LTO-Podcast mit IStGH-Richter Bertram Schmitt: "Aus­tritte sch­merzen natür­lich"

von Peggy Fiebig

21.04.2018

Seit drei Jahren ist Bertram Schmitt Richter beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Wie er dahin gekommen ist, wie die Arbeit dort aussieht und was er vom Vorwurf "Schwarz gegen Weiß" hält, erzählt er im Gespräch mit LTO.

Vor seiner Tätigkeit am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) war Bertram Schmitt unter anderem Richter beim BGH, Ad-hoc-Richter beim EGMR und Honorarprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht. Daneben gibt er gemeinsam mit Lutz Meyer-Goßner den Standardkommentar im Strafprozessrecht heraus.

Vor gut zwanzig Jahren, am 17. Juli 1998, wurde mit der Verabschiedung des Rom-Statutes der rechtliche Rahmen für den Ständigen Internationalen Strafgerichtshof gelegt. Dort wird über Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und – neu – auch über Verbrechen der Aggression geurteilt. Schmitt leitet am Strafgerichtshof derzeit das Ongwen-Verfahren. Dem ugandischen Rebellenführer werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 70 Fällen vorgeworfen.

Im LTO-Podcast erzählt Bertram Schmitt über seine Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof und wie er dahin gekommen ist. Er berichtet, wie sich die Arbeit am ICC von der an einem deutschen Gericht unterscheidet, aber auch über die Schwierigkeiten, die die Zusammenarbeit mit Kollegen mit anderem kulturellen, vor allem aber auch beruflichen Hintergrund mit sich bringt. Deutlich reagiert er auf den Vorwurf, der Gerichtshof würde nur Taten auf dem afrikanischen Kontinent verfolgen und deshalb "neokolonial" agieren. Es gäbe, so Schmitt, kaum eine internationale Institution, in der Menschen aus Afrika so viel zu sagen hätten wie beim ICC.

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Zitiervorschlag

LTO-Podcast mit IStGH-Richter Bertram Schmitt: "Austritte schmerzen natürlich" . In: Legal Tribune Online, 21.04.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/28199/ (abgerufen am: 20.05.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 21.04.2018 22:11, M. D.

    "kaum eine internationale Institution, in der Menschen aus Afrika so viel zu sagen hätten wie beim ICC." Was soll den das bedeuten? Werden Schwarze vor Weißen bevorzugt?(Sarkasmus)

    An sich ist der Internationale Gerichtshof nicht viel mehr als eine alberne Spaß-Veranstaltung. Selbst die USA haben ihn nicht anerkannt. Was soll so ein Gericht bringen? Was für eine Verschwendung von Geldmitteln.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 22.04.2018 00:01, Spötter im Sonnenuntergang

      Hallo @M.D.,

      ja aber einer mit dem Sendungsbewusstsein der moralisch Guten.

      Solche Gruppen sind etwa Menschen, die historisch benachteiligt wurden oder werden – wie Schwarze oder Frauen. Oder Angehörige einer Minderheit, etwa Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund. Oder Menschen, die sich in ihrer sexuellen Orientierung oder Identität von der Mehrheit unterscheiden. All diese Gruppen werden gerne als Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse dargestellt.

      «Der Prototyp des Täters ist der weisse heterosexuelle Mann, weil er durch alle Opfer-Filter fällt», stellen sie fest. Sarah Diefenbach erklärt: «Diese Opferhierarchie fördert Schubladendenken, weil die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe den Opferstatus und das Vermeiden von Schuldzuweisungen nahelegt.»
      Aus: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/fehlende-sachlichkeit-schaufelt-sich-die-political-correctness-ihr-eigenes-grab

      Guck'st Du: Deutsche (aber nur die echten) sind ja sowie so Nazis und Weiße immer an allem Schuld!

      Kartoffeln sind also die Allerletzten wenn sie aus der Köterrasse kommen.

      Neger die aller vornehmsten Opfer, zumindest wenn sie schwarze Haut haben und Lesbe oder Homo und dann noch im falschen Körper sind und manchmal glauben auch weiblich zu sein.
      Da kann rechnen, schreiben und zählen oder lesen schon zu Diskriminierung werden, besonders auf den Abschlusszeugnissen, zum Ingenieur der Sozialisten, Juristen, was mit Medien oder so...

      Was glaubst Du was los ist wenn die dann auch noch Kopftuch tragen...

      Das kans't Dir gar nich' ausdenken, so was!

    • 22.04.2018 11:36, M. D.

      Entweder verstehe ich ihren Sarkasmus nicht, oder das ist einfach ein sehr wieder Kommentar.
      Würden sie sich etwas klarer ausdrücken, was denken sie über die von mir genannten Dinge?

    • 22.04.2018 11:37, M. D.

      Entschuldigung, statt "wieder" "wirrer"

    • 22.04.2018 11:59, Spötter+am+Mittag

      Das ist übrigens nicht der echte Spötter.
      Aber sei's drum. Ihrem Kommentar Stimme ich zu. Viel zu oft werden Minderheit wegen "political correctness" anders behandelt als man es sollte.
      Der Den Haager Gerichtshof ist eine nette Idee, aber momentan ohne viel Sendungsbewusstsein.

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