Horrende Preise und irreführende Vergabe der Tickets für die Fußball-WM werfen nun auch die Generalstaatsanwältinnen von New York und New Jersey der FIFA vor. Ihr Amtskollege in Kalifornien ermittelt bereits ebenfalls.
Lust auf Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft (WM) der Herren 2026? Wer einen Platz im Stadion ergattern wollte, musste dafür aus Sitzplatzkategorien auf Stadionplänen wählen. Der Haken: Laut Medienberichten sind die Kategorien anschließend geändert worden, bevor konkrete Plätze zugewiesen wurden. Viele Fans bekamen so plötzlich schlechtere Tickets als erwartet.
Jennifer Davenport, Generalstaatsanwältin von New Jersey, und Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, kündigten daher Untersuchungen gegen die FIFA als Veranstalter der WM an. Die Generalstaatsanwältinnen haben eine Anfrage an den Weltverband geschickt, um den Vorwürfen zur Vergabepraxis nachzugehen. Sie kritisieren darin auch die Ticketpreise der FIFA für die WM-Spiele, die die Preise aller vorherigen Weltmeisterschaften deutlich überstiegen haben.
"Keine Einladung, unsere Einwohner und Besucher auszubeuten"
"Ehrlichkeit beim Ticketverkauf ist nicht kompliziert. Doch die FIFA hat den Ticketkauf für die Weltmeisterschaft zu einem wahren Labyrinth aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und horrenden Preisen gemacht – und das alles auf Kosten der Verbraucher und der hart arbeitenden Bürger New Jerseys", sagte Davenport in einer Mitteilung.
Es sei eine Ehre, die Weltmeisterschaft auszurichten. Aber dieses Ereignis sei keine Einladung, "unsere Einwohner und Besucher auszubeuten", so die Generalstaatsanwältin weiter.
Kalifornien hat schon losgelegt
Zuvor hatte bereits Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta ein Schreiben an den Weltverband geschickt, um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen. Die FIFA hatte im April nach einem Bericht der "New York Times" erklärt, die dargestellten Kategorienpläne seien lediglich eine Orientierungshilfe für Fans gewesen, wo sich ihre Plätze im Stadion befinden könnten.
Der rechtliche Hintergrund dort: Kaliforniens Unfair Competition Law (Cal. Bus. & Prof. Code §§ 17200 ff.), das unlautere, ungesetzliche oder irreführende Geschäftspraktiken verbietet. Ergänzend kommt das False Advertising Law (Cal. Bus. & Prof. Code §§ 17500 ff.) in Betracht, das irreführende Werbeaussagen untersagt. Das kalifornische Recht schützt Verbraucher bereits dann, wenn eine Darstellung geeignet ist, bei einem vernünftigen Verbraucher eine Fehlvorstellung hervorzurufen.
Viel stärker als im deutschen Recht ist die Durchsetzung von Verbraucherschutz Sache der Behörden. Der Attorney General hat unter diesen Vorschriften die Befugnis, behördliche Ermittlungen einzuleiten, Auskünfte zu erzwingen und im Ergebnis Unterlassungsverfügungen oder Bußgelder zu erwirken.
Neben dem Wirbel um die verschiedenen Preiskategorien steht die FIFA wegen der hohen Ticketpreise seit Längerem in der Kritik. Für ihre dynamische Preisgestaltung, bei der die Kosten je nach Nachfrage steigen oder fallen, steht sie besonders in der Kritik.
dpa/sjm/LTO-Redaktion
Ermittlungen zur Fußball-WM in den USA: . In: Legal Tribune Online, 28.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60079 (abgerufen am: 21.07.2026 )
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