Druckversion
Samstag, 12.09.2026, 10:37 Uhr


Legal Tribune Online
Schriftgröße: abc | abc | abc
https://www.lto.de//recht/presseschau/p/presseschau-2017-03-14-schlecker-aussage-bundesrat-NPD-brexit-gesetz
Fenster schließen
Artikel drucken
22349

Die juristische Presseschau vom 14. März 2017: Sch­le­cker sagt aus / Bun­desrat gegen NPD-Finan­zie­rung / Brexit-Gesetz ver­ab­schiedet

14.03.2017

Die juristische Presseschau

Anton Schlecker betont seine Unschuld. Außerdem in der Presseschau: Bundesrat beschloss Entwurf zur Finanzierung verfassungsfeindlicher Parteien, das Brexit-Gesetz wurde verabschiedet und Polizei-Kompetenzen bei Messengern sind fraglich.

Anzeige

Thema des Tages

LG Stuttgart – Schlecker: "Dass dieses Unternehmen kaputtgehen könnte, hätte ich nie gedacht." Die SZ (Stefan Mayr) widmet der Aussage Anton Schleckers vor dem Landgericht Stuttgart unter dem Titel "Von der Seele" ihre Seite drei. Der Unternehmer teilte nicht nur seine Ansicht zum Fall, sondern auch seine persönlichen Befindlichkeiten mit – er sei vor Gericht mehrmals an seine emotionalen Grenzen gestoßen. Er betonte, er übernehme die unternehmerische Verantwortung, aber strafbar gemacht habe er sich nicht. Schlecker sei bis zuletzt davon ausgegangen, dass er die Forderungen seiner Gläubiger erfüllen könne. Die Welt (Gisela Friedrichsen) analysiert die Aussage Schleckers, insbesondere das Nicht-Gesagte, und geht auf die Frage ein, wie es ins Bild des selbstbestimmten Unternehmensführers passe, dass er nicht gewagt habe, seinem Prokuristen zu widersprechen.

"Schuld sind immer die anderen", so formuliert Michael Gassmann (Die Welt) Schleckers Verteidigung um. Entscheidend sei allerdings, dass der Angeklagte, "der große Schweiger", sich überhaupt geäußert habe. Er findet, dass der Prozess unabhängig vom Ausgang wichtig sei, denn die sogenannten Schlecker-Frauen hätten ein Recht zu erfahren, unter welchen Umständen sie ihre Jobs verloren haben.

Rechtspolitik

Finanzierung verfassungsfeindlicher Parteien: Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag einstimmig einen Gesetzentwurf beschlossen, demzufolge verfassungsfeindliche Parteien von der bundesweiten Finanzierung ausgenommen werden sollen. Dafür sollen das Grundgesetz, das Parteiengesetz und weitere einfachgesetzliche Regelungen geändert werden. Die Große Koalition wolle dies umsetzen. Die taz (Christian Rath) gibt auch die Kritik des Rechtsprofessors Christoph Möllers wieder.

"Nur weil alle dafür sind, muss die Gesetzesänderung nicht auch sinnvoll sein", moniert Christian Rath (BadZ) unter dem Titel "Dubioses Signal". Die Bundesregierung wolle in erster Linie ihr Gesicht wahren. Die Demokratie kenne allerdings keine Benachteiligung von Parteien. Überdies signalisiere der Entwurf, man "traue der Entscheidungskraft des Souveräns, der Staatsbürger, nicht so recht".

EU-Kindergeld: Laut Informationen der FAZ (Manfred Schäfers) haben Justizminister Maas und Arbeitsministerin Nahles (beide SPD) einen zügigen Kabinettsbeschluss in Sachen EU-Kindergeld unter Verweis auf Unionsrecht verhindert, nachdem die EU-Kommission ihre Bedenken geäußert hatte. Dem Entwurf zufolge soll EU-Ausländern, deren Kinder in der günstigeren Heimat leben, das Kindergeld gekürzt werden. Die BadZ (Christian Rath) schildert, warum diese Regelung gegen EU-Recht verstoße.

Verschärfung der Mietpreisbremse: Die Welt (Michael Fabricius) fasst die Mängel der bisherigen Mietpreisbremse zusammen und konstatiert, "in den Schubladen fast aller Parteien" lägen Vorschläge zu ihrer Verschärfung. So spreche sich Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) beispielsweise für eine Auskunftspflicht der Vermieter bezüglich der bisherigen Miete aus.

SPD zu Familiennachzug: Die SPD will der Union zwei Vorschläge vorstellen, die den Familiennachzug für syrische Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz lockern sollen. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Stephan Harbarth (CDU) erklärte der Welt (Manuel Bewarder) bereits, es komme nicht in Frage, das Asylpaket II zu ändern.

Kritik an Lohngleichheitsgesetz: Die Genderforscherin Marianne Weg fordert, dass die Möglichkeit einer Verbandsklage in das Lohngleichheitsgesetz aufgenommen wird. Dies würde die Position der Betroffenen stärken, die dann über eine Gewerkschaft oder Frauenorganisation in einem Musterprozess klagen könne, meldet die taz.

Anzeige
Seite 1/3
  • Seite 1:

    Tagesthema & Rechtspolitik: Schleckers Aussage, Bundesrat verabschiedet Gesetzentwurf gegen Finanzierung verfassungsfeindlicher Parteien, EU-Kindergeld-Beschluss vorerst gestoppt

  • Seite 2:

    Justiz: Heim-Arbeit nicht unbedingt Zwangsarbeit, "Marzipan-Erpresser" verurteilt, mutmaßlicher Waffenverkäufer des Münchner Amokläufers angeklagt

  • Seite 3:

    Welt & Weiteres: Brexit-Gesetz verabschiedet, Schottland will zweites Unabhängigkeitsreferendum, Messenger hackende Sicherheitsbehörden machen rechtliche Probleme

  • Drucken
  • Senden
  • Zitieren
Zitiervorschlag

Die juristische Presseschau vom 14. März 2017: . In: Legal Tribune Online, 14.03.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22349 (abgerufen am: 13.09.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag
lto karriere logo

Dein Zugang zu Deutschlands reichweitenstärksten Karriere-Portal für Jurist:innen

logo lto karriere
Jetzt registrieren bei LTO Karriere

Finde den Job, den Du verdienst 100% kostenlos registrieren und Vorteile nutzen

  • LTO Job Matching: Finde den Job & Arbeitgeber, der zu Dir passt.
  • Jobs per Mail: Verpasse keine neuen Job-Angebote mehr.
  • Easy Apply: Die einfache und schnelle Bewerbung zu Deinem neuen Job.
Das Passwort muss mindestens 8 Zeichen lang sein und mindestens einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben, eine Zahl und ein Sonderzeichen enthalten (z.B. #?!@$%^&*-).
Pflichtfeld *

Nur noch ein Klick!

Wir haben Dir eine E-Mail gesendet. Bitte klicke auf den Bestätigungslink in dieser E-Mail, um Deine Anmeldung abzuschließen.

Weitere Infos & Updates einfach und kostenlos direkt ins Postfach.

LTO Karriere Newsletter

Das monatliche Update mit aktuellen Stellenangeboten & Karriere-Tipps.

LTO Daily

Jeden Abend um 18 Uhr die wichtigsten News vom Tag.

LTO Presseschau

Jeden Morgen um 7:30 Uhr die aktuelle Berichterstattung über Recht und Justiz.

Pflichtfeld *

Fertig!

Um die kostenlosen Nachrichten zu beziehen, wechsle bitte nochmal in Dein Postfach und bestätige Deine Anmeldung mit dem Bestätigungslink.

Du willst Dein Bewerberprofil direkt anlegen?

Los geht´s!
logo lto karriere
TopJOBS
Logo von Osborne Clarke GmbH & Co. KG
Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter (w/m/d) Ge­werb­li­cher Rechts­schutz...

Osborne Clarke GmbH & Co. KG, Ber­lin

Logo von Bitkom e.V.
Ma­na­ger Di­gi­tal Con­tent & Recht (m/w/d)

Bitkom e.V., Ber­lin

Logo von Latham & Watkins LLP
In­i­tia­tiv­be­wer­bung: Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­beit (m/w/d)

Latham & Watkins LLP, Mün­chen und 3 wei­te­re

Logo von Osborne Clarke GmbH & Co. KG
Re­fe­ren­dar (w/m/d) Ge­werb­li­cher Rechts­schutz (IP)

Osborne Clarke GmbH & Co. KG, Ber­lin

Logo von SEFE Securing Energy for Europe GmbH
Le­gal Coun­sel (m/w/d)

SEFE Securing Energy for Europe GmbH, Ber­lin

Logo von Freshfields
Ac­co­unts Payab­le Ana­lyst (m/w/d)

Freshfields, Frank­furt am Main

Logo von Morrison & Foerster LLP
Rechts­an­wäl­tin/Rechts­an­walt (w/x/m) Ar­beits­recht

Morrison & Foerster LLP, Ber­lin

Logo von GÖRG
Prak­ti­kan­ten­pro­gramm GÖR­Glaw ta­l­ents

GÖRG, Frank­furt am Main

Mehr Stellenanzeigen
logo lto events
Logo von Gleiss Lutz
Corporate Talent Summit

06.10.2026, Düsseldorf

Logo von RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG
Zertifizierte/r Sachbearbeiter:in Insolvenztabelle

21.09.2026, Köln

Buchhaltung im Notariat

21.09.2026

Logo von GvW Graf von Westphalen
GvW Legal Automotive Week: Rechtsfragen rund um das Remarketing von Fahrzeugen

21.09.2026

Logo von CMS
Webinarreihe "Beyond Mobility" - M&A und Strukturwandel im Automotive-Bereich

22.09.2026

Mehr Events
Copyright © Wolters Kluwer Deutschland GmbH