Unstreitig ist auch, dass viele Absolventen mit 1,0 und summa cum laude von top Unis nur aufgrund von Spenden oder der Reputation nur oberflaechlich geprueft werden. Andererseits ist es auch nicht richtig, celebrities und Spenderkinder unter Generalverdacht zu stellen. Es gibt nur eine Antwort: wer eine echte Antwort auf eine Frage sucht, muss prim. Quellen sehr genau nachpruefen. Wer sich wirklich interessiert, der sollte sich die Methodik und die wissenschaftliche Forschung und inbesondere die
    Quellen genau anschauen. Da gibt es durchaus wahre Goldschaetze an Wissen, Fortschritt und Qualitaet. Viele Stellen und Mittel werden jedoch nicht 'blind' nach Talent oder Qualitaet verteilt, sondern basierend auf Status.

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    • 25.09.2017 13:18, VolkerF

      Und genau das schließt ein Research Proposal und die anschließende Ethics Clearence ein. Ich erinnere daran, dass im Ausland der Nürnberger Kodex in der medin. Forschung umgesetzt wird und vor Beginn der Forschung seitens des Promov. auch einer dementsprechenden Zertifizierung bedarf. Identisches gilt ebf. für andere Fachbereiche, so in den baltischen Ländern, UK, USA, Südafrika, Australien, Japan, China .... nur in Deutschland setzt man das noch nicht um.

  • 30.09.2017 18:45, Psychologe

    Mir kam kürzlich jemand unter, der sich "Dr./UCN", angeblich erworben im Fach "Psychologie" an der "Universidad Central de Nicaragua", welche nach Recherchen eine zweifelhafte Privatinstitution ist, die ein Promotionsstudium ohne jegliche Präsenzpflicht anbietet. Kann das rechtens sein? Insbesondere auch noch, wenn sich besagter Herr zudem "Neuropsychologe" nennt?

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  • 30.09.2017 18:45, Psychologe

    Mir kam kürzlich jemand unter, der sich "Dr./UCN", angeblich erworben im Fach "Psychologie" an der "Universidad Central de Nicaragua", welche nach Recherchen eine zweifelhafte Privatinstitution ist, die ein Promotionsstudium ohne jegliche Präsenzpflicht anbietet. Kann das rechtens sein? Insbesondere auch noch, wenn sich besagter Herr auch noch "Neuropsychologe" nennt?

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    • 14.10.2017 19:43, B. Trachter

      Wenn Recherchen Glücksache sind, hatte "Psychologe" ausgesprochen Pech. Die UCN ist in der Datenbank "anabin" mit H+ gelistet, der höchsten Form der Anerkennung einer Universität. Der CNU (Hochschulrat Nicaraguas) hat die UCN akkreditiert und in den USA werden die Doktorate dieser Universität als gleichrangig mit Doktoraten von regional akkreditierten (höchste Form der Akkreditierung in den USA) gleichgestellt.

  • 15.10.2017 01:49, Psychologe

    Was hat eine Anerkennung in den USA mit dem Rechtsstatus in Deutschland zu tun? Ihr Kommentar scheint interessengeleitet zu sein.

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    • 15.10.2017 16:27, B. Trachter

      Als "Psychologe" sollten Sie wissen, dass jedes Handeln interessengeleitet ist. Zur UCN: . "anabin" H+ gelistet und vom CNU autorisiert. Damit ist der "Rechtsstatus" geklärt!!!

  • 17.10.2017 18:21, Psychologe

    Damit ist gar nichts geklärt. Auch wenn Sie noch 10 Rufzeichen hinter Ihre Behauptung schreiben.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.10.2017 12:11, B. Trachter

      Was, bitte, ist nicht geklärt?

  • 18.10.2017 13:38, Psychologe

    Wie bitte soll sich aus einer angeblichen Anerkennung in den USA eine legale Führbarkeit eines "Dr./UCN" in Deutschland ableiten? Insbesondere illegal ist es auch wohl, wenn sich besagter Titelführender mit einem "Dr." ohne jede Herkunftsangabe schmückt,

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 18.10.2017 14:54, B. Trachter

      Richtig ist, dass der Grad unter Hinzufügung der Universität geführt werden muss. Richtig ist aber auch, dass die genannte Universität bei "anabin" mit H+ gelistet ist, was nach Auskunft von Verwaltungsjuristen besagt, dass diese Universität staatlich anerkannt ist und akademische Grade verleihen darf, die in Deutschland mit Herkunftszusatz geführt werden dürfen.

  • 16.01.2018 17:40, DieterL

    Die Rechtslage ist schon eindeutig. Wenn der akademische Grad rechtmäßig verliehen wurde, darf er auch getragen werden, und zwar unter Verwendung der verleihenden Hochschule im Ausland. Die Führung "Dr./UCN..." ist eine Festlegung des Wissenschaftssenates des Landes Berlin, anstelle des ausgeschriebenen Universitätsnamens. Und die sollten es schon wissen, ob die Führung rechtmäßig ist oder nicht. Darüber hinaus hat sich bereits 2009 das OLG Düsseldorf damit beschäftigt, ob die Verleihung des akademischen Grades Dr. durch die UCN rechtmäßig sei und dieser entsprechend geführt werden kann. Das alles hat nichts mit der tatsächlichen Anerkennung zu tun. Einen rechtmäßig im Ausland erworbenen akademischen Grad führen zu dürfen, heisst noch lange nicht, das deutsche Behörden, Institutionen und Unternehmen den Abschluss als gleichwertig mit deutschen Studiengängen betrachten. Deshalb verweist anabin auch darauf, das bestimmte Abschlüsse der UCN nicht zur Anerkennung empfohlen werden. Ob der Dr. der Psychologie dazugehört, muss das jeweilige Kultusministerium im Einzelfall prüfen. Aber auch an deutschen Hochschulen und Universitäten gibt es Dozenten und Professoren, die einen Dr. (ucn) tragen. Also nicht gleich alles verteufeln, was man nicht kennt.

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    • 19.01.2018 21:25, B. Trachter

      Stimme DieterL voll zu. Interessant wäre, an welchen Hochschulen Dr. (ucn) zu finden sind.

  • 01.03.2018 01:17, Psychologe

    Haltlos ist zunächst Ihre Behauptung: " Die Führung "Dr./UCN... ist eine Festlegung des Wissenschaftssenates des Landes Berlin, anstelle des ausgeschriebenen Universitätsnamens. Und die sollten es schon wissen, ob die Führung rechtmäßig ist oder nicht." Sie beziehen sich lediglich auf eine gänzlich unbelegte Behauptung der Titel-Anbieter K. u. A. Nielsen. Zudem: Die Abkürzung UCN ist irreführend, da sie im Geschäftsverkehr unzulässig verwechslungsfähig ist mit "UNC = University of North Carolina" UCN,

    2. Sie behaupten weiterhin falsch: "Darüber hinaus hat sich bereits 2009 das OLG Düsseldorf damit beschäftigt, ob die Verleihung des akademischen Grades Dr. durch die UCN rechtmäßig sei und dieser entsprechend geführt werden kann." Tatsächlich festgestellt hat das OLG Düsseldorf , dass die "Universidad de Nicaragua" zwar Dr.-Titel vergebe, das Sekretariat der Kultusministerkonferenz die Angebote jedoch als unseriös eingestuft habe und davon ausgehe, dass die so erlangten Titel in Deutschland nicht geführt werden dürfen.

    Das ist den Initiatoren und Titelführern auch offensichtlich wohlbekannt: "„Wegen der in jedem Land unterschiedlichen Rechtslage zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und zur Führung ausländischer Titel, übernimmt die UCN für die Anerkennung eines an der UCN erworbenen Abschlusses und für die Führung eines an der UCN erworbenen Titels im Herkunftsland des jeweiligen Absolventen oder in einem Drittstaat keine Gewährleistung.“ Unter dem Strich also schlichter Dummenfang.

    Daran ändert auch nichts, dass Sie scheinseriös darauf hinweisen, dass "Ob der Dr. der Psychologie dazugehört, muss das jeweilige Kultusministerium im Einzelfall prüfen." Hier geht es nicht um einen Einzelfall, sondern darum, dass es schon nicht nachvollziehbar ist, dass die UCN überhaupt einen "Dr. der Psychologie" verleihen würde. Denn schon der Lehrplan steht dem Wissensstand der wissenschaftlichen Psychologie voll entgegen.

    Gänzlich aus der Luft gegriffen ist auch Ihre Behauptung "Aber auch an deutschen Hochschulen und Universitäten gibt es Dozenten und Professoren, die einen Dr. (ucn) tragen." Eine Detailrecherche hat ergeben: Es gibt NICHT EINEN EINZIGEN!

    Insgesamt: Ihre Behauptungen sind schlicht und maximal unseriös.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 08.03.2018 16:08, B. Trachter

      Die Argumentation von "Psychologe" ist für einen logisch Denkenden nicht nachvollziehbar. Angeblich sei die Abkürzung "UCN" irreführend, da in den USA die "UNC" existiert. UNC und UCN unterscheiden sich aber semantisch gravierend. Zum anderen empfehle ich die Lektüre des Artikels "Führung ausländischer Ehrengrade in Deutschland" in einer Ausgabe der "Ordnung der Wissenschaft" aus dem Jahr 2016. Verfasst wurde dieser Artikel von einem Juristen (ehemaliger Lehrstuhlleiter an der juristischen Fakultät der Universität in Freiburg/Br.). In diesem Artikel wird auch dezidiert ausgeführt, dass bei ausländischen akademischen Graden als Herkunftsbezeichnung ein Kürzel verwendet werden kann, da die HSG nicht explizit die Langform fordern.
      Was die KMK, in diesem Fall richtiger die ZAB ausführt, ist juristisch irrelevant, da diese die Wertigkeit einer Auskunftei oder eines eingetragenen Vereins hat.
      Das belegt auch, dass in mehreren Fällen VG und OVG Gutachten der ZAB dort abgelegt haben (Papierkorb), wo sie hingehören. Es gab auch schon Fälle, wo die berichterstattenden Richter den Sachbearbeitern der ZAB genüsslich peinliche Fragen gestellt haben. Ein weiteres Beispiel der Inkompetenz der ZAB ist als Beispiel die Datenbank "anabin" die total veraltet, politisch eingefärbt und sachlich partiell von falschen Annahmen ausgeht.

  • 08.03.2018 19:06, Psychologe

    Es ist immer wieder nett zu sehen, wie sich angeblich "logisch Denkende" selbst ein Bein stellen ;-) Ihre Argumentation "UNC und UCN unterscheiden sich semantisch gravierend." beruht auf der gleich in zweierlei Hinsicht falschen Prämisse, dass es zum einen einen "gravierenden" semantischen Unterschied gebe und zum anderen die ledigliche existierende Vertauschung von zwei Buchstaben die juristisch relevante Gefahr einer Verwechslung im Geschäftsverkehr ausschließen würde. Möchten Sie es darauf ankommen lassen? Gern können wir dies auch offiziell klären. Die Wettbewerbszentrale und auch die Verbraucherschutzverbände werden einen mit Gewissheit gern weiter verfolgen.
    Aufgrund der Verwechslungsgefahr ist es auch obsolet, über die Frage der Zulässigkeit von Abkürzungen zu diskutieren. Zumal auch Ihr Artikel lediglich eine persönliche Rechtsmeinung des Verfassers wiedergibt.
    Verquer ist Ihre "Logik" auch dahingehend, dass die Aussage der ZAB juristisch nicht relevant sei. Das Gegenteil ist der Fall, wie Gerichtsentscheidungen immer wieder zeigen. Was Sie da von "Papierkorbablagen", "genüsslich peinlichen Fragen" und "Inkompetenz am Beispiel anabin" faseln, sind nichts weiter als haltlos in den Raum geworfene Phantasiebehauptungen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 09.03.2018 12:02, B. Trachter

      Die "genüsslich peinlichen Fragen" eines berichterstattenden Richters eines VG liegen mir schriftlich vor! Was zeigen eigentlich die vielen Gerichts-entscheidungen der VG und OVG, die den Einschätzungen der ZAB nicht gefolgt sind? Ihrer wirren Logik folgend, dürfte die UNC dann ja auch nicht diese Abkürzung verwenden, da sie mit der UCN verwechselt werden könnte. Was die persönliche Meinung eines immerhin ehemaligen Lehrstuhlleiters betrifft, darf angemerkt werden, dass die überwiegende Anzahl von Verwaltungsjuristen dieser Meinung folgt.

  • 09.03.2018 12:35, DieterL

    Ich muss mich doch noch einmal einmischen. Zunächst, ich bin weder Verfechter noch Vertreter der UCN. Dennoch glaube ich, etwas mehr Sachlichkeit ist hilfreich. Tatsächlich war die ursprüngliche Frage, ob der Dr. der UCN im Namen rechtmäßig geführt werden kann. Und ja, er darf, wenn die erwähnten Voraussetzungen erfüllt werden. Und nein, das OLG Düsseldorf hat die Führung des Dr. im Namen nicht untersagt. Es hat lediglich darauf hingewiesen, dass die Kulturministerkonferenz der Ansicht wäre, das das Angebot der UCN unseriös wäre. Ob das tatsächlich so ist, hat die Kulturministerkonferenz bisher nicht bestätigt. Mir ist auch kein Fall bekannt, wo irgendjemandem die Führung des Dr./UCN untersagt wurde, nur weil der Grad an gleichnamiger Universität erlangt wurde. Noch einmal der Hinweis auf anabin. Hier wird lediglich darauf verwiesen, das die Abschlüsse der UCN nicht zur Anerkennung empfohlen werden. Das schließt nicht aus, das nicht auch im Einzelfall die Gleichwertigkeit anerkannt wird. Im Übrigen wird nach deutschem Recht immer der Einzelfall geprüft. Schließlich oder wahrscheinlich bieten die UCN mehr als nur einen Abschluss in Psychologie an. Einige sind in anderen europäischen Länder wohl sogar als gleichwertig anerkannt und auch noch von den selben deutschen Unternehmen zertifiziert, die zum Teil auch deutsche Hochschulabschlüsse zertifizieren. Das macht die Anerkennung bzw. Ablehnung durch deutsche Behörden mit Sicherheit nicht einfacher. Psychologe hat recht. Es bedarf vor allem der fachlichen Diskussion um klar zu stellen, das insbesondere in der Psychologie mehr oder weniger anerkannte Teilbereiche nicht genügen können, um daraus einen ordentlichen Hochschulabschluss ableiten zu können. Dies gilt um so mehr, wenn das Studium noch nicht einmal an oder über ordentliche Studieneinrichtungen erfolgt. Aber ähnliche Beispiele gibt es leider auch an deutschen Hochschulen. In Sachsen-Anhalt ist eine Hochschule in Kritik geraten, weil Studiengänge durch private Unternehmen der Professoren durchgeführt worden sind. Dieselbe Hochschule bildet auch seit Jahren Rehapsychologen aus. Obwohl es sich hier wohl nur um ein Teilgebiet der Psychologie handeln kann, werden hier Bachelor- und Masterabschlüsse verliehen und die Absolventen werden entsprechend tätig. Dies erfreut insbesondere die Wohlfahrtsindustrie. Hier werden gleich zwei Probleme gelöst. Zum einen ist der Bedarf an Psychologen größer als Absolventen vorhanden sind und zum anderen kann hier gespart werden, mindestens an den Gehältern.
    Es ist eben nicht alles nur schwarz oder weiß. Deshalb ist es mit der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen wohl auch schwierig.
    Ob die Führung des Dr./UCN im Namen durch den Wissenschaftssenat Berlin tatsächlich bestätigt wurde, entzieht sich "leider" auch meiner Kenntnis. Insofern hat "Psychologe" auch hier recht. Schlecht recherchiert. Aber er kann auch nicht das Gegenteil beweisen. Insofern ist die Behauptung, das dies nicht so sei ebenfalls unbelegt. Das macht die gemeinsame Diskussion nicht seriöser.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 22.03.2018 13:34, Psychologe

      @ DieterL.

      Nachdem Sie offensichtlich Einfluss auf Ihnen unliebsame Meinungsäußerungen nehmen und meinen vorherigen Beitrag gelöscht haben, hier noch einmal, was ich von Ihrer Antwort halte.

      Sie versuchen ganz offensichtlich, die Leserschaft mit verdeckten NLP- und Hypnose-Techniken zu manipulieren. "Superior Priming", "Vorgeschobenes Pacing plus Misleading" sind nur einige Beispiele. Das ist, sich nicht nur in meinen Augen unethisch und unseriös.

      Insbesondere verschweigen Sie auch, dass die Frage der Rechtmäßigkeit der Titelführung vor dem OLG Düsseldorf überhaupt nicht verfahrensgegenständlich war, sondern es lediglich um die Rechtmäßigkeit der Behauptung eines Mitbewerbers ging, dass die UCN „überhaupt keine Dr.-Titel“ vergebe. Von daher hatte das OLG über die Titelführung nicht zu befinden, hat aber dennoch schon mal – obiter dictum – deutlich gemacht, dass es die Rechtsauffassung der Kulturministerkonferenz, das Angebot der UCN sei unseriös, für beachtlich hält. Ihre Aussage "Das OLG hat ... nicht untersagt" suggeriert demgegenüber, dass das OLG eine Zulässigkeit der Titelführung festgestellt habe. Dies ist schlicht falsch.

      Nicht nachvollziehbar ist auch Ihre Auffassung, dass die Kultusministerkonferenz ihre vor dem OLG schriftlich abgegebene Stellungnahme, dass das Angebot der UCN unseriös sei, noch einmal zu bestätigen habe.

      Auch verkennen Sie offenbar, dass es für die Frage der Untersagbarkeit der Führung des Titels „Dr./UCN“ es nicht darauf ankommt , ob diese von der UCN stammt, sondern darauf, ob die Führung in Deutschland nach den bereits dargelegten rechtlichen Kriterien als unzulässig anzusehen ist.

      Zu Ihren weiteren Äußerungen: „Im Übrigen wird nach deutschem Recht immer der Einzelfall geprüft. Schließlich oder wahrscheinlich bieten die UCN mehr als nur einen Abschluss in Psychologie an.“ Was hat das eine mit dem andere und „Wahrscheinlichkeiten“ mit Tatsächlichkeiten zu tun? Nicht erfindlich ist auch, wie sich aus Ihren weiteren Sätzen eine Führbarkeit des "Dr./UNC" ableiten soll: „Einige sind in anderen europäischen Länder wohl sogar als gleichwertig anerkannt und auch noch von den selben deutschen Unternehmen zertifiziert, die zum Teil auch deutsche Hochschulabschlüsse zertifizieren. Das macht die Anerkennung bzw. Ablehnung durch deutsche Behörden mit Sicherheit nicht einfacher.“ Was hat Rechtmäßigkeit mit Einfachheit zu tun?

  • 09.03.2018 13:08, B. Trachter

    Abschließend eine Stellungnahme der Senatskanzlei für Wissenschaft Berlin. Ich zitiere wörtlich: "Ausländische Hochschulabschlüsse müssen in der Regel in Deutschland nicht anerkannt werden. Wenn Sie Ihren Abschluss nach einem ordnungsgemäß absolvierten Studium an einer Hochschule erlangt haben, die im Sitzland der Hochschule anerkannt oder akkreditiert ist, führt Ihr Abschluss grundsätzlich zu denselben Berechtigungen wie ein deutscher Abschluss". Zitat Ende. Die UCN ist in NIcaragua akkreditiert und weltweit anerkannt. (WHED; IAU)

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 22.03.2018 12:57, Psychologe

      @ B.Trachter

      Logik ist tatsächlich nicht Ihre Stärke. Denn Sie verkennen zum einen, dass es für die Rechtmäßigkeit der Titelführung eines „Dr./UCN“ in Deutschland nicht auf eine Stellungnahme der Senatskanzlei für Wissenschaft Berlin ankommt. Zum anderen auch nicht darauf, dass die UCN in Nicaragua akkreditiert ist und „weltweit anerkannt“ sein soll (was unter Reputationsgesichtspunkten der UCN auch schlicht falsch ist), sondern darauf, dass das entsprechende Studium zum einen überhaupt die Mindeststandards der wissenschaftlichen Psychologie abdeckt (was bei der UCN erweislich nicht der Fall ist). Und schließlich auch darauf, dass der Nachweis zu führen ist, dass das Studium „ordnungsgemäß“ absolviert wurde. Schon bei dem von mir beobachteten Titelträger ergeben sich angesichts der normalerweise zu absolvierenden Regelstudienzeiten daran mehr als erhebliche Zweifel.

      Zum wettbewerbsrechtlichen Konflikt habe ich mich bereits geäußert. Insoweit Sie mir „wirre Logik“ unterstellen möchten und behaupten, es „dürfte die UNC dann ja auch nicht diese Abkürzung verwenden, da sie mit der UCN verwechselt werden könnte.“ offenbaren Sie, dass allenfalls Ihr eigenes Denken „wirr“ ist. Denn Sie verkennen ganz offensichtlich, dass die University of North Carolina. die eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der USA ist, mit Ihrem Kürzel UNC, die älteren Rechte hat.

      Was soll auch Ihre Behauptung „Die ‚genüsslich peinlichen Fragen‘ eines berichterstattenden Richters eines VG liegen mir schriftlich vor!“ beweisen? Dass etwa der besagte Richter seine Fragen als „genüsslich peinlich“ bezeichnet hat? Oder dass es sich nur um Ihre persönliche Meinung handelt, die Sie uns irreführend als Fakt verkaufen möchten? Im Übrigen: Wie wäre es, wenn Sie statt vager Andeutungen mal eine konkrete „genüsslich-peinliche“ Frage zitierten?

      Gleiches gilt auch für Ihre Suggestivfrage: „Was zeigen eigentlich die vielen Gerichtsentscheidungen der VG und OVG, die den Einschätzungen der ZAB nicht gefolgt sind?“ Ja, wo sind denn die angeblich „vielen“ Entscheidungen und was zeigen sie denn? Wie wär’s, wenn Sie mal zeigten, dass Sie mehr drauf haben als nur rabulistische Trivial-Rhetorik und konkret offenlegten, auf welche Entscheidungen Sie sich beziehen? Andernfalls sind Ihre Beiträge schlicht unbeachtlich.

  • 21.03.2018 22:35, B. Brauer

    Als bisher schweigende Mitleserin nun doch ein Kommentar von mir an B.Trachter:

    Sie mögen inhaltlich recht oder unrecht haben, das soll mir letztlich egal sein. Durch Ihre persönlichen Angriffe disqualifizieren Sie sich jedoch in vollem Umfang - menschlich und ethisch. Auch machen Sie geradezu lächerlich, wenn Sie Ihrem Diskussionsgegner "Wahnideen" vorwerfen und solche dann im Rest Ihres Satzes gleich selbst mehrfach hintereinander zum Besten geben.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 21.03.2018 23:05, Psychologe

    @ B. Brauer

    Sie sagen es. B.Trachter ist offensichtlich geübt darin, eigene Defizite auf sein Gegenüber zu projizieren, und gänzlich ungeübt darin, seine Emotionen zu regulieren.

    @ B.Trachter

    Ich erspare es mir, auf Ihre niveaulose Art weiter einzugehen. In der Sache nur noch so viel:

    Ob und von wem der „Dr./UCN“ geführt werden darf, entscheidet sich im Streitfall letztlich vor Gericht. Und was dort landet, entscheiden Wettbewerber der Titelführenden, Wettbewerbsschutzvereinigungen, Berufs- und Verbraucherschutzverbände.

    Ich werde dafür sorgen, dass man sich dort mit den Trägern eines „Dr./UCN“ zukünftig intensiver beschäftigt. Dann erübrigen sich weitere Diskussionen mit Leuten wie Ihnen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 22.03.2018 11:37, DieterL

    Lieber "Psychologe". Sie haben nach meiner "persönlichen Meinung" in diesem Forum doch etwas für Verwirrung gesorgt. Die Frage, ob der Dr./UCN in Deutschland führbar ist, kam von Ihnen selbst. Vielleicht wollte sie mit Ihrer Fragestellung ja polarisieren, damit sich mehr Menschen mit dieser Thematik intensiv auseinandersetzen. Das ist Ihnen wohl auch gelungen. Das nicht alle einer Meinung sind, gehört zum normalen Leben. Deshalb kann der Meinungsaustausch, auch hier im Forum nur richtig sein. Dabei ist es irrelevant, ob dem einen oder anderen die Meinung gefällt oder nicht, solange es nicht zu Diffamierungen und Beleidigungen kommt. Ich persönlich hatte mir von dem Meinungsaustausch nur mehr Sachlichkeit und fachlichen Inhalt gewünscht. Das galt übrigens auch für B. Trachter. Statt sich darauf einzulassen, bezeichnen sie mich als "Schweinchen-Schlau" und meine Meinung als "Sondermüll" und glauben tatsächlich damit seriöser zu wirken. Am Ende bleibt, da stimme ich Ihnen zu, abzuwarten, ob und wie zukünftig Entscheidungen getroffen werden. Sollten sich ihre Erkenntnisse bestätigen, wäre es sicher hilfreich, wenn sie dies den Mitlesern in diesem Forum mitteilen. Bis dahin folge ich Ihrem Rat und bemühe mich nicht weiter zur Meinungsbildung beizutragen, verweise allerdings auf die Urteilsbegründung des schon viel zitierten OLG-Verfahrens. Das OLG führt aus:
    "der Antragsteller hat glaubhaft gemacht, dass auch im Rahmen der Fernstudiengänge Studienabschlüsse auf Doktoratsebene nach Absolvierung von Pflichtseminaren mittels Dissertation und Defensio vor einem Prüfungsgremium zu erlangen seien. Berufsdoktorate seien in vielen Ländern üblich, die auf diese Weise in den USA, Kanada und einigen anderen Ländern erlangten Titel würden in Deutschland generell anerkannt, im Übrigen müsse über die Anerkennung im Einzelfall entschieden werden."
    Insofern hat sich das OLG nicht nur damit auseinandergesetzt, ob die UCN Dr. Titel vergeben darf.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 22.03.2018 14:47, Psychologe

      @ DieterL.

      Ihre „persönliche Meinung“? Wenn die darin besteht, dass Sie versuchen, andere Menschen mittels psychologischer Manipulationstechniken zu beeinflussen, werden Sie sich deutliche Worte zur Ethik gefallen lassen müssen. Im Übrigen geben Sie meine Aussagen unrichtig wieder.

      Auch versuchen Sie mit Ihrer Aussage, das „OLG [habe] sich nicht nur damit auseinandergesetzt, ob die UCN Dr. Titel vergeben darf.“ erneut unrichtig zu suggerieren, das OLG habe auch über die Frage der Zulässigkeit der Titelführung entschieden. Nochmals: Denn das OLG war NICHT mit der Frage der Zulässigkeit der Titelführung befasst und hat deshalb auch keinerlei Urteil dazu gefällt. Ihr Zitat aus der Urteilsbegründung bestätigt dies sogar ausdrücklich. Ich zitiere weiter: „Das Landgericht hat der Antragsgegnerin zu Recht die Behauptung untersagt, in Nicaragua würden gar keine Doktor-Titel verliehen. Dass das Sekretariat der Kultusministerkonferenz die Angebote als unseriös einstuft und davon ausgeht, dass die so erlangten Titel in Deutschland nicht geführt werden dürften, entlastet die Antragsgegnerin nicht. Es macht einen Unterschied, ob ein Titel gar nicht zu erlangen ist oder ob er möglicherweise nur nicht in Deutschland geführt werden darf.“

  • 22.03.2018 11:56, B. Trachter

    Auch ich beende die Diskussion ebenfalls, da "Psychologe" auf kein sachliches Argument eingegangen ist. Vielleicht macht er sich auch einmal bei Vertretern des DAAD kundig, die, im Gegensatz zu subalternen Angestellten der ZAB im jeweiligen Land tätig sind und die Abschlüsse und Akkreditierungen der jeweiligen Universitäten bestens beurteilen können. Da es in der Diskussion auch um Erkenntnisgewinn ging, kann ich die Ansicht von Brauer, ich würde mich menschlich und ethisch disqualifizieren, nicht teilen. Erkenntnis per se ist moralischen Bewertungen nicht zugänglich und wer legt eigentlich moralische Maßstäbe fest? Vielleicht mal Nietzsche lesen!

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 22.03.2018 15:47, Psychologe

      Ich werde Sie nicht vermissen.

  • 06.06.2018 08:40, anonymous

    in der EU arbeiten viele italiener mit doktortitel. praktisch dind die Kenntnisstand diese leute ist selten gut, viele spraechen uber ihre titel nicht gerne, und gehen jegliche diskussion ihre Thema aus dem weg. ist schon komisch. aber sind die Italienische PhD Abschlusse nicht gleichwertig mit deutsche?

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.08.2018 19:04, S_Schwar

    Wie sieht es denn mit der Anerkennung von Bezeichnungen der nächsthöheren akademischen Stufe aus? Wenn also (zur Verschönerung des Türschildes) ein Professorentitel im Ausland erreicht wurde? Habe gerade ein Prof. (Yerevan State University, Armenien) gesehen...

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