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Verurteilt wegen Vergewaltigung: Vier Jahre Haft für Marius Borg Høiby

15.06.2026

Marius Borg Høiby

Mehrmals versuchte der Prinzessinnensohn, aus der Untersuchungshaft freizukommen, weil es seiner Mutter gesundheitlich miserabel geht. Nach dem Urteil stellte er erneut einen Antrag. Foto: picture alliance / NTB | Lise Åserud

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn wegen der Begehung von 34 Straftaten schuldig, darunter in zwei Fällen wegen Vergewaltigung.

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Marius Borg Høiby ist nach Medienberichten von einem Gericht in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Weil er gesundheitlich angeschlagen war, konnte er das Urteil nur per Videoschalte entgegennehmen. Von 40 Anklagepunkten hielt das Gericht 34 für erwiesen. Unter den Freisprüchen waren laut der Zeitung Verdens Gang auch zwei Vergewaltigungsvorwürfe. In zwei weiteren Vergewaltigungsfällen sprach das Gericht den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit dagegen schuldig.

Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Høiby hat aber bereits Berufung eingelegt*, wie am Nachmittag bekannt wurde. Außerdem beantragte der Norweger sofort nach dem Urteil erneut die Freilassung aus der Untersuchungshaft. Das hatte er erst kürzlich mit Verweis auf die schwere Lungenkrankheit seiner Mutter Mette-Marit versucht, jedoch ohne Erfolg.

Das norwegische Königshaus kommentierte das Urteil auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht.

Für zwei von vier Vergewaltigungsfällen verurteilt

Einer der Vergewaltigungsfälle, in denen die Richter Høiby für schuldig halten, hatte sich am Sitz der Kronprinzenfamilie abgespielt. "Es wurde Videomaterial in dem Fall vorgelegt. Die Aufnahmen zeigen sexuelle Handlungen und das Eindringen mit dem Finger", sagte der Vorsitzende Richter laut Verdens Gang. "Die Geschädigte liegt völlig still da, es sind keine Geräusche zu hören." Deshalb sehe das Gericht es für erwiesen an, dass sie während der Aufnahmen geschlafen habe. Auch für einen ähnlichen Vorfall in der Wohnung einer Frau, die Høiby bei einem Fest kennengelernt hatte, wurde er demnach verurteilt. 

Nicht als erwiesen sah das Gericht dagegen den Vorwurf an, Høiby habe während eines Surfurlaubs auf den Lofoten eine Bekanntschaft vergewaltigt. Dabei handelte es sich um den einzigen Fall, in dem ihm vorgeworfen wurde, eine Frau vaginal penetriert zu haben. Auch in diesem Fall war die Frau nicht bei Bewusstsein. Von einem weiteren Vergewaltigungsvorwurf nach norwegischem Recht im Zusammenhang mit einem Hotelaufenthalt in Oslo wurde er freigesprochen. Verurteilt wurde er in diesem Fall jedoch wegen heimlicher Videoaufnahmen der Frau.

Weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung dürften zufrieden mit dem Urteil sein. Die Anklage wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen. Høibys Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der wochenlangen Gerichtsverhandlung im März einen Freispruch von den Vergewaltigungsvorwürfen gefordert und auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

Weitere Vorwürfe: Drogen, Gewalt, psychischer Missbrauch

Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner "Frogner-Frau" nennen, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana. In zwei Verstößen gegen das Kontaktverbot wurde Høiby nun freigesprochen, in den übrigen Punkten verurteilt. Außerdem sah das Gericht es als erwiesen an, dass der Norweger eine andere Ex-Freundin in der Beziehung der beiden missbraucht hatte. "Es liegen mehrere Gewalttaten vor", sagte der Vorsitzende Richter laut Verdens Gang. "Aber im Mittelpunkt steht besonders die psychische Misshandlung."

Diesen Vorwurf hatte Høiby bestritten, genau wie die vorgeworfenen Vergewaltigungen der vier Frauen, während diese schliefen. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert – auch dafür wurde er den Berichten zufolge nun verurteilt. Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt.

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"Hassobjekt von ganz Norwegen": Høiby kritisiert die Medien

Unter Tränen hatte Høiby in dem Prozess die Medien angeklagt, von denen er seit frühester Kindheit verfolgt worden sei. Sich selbst hatte er als "Monster" in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen" bezeichnet. Høiby war noch ein Kleinkind, als seine Mutter Mette-Marit den norwegischen Kronprinzen kennenlernte. Später war er auf Abwege geraten.

Im August 2024 nahm die Polizei ihn zum ersten Mal fest. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, gab später zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest – er hatte gegen ein Kontaktverbot seiner Ex-Freundin gegenüber verstoßen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.

Mehrfach versuchte Mette-Marits Sohn während des Prozesses und danach, aus der U‑Haft freizukommen – notfalls mit elektronischer Fußfessel. Erst kurz vor der Urteilsverkündung hatte er noch einmal einen Versuch gestartet, diesmal mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter. Die Kronprinzessin leidet an einer unheilbaren, chronischen Lungenkrankheit und benötigt nach Angaben des norwegischen Hofs dringend eine neue Lunge. Ihr Zustand hatte sich in den vergangenen Monaten demnach dramatisch verschlechtert. Høiby hatte es als unerträglich bezeichnet, nicht bei seiner Mutter sein zu können. Sein Antrag wurde jedoch in zweiter Instanz abgelehnt.

Aktualisierung am Tag der Veröffentlichung, 14.42 Uhr: Ergänzt, dass Berufung eingelegt ist.

dpa/xp/LTO-Redaktion

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Verurteilt wegen Vergewaltigung: . In: Legal Tribune Online, 15.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60202 (abgerufen am: 10.08.2026 )

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