Drei Taylor-Swift-Konzerte der kommerziell erfolgreichsten Tournee überhaupt mussten letztes Jahr in Wien wegen Anschlagsplänen abgesagt werden. Jetzt erhebt die Bundesanwaltschaft gegen einen mutmaßlichen IS-Unterstützer in Berlin Anklage.
Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Jugendlichen erhoben, der bei der Vorbereitung eines Anschlags auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien im vergangenen Sommer geholfen haben soll. Wie die Karlsruher Behörde mitteilte, stand der Syrer mit dem jungen Mann aus Österreich in Kontakt, der einen Sprengstoffanschlag auf das Musikkonzert geplant haben soll.
Der Angeschuldigte ist laut Pressemitteilung als Jugendlicher mit Verantwortungsreife (§§ 1, 3 Jugendgerichtsgesetz (JGG)) der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5, § 129b Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB)) sowie der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 StGB) hinreichend verdächtig. Die Bundesanwaltschaft hat am Staatsschutzsenat des Kammergerichts in Berlin Anklage erhoben.
Keine "The Eras Tour" in Wien
Der Jugendliche habe dem Österreicher geholfen, indem er etwa eine Bombenbauanleitung aus dem Arabischen übersetzt und Kontakt zu einem Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Ausland vermittelt habe, hieß es weiter. Zudem soll er ihm eine Textvorlage für den Treueschwur auf den IS übermittelt haben, die dieser genutzt haben soll, um sich der Organisation als Mitglied anzuschließen. Von Mitte Juli bis August 2024 soll er mit dem Österreicher in Kontakt gestanden haben. Der Angeschuldigte befindet sich laut Bundesanwaltschaft auf freiem Fuß. Als Nächstes muss das Kammergericht Berlin entscheiden, ob es die Anklage zulässt und es dann zu einem Prozess kommen wird.
Im August 2024 hatten die Veranstalter aus Angst vor Terroranschlägen drei unmittelbar bevorstehende Konzerte des US-Popstars Taylor Swift in Wien abgesagt. Vorausgegangen war die Festnahme von zwei Verdächtigen - darunter ein 19-Jähriger, der nach den Erkenntnissen der Polizei Anschläge im Großraum Wien plante. Ihr Plan ist laut den österreichischen Behörden gewesen, an einem der Konzerttermine vor dem Ernst-Happel-Stadion so viele Menschen wie möglich mit Messern und selbst gebauten Sprengsätzen zu töten. "Die Situation war ernst, die Situation ist ernst. Aber wir können auch feststellen: Eine Tragödie konnte verhindert werden", sagte damals der österreichische Innenminister Gerhard Karner.
Noch Ermittlungen gegen Hauptverdächtigen
Gegen den Hauptverdächtigen, der in Untersuchungshaft sitzt, wird aktuell noch ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft Wien der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In Österreich seien den Ermittlern keine weitere mutmaßlichen Komplizen bekannt.
Die abgesagten Konzerte von Swift waren Teil der "The Eras Tour", die bislang kommerziell erfolgreichste Tournee weltweit, in Wien wurden rund 200.000 Tickets verkauft. Zehntausende Fans und Ticketinhaber der geplatzten Konzerte setzten in der Folge ein Zeichen gegen Hass in Wien und versammelten sich singend und tanzend auf den Straßen.
dpa/pdi/LTO-Redaktion
Bundesanwaltschaft: . In: Legal Tribune Online, 27.06.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/57530 (abgerufen am: 14.04.2026 )
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