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Grüne wollen "Veggie-Day": Politiker fordern fleischlosen Tag in Kantinen

05.08.2013

Medienberichten zufolge würden die Grünen nach der Bundestagswahl gerne einen "Veggie-Day" einführen. Einmal in der Woche soll es in öffentlichen Kantinen ausschließlich vegetarische und vegane Speisen geben. Die Ankündigung ruft nicht nur bei ausgewiesenen Carnivoren ein geteiltes Echo hervor.

Deutsche Kantinen sollen zukünftig einmal pro Woche ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte anbieten, fordern die Grünen. Beginnen soll das bei den öffentlichen Kantinen. Es sei gut vorstellbar, dass es jeden Donnerstag nur vegetarische Gerichte gebe, sagte Katrin Göring-Eckardt nach einem Bericht der FAZ am Montag in Berlin.

Dies werde bereits in mehreren Städten wie Bremen und in Unternehmen so gehandhabt. "Man muss nicht jeden Tag zwei Burger essen", zitiert die Tageszeitung die Spitzenkandidatin der Grünen. Dies entspreche aber ungefähr dem durchschnittlichen Fleischkonsum der Bundesbürger. Dieser esse rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Weniger Fleisch zu essen sei gut für die Gesundheit, den Tier- und den Klimaschutz.

Gespaltene Reaktionen

Nach Angaben der Bild-Zeitung unterstützt der Bund für Umwelt und Naturschutz das Vorhaben der Grünen. Der Verbandsvorsitzende Hubert Weiger fordere einen fleischfreien Tag und mindestens 20 Prozent Bio- und Neulandfleisch in öffentlichen Kantinen bis 2015.

Bundesregierung und FDP hingegen werfen den Grünen Bevormundung der Bürger vor. Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) wandte sich gegen den Grünen-Vorstoß. "Wir halten generell wenig von Bevormundungen", sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber der FAZ. "Am Ende brauchen wir eine ausgewogene Ernährung. Da gehört Fleisch dazu."

Zwang hin zum "Veggie-Day" soll es laut Göring-Eckardt nicht geben. Allerdings könne sie sich vorstellen, dass die Politik es fördere, wenn der Speiseplan an diesen Tagen abwechslungsreich gestaltet werde.

mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Grüne wollen "Veggie-Day": Politiker fordern fleischlosen Tag in Kantinen . In: Legal Tribune Online, 05.08.2013 , https://www.lto.de/persistent/a_id/9289/ (abgerufen am: 07.12.2019 )

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Kommentare
  • 06.08.2013 09:05, PurpleRain

    Wäre ein solches Wahlversprechen überhaupt realisierbar? Wie unterscheiden sich öffentlich zugängliche Werkskantinen von Restaurants?

  • 06.08.2013 09:54, T+

    Ist sowas aus verfassungsrechtlicher Sicht überhaupt möglich?

    (Art 2 I, 3 I, 12 I GG)

  • 06.08.2013 16:49, Christian Demeier

    @T+: Selbstverständlich. Tier- und Klimaschutz sind legtime Zwecke und im Rahmen der Volksgesundheit steht dem Gesetzgeber ein relativ weiter Beurteilungsspielraum zu. Da tatsächlich viele Krankheiten mit dem Fleischkonsum korrelieren (Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkt), stünde die Schutzpflicht bzgl Gesundheit und Leben der allgemeinen Handlungsfreiheit und vielleicht der Berufsfreiheit gegenüber.

    Verhältnismäßig ist's auf jeden Fall. Und damit ist der Drops auch schon gelutscht =)

    Meines Wissens geht es aber zunächst sowieso nur um die öffentlich-rechtlich Organisierten Essensverteiler und diejenigen, auf die man im Rahmen des Gesellschaftsrechts einwirken kann (formelle Privatisierung) oder mit denen man entsprechende Verträge schließt (funktionale Privatisierung).