10 Gründe, das Jurastudium zu hassen: Das System ist der Fehler

17.12.2015

Es gibt viele gute Gründe, Jura zu studieren. Die Kommilitonen, das Geschäft mit der Angst in dem Verlegenheitsstudium und die Zukunftsaussichten als Ass. Jur. gehören eher nicht dazu.

Ein Verlegenheitsstudium für mäßig Begabte

Es gibt ein paar verdammt gute Gründe, Jura zu studieren. Die allermeisten der Kommilitonen, auf die man zu Beginn des Jurastudiums trifft, gehören nicht dazu.

Mindestens 50 Prozent von ihnen sind gelangweilte Menschen, die nun etwas studieren, was sie wiederum langweilt. Viel zu viele Jurastudenten studieren Rechtwissenschaften, weil ihnen nichts Besseres eingefallen ist, das Abi nicht für NC-Fächer reichte und/oder sie schlecht in Mathe waren. Iudex non calculat hat schließlich jeder schon mal gehört. Und für Jura braucht man keine besondere Begabung.

Noch nicht hassenswert genug? Wenn man die maximal fünf Prozent der Studienanfänger ausnimmt, die Gerechtigkeit suchen und durchsetzen wollen (zu viele von ihnen brechen das Studium ab), bleiben noch immer zu viele, die studieren, weil sie sich von der Juristerei Geld, Prestige und  Anerkennung versprechen. Weil sie aus einer Juristenfamilie kommen, Papa stolz ist oder auch Opa schon Richter war.

Schlimm ist daran nicht, dass sie alle niemals lieben werden, was sie tun. Schlimm ist, dass sie nicht einmal im Alter von knapp 20 Jahren nach etwas gesucht haben, was sie lieben könnten. Schlimm ist, dass sie, weil sie nicht suchen, auch nicht zweifeln. Dass sie lernen werden, statt zu fragen. Jura ist ein Studium, das Ja-Sager, Mainstreamer und Nicht-Denker anzieht.

Zitiervorschlag

10 Gründe, das Jurastudium zu hassen: Das System ist der Fehler . In: Legal Tribune Online, 17.12.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17859/ (abgerufen am: 23.01.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 17.12.2015 11:01, xy

    "Das Recht ist eines der bedeutendsten Faktoren der Zivilisation, wie wir sie verstehen. Es ist die Aufgabe der Juristen, sie zu schützen, zu bewahren und zu entwickeln"

    Wie recht Sie haben! Wie wenig diese wesentliche Einsicht aber heute noch eine Rolle spielt, wie wenig Inbrunst und Engagement man noch in diese Einsicht investiert, wie wenig man sich als Jurist mit dieser Einsicht noch ernst genommen wird und wie wenig das geschätzt und honoriert wird...

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  • 17.12.2015 11:09, Pia Löffler - anwaltstexte.com

    Als Textdienstleister für Rechtsanwälte befassen wir uns tagtäglich mit dem Thema Sprache & Juristerei ... und das ist ein weites Feld, ein sehr weites Feld. Und man könnte das Problem des "Jursitensprech" wirklich nicht besser zusammenfassen als in den letzten zwei Absätzen von "Vom Unterschied zwischen Fachsprache & schlechtem Deutsch". Ich bin begeistert - das trifft den Nagel wirklich voll auf den Kopf!

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    • 17.12.2015 15:54, RA Dogan

      Wobei mir die Ausführungen zur Fachsprache und auch die von Ihnen gelobten Absätze von Wolf Schneider abgekupfert scheinen. Ich möchte aber niemandem etwas unterstellen. ;-)

  • 17.12.2015 11:28, Motivierend

    Schön, so eine Zusammenstellung von Klischees und Negativbeispielen während der Examensvorbereitung zu lesen. Man fragt sich, warum der Autor überhaupt selbst Jura studiert hat. Juristinnen mit Ausschnitt und Perlenkette sehe ich hier übrigens weit und breit nicht, genauso wenig wie Gorillas in Chinos. Keine Ahnung, wo der Autor studiert hat.

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    • 17.12.2015 12:02, Kaplan

      Treffer!

      Der Autor hat das System treffend beschrieben. Ihr Kommentar belegt dies eindrucksvoll. Nichts für ungut. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Examen. Das Leben danach ist toll!

    • 17.12.2015 15:30, Genervt

      Ich verstehe nicht, inwiefern der Kommentar dem Autor Recht gibt. Klar gibt es die beschriebenen Schmierlappen, aber eben nicht der Menge, wie es der Autor suggeriert. Das Problem ist doch viel mehr, dass die so auffallen. Der Artikel insgesamt ist übrigens eine ziemliche Angstmacherei und zum Teil auch schlichtweg falsch. Grundlagenfächer zB kommen im Lehrplan zu kurz, klar, aber wenn man zB an Rechtsgeschichte interessiert ist, kann man sich auch da austoben.

  • 17.12.2015 12:04, fiat iustitia

    War ja klar dass diesen Quatsch kein Jurist geschrieben hat, jedenfalls kein besonders guter:

    "freiwillige berufsrelevante Praktika [...] allerspätestens aber im Referendariat zu absolvieren"

    WTF?

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    • 17.12.2015 12:32, Lehrer

      Wie wäre es mit einem VHS-Kurs in Interpunktion?

    • 17.12.2015 12:57, xy

      "jedenfalls kein besonders guter"

      Was heute ein "guter Jurist" ist, unterliegt im Zeitlalter der "Kuschelnoten und Allerweltsprädikate" (vgl. LTO, 18.3.2015) bedauerlicherweise ganz anderen Maßstäben, als es richtigerweise eigentlich unterliegen sollte...

  • 17.12.2015 13:41, Rudy Baylor

    Der gravierendste Punkt Jura zu hassen, liegt im ewigen Selbstmitleid der Juristen...

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    • 26.06.2018 20:24, Jupp

      Justizopfer sind eher zu bemitleiden.

  • 17.12.2015 13:58, Erfolgreiche Anwältin

    Was für ein schwachsinniger Artikel. Was Sie beschreiben, trifft auf vielleicht 5 % der Studenten zu, mehr nicht. Ich komme wie viele meiner Kommilitonen aus einer Juristenfamilie und habe, wie die meisten meiner Kommilitonen, gerne Jura studiert. Diese "Der-Apfel-fällt-nicht-weit-vom-Stamm-Situation" kenne ich vielfach und nicht nur bei den Juristen. Dass Frauen, nicht nur hübsch aussehen, sondern abseits aller horizontalen Vorzüge auch was im Kopf haben, sollte man einem Juristen auch nicht erklären müssen. Aber wahrscheinlich ist der Autor, der ja lieber anonym bleiben will, gar keiner, sondern allenfalls ein gescheiterter Student, der sich den Frust seines Scheiterns von der Seele schreibt.

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    • 17.12.2015 14:58, Kaplan

      Gratulation an die erfolgreiche Anwältin. Anstellung bei Papa? Oder, um politisch korrekt zu bleiben: Anstellung bei Mama? Sie scheinen mit diesen Vorurteilen schon häufiger konfrontiert worden zu sein. Ihre Reaktion auf den amüsanten Artikel lässt darauf schließen. Schade, dass der Artikel durch Ihren Kommentar eine gewisse Bestätigung erfährt. Dennoch, viel Erfolg weiterhin! Gleich ob bei Papa, Mama oder Freshfields. Das Anwaltsleben ist intensiv.

    • 17.12.2015 18:33, Erfolgreiche Anwältin

      Ach, Sie müssen es ja wissen, oder wie kommen Sie darauf, dass ich bei Papa/Mama angestellt bin? Das man den Artikel nicht lustig finden muss, zeigen die Vielzahl gegenteiliger Kommentare hier und bei Facebook. Was Sie als Mann natürlich nicht sehen ist die Unterstellung, Frauen würden studieren um sich von BWL'ern flachlegen zu lassen und mit den Wimpern klimpern um Erfolge zu erzielen. Ich bin keine Emanze, aber diese Generalunterstellung, Frauen würden sich durch ihr Äußeres Vorteile verschaffen (das Wort hochschlafen fehlt noch im Atikel) ko*** mich an!
      Natürlich ist der Artikel überspitzt, man kann es aber auch übertreiben (damit meine ich nicht nur Seite 5)

    • 17.12.2015 18:34, Erfolgreiche Anwältin

      Ach, Sie müssen es ja wissen, oder wie kommen Sie darauf, dass ich bei Papa/Mama angestellt bin? Das man den Artikel nicht lustig finden muss, zeigen die Vielzahl gegenteiliger Kommentare hier und bei Facebook. Was Sie als Mann natürlich nicht sehen ist die Unterstellung, Frauen würden studieren um sich von BWL'ern flachlegen zu lassen und mit den Wimpern klimpern um Erfolge zu erzielen. Ich bin keine Emanze, aber diese Generalunterstellung, Frauen würden sich durch ihr Äußeres Vorteile verschaffen (das Wort hochschlafen fehlt noch im Atikel) ko*** mich an!
      Natürlich ist der Artikel überspitzt, man kann es aber auch übertreiben (damit meine ich nicht nur Seite 5).

    • 18.12.2015 00:10, EHo

      Das spricht mir völlig aus der Seele. Und: "Anstellung bei Papa"??? Was soll denn so etwas? Im übrigen: der Artikel hatte in meinen Augen auch wirklich so gar nichts komisches / ironisches... Es tut mir leid, wenn ich das übersehen habe; aber für mich klang das alles sehr sehr ernst...

    • 18.12.2015 13:51, Jakob

      Bei uns gibt es einige Jura-Pärchen, aber immer ist die Frau die deutlich erfolgreichere im Studium von den Noten her.

    • 18.12.2015 14:19, xy

      "Das man den Artikel nicht lustig finden muss..."

      Den Unterschied zwischen "das" und "dass" versuchte ich meiner Azubine auch beizubringen. Das hat sie nach zwei "Semestern" jetzt verstanden...

    • 09.01.2016 21:41, Zieht Jurastudium in Betracht

      Ich möchte bemerken, dass ihr es mir nicht einfach macht, meine Entscheidung nicht in Frage zu stellen.
      Erstens, habe ich ein Interesse an Jura durch faszinierende Vorlesungen entwickelt, in die man sich freundlicherweise einfach reinsetzen konnte.
      Und wenn Faszination nicht reicht, dann weiß ich auch nicht.
      Zweitens, finde ich es einfach nur gemein, dass man immer mit Vetternwirtschaft und/oder dem Vorteil der weiblichen Reize argumentiert, wenn jemand anderes mehr Erfolg oder Spaß - mit oder ohne den Erfolg - an etwas hat, als man selbst (spätestens jetzt sollte sich ein gewisser Jemand angesprochen fühlen).
      And last but not least, kommt es doch ganz auf den Menschen an, ob man ein Studium bis zum bitteren Ende durchzieht, obwohl es einem keinen Spaß oder sogar mentale Probleme bereitet. Lieber seinen Fehler rechtzeitig erkennen und wechseln.
      Außerdem ist Jura ganz sicher kein "Verlegenheitsstudium für mäßig Begabte". Wenn man nicht weiß, was man studieren soll, rutscht man doch eher ins FSJ, BuFD oder schlimmstenfalls BWL-Studium. Jura ist dann doch zu sehr als antiquiert trocken und öde verschrien. Zumindest wenn man nach den entsetzten Blicken meiner Eltern und ehem. Klassenkamerade urteilt.

      Aber um es mal mit Dialekt zu sagen:
      Des isch doch olles Wurscht! Jedem des Se'ne.

  • 17.12.2015 15:03, Jurist

    Ein wundervoll polemischer Artikel! Viele Halbwahrheiten und Plattitüden. Herrlich! Nach dem Kürzel "pl" zu urteilen, handelt es sich um einen Artikel von Frau Pia Lorenz. Diese recht drastische Ausdrucksweise ist aber für gewöhnlich nicht ihr Stil. Kann sein, dass sie es für jemanden anderen publiziert hat. Mehr solche Artikel, die den tristen Alltag aufhübschen.:-)

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  • 17.12.2015 15:07, Levin

    Habe auf Seite 2 aufgehört zu lesen.

    Warum?
    "Es geht in den Rechtswissenschaften viel zu wenig darum, Recht als Wissenschaft zu verstehen. Nicht um die Grundlagen der Regeln, nach denen wir leben oder darum, Rechtsetzung als die Politik zu begreifen, die sie ist. Es geht kaum um Rechtspolitik, - philosophie oder –geschichte. Fürs Examen muss man zwar die Scheine nachweisen – geprüft wird dieses Wissen kaum."

    Das ist richtig. Woran liegt das? Ziel von Jurastudium und Referendariat ist es, Menschen für die Arbeit als Richter auszubilden. Was muss ein Richter in erster Linie leisten? Er muss einen Sachverhalt nach Würdigung der Beweismittel rechtlich würdigen, d.h. anhand des Gesetzes richtig lösen.

    Das geht nur, wenn man sich die hierfür erforderliche Fähigkeit angeeignet hat. Dies setzt eine breite Basis an Grundwissen nebst dem juristischen Handwerkszeug, der Methodenlehre, voraus. Dazu gehört auch das Lernen von Sinn und Zweck einer Norm und in welchen Ausnahmefällen eine solche ausnahmsweise nicht anzuwenden ist. Genau das lernt man der Uni.

    Der Autor scheint aber zu denken, man würde im Studium zum blinden, rechtspositivistischen Subsumtionsautomaten degenerieren. Das ist eben gerade nicht richtig (s.o.).
    Außerdem nützen Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte bei der Lösung eines Falles herzlich wenig. Jedenfalls sind Kenntnisse in diesem Bereich völlig umsonst, wenn ein konkreter Fall zu entscheiden und die Grundlagenkenntnis dünn ist.

    Ein Richter muss nicht philosophieren und schwadronieren (und auch keine feuilletonistischen Texte schreiben, die vom Bildungsbürgertum beklatscht werden) und schließlich nach Abwägen von Für und Wider eine salomonische Entscheidung treffen. Er muss das Gesetz auslegen und dessen Willen umsetzen. Da kann auch eine -in zumutbarem Maße- ungerechte Entscheidung herauskommen! Und um dies zu trainieren ist die Juristenausbildung in Deutschland vielleicht nicht perfekt, aber m.E. zumindest ziemlich gut!

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    • 18.07.2017 18:15, Jupp

      Als Nichtjurist habe ich bisher noch keinen Juristen kennengelernt, der das Grundgesetz, die Radbruchsche Formel, das positive Recht oder den Rechtspositivismus kennt.

    • 26.06.2018 19:36, Justizfreund

      >Als Nichtjurist habe ich bisher noch keinen Juristen kennengelernt, der das Grundgesetz, die Radbruchsche Formel, das positive Recht oder den Rechtspositivismus kennt.

      So ungefähr habe ich das bisher auch erlebt. Es ist regelrecht erschreckend.

      Ich habe auch noch keinen Juristen erlebt, der wusste, dass man zB. die StPO und das StGB 1945 aus dem Dritten Reich übernommen hat, wobei die Vorschriften im Grunde durchgängig seit 1871 gelten.
      https://community.beck.de/2017/06/30/in-muenchen-fuer-richter-zu-akzeptieren-eigentlich-sind-sie-so-wie-freisler-nur-anders#comment-82089

      Man wird als anblicher Beleidiger auch mal gefragt ob man auch auf Reichsbürgerseiten liest. Das Grundgesetz und in dem Fall Artikel 5GG der BRD werden aber vollständig missachtet und nur das Recht des Dritten Reichs bzw. Deutschen Reichs angwandt.
      Diese vollständige fachliche Inkompetenz wird einem dann auch mal fast 6000 EUR in Rechnung gestellt und man feiert sich dort für die fachliche Kompetenz als Innovationsstandort der gesamten bayerischen Justiz mit der besten Ausbildung der BRD. Dazu bekommt man noch erklärt, dass man an "geistig krankhaften schizophrenen Wahnvorstellungen" leidet, weil man glaub als Nichjurist etwas rechtlich verstehen zu können. Richterin: "Ihre Eingaben (Beweismittel/Beschwerden usw.) werden alle nicht bearbeitet oder automatisiert abgewiesen wie es meine Kollegen auch alle machen".

      Richter Dr. P. als Zeuge, dem bezügl. seiner Entscheidung Schizophrenie vorgeworfen wurde und der später Gruppenleiter der Staatsanwaltschaft wurde: "Eine stets strafbare Formalbeleidigung ist immer dann gegeben, wenn man einer anderen Person eine geistige Krankheit vorwirft."

      BVerfG: Maßnahmen der öffentlichen Gewalt dürfen auch scharf kritisiert werden
      Beschluss vom 24.07.2013, Az.: 1 BvR 444/13 und 1 BvR 527/13

      Wer hat eine strafbare Beleidigung getätigt und muss noch eine saftige Strafe zahlen zuzügl. der 6000 EUR im Ansehen der Person gemäss §185 StGB des Reichsstrafgesetzbuchs unter Missachtung von Artikel 5GG?

      Unschuldig verurteilt mit unfassbarer Wirklichkeit bei Gerichten, die in Romanen überzogen wäre, Psychologe Prof. Steller klagt Justiz an, zeit-online, 19.11.2015

      Als Richter hätte man noch weniger Probleme:

      Falscher Staatsanwalt als Fälscher vor Gericht, Hamburger Abendblatt, 26.04.2006
      Schwindel Jurist ohne juristische Ausbildung und ohne juristische Kenntnisse bei der Staatsanwaltschaft mit steiler Karriere
      Das Examenszeugnis kam aus Mecklenburg-Vorpommern und war gefälscht, doch niemand schöpfte Verdacht. Also konnte der Mann sein Referendariat absolvieren und legte so den Grundstein zu seiner „Juristen-Karriere“. Die Ausbildungsstationen bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe und beim Amtsgericht Pinneberg, wo er auch vor Gericht für die Staatsanwaltschaft auftrat, passierte er problemlos.
      Er trug die Robe des Staatsanwalts im Gerichtssaal, stellte Strafanträge, schrieb Anklagen – ohne je ein juristisches Seminar besucht zu haben.

      Was ist ein "Hochstapler", der fachlich über dem Durchschnittsniveau liegt? (Hinterher wenn rauskommt, dass man keinen Hochschulabschluss hat, dann ist natürlich klar...)
      Warum nennt man solche Leute "Hochspapler"?

      Postbote Dr. Dr. Postel: „Ich war in einem Strafverfahren Obergutachter und hatte mich auseinanderzusetzen mit 2 Vorgutachten, die masslos schlecht waren und auf itellektuell niedrigsten Niveau obwohl es von 2 Proffessoren kam. Und Herr Nack hat die Qualität sehen können. Es ist natürlich extrem komisch, dass man von einem der höchsten deutschen Strafrichter gelobt wird für das man ja, zu Recht, von einem rangniedrigeren Gericht verurteilt worden ist aber das spricht für sich und das ist eins in die Fresse der Psychiater. Und wie gehen sie damit um, abwertend, und sagen er hätte halt keine Ahnung. Es ist niergenswo so dreckig, dass es nicht auch Lichtblicke gäbe. Es gibt auch in der Justiz gute Leute und es gibt auch in der Psychiatrie gute Leute aber allgemein ist das schwierig. Wenn man der Justiz ausgeliefert ist, dann ist man der Willkür ausgeliefert. Die Willkür wird dann verobjetiviert in formale Sprache.“

      Überall dort wo das fachliche Niveau niedrig ist, kommt es insbesondere auf das Ansehen der Person an und nicht auf das fachliche Können. Gemäss der HOAI hat zB. jeder Mensch anspruch auf eine entsprechende Entlohnung der eine Architektur- oder Ingenieurleistung erbringt.

      Am 27.01.2014 hat die 10. Kammer des VG-Arnsberg (10 K 2113/10) mit den Vorsitzenden Richter Buter, den Richter Dr. Schellen, den Richter Breitwasser
      beschlossen:
      ...dient die Kostenerstattungspflicht in Gerichtsverfahren dazu Rechtsanwälte zu „privilegieren“,...

      Auch gemäss dem LG-Bückeburg und dem OLG-Celle muss man 80% der Kosten tragen, wenn man Nichtjurist ist und die Gegenseite in einem Antragsverfahren alle geltend gemachten Rechte erfüllt hat, so dass das Verfahren für erledigt zu erklären ist, weil bei Nichtjuristen "hypothetisch" davon auszugehen ist, dass deren Eingaben falsch sind und diese damit keine Rechte begründen können. Das nachdem der Richter dem Antragsteller seinen Antrag wieder zurückgeschickt hat, weil am Landgericht Anwaltszwang herrschen würde.
      Der Nichtjurist hat seinen Antrag wieder eingereicht und es dem Richter erklärt.

      Richter am Landgericht und am OLG, die gegenüber Nichtjuristen "hypothetisch" rechtliche Annahmen vornehmen müssen und es nicht beurteilen können wie der Nichtjurist. uvam.

  • 17.12.2015 15:27, Reibert

    Also ich kann dem Beitrag nur zu 100% zustimmen. Und wer im Studium keine Perlenohrringe und Polohemden, keine Barbour-Jacken, Cordhosen und Moccasins gesehen haben will, dann wohl nur, weil er es selbst getragen hat.

    Was allerdings fehlt ist die typischen Eigenschaft von Juristen selbst offenkundiges in Frage zu stellen.
    Das Pressekürzel "pl" dürfte für RA'in Pia Lorenz stehen. A.A. vertretbar...

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    • 18.12.2015 13:45, Jakob

      Wenn die Jacke abgelegt ist, kommt dann aber auch oft ein nie
      Hoodie zum Vorschein wie bei jedem durchschnittlichen Studenten auch. Während im ersten Semester noch viele mit gebügelten Hemden kamen, hat sich das später auch gelockert.

  • 17.12.2015 18:40, Erfolgreiche Anwältin

    Hübsche Kette mit aufgereihten Perlen, die Frau Lorenz in Ihrem Autorenprofil trägt und sind das etwa Perlenohrringe? ;-)

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  • 17.12.2015 19:59, Mrs. X

    Ich würde den Artikel "unterschreiben". Es scheint so, als komme das Studium der Rechtswissenschaften einigen Kommentatoren hier zu schlecht weg. Da sich dieser Artikel gerade mit den möglichen Gründen, die gegen das Studium sprechen, befasst, liegt dies wohl in der Natur der Sache und es wird ja am Anfang auch ( mit einem Link) darauf hingewiesen, dass es gute Gründe gibt, um Jura zu studieren.
    Wer während des Studiums nicht eine Menge Perlenohrringe, Barbour- Jacken etc. gesehen hat, der soll mir doch bitte seinen Studienort verraten. Natürlich kleiden sich auch sehr viele anders, aber ich würde schon sagen, dass in keinem anderen Studienfach so viele Perlenohrringe und Barbour- Jacken anzutreffen sind ;) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich gerade diese Fraktion mit den Gegebenheiten des Studiums am besten abfindet und dementsprechend auch häufig das Studium abschließt, wohingegen einige oft sehr intelligente junge Menschen, die viel in Frage stellen ( sei es hinsichtlich des Systems des Studiums oder hinsichtlich des vermittelten Stoffes) und nicht ganz so " glatt und gerade" sind, größere Schwierigkeiten haben.
    Ich als Frau empfinde die angepasste, stille Perlenohrringe- Fraktion als deutlich destruktiver hinsichtlich jeglicher Gleichheitsbestrebungen von Mann und Frau, als die Aussagen des Autoren/ der Autorin. Ich habe es oft erlebt, dass die Gleichberechtigung in der Juristenwelt noch nicht ganz angekommen ist und gegen diese bedauernswerte Einstellung vieler männlicher Juristen helfen starke und gute Juristinnen besser als Perlenohrringe ;)

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  • 18.12.2015 00:07, EHo

    Wahnsinn... Bei diesem Artikel weiß man gar nicht wo man anfangen soll. Bei der sexistischen, völlig realitätsfernen und beleidigenden These, dass Frauen deshalb erfolgreich im Jura-Studium seien, weil sie die (offenbar wesentlich schlaueren) Männer durch den Einsatz von Sexualität zur Nachhilfe überreden?
    Oder bei der klischeehaften Darstellung des Jura-Studenten, der keinerlei Ideale hat und sich nur für das Studium entscheidet, weil er einmal viel viel Geld verdienen möchte (was zugleich natürlich bedeutet, dass der Durchschnittsjurastudent auch noch ziemlich dumm ist, schließlich leben die meisten Juristen nach Ansicht des Autors später in Armut und im Dauerstress).

    Um wenigstens kurz zu widersprechen. Dieser Artikel zeichnet ein völlig verqueres Bild vom Jurastudium – und zeigt eigentlich nur, dass der (oder die?) Verf. offenbar selbst nie verstanden hat, was das Jurastudium eigentlich ausmacht. Es ist ihm/ihr sehr zu wünschen, dass er/sie das Studium schnell wieder abgebrochen hat.
    Ich zumindest habe mein eigenes Jurastudium vollständig anders erlebt und erlebe auch meine Studenten und Studentinnen anders. Sie nehmen an Moot Courts teil, gründen eine Refugee Law Clinic, kommen zu Gastvorträgen und und und. Viele von ihnen haben Ideale, großes gesellschaftspolitisches Interesse, klare Vorstellungen von Recht und Unrecht und eine Leidenschaft für ihr Fach. Wenn man - wie es offenbar der/die Verf. tut - im Jurastudium nur an das Examen denkt und Fälle auswendig lernt (was im übrigen niemals! genügen wird, um ein Examen zu bestehen), der wird natürlich wenig Freude haben. Alle anderen werden sehen, dass sie ein unheimlich praxisnahes, gesellschaftlich relevantes und facettenreiches - die Schwerpunkten reichen vom internationalen Menschenrechtsschutz über das Kartellrecht bis hin zur Jugendkriminalität - Fach gewählt haben.

    In diesem Sinne: Liebes LTO-Team, dieser Beitrag war einfach nur ärgerlich. Natürlich gibt es viele Aspekte des Jurastudiums, die dringend reformiert werden sollten. Dieser Beitrag klingt aber eher wie die Abrechnung eines beleidigten (weil gescheiterten? überforderten? anderweitig unglücklichen ?) Jurastudenten und stellt keine auch nur ansatzweise ernsthafte Auseinandersetzung mit den Problemen des Studiums dar. Und ganz zuletzt: auch wenn das nicht der Kern des Beitrages war - der offen sexistische Teil auf S. 5 ist wirklich nicht hinnehmbar. Da sollte die Redaktion doch ein wenig besser prüfen, was sie abdruckt.

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    • 18.12.2015 06:50, xy

      Ein Jurastudium in abhängigen, drittmittelfinanzierten Universitäten bei Professoren, die trotz keineswegs niedrigen Salären den Hals nicht voll kriegen und sich für Aufsätze, Gutachten und teuere Seminarveranstaltungen mit einschlägigen Wirtschaftsjuristen extra bezahlen lassen, kann bei Studenten nicht zu durch Vorbilder geprägten besonders hohen Ansprüchen an sich selbst führen. Und Fälle von Frauen, die bei ihren Doktorvätern unter die Decke geschlüpft sind, sind jedem bekannt.

    • 26.06.2018 19:53, Justizfreund

      Das ist doch in allen anderen Studiengängen nicht groß anders (Ausser der Herrschaftswissenschaft):

      „Die Rechtsgeschichte lebt“ Interview mit Prof. Wesel
      Wesel: … Meistens wissen die Studienanfänger ja selbst nicht, worauf sie sich einlassen. Sie glauben wohl, mit Jura könne man alles Mögliche machen. Die Wenigsten wollen in der Welt Gerechtigkeit durchzusetzen. Vielmehr steht die individuelle Karriere im Mittelpunkt.
      Wesel: … Kaum einer weiß, dass die Rechtswissenschaft eine Herrschaftswissenschaft ist. Selbst im Studium wird das nicht gelehrt. Die Mehrzahl erhofft sich, als Richter oder Anwalt ein gutes Einkommen zu haben.

      Beim Psychologiestudium ist es zudem noch so, dass viele Menschen, die selbst psychische Probleme haben natürlich entsprechendes studieren um mehr über ihre eigenen Probleme zu erfahren oder sich das erhoffen.
      Das schlägt sich dann später auch in manchen Gutachten nieder.

  • 18.12.2015 08:08, Jay

    "Belohnt wird, wer seine Scheine möglichst schnell bekommt. Es geht darum, möglichst mindestens ein Auslands-Semester noch vor den Freischuss zu schieben, die Teilnahme an einem Moot Court nachweisen zu können und am besten schon freiwillige berufsrelevante Praktika neben dem Studium, allerspätestens aber im Referendariat zu absolvieren." Ja gut, wenn man die "Belohnung" als Festanstellung in einer Großkanzlei definiert, ist das sicher richtig. Wenn es um gute Examensnoten geht - und die dürften ja wohl eher die "Belohnung" durch das Ausbildungssystem sein -, sicher nicht. Und damit frage ich mich: Was will mir dieser Artikel sagen? Dass Jura eher Handwerk als Wissenschaft ist? Ja, stimmt. Dass auch Idioten gute Noten in Jura schreiben können? Ja, stimmt. Und? Es soll auch Ingenieure geben, die die Welt nicht erklären wollen, sondern einfach Autos, Häuser, Staudämme bauen. Ich habe mich im Studium durchaus mit Rechtsgeschichte, Methodenlehre und Rechtsphilosophie beschäftigt. Meinen Noten und meiner sogenannten Karriere hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Dass ich gerne noch mehr Zeit z.B. mit Diskurstheorien (Habermas etc.) anstatt etwa mit Erbrecht verbracht hätte, stimmt allerdings auch.

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  • 18.12.2015 08:30, Peter

    "Das System Rechtswissenschaft fördert diejenigen nicht, die nicht dazu bereit sind, ihre Nase jahrelang nur in Bücher zu stecken."

    Puh, ein Glück, dass man in anderen Studienfächern nichts für den erfolgreichen Abschluss tun muss. Bei Medizinern z.B. wird belohnt, wer den Körper möglichst kreativ beschreiben kann. Wirklich lernen muss man da nicht - den Körper hat man ja schließlich immer dabei, auch in der Prüfung. Und in Geisteswissenschaften wie Politik oder Soziologie darf man den ganzen Tag im Cafè sitzen und hinterher wird man Redakteur bei den Tagesthemen. Also, besser Medizin oder irgendwas anderes studieren!

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  • 18.12.2015 13:31, Jakob

    Ich kann bestätigen, dass die Mehrheit meiner Kommilitonen das ganze Semester über nur ihre Zeit absitzen und sich dann zwei Wochen vor der Klausur zum Auswendiglernen von der Welt isolieren. Läuft die erste Klausur noch gut, denken sie, das Studium läuft man nun locker durch, doch zerfressen sie nach einer nicht bestandenen die schlimmsten Selbtstzweifel. Das bisher Gelernte wird in keinster Weise geschätzt, sondern als verschwendete Zeit angesehen und aus Angst des erneuten Versagens wird sich gar nicht erst auf die nächste angebotene Klausur vorbereitet, sondern nach einem anderen Studienfach (in den meisten Fällen das andere mit hohem Ansehen: Medizin) umgesehen. Mir hat auch erst einer erzählt, dass ihn die Richtertätigkeit interessiert. Die meisten wollen in einer Großkanzlei angestellt sein und immer schön gesagt bekommen, was zu tun ist. Dabei würde ich behaupten, dass das Studium einem sehr viel mit auf den Weg gibt, sich gerade bei Konflikten sehr souverän verhalten zu können, Verantwortung zu übernehmen, mit Problemen nicht überfordert zu werden, sondern herausgefordert.

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  • 18.12.2015 17:27, Tilman

    Unsinn. Ich glaube ein Grundmissverständnis durchschnittlicher Studenten ist, dass Bildung - und zwar sowohl die Allgemeinbildung also auch die Bildung in dem gewählten Studiengang - eine Aufgabe der Universität, eine Aufgabe des Studiums ist. Das ist Unsinn. Bildung ist zuallererst eine persönliche Aufgabe, eine, eine Herausforderung an den Geist der man sich selbst stellen muss. Kein Professor und kein Studiengang ersetzen die persönliche Neugier. Warum sollen Rechtspolitik, -philosophie und -geschichte im Examen geprüft werden? Es reicht wenn das Studium einem die Möglichkeit gibt, diesen Dingen auf den Grund zu gehen, durch Seminare, eine gut ausgestattete Bibliothek oder die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden. Der Rest ist Denk- und Wissensdurst. Schade dass diese Worte so altmodisch klingen.

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    • 18.12.2015 23:31, Jay

      das ist schon richtig. die Uni sollte allerdings Methodik vermitteln und den Studenten bei seiner (Selbst-)Bildung unterstützen. Das kommt m.E. in fast allen Fächern zu kurz.

  • 26.04.2016 19:06, jupp

    "Alois Eschenberger war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande.
    Er kümmerte sich nicht um das Wesen der Dinge, sondern ausschließlich darum,
    unter welchen rechtlichen Begriff dieselben zu subsumieren waren."
    Ludwig Thomas Beschreibung

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  • 15.07.2017 15:27, Katharina Heekerens

    Betreffs das System sei der Fehler hat sich Ihr Artikel meine Anerkennung verdient, gleichwohl verachte ich Sie ob ihres Geredes über mich und meine Kommilitoninnen. Es muss eine besondere Art der Denkschwäche bei Ihnen sein, erkennen sie doch den Systemfehler an und erkennen ihn doch nicht ganz. Sexismus, blanker Sexismus ist in der bayerischen Juristenausbildung Alltag wie sexuelle Angriffe auf Frauen im öffentlichen Räumen in Kairo. Lernen mit mehr oder weniger offen mein eigenes Geschlecht verachtenden Fallkonstellationen. Professorengerede über Vergewaltigungsdelikte und Schwangerschaftsabbruch, bar jedes Sachverstandes, geschweige denn Empathie. Unterirdisch. Der verfassungsgemäße Anspruch auf staatliche Beseitigung bestehender Nachteile zwischen den Geschlechtern ist in der juristischen Ausbildung nicht umgesetzt.

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  • 16.07.2017 19:18, Jupp

    Ich habe das Grundgesetz nicht nur 1x rauf und runter gelesen, einen Anwaltszwang für Klageverfahren habe ich darin nicht gefunden.
    Anwälte kennen nach meiner Erfahrung zwar die BRAGO, nicht aber die BRAO.

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  • 06.02.2018 17:15, marc.schreinerMeister selbst und ständig

    bl bla bla bla blalalalblla.... Juristen gelaber mann kann es ja schließlich auch über treiben nicht die hälfte der studierenden werden jemals gut oder bleiben bei ihren job von einen guten Anwalt ganz zu schweigen wie wäre es den lieber was Handwerkliches zu erlernen als nur vor sich hin zu brabbeln.....

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  • 12.03.2018 21:13, Michael m

    Dieser Beitrag scheint sehr subjektiv

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