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VG Schleswig-Holstein verneint Klagebefugnis: Umwelt­hilfe schei­tert mit Klagen gegen KBA

14.12.2017

Die Deutsche Umwelthilfe muss in ihrem Kampf gegen umweltschädliche Diesel eine juristische Schlappe hinnehmen. Das VG in Schleswig wies Klagen der Umweltschützer gegen das Kraftfahrt-Bundesamt ab. Nun könnte das BVerwG entscheiden.

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht (VG) hat Klagen der Deutschen Umwelthilfe gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Abgasskandal abgewiesen. Der Verband sei nicht klageberechtigt, entschied die dritte Kammer des Gerichts (Urt. v. 13.12.2017, Az. 3 A 26/17 u.a.).

Über den Inhalt der Klagen wurde nicht verhandelt. Die Umweltschützer wollten mit den Klagen gegen das nach ihrer Auffassung unzureichende Vorgehen der Behörde gegen den Betrieb unzulässiger Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung in Autos vorgehen. Der Verband wollte unter anderem erreichen, dass das KBA die Typengenehmigungen von zwei Opel-Modellen zurücknimmt. Zudem sieht die DUH die Rückrufanordnung gegenüber Volkswagen als nicht ausreichend an. Beigeladen in vier Verfahren war Opel und in einem Verfahren Volkswagen.

Die Deutsche Umwelthilfe sei zwar ein anerkannter Umweltverband und könne als solcher auch grundsätzlich klagen, erläuterte ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung. Allerdings nur in bestimmen Vorhaben. Und die Typengenehmigungen, um die es am Mittwoch ging, gehören nach Ansicht des Gerichts nicht zu diesen Vorhaben. Die nach dem Verwaltungsprozessrecht erforderliche Befugnis ließe sich weder aus dem Umweltrechtsbehelfsgesetz noch aus dem einschlägigen Europa- bzw. Völkerrecht herleiten, so die Auffassung des Gerichts.

Umwelthilfe will Sprungrevision zum BVerwG

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Thematik ließ das Gericht sowohl die Berufung zum Oberverwaltungsgericht in Schleswig als auch die Sprungrevision direkt zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu.

Der Bundesgeschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, zeigte sich enttäuscht von dem Urteil. "Wir bedauern, dass die Klagen abgewiesen wurden", sagte er. "Die Rechtsansicht des Gerichts, dass weder ein von Dieselabgasen betroffener Bürger noch ein Umweltverband berechtigt ist, die Zulassungspraxis des Kraftfahrtbundesamts vor Gericht zu bringen, ist der Offenbarungseid des Rechtsstaats." Die "Kungelei" zwischen Bundesregierung, Zulassungsbehörde und Autokonzerne gehe so unkontrolliert weiter. Er betonte, dass jedes Jahr rund 12.860 Menschen vorzeitig an den Folgen des Dieselabgasgiftes Stickstoffdioxid stürben.

Resch geht davon aus, dass das Urteil in den Instanzen keinen Bestand haben wird, und fordert das KBA auf, der Sprungrevision zuzustimmen. Das Amt wollte sich nach der Verhandlung nicht äußern. Ein Sprecher von Opel sagte: "Wir sehen uns in unserer Auffassung bestätigt. Dem ist nichts hinzuzufügen." Volkswagen begrüßte die Entscheidung des Gerichts.

dpa/acr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

VG Schleswig-Holstein verneint Klagebefugnis: Umwelthilfe scheitert mit Klagen gegen KBA . In: Legal Tribune Online, 14.12.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26011/ (abgerufen am: 21.08.2019 )

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Kommentare
  • 14.12.2017 21:23, Haha

    Endlich! Diesem Verein gehört überhaupt sofort die Verbandsklagebefugnis entzogen!

    • 15.12.2017 08:35, Hihi

      Finde ich auch, meine Aktien in Dieselunternehmen haben schon genug gelitten. Da muss endlich wieder mehr Diesel verbrannt werden, damit sich meine Wertpapiere erholen. Da stören solche Blumenfreunde nur!!!111elfdrölf

    • 15.12.2017 08:46, @Topic

      @Hihi
      Setzen Sie sich erst mal mit der Materie auseinander, bevor sie hier dumm-dreiste Posts hinterlassen. Bei der DUH geht es schon lange nicht mehr um Blumenfreunde oder gar die Umwelt. Da geht es ausschließlich um die Profilierungssucht einiger Herren gesetzen Alters, um Abmahnungen von Klein- und mittelständischen Unternehmen, um Verstrickungen mit hochrangigen Grünen Politikern in Baden-Württemberg und das Ganze wird aus nachvollziehbaren Gründen von Toyota gesponsert. Von den völlig unsinnigen Grenzwerten und der seit 1990 sich im Sinkflug befindlichen Schadstoffwerte ganz zu schweigen. Aber als naiver linker Gutmensch ist man natürlich dem Glauben verfallen, dass eine NGO die Deutsche "Umwelthilfe" heißt, nur gut sein kann. Dafür riskiert man auch schon mal völlig unnötigerweise die ein oder andere Schlüsselindustrie. Selbstredend, ohne auch nur ansatzweise die Konsequenzen erahnen zu können.

    • 15.12.2017 10:50, Kunibert

      @topic: Oh persönlich betroffen, oder wieso der aggressive Ton? Kaffe schon vor Wut neben den Tisch gespuckt, wie es sich für einen Reaktionären gehört? Wollen Sie noch ein Taschentuch für die Tränen?

    • 15.12.2017 10:56, Hihi

      Komisch, die USA sehen die Grenzwerte als ordentlich an bzw. haben noch strengere. Aber klar: So lange der Diesel nicht rumcoalt und der Putz nicht endlich wieder schwarz ist, wird _die_ Schlüsselindustrie in Deutschland natürlich vernichtet! Deutsche Schlüsselindustrie muss dreckig und gesundheitsgefährdend sein, anders geht es natürlich nicht!!!11elf Lang lebe die deutsche Schlüsselindustrie!!!!111elf

      Haben Sie evtl. zu viele VW-Aktien gekauft und Ihre Altersvorsorge darauf aufgebaut? Tja, Pech. Zeiten ändern sich. Trösten Sie sich, es gibt genügend Selbsthilfegruppen, in welchen Sie in nettem Beisammen rumheulen können - irgendjemand wird sicherlich in den Stuhlkreis auch seinen Dieselwagen stellen und laufen lassen, so dass Sie alle den schönen Dieselgeruch einatmen und sich besser fühlen können.

    • 15.12.2017 14:17, Haha

      @Hihi
      Hat hier jemand die Abschaffung der Grenzwerte gefordert?

    • 16.12.2017 14:14, Urs

      Also @topic's Antwirt könnte man durchaus so werten: "Von den völlig unsinnigen Grenzwerten"

    • 17.12.2017 21:38, Haha

      @ Peter

      Wenn 1000 Leute durch 1,5 m tiefes Wasser waten und einer ertrinkt - ist es dann sinnvoll, die maximal zulässige Wassertiefe auf 1 cm festzulegen?

    • 18.12.2017 15:15, Peter

      Sie wollen also sagen, dass man Menschenleben gegeneinander abwägen soll, quasi quantitativ.

      In der Staatsrechts-/Grundrechte-Vorlesung geschlafen?

    • 18.12.2017 15:25, @Topic

      @Peter:
      Verfolgte man Ihre Argumentation, müsste man jeglichen Verkehr, bei dem Emissionen entstehen, komplett verbieten, da womöglich eine einzige Person zu Schaden oder gar zu Tode kommen könnte. Merken Sie selbst, ne?

    • 19.12.2017 09:01, header

      @Topic: Nun, wenn das Ihre Wahrnehmung ist, dann ist diese sehr selektiv. Soweit ich die Kommentare lese, geht es nur um die Einhaltung von rechtmäßig festgelegten Grenzwerten. Die wurden damals auch unter Zuhilfenahme von der Auto-Lobby so akzeptiert.

      Ihre Argumentation dahingehen verstehe ich als: Egal ob es Gesetz ist, es trifft jemanden, der so sein Geschäftsmodell nicht fahren kann. Also ist es kacke und muss missachtet werden.

    • 19.12.2017 09:06, Marsh

      @Topic: Ganz mein Reden. Das habe ich schon bei den Rauchverboten so geschrieben. Nur weil jemand nicht rauchen möchte, heißt das nicht, dass er gleich stirbt, wenn er in eine Kneipe geht oder auf eine Feier, wo Raucher sind. Die Zwangsläufigkeit gibt es nicht.

    • 19.12.2017 09:14, @Topic

      @header
      Selbstverständlich sind geltende Grenzwerte einzuhalten. Den Managern der Autoindustrie ist vorzuwerfen, dass sie die Festsetzung der aktuellen Grenzwerte mehr oder weniger klaglos hingenommen haben, obwohl sie auch zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon wussten, dass die Grenzwerte untern normalen Bedingungen kaum einzuhalten sind. Ein Aufbegehren gegen die Grenzwerte hätte aber mit Sicherheit zu einer Welle der Entrüstung auf Seiten der Berufsempörten geführt, weshalb das Verhalten der Manager irgendwie auch alternativlos war.

      Allerdings geht es in diesem Thread primär um die Frage, ob der geltende NOx-Grenzwert willkürlich festgesetzt worden ist, wofür viel spricht. Und in diesem Zusammenhang natürlich um die Frage, wie viel Schaden ein Grenzwert anrichtet, von dem keiner einen (nachgewiesenen) Nutzen hat.

    • 19.12.2017 09:45, header

      @Topic:

      "Berufsempörte".

      Zur Zeit sehe ich aus meiner anwaltlichen Tätigkeit eher, dass sich normale Familienmenschen gegen VW bzw. den Händler wehren, weil Ihnen etwas verkauft wurde, was rechtlich nicht zulassungsfähig ist - ohne dass ihnen dieser Mangel mitgeteilt wurde, obwohl der Hersteller ihn kannte.

    • 19.12.2017 10:20, @Topic

      @Header
      Das ist natürlich deren gutes Recht. Das stellt hier auch keiner in Abrede, oder? Unabhängig davon muss die Frage nach der Sinnhaftigkeit der aktuellen Grenzwerte gestellt und diskutiert werden. Das tun wir hier.

    • 19.12.2017 10:40, header

      Völlig richtig. Mir ging es mehr um die teilweise kindlichen Zwischentöne und der Absolutheitsanspruch der eigenen Meinung in einigen Kommentaren.

  • 15.12.2017 10:57, @Topic

    Haben Sie etwas zum Thema beizutragen?

    • 18.12.2017 15:20, GenoSc

      Die LTO hat den Artikel geschrieben, also sollte man davon ausgehen, dass sie etwas zum Thema beigetragen hat?

  • 15.12.2017 10:57, Hihi

    @topic: Beleidigter Justiziar von 'nem Autozulieferer?

    • 15.12.2017 11:36, @Topic

      Erstaunlich, welche Rückschlüsse von Leuten mit Scheuklappen gezogen werden, wenn jemand eine Meinung äußert, die der eigenen nicht entspricht. Nein, ich habe weder einen Diesel, noch VW-Aktien, noch bin ich bei einem Automobil-Hersteller oder -Zulieferer beschäftig. Aber ich bin in der Lage, das Wirken der NGOs kritisch zu hinterfragen.

    • 15.12.2017 12:29, Peter

      @@topic: Naja, "hinterfragen" machen Sie ja nicht. Sie stellen Ihre Meinung genauso gegeben dar, wie alle anderen. Ob die eine nun vorzugswürdiger ist, als die andere, sei mal dahingestellt. Aber die ganzen Kommentare hier zeugen eher von Juvenilität als von juristischem Sachverstand.

    • 15.12.2017 12:53, @Topic

      Selbstverständlich habe ich hinterfragt. Und zwar die Daseinsberechtigung der DUH insgesamt. Jeder mit Verstand sollte das tun, sofern er sich zuvor mit ihr und den Machenschaften beschäftigt hat. Aber ist natürlich einfacher und bequemer, zu glauben, dass eine Organisation, die DUH heißt, nur Gutes im Schilde führen kann. Ich verstehe das.

    • 16.12.2017 14:15, Peter

      Ich entnehme Ihrer Antwort, insbesondere dem letzten Satz, dass sie nicht "nüchtern" schreiben wollen. Da erscheint es mir dann auch nicht wirklich überraschend, dass hier die Kommentarfunktion sich so aufheizt.

    • 17.12.2017 12:15, @Topic

      Jeder darf gerne dazu Stellung nehmen, inwiefern er es für sinnvoll hält, dass kleinste Autohändler mit Abmahnungen der DUH bedacht werden, nur weil bspw. irgendeine Verbrauchs- oder Abgaswertangabe in einer Anzeige fehlt. Oder gerne auch zu den Verstrickungen zwischen einigen grünen Politikern (insbesondere in BW) mit der DUH und deren Tochtergesellschaften oder zur Frage, warum ausgerechnet Toyota die DUH sponsert. Und wer sich auskennt, darf auch gerne beantworten, warum im Büro im Vergleich zur Straße ein mehr als zwanzig mal so hoher NOx-Grenzwert gilt bzw. warum zur Festsetzung der Grenzwerte im Freien auf (völlig ungenaue) epidemiologische Studien der WHO zurückgegriffen worden ist . Hierzu müsste man sich aber mit der Sache intensiv beschäftigen. Da ist es für viele offenbar einfacher, das altbewährte Muster "böse (Automobil-) Industrie vs. heilige Umwelschützer" aufrechtzuerhalten, selbst wenn es zumindest in diesem Fall absolut verkehrt ist. Zudem setzte dies die Bereitschaft voraus, zu erkennen, dass eine NGO nicht per se gut ist. Daran mangelt es hier allerdings den meisten Foristen, weshalb eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema unmöglich ist.

    • 17.12.2017 17:23, Peter

      @Topic:

      Also heißt dies, dass die absichtliche, verheimlichte Nichteinhaltung der Grenzwerte durch die Autoindustrie völlig in Ordnung ist (Nichtbeachtung geltender Rechtsvorschriften) und die DUH hier der Bösewicht ist?

    • 17.12.2017 21:45, Haha

      @ Peter

      Wenn 1000 Leute durch 1,5 m tiefes Wasser waten und einer ertrinkt - ist es dann sinnvoll, die maximal zulässige Wassertiefe auf 1 cm festzulegen

    • 17.12.2017 23:40, K.Lauer

      @topic schrieb "Und wer sich auskennt, darf auch gerne beantworten, warum im Büro im Vergleich zur Straße ein mehr als zwanzig mal so hoher NOx-Grenzwert gilt " Gerne. Hier werden Sie geholfen. Nur das mit dem Büro stimmt leider überhaupt nicht:
      https://www.umweltbundesamt.de/themen/unterschied-zwischen-aussenluft

    • 18.12.2017 07:07, @Topic

      @K.Lauer
      Da hat sich ein Beamter des Umweltbundesamtes aber ganz besonders verdient gemacht. In Büros und an Industriearbeitsplätzen arbeiten natürlich niemals Schwangere oder sonstige empfindliche Personen. Und die arbeitsmedizinische Untersuchung findet ja auch mindestens alle zwei Wochen statt und stellt insbesondere auf die Lungenwerte ab. Ist klar. Außerdem hält man sich an der Arbeit ja auch nur ca. 15 Minuten täglich auf, während man ca. 8 bis 10 Stunden am Tag am Stuttgarter Neckartor unterwegs, ohne dabei auch nur einmal 10 Meter hinter die Messstation zu laufen, wo die Werte schon konstant unter dem Grenzwert sind.

      Der entscheidende Satz ist übrigens dieser: "Bei der Ableitung von Arbeitsplatzgrenzwerten werden zumeist Probandenstudien oder tierexperimentelle Studien zugrunde gelegt." Im Gegensatz zu den Studien der WHO, die nur epidemiologisch und daher vollkommen ungenau sind, basieren die Grenzwerte für Arbeitsplätze also auf toxikologischen Studien.

    • 18.12.2017 15:17, Peter

      @Haha: Also fordern Sie eine aktive Abwägung von Menschenleben untereinander und gegenüber der Berufsausübung eines Unternehmens?

      Sie sind aber noch nicht mit dem Jurastudium angefangen oder haben Sie die ÖR-Vorlesungen bisher verschlafen?

    • 18.12.2017 15:22, @Topic

      Wer redet denn hier von einer Abwägung?

      Gruß nach Norddeutschland

    • 18.12.2017 19:51, K.Lauer

      @topic schrieb: "Im Gegensatz zu den Studien der WHO, die nur epidemiologisch und daher vollkommen ungenau sind" Was nur zeigt, dass Sie weder das WHO REVIHAAP Dokument gelesen haben, noch im Bilde über epidemiologische Studien sind. Eine Arbeitsgruppe der WHO hat die verfügbare Evidenz gesichtet, wozu natürlich sowohl toxikologische als auch epidemiologische Studien gehören.
      http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/air-quality/publications/2013/review-of-evidence-on-health-aspects-of-air-pollution-revihaap-project-final-technical-report
      Über die Schädlichkeit von NOx besteht unter Toxikologen und Epidemiologen weitgehender Konsens. Nur ein paar industrienahe Hanseln wollen die Gesundheitseffekte von NOx gegen Null bagatellisieren.

    • 18.12.2017 20:16, Haha

      Ach Gott, das Totschlagargument "gekaufte Studie" hat hier ja gerade noch gefehlt.

      "Über die Schädlichkeit von NOx besteht unter Toxikologen und Epidemiologen weitgehender Konsens." Das ist ja eine bahnbrechende Erkenntnis. In Ihrem Eifer haben Sie allerdings übersehen, dass das gar niemand bestreitet. Wie bei jedem Gift kommt es im Hinblick auf eine Gefährdung der Umwelt auf die Dosis an. Und wo die schädliche Dosis beginnt, ist unter Fachleuten mindestens umstritten.

    • 18.12.2017 20:54, K.Lauer

      Sie haben völlig recht. Der Jahresdurchschnittswert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird von vielen Wissenschaftlern als zu hoch angesehen, da bereits gesundheitsschädliche Auswirkungen ab 20 Mikrogramm pro Kubikmeter festgestellt werden. Die WHO diskutiert eine Absenkung des Jahresdurchschnittswertes auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter.

    • 18.12.2017 22:11, Haha

      Ja ja, die WHO und was die nicht alles fordert und diskutiert. Die braucht ja auch ihre Daseinsberechtigung. Innovativ wäre doch mal die Forderungnach einem negativen Stickoxid-Ausstoß von sagen wir -100 Mikrogramm.

    • 19.12.2017 09:03, header

      "Ja ja, die WHO und was die nicht alles fordert und diskutiert. Die braucht ja auch ihre Daseinsberechtigung."

      Ach, und Sie meinen nicht, dass dass für die Verbrennerindustrie ebenso gilt? Andererseits kann man Verbrenner verbessern und durch bessere Technik austauschen.

    • 19.12.2017 09:18, @Topic

      @header:

      "Ach, und Sie meinen nicht, dass dass für die Verbrennerindustrie ebenso gilt? "

      Doch, aber im Gegensatz zur WHO verdienen Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt in der "Verbrennerindustrie" und sichert diese zu einem großen Teil unseren Wohlstand.

      "Andererseits kann man Verbrenner verbessern und durch bessere Technik austauschen."

      Das ist richtig und sobald es bessere Technik gibt, sollten wir das auch tun. Vorher aber lieber nicht.

    • 19.12.2017 09:50, header

      @Topic:

      "Doch, aber im Gegensatz zur WHO verdienen Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt in der "Verbrennerindustrie" und sichert diese zu einem großen Teil unseren Wohlstand."

      Also ist Ihr Ansatz: Lieber dem Menschen die Arbeit lassen, als durch gesetzgeberische Verfahren Technologieentwicklungen voranzutreiben? Ich verstehe ja, dass man Industrien erhalten will, wenn sie einmal laufen. Aber deswegen heute noch auf das Verbrennen von Rohstoffen setzen, wenn man auch in alternativen setzen kann? Insbesondere, weil nur durch gesetzliche Regelungen manche Industrien zum Fortschritt bewegt werden.

      Tetraethylblei wurde auch von der Industrie verwendet, auch als bekannt war, dass es giftig ist. Erst durch gesetzliche Regelungen konnte die Industrie bewegt werden, was zu ändern. Klar, da haben sicherlich einige ihren Job verloren und mussten umschulen. Aber das Ergebnis war doch, dass die Technologie sich weiterentwickelt hat und die Motoren heute auch ohne auskommen. Und wir leben noch und der Wohlstand ist auch weiter fortgeschritten.

    • 19.12.2017 10:27, @Topic

      @Header
      "Also ist Ihr Ansatz: Lieber dem Menschen die Arbeit lassen, als durch gesetzgeberische Verfahren Technologieentwicklungen voranzutreiben? Ich verstehe ja, dass man Industrien erhalten will, wenn sie einmal laufen. Aber deswegen heute noch auf das Verbrennen von Rohstoffen setzen, wenn man auch in alternativen setzen kann? Insbesondere, weil nur durch gesetzliche Regelungen manche Industrien zum Fortschritt bewegt werden."

      Der Staat war noch nie der bessere Unternehmer. Und noch mal: Es geht hier nicht um die Frage, ob es Grenzwerte geben sollte, sondern ausschlißlich darum, ob die aktuellen NOx-Grenzwerte sinnvoll sind oder ob wir nicht eher vollkommen unnötig eine wichtige Industrie aufs Spiel setzen, von der zB. auch Ihr Wohlstand abhängt.

      "Tetraethylblei wurde auch von der Industrie verwendet, auch als bekannt war, dass es giftig ist. Erst durch gesetzliche Regelungen konnte die Industrie bewegt werden, was zu ändern. Klar, da haben sicherlich einige ihren Job verloren und mussten umschulen. Aber das Ergebnis war doch, dass die Technologie sich weiterentwickelt hat und die Motoren heute auch ohne auskommen. Und wir leben noch und der Wohlstand ist auch weiter fortgeschritten."

      Richtig, aber bei NOx ist gerade nicht wissenschaftlich belegt, ab welcher Dosis Gesundheitsgefahren drohen.

    • 19.12.2017 10:48, header

      Ob mein Wohlstand von der Verbrennerindustrie anhängt kann ich so direkt nicht beantworten. Ich berate niemanden in der Verbrennerindustrie, sondern derzeit teilweise eher deren geschädigte Kunden. Ich bastel seit Kindertagen an Fahrrädern, bin als Student gerne in dem Urlaub mit dem Rad gefahren (Südfrankreich, Italien, Korsika etc.) und fahre hin/zurück zur Kanzlei mit dem Rad. Privat habe ich einen BMW i3, falls es die Witterung nicht anders zulässt. Ich muss aber auch nicht täglich mehr als 500km fahren, zur Not habe ich noch eine Bahncard. Meine Frau fährt einen Verbrenner.

      Ich für meinen Teil hänge also direkt nicht vom Verbrenner ab, bestelle aber auch nicht viel im Internet, sondern gehe gerne auf dem Markt einkaufen - der Vorteil als Freiberufler, seine Zeit mitunter selbst einteilen zu können, bei Verschiebung der Arbeit aufs Wochenende oder die Abendstunden. Meinetwegen kann also der Frachverkehr auch gerne auf die Schiene verlagert werden - vielleicht bekommt die Bahn dann auch mehr Kompetenz, um dien Personennahverkehr auch bei Witterung (Sonne, Regen, Wind, Schnee) einigermaßen plangemäß durchführen zu können.

    • 19.12.2017 11:34, @Topic

      @Header
      Das ist ja alles sehr erfreulich, aber eben ohne Zusammenhänge gedacht. Die deutsche Automobilindustrie macht pro Jahr Umsätze in einer Höhe von etwa 430 Mrd. Euro und sorgt für rund 1,8 Mio. Arbeitsplätze. Wenn der Staat meint, durch extreme Eingriffe (vgl. Atomausstieg) in die Wirtschaft eingreifen zu müssen, dann wandern die Betriebe eben aus. Und mit ihnen die Kompetenz, wie wir das auch schon bei den Energieunternehmen beobachten mussten. Das für ein Land, das über keinerlei Rohstoffe verfügt, sondern ausschließlich von dem Know-how seiner Menschen lebt, tödlich. Insofern ist auch Ihr Wohlstand mittelbar von der Autoindustrie betroffen.

      Es ehrt Sie, dass Sie einen i3 fahren. Damit gehören Sie zu den ganz Wenigen, die sich das leisten können. Ich hatte auch schon das Vergnügen (meine ich ernst, macht wirklich Spaß). Aber man muss sagen, dass wir mit der E-Mobilität zum Glück noch nicht so weit sind, wie "wir" das eigentlich sein wollten. Denn (die völlig aus dem Ruder gelaufene) Energiewende und eine (oder mehr) Mio. E-Mobile in 2020 gehen ganz sicher nicht zusammen. Die Grenzen der Physik lassen das nun mal nicht zu... Deswegen muss allen Bestrebungen, eine von oben diktierte Verkehrswende nach dem Vorbild der Energiewende durchzusetzen, unbedingt entgegengetreten werden.

    • 19.12.2017 13:03, header

      @Topic:

      Wobei ich im Energiebereich eher das Gefühl habe, dass durch die Liberalisierung des Strom-/Gasmarktes Unternehmen aus D abgewandert sind, weil sie es nun erstmals konnten und andere Akteure eben Marktmacht verloren haben, die sie vorher durch das Monopol halten konnten. Die ganzen alten, jahrelangen Lieferungsverträge mit den Russen wurden da aufgebohrt und es wird nun transparent gehandelt. Das bringt neue Akteure auf den Markt.

  • 15.12.2017 10:58, RN

    Der Schadstoffausstoß aller Autos auf der Erde entspricht dem Schadstoffausstoß von nur 19 großen Frachtschiffen (die verbrennen ungefiltertes Schweröl). In so fern kämpft die Deutschen Umwelthilfe gegen den falschen "Gegner". Da sie halboffene Türen eintritt meine ich , dass diese Klage reine Reklame für die Deutschen Umwelthilfe ist.

    • 17.12.2017 23:25, K.Lauer

      Sie reden bei den Frachtschiffen von SOx, im Verfahren geht es um NOx. Und in welchem Land fahren Frachtschiffe flächendeckend durch die Innenstadt?

    • 18.12.2017 07:22, @Topic

      Nein, ein Frachtschiff stößt bei vergleichbare Strecke durchaus so viel Stickoxid aus wie mehrere Millionen Pkw. Ihr Vergleich hinkt zudem: Denn zum einen machen die Schadstoffe ja sicherlich nicht an der Acht-Meilen-Zone Halt, zum andern legen die Frachter zum Be- und Entladen in Regel ja auch irgendwo an...

    • 18.12.2017 13:05, K.Lauer

      Der Schiffsvergleich von RN ist whataboutism in Reinform. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Whataboutism
      Es geht um NOx in der Stadt, und da ist der Straßenverkehr mit durchschnittlich 60% Anteil Hauptverursacher. Die Schiffahrt spielt hier eine untergeordnete Rolle.
      Der Schiffsvergleich von RN, die 15 größten Containerschiffe stiessen soviel Schadstoffe aus wie alle PKW, ist wahr für SOx und falsch für NOx.
      http://www.zeit.de/2017/36/kreuzfahrtschiffe-co2-ausstoss-dreck

    • 18.12.2017 13:46, @Topic

      Whataboutism ist nun wirklich so abgedroschen, dass Sie hier echt nicht noch die Erklärung dazu verlinken müssen.

      Abgesehen davon liegt hier kein Whataboutism vor. Denn es mutet schon schräg an, dass Millionen von Autofahrer womöglich in Kürze gezwungen werden, ihre paar Jahre alten Autos zu entsorgen bzw. sich neue anzuschaffen, während die Super-Tanker munter weiter vor sich hin rußen. Das gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass die vor allem Grünen den Diesel bis vor kurzem noch wärmstens empfohlen haben. Abgesehen davon kann die Öko-Bilanz eines neuen Autos niemals positiv sein, wenn dafür ein "altes" Auto, welches vielleicht noch nicht mal die Hälfte seines normalen Lebenszyklus' hinter sich gebracht hat, verschrottet wird. Zudem werden die CO2-Werte noch stärker steigen.

      Und ja, in den Städten ist die Schadstoffbelastung sicherlich größer als auf dem Land. Aber auch dort ist sie - was den Autoverkehrt betrifft - ganz erheblich zurückgegangen und bis auf ein paar Ausnahmen ständig unter den zulässigen Grenzwerten. Unbelastete Luft, absolute Ruhe und unberührte Natur findet man halt nicht in der Stadt. Wer das will, muss eben aufs Land ziehen.

      Der Nutzen, den irgendwelche Fahrverbote brächten, steht in keinem Verhältnis zu den entstehenden Kosten und Aufwänden.

    • 18.12.2017 20:05, K.Lauer

      @topic schrieb: "Aber auch dort ist sie - was den Autoverkehrt betrifft - ganz erheblich zurückgegangen und bis auf ein paar Ausnahmen ständig unter den zulässigen Grenzwerten."
      Z.B. sank die mittlere Stickstoffdioxid-Konzentration an den verkehrsnahen Messstationen zwischen 1995 und 2015 von 48 µg/mᶟ auf 39 µg/mᶟ. https://www.umweltbundesamt.de/themen/stickoxide-emissionen-gesunken-belastung-immer-noch
      "Erheblich" ist dan nicht das erste Wort, was mir in den Sinn kommt.
      Und die "paar Ausnahmen" der NO2 Grenzwertüberschreitung sind alleine in München 123km und in Berlin 58km lang. https://www.merkur.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/schadstoff-alarm-in-muenchen-ausmass-ist-erschreckend-8497624.html
      https://www.bz-berlin.de/berlin/zu-viel-stickstoffdioxid-die-schlimmsten-dieselstrassen-berlins

    • 19.12.2017 10:18, @Topic

      @K.Lauer
      Das sind 19 %. Also ich finde das durchaus erheblich.

      Und zu Ihren km-Angaben: Da würde mich mal interessieren, in welchen Abständen die Messstationen angebracht sind und inwiefern da durchgängig die angeblichen Belastungen wirklich auftreten. Abgesehen davon ist primär die Innenstadt betroffen und wenn ich dort lebe, kann ich keine Landluft erwarten. Zudem ist auch keinesfalls belegt, dass von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft eine Gesundheitsgefährdung ausginge (ebenso wenig wie das bei 40 Mikrogramm der Fall ist).

    • 19.12.2017 19:31, K.Lauer

      "Abgesehen davon ist primär die Innenstadt betroffen und wenn ich dort lebe, kann ich keine Landluft erwarten."
      Klassischer Fall von victim blaming: Weil die Automobilhersteller ihre Betrugsdiesel nicht sauber bekommen, sollen Kinder und Atemwegskranke aus der Stadt wegziehen. Nach Bundes-Immissionsschutzgesetz beträgt der Grenzwert für das Jahresmittel von NO2 40 µg/m³. Grenzwert-Überschreitungen sind Ihrer Meinung nach aber völlig i.O., da Sie die Wissenschaftler der WHO im Verdacht haben, als linksliberale Ökofaschisten spinnerte Grenzwerte zum Schaden deutscher Premiumdiesel zu erlassen.

    • 19.12.2017 20:43, Haha

      @K.Lauer
      Victim blaming? Können Sie es vielleicht noch etwas drastischer ausdrücken? Vielleicht so wie der WDR-Fuzzie, der sich zu der Behauptung verstieg, die Autoindustrie würde die Menschen vergasen? Noch mal: Es gibt für den von Ihnen behaupteten Grenzwert keine wissenschaftliche Grundlage. Abgesehen davon: Würde ihre Behauptung zutreffen, müssten Atemwegserkrankungen in den Städten mit der sinkenden Schadstoffbelastung seit Jahren abnehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Was bleibt, ist allenfalls eine vage Vermutung. Und darauf basierend kann man nicht 13 Mio. Autofahrer quasi-enteignen. Due DUH hat schon genug Schaden angerichtet.

    • 19.12.2017 22:42, K.Lauer

      "Können Sie es vielleicht noch etwas drastischer ausdrücken?"
      Victim blaming trifft das schon ganz gut, wenn man den Opfern der Luftschadstoffbelastung auch noch sagt: selber schuld, hier zu wohnen. Sagen Sie das mal einem asthmakranken Kind, dass es in der Stadt keine Landluft erwarten kann.

      Das mit den Atemwegserkrankungen ist ein klassischer Fehlschluss, da die Ätiologie multifaktoriell ist und Luftschadstoffe nur ein möglicher Auslöser für Asthma/COPD sind.

      Und zur wissenschaftlichen Grundlage der NO2 Grenzwerte: Außer in trivialen Fällen kann die Wissenschaft keine unstrittigen Beweise liefern sondern höchstens einen robusten Konsens von Experten, der selbst immer wieder überprüft und offen für eine Neubewertung sein muss. Das ist für den 40μg/m3 Grenzwert der Fall und wie bereits geschrieben geht die wissenschaftliche Diskussion Richtung Absenkung des Grenzwertes.

    • 20.12.2017 07:16, Haha

      Danke, Sie sagen es ja nun selbst: Asthma und andere bronchiale Erkrankungen können zig verschiedene Urssachen haben. Gut, dass wir das schon mal geklärt hätten. Und für COPD ist mit Abstand der Hauptgrund das Rauchen. Wissen Sie vermutlich selbst.

      Ich kenne kein "Opfer" der Luftschadstoffbelastung und Sie auch nicht. Aber wenn es so wäre, würde ich dem Kind gar nichts sagen, jedoch würde ich die Eltern in aller Ruhe und ganz ohne Hysterie darauf hinweisen, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass NOx für das Asthma ihres Kindes verantwortlich sei. Ich würde ihnen ferner sagen, dass die Luft im hippen Kreuzberg vielleicht noch nicht ganz so sauber wie zuhause auf der Schwäbischen Alb sei, dass aber die auch die Großstädte insgesamt auf einem sehr guten Weg seien. Man könnte sie auch noch darauf hinweisen, dass die Blitze, die jährlich auf die Erde niedergehen, mehr NOx erzeugen als alle Diesel zusammen und dass die Benziner unsere CO2-Bilanz deutlich mehr belasten. Außerdem könnte man noch darauf hinweisen, dass die von ihnen favorisierte Partei Dieselfahrzeuge bis vor kurzem noch gepriesen haben. Es gäbe sicherlich noch viel mehr Themen, über die man mit solchen Eltern dringend sprechen müsste, aber das sprengte hier den Rahmen.

    • 20.12.2017 07:51, K.Lauer

      "Ich kenne kein "Opfer" der Luftschadstoffbelastung und Sie auch nicht."
      Die Menschen sterben nicht direkt an NO2, sondern an den Folgen chronischer Schadstoffbelastung, nämlich Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen. In Gegenden mit erhöhten Stickoxiden ist die Sterblichkeit erhöht. Wir sind alle von Luftschadstoffbelastung betroffen. Im Mittel leben wir durch die Belastung durch Feinstaub und Stickoxid zehn Monate kürzer.

      "dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass NOx für das Asthma ihres Kindes verantwortlich sei."
      Die EPA sieht einen Zusammenhang zwischen NOx und Asthma:
      "There is now stronger evidence for a relationship between long-term exposure to NO2 and respiratory effects, particularly the development of asthma in children." https://cfpub.epa.gov/ncea/isa/recordisplay.cfm?deid=310879

      "Blitze"
      Die Diesel bekommt man sauber mit wenigen hundert Euro Mehrkosten pro Fahrzeug, die Blitze nicht.

      Die deutsche Automobilindustrie läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren, weil sie lieber die Augen vor der Realität verschließt und sich von der hiesigen Politik protegieren lässt. So entwickelt man keine Zukunftstechnologien. Sieht man die Investitionen in Elektromobilität, weiß es die Automobilindustrie schon selbst, dass im Diesel weltweit betrachtet keine Zukunft liegt. Jetzt werden mit "Umweltprämiem" auf der Straße schmutzige Euro 6 Diesel abverkauft. Wer als Kunde den Schuss nicht gehört hat mag zugreifen. Aber dann bitte nicht ab Februar lamentieren, wenn die Karre nicht mehr in die Stadt darf.

    • 20.12.2017 10:30, Haha

      "Die EPA sieht einen Zusammenhang zwischen NOx und Asthma: "There is now stronger evidence for a relationship between long-term exposure to NO2 and respiratory effects, particularly the development of asthma in children."

      Das bestreitet doch auch keiner. Es gibt aber keine Belege, ob dies ab 20, 40, 80 oder 200 Mikrogramm der Fall ist. Wollen oder können Sie das nicht verstehen?

      "Die Diesel bekommt man sauber mit wenigen hundert Euro Mehrkosten pro Fahrzeug, die Blitze nicht."

      Nach meiner Kenntnis kostet die Nachrüstung, sofern sie überhaupt möglich ist, mindestens 1.500 bis 2.000 €. Das lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

      "Die deutsche Automobilindustrie läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren, weil sie lieber die Augen vor der Realität verschließt und sich von der hiesigen Politik protegieren lässt."

      Das ist falsch. Die deutschen Autos stoßen im Schnitt deutlich weniger Schadstoffe aus als ausländische Fabrikate. Die öffentliche Wahrnehmung ist aber freilich eine andere, weil so unnütze Vereine wie die DUH mit tatkräftiger Unterstützung linksgrüner Medien gezielt die deutschen Hersteller als Feindbild aufgebaut haben. So dumm ist man übrigens in keinem anderen Land der Welt.

      "Sieht man die Investitionen in Elektromobilität, weiß es die Automobilindustrie schon selbst, dass im Diesel weltweit betrachtet keine Zukunft liegt."

      Eine Technologie, die sich trotz massiver Subventionen nicht mal ansatzweise behaupten kann, wird sich auch langfristig nicht durchsetzen. Und nein, Norwegen mit in etwa so viel Einwohnern wie Berlin taugt NICHT als Vorbild. Das gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass wir gleichzeitig (eine völlig aus dem Ruder gelaufene) Energiewende am Start haben, wo wir nicht selten Strom aus französischen und tschechischen AKW zukaufen müssen, deren Wartungsintervalle deshalb teilweise nicht eingehalten werden können. . Von den praxisuntauglichen Reichweiten, Abbaubedingungen der seltenen Erden und Entsorgungsproblemen müssen wir gar nicht erst reden. Nur weil man die Deutschland meint, das Ende des Diesels (der AKW) sei nahe, heißt das übrigens nicht, dass der Rest der Welt auch so denkt.

      "Jetzt werden mit "Umweltprämiem" auf der Straße schmutzige Euro 6 Diesel abverkauft. Wer als Kunde den Schuss nicht gehört hat mag zugreifen. Aber dann bitte nicht ab Februar lamentieren, wenn die Karre nicht mehr in die Stadt darf."

      Warten wir's mal ab.

  • 15.12.2017 11:02, ...

    Hier mal ein Gruß an die Kollegen aus der Anwaltschaft, die sich auch immer über diese komischen Kommentare wundern.

    • 15.12.2017 11:37, @Topic

      Viele Grüße zurück!

    • 15.12.2017 12:30, Urs

      Wieso ist der Gruß jetzt komisch?

  • 15.12.2017 11:22, @Topic

    In der Sache nichts beitragen können, sich aber für besonders schlau halten, weil man ja 111elf schreibt. Toll!

    Guck dir die Statistik vom Bundesumweltamt an:

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/stickstoffoxid-emissionen#textpart-1

    Man könnte jetzt noch etwas von komplett ungenauen epidemiologischen Studien erzählen, die zu den unsinnigen Grenzwerten geführt haben, aber das würde dich entweder überfordern oder aufgrund deiner Gesinnung verpuffen.

    Aber troll ruhig weiter.

    • 15.12.2017 12:26, Hihi

      Ach, gleich duzen und beleidigen. Ja, so stell ich mir den Super-Jurist vor. Poltern Sie ruhig weiter hier rum.

    • 15.12.2017 12:34, Urs

      "Die Bildung von NOx variiert in den Verbrennungsanlagen stark. Die höchsten Emissionen je Einheit verbrauchter Energie weist der Verkehrsbereich auf, gefolgt von den Kraftwerken und Industriefeuerungen."

      Sehe jetzt keinen Widerspruch zu dem Vorbringen der DUH, wenn bei Verbrennungsmotoren die höchsten Emissionen je Einheit der verbrauchten Energie entstehen.

    • 15.12.2017 12:51, @Topic

      Wenn schon "den Super-Juristen". Akkusativ und so.

      Aber vielleicht bringst du ja doch noch was zur Sache vor.

    • 16.12.2017 14:16, Urs

      Also Ihr Benehmen ist auch unterste Schublade. Da liest man sich den Link durch und antwortet und dann wird man gleich angegangen. Kein Wunder, dass Sie so kindliche Kommentaranworten bekommen bei Ihrem Verhalten.

    • 16.12.2017 14:18, Urs

      Ah, gesehen, dass Sie wohl nicht meinen Kommentar meinten, sondern das infantile Gehabe von @hihi. Mea culpa.

    • 16.12.2017 14:59, @topic

      @Urs: Sie sind ein Lurch.

    • 17.12.2017 23:19, K.Lauer

      Ihr Schaubild zeigt die Emissionen. Die Gesamtbelastung ist aber ungleich über Deutschland verteilt. Daraus folgt, dass in Innenstädten mit viel Verkehr der Anteil des Verkehrs an dem Eintrag von NO2 vor Ort viel höher ist. Nämlich bis zu 80 Prozent - im Durchschnitt rund 60 Prozent. Das sind die Immissionen. Und die sinken kaum - wegen der Defeat Devices.

    • 17.12.2017 23:32, K.Lauer

      @topic schrieb: "Man könnte jetzt noch etwas von komplett ungenauen epidemiologischen Studien erzählen" Discredit epidemiology - das war schon die Strategie der Tabakkonzerne. Dr. Marlboro, sind Sie es?

    • 18.12.2017 07:09, @Topic

      @K.Lauer
      Strategien der Tabakkonzerne interessieren mich nicht. Aber ich gehe fest davon aus, dass Sie auch der Überzeugung sind, dass toxikologische Studien genauer sind als epidemiologische.

    • 18.12.2017 21:28, K.Lauer

      Es ist der völlig falsche Ansatz, toxikologische Studien gegen epidemiologische Studien ausspielen zu wollen. Beide Studientypen haben ihre Daseinsberechtigung. Eine toxikologische Studie würde beispielsweise nicht herausfinden, dass die Zahl der Asthmaanfälle mit Krankenhauseinweisung bei steigender NO2 Konzentration bei Kindern zunimmt. Epidemiologische Studien können hingegen Korrelationen, aber keine Kausalität belegen - da helfen toxikologische Studien. Wenn man die Gesundheitseffekte von NO2 wissenschaftlich bewerten möchte, kommt nach nicht umhin, beide Studientypen heranzuziehen. Dazu gbt es von der WHO organisierte internationale Meetings, bei denen die gesamte wissenschaftliche Literatur ausgewertet wird. Die Ergebnisse sind frei zugänglich im REVIHAAP Report veröffentlicht und sprechen eine eindeutige Sprache: Negative gesundheitliche Effekte treten bereits bei
      jährlichen Konzentrationen unterhalb von 40 oder sogar 20μg/m3 auf.

    • 19.12.2017 06:33, @Topic

      Alles schön und gut. Dazu passt aber eben nicht die Erkenntnis, dass die durch den Verkehr verursachten Schadstoffe (auch) in den Städten kontinuierlich sinken, während Asthma und andere bronchiale Erkrankungen zunehmen. Es ist und bleibt eine vage Vermutung, dass dafür NOx verantwortlich sein könnte. Mehr nicht.

    • 19.12.2017 19:10, K.Lauer

      Da wissenschaftliche Fakten für Sie offensichtlich nichts zählen, ist es müßig, weiter mit Ihnen zu diskutieren. Sie haben sich entschieden, den verlinkten WHO REVIHAAP zu Luftschadstoffen Bericht zu ignorieren. Das ist Ihre freie Entscheidung. Ein Platz in Trumps neuer postfaktischer EPA wäre Ihnen zum Dank sicher, gleich neben Luftverschmutzungsleugnern wie Robert Phalen ("Modern air is a little too clean for optimum health.”) Der Zusammenhang von erhöhten NO2 Konzentrationen und Erkrankungen ist wissenschaftlich eindeutig belegt und die Empfehlung der maßgeblichen wissenschaftlichen Organisationen sind klar: NO2 hat ab Jahresdurchschnittswerten von 20μg/m3 Effekte auf die Sterblichkeit. In Deutschland führen erhöhte NO2 Werte laut EEA zu einem Verlust potentieller Lebenszeit von 133.800 Jahren (+-45%). http://www.env-health.org/IMG/pdf/22_06_2017_-_kurzstellungnahme_heal_ers_isee_v1_-_formatted_w_signatories_names_ez.pdf

    • 19.12.2017 20:53, Haha

      Sagen Sie Bescheid, wenn Sie eine wissenschaftliche Studie haben, die belegt, dass alles über 40 Mikrogramm gesundheitsgefährdend ist. Ich hoffe, dass Sie in der Zwischenzeit keinen Schaden nehmen, sollten Sie in einer Stadt wohnen.

      Einstweilen können Sie sich gerne weiterhin mit vollem Einsatz der Hysterie hingeben. Aber erwarten Sie nicht von andern, dass diese diese vollkommen naive NGO-Gläubigkeit annehmen.

    • 19.12.2017 21:53, K.Lauer

      Sie brauchen nur dem Link zu folgen. Die Studien liegen offen auf dem Tisch, aber entweder können oder schlimmer wollen Sie es nicht verstehen. Die WHO hat den Grenzwert festgelegt, die EU hat ihn übernommen. Was daran hysterisch ist, bleibt Ihr Geheimnis. Aber ich mache mir da keine Illusionen, Sie schrauben sowieso die methodischen Ansprüche an jede Studie, die Ihnen nicht in den Kram passt, auf ein absurdes Maß und versuchen Wissenschaft als "Hysterie" zu diskreditieren.
      Sehen Sie es doch pragmatisch: der Grenzwert ist fix, Sie werden ihn nicht ändern und die einzige Möglichkeit, ihn zu unterschreiten ohne die Dieselbesitzer durch Fahrverbote wirtschaftlich zu schädigen ist es, die Hersteller zu wirksamen Hardwarenachrüstungen zu zwingen. Das KBA lässt die betroffenen Kunden hingegen im Regen stehen und alleine dafür hätte es eine schallende Ohrfeige verdient.
      Zum Asthma: Luftverschmutzung ist eben nur eine mögliche Ursache für Asthma, von daher kann die Asthmaprävalenz stagnieren bei abnehmender Luftschadstoffbelastung.

    • 20.12.2017 08:28, Haha

      Danke, Sie sagen es ja nun selbst: Asthma und andere bronchiale Erkrankungen können zig verschiedene Urssachen haben. Gut, dass wir das schon mal geklärt hätten. Und für COPD ist mit Abstand der Hauptgrund das Rauchen. Wissen Sie vermutlich selbst.

      Ich kenne kein "Opfer" der Luftschadstoffbelastung und Sie auch nicht. Aber wenn es so wäre, würde ich dem Kind gar nichts sagen, jedoch würde ich die Eltern in aller Ruhe und ganz ohne Hysterie darauf hinweisen, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass NOx für das Asthma ihres Kindes verantwortlich sei. Ich würde ihnen ferner sagen, dass die Luft im hippen Kreuzberg vielleicht noch nicht ganz so sauber wie zuhause auf der Schwäbischen Alb sei, dass aber die auch die Großstädte insgesamt auf einem sehr guten Weg seien. Man könnte sie auch noch darauf hinweisen, dass die Blitze, die jährlich auf die Erde niedergehen, mehr NOx erzeugen als alle Diesel zusammen und dass die Benziner unsere CO2-Bilanz deutlich mehr belasten. Außerdem könnte man noch darauf hinweisen, dass die von ihnen favorisierte Partei Dieselfahrzeuge bis vor kurzem noch gepriesen haben. Es gäbe sicherlich noch viel mehr Themen, über die man mit solchen Eltern dringend sprechen müsste, aber das sprengte hier den Rahmen.

  • 15.12.2017 11:47, RN

    Ihr Link
    https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/stickstoffoxid-emissionen#textpart-1
    funktioniert nicht. Das Umweltbundesamt antwortet nicht.

    • 15.12.2017 12:48, @Topic

      Bei mir funktioniert der Link.

  • 19.12.2017 07:55, @K.Lauer

    Ähnliche Argumentationen sind mir von anderen Plattformen im Netz bekannt. Der Hinweis auf epidemiologische Studien sowie den WHO-Report sind als Argumente jedoch unbrauchbar. Epidemiolgische Studien scheitern regelmäßig an der Grenze multifakorieller Geschehen, so dass die von Ihnen aufgestellten bzw. zitierten Thesen "unbelegt" sind.
    Der zitierte WHO-Report wiederum "taugt" als "Nachweis" auch nicht. Neben dem Umstand das dort minimale statistische Effekte kommentiert werden, kommt der Report zu dem Ergebnis das für einen/den Grenzwert "keine Funktion ableitbar ist". Daran wird sich auch mit "Nacharbeit" des WHO-Gremium nichts ändern.
    Insofern bleibt der aktuell normierte Grenzwert eben ein politischer Konsens und ist eben nicht wissenschaftlich begründet.
    Was Ihre Kommentare mit dem von der DUH "verlorenen" Klageverfahren zu tun haben, werden Sie uns sicherlich erklären können.
    Einstweilen sehe ich es, so wie @topic, wonach die DUH als NGO sowie ihre "Tätigkeit" eine fragwürdige "Veranstaltung" ist.