Überfüllte US-Gefängnisse: Erst ent­lassen, dann ab­schieben

07.10.2015

Wegen überfüllter Gefängnisse sollen in den USA zwischen dem 30. Oktober und 2. November 6.000 Häftlinge entlassen werden. Ein Drittel davon sind Ausländer, die im Nachhinein umgehend abgeschoben werden sollen.

In den USA sollen rund 6.000 Häftlinge begnadigt und vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das berichtet die Zeitung Washington Post am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Damit wolle man die überbelegten US-Gefängnisse entlasten.

Freikommen sollen hauptsächlich Menschen, die in den vergangenen 30 Jahren wegen Drogendelikten zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Damals waren nach einer Welle von Verbrechen im Zusammenhang mit Kokain strenge Richtlinien für die Bestrafung von Drogenkriminellen erlassen worden. US-Präsident Barack Obama bemüht sich darum, die Gefängnisse zu leeren, die als Folge des rigorosen Vorgehens völlig überfüllt sind.

In den USA sitzen 2,2 Millionen Menschen hinter Gittern - das sind 25 Prozent der Häftlinge auf der gesamten Welt. Ein Drittel der Menschen, die voraussichtlich zwischen dem 30. Oktober und dem 2. November aus US-Bundesgefängnissen entlassen werden sollen sind Ausländer, die daraufhin abgeschoben werden sollen, hieß es weiter.

dpa/ms/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Überfüllte US-Gefängnisse: Erst entlassen, dann abschieben . In: Legal Tribune Online, 07.10.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17126/ (abgerufen am: 23.10.2021 )

Infos zum Zitiervorschlag