Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft zum Suizid vor dem UN-Tribunal: Slo­bodan Praljak hatte keine Helfer

02.11.2018

Nach seiner Verurteilung vom UN-Tribunal trank Slobodan Praljak selbst eine tödliche Dosis Gift. Der Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft konnte zwar nicht die Herkunft klären, aber ausschließen, dass der Kriegsverbrecher Helfer hatte.  

Der kroatische Kriegsverbrecher Slobodan Praljak hatte bei seinem Suizid vor dem UN-Tribunal vor rund einem Jahr nach den offiziellen Ermittlungen keine Hilfe von anderen Personen. Es seien keine Hinweise auf Helfer gefunden worden, heißt es in dem am Freitag vorgelegten Abschlussbericht der niederländischen Staatsanwaltschaft. Der Ex-General hatte im November 2017 im Gerichtssaal in Den Haag Zyankali eingenommen und war wenig später im Alter von 72 Jahren gestorben. Zuvor hatte das UN-Gericht zum früheren Jugoslawien Praljak wegen Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Ermittler konnten nicht klären, wie er das Gift in den Gerichtssaal schmuggeln konnte. "Man kann nicht ausschließen, dass Praljak das Gift schon (sehr) lange Zeit in seinem Besitz hatte." Kaliumzyanid kann man in trockener Form als Tablette oder Pulver lange aufbewahren. Bereits eine sehr geringe Menge ist tödlich.

Bei Durchsuchungen der Gebäude und auf Kamera-Aufnahmen seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Vor seiner Tat war Praljak allerdings kurz in zwei Räumen ohne Kameras gewesen, eine Toilette und ein Warteraum.

In der Zelle des Mannes war ein Abschiedsbrief gefunden worden. Darin gab er an, dass er die Entscheidung zum Suizid bereits lange Zeit zuvor getroffen habe.

dpa/mgö/LTO-Redaktion

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Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft zum Suizid vor dem UN-Tribunal: Slobodan Praljak hatte keine Helfer . In: Legal Tribune Online, 02.11.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/31849/ (abgerufen am: 17.11.2018 )

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