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VG Münster: Studienplatzvergabe in Münster verstößt gegen geltendes Recht

von tko/LTO-Redaktion

16.11.2010

Das VG Münster hat am Montag in einem Eilverfahren entschieden, dass das Verfahren der WWU Münster für die Vergabe von Studienplätzen im Master-Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegen geltendes Recht verstößt. Das Gericht verpflichtete die Universität, eine abgelehnte Bewerberin vorläufig zu diesem Masterstudiengang zuzulassen.

Die Bewerberin, die an einer anderen Hochschule ihr Diplom im Studiengang Tourismuswirtschaft mit der Note "gut" abgeschlossen hatte, war im Auswahlverfahren der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) nicht zum Zuge gekommen.

Von den insgesamt über 1.400 Bewerbern um einen Master-Studienplatz im Fach Betriebswirtschaftslehre im Wintersemester 2010/2011 hatte die hierfür gebildete Auswahlkommission der WWU in einem zweistufigen Bewertungsverfahren zwar 980 Bewerber als für diesen Masterstudiengang grundsätzlich geeignet angesehen.

Zugelassen wurden allerdings lediglich 380 Bewerber mit den höchsten Punktwerten im Bewertungsverfahren. Nach dem innerhalb des zweistufigen Prüfungssystems angewandten Bewertungsverfahren wurden die besondere Eignung und die Rangfolge der Bewerber nach einem Punktesystem festgestellt, bei dem bis zu 20 Punkte für die Noten des Abiturs, bis zu 40 Punkte nach der Qualität des erworbenen ersten akademischen Abschlusses (zumeist eines Bachelor-Abschlusses) und bis zu 40 Punkte nach sonstigen Qualifikationsmerkmalen vergeben wurden, wozu ein mit der Bewerbung vorzulegendes Motivationsschreiben gehörte.

Das Verwaltungsgericht (VG) hat dieses Bewertungsverfahren als mit den maßgeblichen landesgesetzlichen Bestimmungen und dem Staatsvertrag vom 5. Juni 2008 unvereinbar angesehen. Zur Begründung führten die Richter unter anderem aus: In der ersten Verfahrensstufe könne nur auf die Qualität des ersten akademischen Abschlusses, auf dem das Masterstudium aufbaue, abgestellt werden, nicht aber etwa auf Abiturnoten oder Motivationsschreiben. In der zweiten Stufe des Vergabeverfahrens bestimme das Landesrecht, dass hier ebenfalls die Qualität des ersten akademischen Abschlusses (insbesondere der Bachelor-Abschluss) den Ausschlag geben müsse. Auch dies sei mit dem angewandten Punktesystem nicht sichergestellt (Beschl. v. 15.11.2010, Az. 9 L 529/10).

Zitiervorschlag

tko/LTO-Redaktion, VG Münster: Studienplatzvergabe in Münster verstößt gegen geltendes Recht . In: Legal Tribune Online, 16.11.2010 , https://www.lto.de/persistent/a_id/1945/ (abgerufen am: 17.08.2019 )

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