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Explosionen an Nord Stream 1 und 2: GBA ermit­telt zu mut­maß­li­cher Pipe­line-Sabo­tage

11.10.2022

Aufnahme aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache, das die Folgen eines der Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 dokumentiert, 27.9.2022.

Die Explosionen an den Pipelines und die Folgen der entstandenen Lecks waren an der Oberfläche der Ostsee gut sichtbar, wie diese Luftaufnahme der schwedischen Küstenwache vom 27.9.2022 zeigt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited

Nach den Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee stand schnell der Verdacht schwerer Sabotage im Raum. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

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Im Fall der mutmaßlichen Sabotage und den Explosionen an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 hat die Bundesanwaltschaft (GBA) in Karlsruhe am Montag Ermittlungen eingeleitet. Das teilte ein Sprecher der obersten deutschen Anklagebehörde in Karlsruhe mit. Es stehe der Verdacht "der vorsätzlichen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" sowie der "verfassungsfeindlichen Sabotage" im Raum, wie es weiter hieß. Das Verfahren richte sich gegen Unbekannt. Mit den weiteren Ermittlungen seien das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei beauftragt worden. 

"Es liegen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, dass die beiden Gaspipelines mittels zumindest zweier Detonationen gezielt beschädigt worden sind", so die Bundesanwaltschaft weiter. Zuständig sei die Behörde wegen der besonderen Bedeutung des Falles: Es handele sich um einen schweren gewalttätigen Angriff auf die Energieversorgung. Dies sei geeignet, die äußere und innere Sicherheit Deutschlands zu beeinträchtigen. Weitere Auskünfte würden nicht erteilt. "Mit schnellen Ergebnissen ist nicht zu rechnen", sagte der Sprecher.

Bundesjustizminister Marco Buschmann versicherte, die deutschen Behörden würden gemeinsam mit den europäischen Partnern aufklären, wer für die Sabotage an den Leitungen verantwortlich sei. "Wir lassen uns durch den Angriff auf die Nord-Stream-Pipelines nicht einschüchtern", sagte der FDP-Politiker der dpa.

Verdacht der Sabotage erhärtet sich zunehmend

Nach den Explosionen Ende September waren schwere Beschädigungen und mehrere Unterwasser-Lecks in den beiden Röhren von Nord Stream 1 und einer Röhre von Nord Stream 2 in der Ostsee entdeckt worden. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatten sich mindestens zwei Detonationen ereignet, die zu vier Lecks führten. Die Lecks in den Pipelines, die von Russland nach Deutschland führen, befinden sich in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm teils in dänischen, teils in schwedischen Gewässern. Tagelang traten enorme Gasmengen aus.

Unter anderem die Europäische Union (EU), die Nato sowie Sicherheitskreise hatten schon unmittelbar darauf von Sabotage als Ursache für die Explosionen gesprochen. Der Verdacht hat sich nach Erkenntnissen der schwedischen Staatsanwaltschaft inzwischen erhärtet. Am Tatort waren Teile beschlagnahmt worden, die untersucht würden, hatte es vergangene Woche geheißen. Die deutsche Bundespolizei und Marine haben eine Ermittlungsmission gestartet. Laut Spiegel wird zur Sammlung von Beweisen die Unterwasserdrohne "Sea Cat" eingesetzt.

Spekulationen über eine russische Beteiligung hatte der Kreml zurückgewiesen. Das Ausmaß der Zerstörung lasse zwar auf einen staatlichen Sabotageakt schließen. Es sei allerdings absurd anzunehmen, dass Russland dahinterstecke.

dpa/ast/LTO-Redaktion

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Explosionen an Nord Stream 1 und 2: . In: Legal Tribune Online, 11.10.2022 , https://www.lto.de/persistent/a_id/49847 (abgerufen am: 21.04.2026 )

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