LG Nürnberg-Fürth zum Reithallenbesuch: Auf scheue Pferde ist hin­zu­weisen

14.05.2018

Die Geräusche zweier Kleinkinder ließen ein Pferd scheuen. Für die Verletzung der Reiterin haftet die Großmutter der zwei Tierfans aber nicht, so das LG. Man müsse schon darauf hinweisen, dass die Rösser bei alltäglichem Lärm erschrecken.

Erschrecken und scheuen Pferde bereits bei alltäglichen Geräuschen, sind Reithallenbesucher darauf explizit hinzuweisen. Ein aus Lärm resultierender Schaden könne ihnen sonst nicht zugerechnet werden, so das Landgericht (LG) Nürnberg-Fürth in einem am Montag veröffentlichten Hinweisbeschluss (Beschl. v. 16.10.2017, Az. 16 S 5049/17).

Mit ihren drei und fünf Jahre alten Enkelkindern hatte die beklagte Großmutter eine Reithalle in Nürnberg besucht. Damit das dreijährige Kind besser sehen konnte, setzte die Frau ihren Enkel auf die Holzbande. Dabei baumelten seine Beine so hinunter, dass er mit seinen Turnschuhe gegen die Bande trat.

Durch das Poltergeräusch erschreckte und scheute ein Pferd. Die Reiterin erlitt eine Schulterverletzung, weil ihre Hand in den Zügel rutschte und nach hinten gerissen wurde. Neben einem Schmerzensgeld von 3.000 Euro verlangte sie von der Großmutter auch den Ersatz des Haushaltsführungsschadens in Höhe von fast 2.000 Euro.

LG: Scheu vor alltäglichen Geräuschen nicht vorhersehbar

Das Amtsgericht (AG) Nürnberg hatte die Klage der Reiterin erstinstanzlich abgewiesen, weil der Großmutter der Schaden nicht zurechenbar sei. Sie habe sich sozialadäquat verhalten, so das Gericht in Nürnberg. Es sei nachvollziehbar, ihr Enkelkind auf den Rand der Bande zu setzen, um den Pferden und Reitern zusehen zu können. Ihr sei höchstens geringfügig vorzuwerfen, dass die Füße des Kindes in das Reitfeld hineinragten.

Ansonsten sei das Verhalten des Pferdes für die Verletzung maßgeblich, welches hingegen der Reiterin zuzurechnen sei. Für die Besucherin sei es weder vorhersehbar noch vermeidbar gewesen, dass das Pferd auf Poltergeräusche so schreckhaft reagieren werde, so das AG.

Gegen das Urteil hat die verletzte Reiterin Berufung beim LG Nürnberg-Fürth eingelegt, diese aber nach dem Hinweisbeschluss vom Montag wieder zurückgenommen. Die zweite Instanz folgte nicht nur der Auffassung des AG: Vielmehr seien die Besucher gerade nicht vor dem Betreten der Reithalle darauf hingewiesen worden, dass man sich geräuscharm verhalten müsse. Gerade bei alltäglichen Geräuschen – wie das Treten eines Kleinkindes gegen die Innenseite einer Absperrung – hätte es eines expliziten Hinweises bedurft, so das LG.

mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

LG Nürnberg-Fürth zum Reithallenbesuch: Auf scheue Pferde ist hinzuweisen . In: Legal Tribune Online, 14.05.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/28587/ (abgerufen am: 16.10.2018 )

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Kommentare
  • 14.05.2018 15:35, Bernd

    Welch traurige und innerlich völlig einsame Gestalt zieht vor Gericht, weil sich Kinder wie Kinder verhalten.

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    • 14.05.2018 16:16, 123

      kaum geht's um Geld ist jeglicher Anstand vergessen :)

      Probieren kann man es ja mal. Peinlich.

    • 15.05.2018 07:15, Marc E.

      Ich verstehe Ihr Kommentar nicht?? Die Frau klagte nicht, weil sich Kinder wie Kinder verhalten haben, sondern weil nach ihrer Ansicht die Großmutter ihre Aufsichtspflichten verletzt hat. Das sind zwei paar Schuhe. Sie sind sicherlich auch so jemand, der meint, das "ungewollte Kind" kann kein Schaden sein, weil ein Kind ja niemals ein Schaden ist. Und dabei verkennt, dass es nicht darum geht, ob ein Kind selbst der Schaden ist, sondern darum, ob die damit verbundenen Unterhaltsverpflichtungen einen Schaden darstellen. So ist es auch hier. Es geht nicht darum, ob ein Kind sich wie ein Kind verhält, sondern ob die Großmutter ihre Aufsichtspflichten verletzt hat. Eine Verletzung der Aufsichtspflichten führt nunmal zur Schadensersatzpflicht (hier lag halt keine Verletzung vor, weswegen es auch keinen Schadensersatz gab).

    • 15.05.2018 13:14, S. Mitsch

      *832 BGB

    • 15.05.2018 14:20, 123

      @S.Mitsch

      Es gibt einen nicht unbedingt feinen Unterschied zwischen Kindern, die etwas zerstören und Kindern, die von Oma auf eine Holzbande gesetzt in einer Reithalle die Zuschauer einlädt, oder?

    • 29.05.2018 23:09, Ina

      Es ist allgemein bekannt, dass Kinden nicht auf die Wande gehören. Unverantwortlich ist hier das Verhalten der Großmutter, die Schuld trägt. Im Straßenverkehr ist auch bekannt, dass man bei Pferden aufpassen MUSS. Jeder Mensch, mit etwas Verstand, weiß dass Kinder nicht auf die Wande gehören.

    • 30.05.2018 01:09, Lille

      Das ist ein armseliger Kommentar!
      Kinder dürfen eben nicht ALLES, an Erziehung u Anstand mangelt es.

      Für mich ist es jetzt klar, Kinder dürfen bei mir absolut nichts mehr betreten.
      Ich lasse garantiert keinen Schaden an meinem Besitz zu u dann vor der Verantwortung drücken.

      Das LG hätte mal berücksichtigen sollen, dass Pferde naturbedingt Fluchttiere sind!
      Das Verhalten des Tieres war absehbar, dass der Kinder, bei Erziehung nicht passiert.

      Lächerlich das ganze, die Reiterin hat den komplett Schaden, weil andere Menschen egoistisch sind u ausschliesslich an such denken.

    • 30.05.2018 14:21, Trudy

      Das Problem war überhaupt nicht das Verhalten des Kindes.
      Der Artikel gibt die Geschehnisse nur unzureichend wider. Das Pferd scheute nicht, weil das Kind gegen die Bande trat. Die Großmutter setzte das eine Kind zum Schauen auf einen der dafür bereitstehenden Hocker. Dann bugsierte sie das zweite Kind in einer schwungvollen Bewegung auf die Bande, die Beine in die Reitbahn baumelnd (wo sie nun mal absolut nichts zu suchen haben!). Aus Perspektive des Pferdes kam plötzlich und mit einem Scheppern etwas über die Bande "gesprungen". Da kann ein Pferd nur erschrecken und zurückweichen - es weiß in dem Moment ja auch nicht, ob das Kind rüberfällt und vor seinen Hufen landet.
      Die Großmutter hat das Kind damit aus dem Zuschauerraum ins Innere der Reitbahn gebracht, wo es nun mal nicht hingehört.

    • 31.05.2018 05:14, Phenom

      Klar, ist dumm gelaufen, aber was wäre gewesen wenn dem Kind etwas passiert wäre? Dann wäre das Geschrei groß gewesen.

  • 14.05.2018 23:20, Nicole

    Leider sehe ich die Entscheidung als falsch an. Pferde sind Fluchttiere- das bedeutet sie flüchten bei lauten Geräuschen. In einer Reithalle ist es - wie in einem Stall generell- eher leise und ruhig, aus dem oben genannten Grund. Viele Pferde scheuen und haben Angst, wenn ungewohnte Geräusche auftreten, wenn Kinder an die Bande treten ist dies ein solch ungewohntes Geräusch. Weiterhin sind Reithallen grundsätzlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt- und wenn man in einen Stall kommen möchte um den Kindern so etwas zu zeigen, hat man sich vorher zu informieren, welche Verhaltensregeln dort gelten, man ist schließlich „Gast“ und hat sich anzupassen. Ich rede hier (leider) aus Erfahrung, da ich eine ähnliche Situation schon erlebte. Alles in allem wäre eine Entschädigung als angemessen zu betrachten.
    Dem oben genannten Kommentar „welch einsame (...) weil sich Kinder wie Kinder verhalten“ Widerspreche ich in der Hinsicht, dass sich Kinder unter Aufsicht dort wie Kinder verhalten können, wo andere Menschen und Tiere keinen Schaden davon tragen- Spielplatz etc- aber nicht in einem Stall. Dort hat man sich als aufsichtsperson zu informieren wie sich Kinder verhalten sollen.

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    • 15.05.2018 00:55, Tom

      Ihre Einschätzung kann ich nicht teilen. Erstens gibt es in Reithallen sehr oft spielende Kinder und z.B. auch behinderte Menschen (Therapiereiten), denen es oft schwer fällt ganz ruhig zu bleiben, zweitens haben wir in mehreren Veranstaltungen in Reithallen Pferdemusicals produziert, in deren Rahmen Orchestermusik, Nebel, Lichteffekte und mehr über 1.5 Stundeb eingesetzt wurden. In keinem Fall hat ein Pferd - bei rund 30 Tieren - gescheut oder einen Reiter abgeworfen. Ja, Pferde sind Fluchttiere, aber man kann sie an Geräusche gewöhnen und beruhigen. Wenn der Reiter versagt, sind sicherlich nicht die Anderen dafür verantwortlich.

    • 15.05.2018 14:23, 123

      au contraire - in einer Reithalle in der Besucher zu erwarten sind, sollten Pferde eingesetzt werden die nicht beim kleinsten Geräusch scheuen.

      Dasselbe wird auch erfolgreich von Polizeipferden verlangt. Und die sind auch Fluchttiere.

    • 29.05.2018 23:01, Marie

      Jawohl!

    • 30.05.2018 12:19, 667

      An Tom: Wenn Sie bereits Pferdemusicals und Shows produziert haben, müssten Sie ggf. auch wissen, dass längst nicht jedes Pferd dafür geeignet ist, wie auch nicht jedes Pferd für die Ausbildung als Polizeipferd geeignet ist.
      Sollte man dann mit einem nicht so nervenstarken Pferd lieber nicht mehr in der Halle reiten, weil es könnte ja ein Zuschauer kommen?

  • 15.05.2018 08:25, A.J.

    Also erstmal ist das alles irgendwie sehr einseitig. Ich stimme zu, wenn ich als Gast irgendwo hinkomme, in diesem Fall in die Reithalle, dann habe ich mich an Regeln zu halten, um die Anwesenden nicht zu stören. Das gehört einfach zum Anstand. Und es spricht ja auch einfach nix dagegen, einem Kind zu erklären, dass es jetzt gerade mal nicht spielen/quängeln kann, wenn es gucken möchte, oder dass wir andernfalls gehen müssen. Sowas nennt sich Erziehung. Auch Kinder lernen, wann sie gerade mal vorsichtig sein müssen.
    Zudem hinkt der Vergleich mit den Behinderten. Die können wahnsinnig sensibel die Launen eines Tieres erfassen. Zudem sind Therapiepferde jetzt ja eher die ruhigere Art eines Pferdes. Als Privatperson kann ich nicht alles sofort trainieren und mit ein bisschen gegenseitigem Respekt ist das auch gar nicht nötig eigentlich. Pferde sind Fluchttiere und dementsprechend sollte man sie auch behandeln. Der Mensch ist ein selbstständig denkenden Wesen (im Gegensatz zum instinktgesteuerten Pferd) und kann diese Fähigkeit in seinen Möglichkeiten ruhig mal anwenden!
    Für mich ist die Konsequenz daraus, dass Besuche der Reithalle im offenen Betrieb verboten werden und nur noch zu Veranstaltungen geöffnet werden. Schade für alle, die sich richtig verhalten über Jahre hinweg!

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  • 15.05.2018 10:27, heizungauf4

    @A.J.

    "Vielmehr seien die Besucher gerade nicht vor dem Betreten der Reithalle darauf hingewiesen worden, dass man sich geräuscharm verhalten müsse. Gerade bei alltäglichen Geräuschen – wie das Treten eines Kleinkindes gegen die Innenseite einer Absperrung – hätte es eines expliziten Hinweises bedurft, so das LG."

    Ein Hinweis genügt. So muss auch niemand den Besuch in der Reithalle verbieten.

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    • 30.05.2018 12:30, 667

      Und wer soll da hinstehen und unangemeldete Gäste über die Verhaltensregeln aufklären? Irgendeine Ahnung davon, wieviel Arbeit in einem Pferdebetrieb anfällt? Zumindest hab ich in fast 40 Jahren noch keine Reihalle gesehen, die jemanden von der Stallarbeit, der Heuernte etc. befreien konnte, damit derjenige am Halleneingang stehen konnte um eventuelle Besucher/Zuschauer einzuweisen... Schilder aufhängen? Prima... das würde voraussetzen, dass Gäste diese dann auch lesen... Müsste man also wieder jemanden abstellen, der sicherstellt, dass das Schild gelesen wurde... BTW... trotz "eigener" Halle fahre ich Kind und Pferd im Nachbarort zum Dressurtraining. Dort kommt kein Unbefugter rein, da die Tür von aussen nur über einen Sicherheitscode entriegelbar ist.

  • 15.05.2018 11:30, DieAndy

    Als Ex-Reiterin kann ich mir diese Situation sehr gut vorstellen. Allerdings bin ich früher selber auf diese "Omis und Opis mit Enkeln" zugegangen und habe ihnen erklärt, was geht und was nicht und habe sie darauf hingewiesen, sollten sie dem nicht folgen, sie das Gelände bzw. die Halle verlassen zu hätten. Im Allgemeinen hat das gut funktioniert.
    Und ja, man kann die meisten Pferde gut an Alltagsgeräusche gewöhnen, aber irgendwann fängt man damit an, aber kontrolliert und dann ist so eine Situation sehr kontaproduktiv!
    Ich hatte mal Spaziergang mit Pferd, um eine Baustelle rum, mein Pferd war vorsichtig..da kam ein Autofahrer und brüllte: wenn das Tier sich im Strassenverkehr nicht benehmen kann, hat es da nix verloren. Auf meine Gegenfrage, wo ich denn seiner Meinung nach "Strassenverkehr mit Pferd" üben solle, verstummte er... und brauste davon.

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  • 15.05.2018 13:42, kirsten

    Ein Kind hat auf der reithallenbande nicht zu sitzen. Das ist bereits der erste Fehler in dieser Thematik. Wenn ein Pferd vorbeilaeuft und austreten würde wäre es bei einem Treffer nicht gut für das Kind. Und es obliegt auch den Reitern in der Halle Besucher auf solche gefahren hinzuweisen. Umgekehrt ist ein e ruecksichtnahme zu erwarten. Das hat nichts mit geldgier der Reiterin zu tun. Man ist normalerweise auf das reiten konzentriert und nicht auf das Umfeld.

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    • 15.05.2018 14:26, 123

      Genau - runter mit den Kindern von der Bande. Da sehen die nix und das war doch Zweck des Besuchs - den Reitern zuschauen.

    • 15.05.2018 15:58, DieAndy

      An 123, eine Reithalle privat oder Verein ist kein öffentlicher Raum, wo jeder mal grad reinspazieren kann, wie er möchte.
      Widersprechen möchte ich dem Satz, man sei nur auf das Reiten konzentriert...gerade beim Reiten sollte man auch sein Umfeld im Auge haben.

    • 15.05.2018 18:49, 123

      "Mit ihren drei und fünf Jahre alten Enkelkindern hatte die beklagte Großmutter eine Reithalle in Nürnberg besucht"

      Offensichtlich waren die Besucher hier aber doch erwünscht.?

    • 16.05.2018 11:51, A.J.

      @123: "Offensichtlich waren die Besucher hier aber doch erwünscht.?"
      Das kann ich aus dem Satz nicht herauslesen. Es ist allerdings vielerorts Usus, dass Leute meinen, sie gehen in Reithallen und gucken dort den Reitern zu oder betreten Höfe und streicheln die Pferde (oder füttern lustig drauf los). Normalerweise wird das auch toleriert, solange die Leute sich angemessen verhalten. Natürlich hätte die Reiterin etwas sagen müssen, andererseits verhalte ich mich auf einem fremden Privatgrund ja auch nicht wie in meinem eigenen Wohnzimmer. Zudem könnte sie auch erst von dem auf der Bande sitzenden, trampelnden Kind mitbekommen haben, als sie schon in der Gefahrensituation war. Darauf geht der Artikel gar nicht ein. Und sobald es sich um eins Sicherheitsfrage handelt, ist es mir um ehrlich zu sein auch herzlich egal, ob das Kind sieht oder nicht. Die Relation ist nicht mehr gegeben, nur weil das kleine Kind nicht sieht, muss sich ein anderer Mensch oder ein Tier nicht verletzen! Dann ist das eben kein Ort, an den man mit kleinen Kindern geht, dann muss man einen Reitplatz draußen suchen, um Pferde anzugucken!

      @heizungauf4:
      "Ein Hinweis genügt. So muss auch niemand den Besuch in der Reithalle verbieten."
      Doch, würde ich, wenn auf meinem privaten Grund meine Reiter verletzt werden, weil Besucher sich nicht so verhalten können. Wenn ich mit einem unsicheren Pferd unterwegs bin, gehe ich extra in die Halle, um Gefahrensituationen zu vermeiden oder Dinge zu üben etc. Wenn ich selbst da nicht ungestört trainieren und meine Konzentration auf mein Pferd und mich lenken kann, weil ich damit rechnen muss, dass fremde Menschen das Gelände betreten und mich damit in Gefahr bringen, dann schließe ich das lieber von vornherein aus. Als freundlicher, fremder Besucher hätte sie auch fragen können, ob es erlaubt ist, das Kind auf die Bande zu setzen, damit es besser sieht etc. Natürlich hätte die Reiterin auch was sagen können, wenn sie es bemerkt hätte etc. Zweiseitiges Schwert, aber zu diesen Sachverhalten sagt der Artikel nichts. Für mich ist das Fazit daraus, dass ich mir und meinen Reitern auf meinem Grundstück diesen Schaden nicht zumuten möchte!

    • 17.05.2018 15:43, 123

      @ A.J.

      "Die Beklagte besuchte im Oktober 2016 zusammen mit ihren damals drei und fünf Jahre alten Enkelkindern eine Reithalle in Nürnberg. Sie hielt sich dort im Zuschauerbereich auf. "

    • 30.05.2018 11:29, AJ

      @123:
      In meinem Text steht der letzte Satz bzgl. des Zuschauerraumes nicht, allerdings ist es auch ziemlich egal. Eine Bande ist eine Absperrung zwischen Zuschauerraum und Reitplatz und damit nicht Bestandteil des Zuschauerraums.
      Und wie gesagt, die Konsequenz daraus wird sein, dass Zuschauer in der Halle nicht mehr erlaubt sein werden auf Dauer.

    • 30.05.2018 12:11, 667

      An 123: Dass die Halle einen Zuschauerbereich hat bedeutet nicht automatisch, dass da Hinz und Kunz hinmarschieren kann zum Zuschauen. Und da in einem Pferdebetrieb jede Menge Arbeit anfällt, hat da auch keiner Zeit um neben dem Zugang zur Zuschauertribüne zu stehen und unangemeldeten Besuchern die "Benimm-Regeln" zu erklären. Schilder werden leider meist nicht beachtet und wer die Regeln nicht liest, weiß dann trotzdem nicht, dass die Hallenbande nicht als Sitzgelegenheit für Kleinkinder gedacht ist oder dass man eventuell leise sein sollte, weil das Pferd das da geritten wird, möglicherweise keine Ausbildung zum nervenstarken Polizeipferd hat. BTW...man kann auch nicht jedem Pferd Nervenstärke antrainieren. Eines unserer Ponys hat auch nach Jahren des Übens immer noch Angst vor dem Geräusch einer Sprühflasche, obwohl es für unsere Pferde ein Alltagsgeräusch ist (Fliegenspray etc.)

    • 30.05.2018 12:19, AJ

      Irgendwo muss man den Pferden diese Dinge ja auch beibringen können und wenn nicht in der Hofeigenen Halle, wo dann? Dass da unter Umständen die Pferde trainiert werden, die draußen eben noch nicht "cool und abgebrüht" sind, wird gerade auch nirgends berücksichtigt. Genauso könnte ich hier 'vorschlagen', wenn die Kinder noch nicht reithallenkonform erzogen sind, dann besucht man mit ihnen auch keine Solche (analog zu: "15.05.2018 14:23, 123
      au contraire - in einer Reithalle in der Besucher zu erwarten sind, sollten Pferde eingesetzt werden die nicht beim kleinsten Geräusch scheuen.
      Dasselbe wird auch erfolgreich von Polizeipferden verlangt. Und die sind auch Fluchttiere.")

  • 21.05.2018 15:04, Krüger

    Auf der Bande ist aber kein (!!) Zuschauerbereich. Die Bande dient Verletzungen von Pferd, Reitern und Zuschauern zu vermeiden. Einen Menschen (Kind oder Erwachsen) der auf der Bande sitzt, dringt in den Trainingsbereich ein. Dort hat ein Zuschauer NICHTS zu suchen!!

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  • 29.05.2018 23:29, Marie

    „Gerade bei alltäglichen Geräuschen – wie das Treten eines Kleinkindes gegen die Innenseite einer Absperrung – hätte es eines expliziten Hinweises bedurft, so das LG.“
    Wie schon richtig festgestellt wurde, handelt es sich um die Innenseite einer ABSPERRUNG! Ich denke das ist Hinweis genug. Und das treten gegen diese besagte Absperrung ist normalerweise auch kein alltägliches Geräusch in einem Stall. Bei uns ist noch eine Ponyreitschule mit im Stall ansässig und da verhalten sich Kinder so wie man sich in einem Stall verhalten sollte und nicht wie auf einem grossen Spielplatz. Ich denke als Erwachsener ( in diesem Fall die Oma ) hat man die Pflicht, Kindern gewisse Verhaltensregeln zu vermitteln, je nach dem wo man zu Gast ist! Eltern haften für ihre Kinder. Ich gehe ja auch nicht hinter die Absperrung eines Löwengeheges und wundere mich dann das da Löwen kommen.
    Eine Reithalle ist ein Privatgrund auf dem fremde Leute entweder wissen wie sie sich zu verhalten haben oder sie gehen in den Zikus um Pferde anzusehen...da dürfen die Kinder dann auch laut sein!

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  • 30.05.2018 07:57, ulrike

    Anhand der Kommentare sieht man, wer hier Reiter ist und wer nicht. Wäre die Oma Reiterin gewesen, hätte ihr Enkel höchstens einmal mit dem Fuß an die Bande geschlagen, danach hätte sie ihm das verboten. So was ist sehr unangenehm für Pferd und Reiter, weil solch ein Poltergeräusch ganz unvermutet kommt. Es lässt sich nicht immer vermeiden, die Oma hätte es jedoch wissen und auch vermeiden müssen. Fällt draußen ein Baum wegen Blitschlag und fällt deswegen der Reiter, dann ist es höhere Gewalt, für die keiner was kann.

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  • 30.05.2018 08:29, CS

    Wegen solch rücksichtslosem Verhalten von Eltern und Großeltern werden bei uns Besucher mit Kindern sofort aus der Halle verwiesen, schade für die Kinder, aber was bleibt einem anderes übrig in einer Zeit in der Kinder nicht mehr erzogen werden.
    Kinder sind Kinder, sie wissen nicht welches Verhalten richtig ist - das zu vermitteln ist Aufgabe der Erziehungsberechtigten, und nicht fremder Personen.

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    • 30.05.2018 13:49, Antje

      Schön und gut. Aber wäre es nicht auch eine Alternative Pferde und Reiter vernünftig auszubilden ? Bei uns gehörte das zum Reitunterricht von Anfang an dazu. Da fuhr der Trecker an der Halle vorbei, die Liegewiese vom Freibad grenzte direkt an die Halle, da flog auch mal ein Ball von aussen an die Hallenwand. Da hätte es mal ein Reiter wagen sollen sich so nen Schmarren, wie diese Anzeige einfallen zu lassen, der wäre Hochkant aus dem Verein geflogen, wegen Fremdschämen. Einzig bei den ersten Arbeitseinheiten mit den Remonten, da sollte Ruhe sein, die wurden aber auch generell in die frühen Morgenstunden gelegt.

  • 30.05.2018 08:38, 667

    Wie kommt man eigentlich darauf, dass "Treten gegen die Bande" ein alltägliches Geräusch ist? Mal ganz abgesehen von der Gefahr für die Kinderbeine... Nicht jedes Pferd ist ein nervenstarker, abgebrühter Zossen den nichts juckt... Unsere Pferde kennen auch viel, z.B. im Wind flatternde Bänder oder einen Sack mit scheppernden Blechdosen hinterherziehen. Das sind Dinge die wir lange geübt haben und nicht von jetzt auf gleich funktioniert haben. Was unsere Pferde allerdings auch nicht kennen, sind Kinder, die auf der Bande sitzen und mit den Füßen dagegen schlagen. Warum nicht? Weil die Bande nicht zum Draufsitzen da ist! Ganz einfach. Wer ungefragt in eine Reithalle geht, sollte a) fragen ob dies denn erlaubt/erwünscht ist (ich spaziere ja auch nicht einfach so in fremde Häuser und schaue beim Essen zu...) und b) ob es etwas gibt, das man beachten muss. Aber heutzutage meinen ja alle dass sie immer im Recht sind und nur die anderen Schuld tragen

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