Fernandes' Vorwürfe gegen Ulmen: Staats­an­walt­schaft Itzehoe will Fall nach Potsdam abgeben

10.04.2026

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe will die Ermittlungen gegen Christian Ulmen wegen einer Anzeige seiner Ex-Frau Collien Fernandes weitergeben. Sie schickt die Akten nach Potsdam, die sie selbst aus Berlin erhalten hat.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe will ihre Ermittlungen nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes schon wieder abgeben. Im vergangenen Jahr hatte sie die Ermittlungen zunächst eingestellt, weil Ermittlungsansätze zur Identifizierung des Täters gefehlt hätten. Nachdem ein Spiegel-Bericht im März bundesweit eine breite Medienberichterstattung zu dem Fall ausgelöst hatte, nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf. 

Fernandes hatte in dem Bericht ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorgeworfen, er habe sie "digital vergewaltigt", indem er in sozialen Netzwerken Profile unter dem Namen von Fernandes erstellt und darüber Bilder an Männer aus Fernandes' Umfeld verschickt habe, die so wirken sollten, als ob sie sie beim Sex zeigten. Ulmen hat diesen Teil der Vorwürfe bisher nicht bestritten. Lediglich die Deep-Fake-Vorwürfe weist er über seinen Anwalt zurück. Gegen die Berichterstattung des Spiegel wehrt er sich deshalb juristisch. Was Ulmen im Einzelnen angreift, hat LTO hier zusammengetragen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Potsdam wäre schon die dritte Ermittlungszuständigkeit

Ende März hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, die Auswertung der Berichterstattung habe zur "Bejahung eines Anfangsverdachts" gegen Ulmen geführt, weshalb gegen diesen Ermittlungen aufgenommen worden wären. Weil sich dabei Hinweise auf mögliche Tatorte zu den Ulmen vorgeworfenen Handlungen in Potsdam ergeben hätten, will die Itzehoer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nun kaum zwei Wochen später an die Potsdamer Kolleg:innen weitergeben. "Wir haben die Akten der Staatsanwaltschaft in Potsdam mit der Bitte um Übernahme des Verfahrens übersandt", sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow der dpa

Die Akten sind damit erneut auf dem Postweg unterwegs: Angefangen hatten die Ermittlungen in Berlin, wo Fernandes im November 2024 bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet hatte, weil eine ihr unbekannte Person unberechtigt Fake-Accounts erstellt und betrieben habe. 

Laut einem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin hatte diese das Verfahren dann im Januar 2025 an die Staatsanwaltschaft Itzehoe übergeben und ihr dafür die Akten zugeschickt. Nun sind sie also auf dem Weg nach Potsdam. In der brandenburgischen Landeshauptstadt hatten Fernandes und Ulmen vor ihrem Umzug nach Mallorca 2023 gewohnt. Auch auf der spanischen Mittelmeerinsel hatte Fernandes Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin der dpa bestätigte. 

Weiterer Ablauf noch offen

Nähere Angaben zu den Hinweisen auf mögliche Tatorte machte Oberstaatsanwalt Müller-Rakow aber nicht. Der Vorgang bedeute nicht, dass das Verfahren eingestellt sei, sagte er. Die Staatsanwaltschaft Potsdam müsse dieses Ersuchen aus Itzehoe nach Eingang prüfen, was "in beide Richtungen ausgehen" könne.

Wie lange das dauere, sei unklar, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam. Man wisse nicht, wie umfangreich das Verfahren sei. Die Papierakten seien noch nicht bei der Staatsanwaltschaft in Potsdam angekommen.

jh/LTO-Redaktion

Mit Material der dpa

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hieß es an mehreren Stellen, die Akten seien auf dem Weg zurück nach Potsdam. Tatsächlich aber lag der Fall zunächst – wie im Text auch zutreffend dargestellt – in Berlin, nicht in Potsdam (korrigiert am 11.04.2026, 0:10 Uhr, mk).

Zitiervorschlag

Fernandes' Vorwürfe gegen Ulmen: . In: Legal Tribune Online, 10.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59700 (abgerufen am: 15.05.2026 )

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