Nachdem es im Fall Ulmen/Fernandes zuletzt medial ruhiger geworden war, führt die Staatsanwaltschaft Potsdam nunmehr offiziell ein Ermittlungsverfahren. Worum es dabei geht – und worum nicht:
Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein Ermittlungsverfahren gegen Christian Ulmen eingeleitet. Er wird gemäß § 223 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) wegen Körperverletzung zum Nachteil seiner Ex-Frau Collien Fernandes beschuldigt. Dies bestätigte eine Sprecherin auf Nachfrage von LTO. Der Spiegel hatte zuerst berichtet.
Konkret gehe es bei den Ermittlungen um häusliche Gewalt betreffende Sachverhalte, die sich 2022 und 2023 auf Mallorca ereignet haben sollen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Dort hatten Ulmen und Fernandes gemeinsam gelebt. Sie wirft ihm vor, sie tätlich angegriffen zu haben.
Zunächst hatten sich Zuständigkeitsfragen zwischen den spanischen und deutschen Strafverfolgungsbehörden gestellt. Fernandes hatte ihre Strafanzeige in Spanien gestellt. Letztlich kam der Fall gleichwohl nach Deutschland und über die Staatsanwaltschaft Itzehoe schließlich nach Potsdam. In Potsdam hatten Fernandes und Ulmen vor ihrer Zeit in Spanien gelebt.
Hinsichtlich der ebenfalls im Raum stehenden Vorwürfe von "digitaler Gewalt" – konkret das Herstellen und/oder Verbreiten von KI-generierten pornographischen Inhalten mit dem Gesicht von Fernandes – prüft die Staatsanwaltschaft derzeit noch, ob überhaupt ein Anfangsverdacht gegen Ulmen vorliegt. Diesbezüglich geht es insbesondere um Tatvarianten der Nachstellung gemäß § 238 Abs. 1 Nr. 7, 8 StGB.
Es war auch Der Spiegel, der vor gut zwei Monaten überhaupt die Vorwürfe von Fernandes unter der Überschrift "Du hast mich virtuell vergewaltigt" öffentlich machte. Diese Berichterstattung wurde presserechtlich durch das Landgericht Hamburg weit überwiegend nicht beanstandet, jedoch läuft das Verfahren noch. Ulmen ist den Vorwürfe über seine Anwälte der Berliner Kanzlei Schertz Bergmann Rechtsanwälte wiederholt in unterschiedlicher Intensität entgegengetreten.
jb/LTO-Redaktion
Wegen Körperverletzung: . In: Legal Tribune Online, 26.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60045 (abgerufen am: 22.07.2026 )
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