Die juristische Presseschau vom 29. April 2015: BVerfG schützt Polizeihass – Verteidiger stressen Zschäpe – Vergebung als gesetzloses Wunder

29.04.2015

Recht in der Welt

USA - Homo-Ehe: Der US-Supreme Court verhandelte über die Frage, ob US-Bundesstaaten Ehen von Schwulen und Lesben verbieten können. Vor zwei Jahren kippte der Gerichtshof bereits ein entsprechendes Verbot auf Bundesebene. Mit dem Urteil wird im Juni gerechnet. Es berichten die SZ (Hubert Wetzel) und zeit.de (Thorsten Schröder).

Frankreich - Identitätsdiebstahl: Das Dossier der ZEIT (Annika Joeres) beschreibt ausführlich einen Fall von Identitätsdiebstahl in Frankreich. Ein junger Franzose musste seinen Führerschein abgeben, weil ein ihm bekannter Gauner gegenüber der Polizei seinen Namen nutzte.

Österreich - Bankenabwicklung: Der Anwalt Hendrik Haag argumentiert in der FAZ, dass die EU-Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie (BRRD) eine Beteiligung von Gläubigern an den Kosten nicht zulasse. Im Streit um die zusammengebrochene österreichische Bank Hypo Alpe Adria müsse das Bundesland Kärnten haften, das eine Bürgschaft übernommen habe. Ob die geplante "Herunterschreibung" von Verbindlichkeiten zulässig ist, sei sehr fraglich.

Sonstiges

Unternehmenskauf und Software: Die Anwälte Marc Hilber und Myriam Schilling schildern in der FAZ, welche patent- und datenschutzrechtlichen Probleme beim Kauf eines IT-Unternehmens auftauchen können.

Das Letzte zum Schluss

Jurist und Mittelmaß: Auf einer Betriebsversammlung sagte ein Gewerkschaftsekretär - wohl mit Blick auf einen Funktionär des Arbeitgeberverbandes -, er halte es mit Tucholsky, der bereits gesagt habe: "Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand". Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg stellte laut justillon.de (Arnd Diringer) im Jahr 2007 fest, dass das Zitat nicht von Tucholsky (sondern von Ludwig Thoma) stammt. Außerdem sei dort nicht nur von einem Jurist, sondern von einem "guten Juristen" die Rede. Und schließlich seien es Juristen gewohnt, dass sie wegen ihrer "geistigen Prägung gelegentlich als Objekt des Spottes herhalten müssen".

Beiträge, die in der Presseschau nicht verlinkt sind, finden Sie nur in der Printausgabe oder im kostenpflichtigen E-Paper des jeweiligen Titels.

Morgen erscheint eine neue LTO-Presseschau.

lto/chr

(Hinweis für Journalisten)

Was bisher geschah: zu den Presseschauen der Vortage.

Zitiervorschlag

Die juristische Presseschau vom 29. April 2015: BVerfG schützt Polizeihass – Verteidiger stressen Zschäpe – Vergebung als gesetzloses Wunder. In: Legal Tribune Online, 29.04.2015, https://www.lto.de/persistent/a_id/15383/ (abgerufen am: 20.11.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 29.04.2015 12:51, Leon

    "BVerfG zu Polizeihass"

    Polizeihass?

    Meine Güte, haben wir es da nicht eine Nummer kleiner?

    Hier geht es nicht darum, dass Polizisten während ihrer Mittagspause im Auto von hinten erschossen worden wären.

    Hier geht es auch nicht darum, dass Polizisten einen Schwarzen zu Tode geprügelt hätten.

    Es geht lediglich um einen Aufdruck auf ein T-Shirt, bei dem -abgekürzt- ein Wort benutzt wurde, dass in Amerika ziemlich verkehrsüblich ist.

    Ich würde mir hier doch etwas mehr "Coolness" wünschen. Die lto muss ja nicht mit den Zeitungen mit den wenigen Kommas konkurrieren...

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