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Entscheidung am 11. Juli erwartet: Zschäpes Schluss­wort im NSU-Pro­zess

03.07.2018

Nach mehr als fünf Jahren steht der NSU-Prozess vor dem Abschluss: Am 11. Juli will das OLG München sein Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte sprechen. Zschäpe distanzierte sich erneut von den Anschuldigen.

"Bitte verurteilen Sie mich nicht stellvertretend für etwas, was ich weder gewollt noch getan habe" - so lautete das persönliche Schlusswort der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München (OLG). Damit distanzierte sich Zschäpe noch einmal von den Verbrechen ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, bevor der langjährige Prozesse voraussichtlich bald sein Ende finden wird. Denn am 11. Juli 2018 soll das OLG sein Urteil im NSU-Prozess sprechen, wie der vorsitzende Richter am Dienstag bekanntgab.

Den Ermittlungen zufolge hatten Mundlos und Böhnhardt während der fast 14 Jahre, in denen das Trio im Untergrund lebte, zehn Menschen erschossen und zwei Sprengstoffanschläge verübt. Das Motiv war in fast allen Fällen Fremdenhass. Ein Mordopfer war eine Polizistin in Heilbronn. Der NSU-Prozess soll klären, welche Schuld Zschäpe und die Mitangeklagten dabei trifft. Mundlos und Böhnhardt hatten sich das Leben genommen.

Die Bundesanwaltschaft sieht Zschäpe als Mittäterin und hat lebenslange Haft mit Sicherungsverwahrung beantragt. Zschäpes zwei Verteidigerteams halten sie für die Morde und Anschläge für unschuldig. Unterschiedlich sehen die Verteidiger Zschäpes Schuld an den anderen Straftaten: Ihre drei ursprünglichen Pflichtverteidiger halten lediglich eine Strafe für einfache Brandstiftung für angebracht, ihre beiden Wunschverteidiger höchstens zehn Jahre Gefängnis wegen Beihilfe bei zahlreichen Überfällen.

dpa/tik/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Entscheidung am 11. Juli erwartet: Zschäpes Schlusswort im NSU-Prozess . In: Legal Tribune Online, 03.07.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/29509/ (abgerufen am: 26.11.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 03.07.2018 14:57, 123

    hoffentlich gibt es genug Belege um diesen Schwachsinn zu widerlegen.

    und danach bitte ran an den Verfassungsschutz.. was macht der Typ noch vor dem Mord im Internetcafé?!

    • 03.07.2018 15:55, RA Würdinger

      Wie z.B. auch beim Oktoberfestattentat 1980 wird sich eine "Verstrickung" staatlicher Behörden bzw. Mitarbeiter staatlicher Behörden nicht feststellen lassen.

    • 03.07.2018 16:57, 123

      abwarten - das ist 38 Jahre her.

    • 04.07.2018 07:21, RA Würdinger

      Glauben Sie allen Ernstes, dass sich da noch irgend etwas tut? https://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberfestattentat
      Ich kann Ihnen auch eine Ursache dafür anbieten, warum die "Ermittlungen" zu nichts führen werden: Es ist politisch nicht erwünscht.

    • 04.07.2018 13:27, 123

      Die Hoffnung stirbt zumindest zuletzt. :)

  • 04.07.2018 20:21, Harald

    "Den Ermittlungen zufolge hatten Mundlos und Böhnhardt während der fast 14 Jahre, in denen das Trio im Untergrund lebte, zehn Menschen erschossen und zwei Sprengstoffanschläge verübt. Das Motiv war in fast allen Fällen Fremdenhass. Ein Mordopfer war eine Polizistin in Heilbronn. Der NSU-Prozess soll klären, welche Schuld Zschäpe und die Mitangeklagten dabei trifft. Mundlos und Böhnhardt hatten sich das Leben genommen." Zitat Ende

    Wie viele Lügen befinden sich in vorstehendem Zitat?

    Welche Ermittlungen belegen denn, dass Böhnhardt und Mundlos zehn Menschen erschossen hätten? Im Gegenteil ergaben die Ermittlungen mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Böhnhardt und Mundlos mit den ihnen zur Last gelegten Verbrechen nichts zu tun gehabt haben können.

    Allerdings wurden die ermittelten entlastenden Umstände der Bundesanwaltschaft systematisch vorenthalten. Verantwortlich dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit die StAin Greger beim GBA, welche als Verbindungsbeamtin zwischen der BAO Trio und dem GBA eingesetzt war. Die kontrollierte genau, ob der "Ermittlungsauftrag" des GBA, beim EA "Zentrale Auswertung" auch genau umgesetzt wurde.

    Die detaillierte Urteilsbegründung wird sehr interessant. Der Tanz beginnt erst.

    • 04.07.2018 20:54, 123

      die wird sehr interessant.

      und für die Behauptungen gibts sicher Quellen, nech?

    • 05.07.2018 09:27, Harald

      Klaro doch. Aber nech hia.

    • 05.07.2018 09:33, 123

      aber dass mit denen irgendetwas nicht gestimmt hat, da sind wir uns schon einig oder?

      Pink Panther-Videos, Bude abfackeln, jahrelang im Untergrund leben, Überfälle, Sprengstoffanschlag etc.

  • 05.07.2018 21:03, Aluhut

    Die beiden Uwes waren Undercover-Triple-Agenten der Linken, ausgebildet wurden sie bei der SED. Gut, da waren sie 3 Jahre alt, aber früh übt sich.

    Können wir die irrsinnigen Verschwörungstheorien jetzt bitte endlich lassen und mordende Nazis einfach mal nur als mordende Nazis sehen? Das reicht doch.