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Als Publikumsjoker bei "Wer wird Millionär": Jurastudentin bringt Kandidaten um Gewinn

08.05.2013

Der falsche Rat einer Jurastudentin hat einen Kandidaten bei "Wer wird Millionär" seinen Gewinn gekostet. Bei der 125.000 Euro Frage zum Ursprung des Wortes Tribüne meldete sich die 19-Jährige als Publikumsjoker. Der Kandidat verließ sich auf ihre Kenntnisse in Latein und Rechtsgeschichte und musste mit 500 Euro nach Hause gehen.

In der Sendung am Montag spielte ein 32-jähriger Berliner um 125.000 Euro, als er auf den Publikumsjoker zurückgreifen musste. Die 13. Frage lautete: "Wer auf der "Tribüne" Platz nimmt, tut dies der Wortherkunft zufolge eigentlich, um ...?" - "A: gekrönt zu werden", "B: Recht zu sprechen", "C: Orgien zu feiern" oder "D: Almosen zu verteilen". Nachdem ihm der Telefonjoker, sein früherer Deutsch- und Geschichtslehrer, zu Antwort B geraten hatte, fragte er vorsichtshalber noch das Publikum. Es meldete sich eine 19-jährige Jurastudentin mit großem Latinum.

Die Studentin war sich sicher, dass Antwort D richtig ist. "Ich hatte dieses Jahr römische Rechtsgeschichte und wenn der Tribun was mit Recht zu tun gehabt hätte, würde ich es wissen", begründete sie ihre Wahl.

So viel Selbstsicherheit beeindruckte auch den Kandidaten, der sich schließlich für Antwort D entschied. Nach einer Werbeunterbrechung verlas Moderator Günther Jauch die richtige Antwort: "Der Begriff 'Tribüne' geht zurück auf den römischen 'Tribun'. Wir kennen den Begriff Tribunal - Tribunal ist der erhöhte Platz für den Richterstuhl des Tribunen." Antwort B wäre also doch richtig gewesen.

Dem 32-Jährigen blieb am Ende nur ein Gewinn von 500 Euro. Sein Pech trug er dennoch mit Fassung. Die Studentin, über die nach der Sendung im Internet ein "shitstorm" losbrach nahm er auf seiner Facebook-Seite in Schutz: Die Häme habe sie nicht verdient.

asc/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Als Publikumsjoker bei "Wer wird Millionär": Jurastudentin bringt Kandidaten um Gewinn . In: Legal Tribune Online, 08.05.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/8691/ (abgerufen am: 17.09.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 08.05.2013 14:53, Toni

    Einfach nur peinlich. Vermutlich im ersten Semester, macht gerade den kleinen Nebenfachschein in röm. Recht und fühlt sich jetzt schon wie eine ganz große

  • 08.05.2013 16:09, Natalie

    Oh wie ärgerlich...

  • 08.05.2013 16:20, Laura

    Ich habe die Sendung auch gesehen. Herr Jauch hatte noch Bedenken geäußert, dass nur, weil der römische Volkstribun kein Recht gesprochen habe, der Rückschluss auf die Almosen nicht zwingend sei. Der Kandidat hätte auch, da er selbst nach eigenem Bekunden keine Ahnung hatte, bei zwei Jokern mit einem non liquet die bereits erspielten 64.000 € nehmen und das Spiel beenden können. Insofern finde ich nicht, dass der jungen Dame aus dem Publikum ein großer Vorwurf zu machen ist. Sie ist nicht der erste Publikumsjoker, der falschen Rat erteilt hat.

  • 08.05.2013 16:24, Xaerdys

    Ich find es unglaublich wie auf dem Mädel rumgehackt wird. Sie war sich bei einer falschen Antwort sicher. Na und? Kommt vor auch bei anderen und mit Sicherheit bei den Leuten, die sich hier lustig über die Bank beschweren. Sie hat lediglich den Volkstribun mit dem Militärtribun verwechselt, besser ausgedrückt, sie kannte letzteren wohl nicht. Kein Grund, daraus jetzt ne große Sache zu machen und schon gar nicht über ihren Charakter zur Urteilen.

  • 08.05.2013 17:47, Katharina

    Weil der Tribun bekanntlich aber gar kein Richter war, kann er schlecht auf einem Richterstuhl gesessen haben. Es waren deshalb alle vier Antworten falsch, und der Kandidat sollte, wie in solchen Fällen üblich, eine zweite Chance erhalten.

  • 08.05.2013 19:44, Harald

    Ich schließe mich Katharina an.

  • 08.05.2013 22:50, goldelse

    Scheiß RTL.

  • 08.05.2013 22:51, goldelse

    "Schei* RTL"

  • 08.05.2013 22:56, Klaus Lücke

    Das soll die 125 Tsd-Euro-Frage gewesen sein !? Daher wurde wohl zu viel hinter der Frage vermutet, die allenfalls das Zeugs für eine 1000- oder 4000-Euro-Stufe gehabt hätte. Denn mit einem "Tribunal" kann doch wohl jeder etwas anfangen - und das nicht nur wegen "Schiller", sondern vor allem seit Mitte des 20. Jh. via Völkerstrafrecht die Verlierer medienwirksam von Tribunalen abgeurteilt werden.

  • 08.05.2013 23:15, Heiliger Bimbam

    @ Klaus Lücke: Die Frage war aber nicht nicht, welche Bedeutung das Wort "Tribunal" jetzt hat oder in den letzten paar Jahrhunderten hatte, sondern welche es zum Zeitpunkt seiner Entstehung hatte - und da kommt man eben nicht umhin zu fragen, was der Tribun, der auf dem "Tribunal" gesessen hat, seinerzeit eigentlich gemacht hat (Rechtsprechung jedenfalls nicht).

  • 08.05.2013 23:18, Heiliger Bimbam

    @ Klaus Lücke: Die Frage ist aber nicht, welche Bedeutung das Wort "Tribunal" jetzt hat oder in den letzten Jahrhunderten hatte, sondern welche es zum Zeitpunkt seiner Entstehung vor mehr als zweitausend Jahren hatte - und da kommt man ja wohl nicht umhin zu fragen, was der Tribun, der auf dem "Tribunal" seinerzeit gesessen hat, denn so gemacht hat (Rechtsprechung jedenfalls nicht).

    • 09.05.2013 07:40, Frank

      Der Duden (7. Auflage) hilft bei der Suche nach der richtigen Antwort (B) so:Tribüne leitet sich aus dem lateinischen "tribunal" ab. Dies wird übersetzt mit "(erhöhter) Richterstuhl". Publikums-Joker Isabel Leinenbach sah die Wortherkunft in tribuere (lat., zuteilen, zuweisen, gewähren). Das schließt Katharina Kagerer von der Abteilung Lateinische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München in der B.Z. aus: Zwar seien "tribunal" und "tribuere" mit "tribus" (Bezirk) verwandt, "aber 'tribunal' hat sich nicht aus 'tribuere' entwickelt".

      Übrigens gilt weiterhin: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Das bezieht sich nicht auf die Kommentare hier, sondern auf diese seltsamen Publikumsjoker, die sich eben nicht sicher sind und trotzdem aufstehen.

    • 09.05.2013 16:24, Xaerdys

      Ansich ist aber schon die Frage problematisch. Kein seröser Sprachwissenschaftler wird sich zutrauen eine Wortherkunft bei einem Wort aus der Antike zu definieren. Sprache ist veränderlich, wer weiß also, ob nicht wirklich mal Almosen von einer Tribüne verteilt wurden.

      @Frank: Sie verkennen, dass sie sich eben nicht unsicher war und trotzdem geantwortet, sondern sich sicher war. Nach Ihrer Logik, kann man den Publikumsjoker abschaffen, denn es dürfte ja auch niemand mehr antworten, der sich sicher ist.

  • 11.05.2013 10:07, Daniel

    Sehr, sehr schwacher Artikel. Zumindest von einem LTO-Artikel zum Thema hätte ich mir ein wenig Aufklärung darüber gewünscht, ob denn die Dame im Publikum wirklich falsch gelegen hat oder die RTL-Antwort vielleicht falsch war (bzw. die Frage einfach falsch gestellt und nicht richtig beantwortbar). So können es auch Boulevardmedien; wenn darüber schon auf LTO berichtet wird, sollte auch etwas fundierter berichtet werden. Seröser kann es offenbar das "Sprachlog": http://www.sprachlog.de/2013/05/09/von-tribunen-und-tribuenen/

  • 03.11.2018 10:35, <a href="https://www.sauf-trinkspiele.de/">www.sauf-trinkspiele.de</a>

    Da hilft es dann nur noch sich anschließend ordentlich zu betrinken. Mit 500€ bekommt man auf jedem Fall nen guten Rausch hin.