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Fußballstar Franck Ribery vor Gericht: Eine Unter­schrift für drei Mil­lionen Euro

16.01.2018

Franck Ribéry

(c) dpa

Über drei Millionen Euro will ein ehemaliger Berater von Fußballstar Franck Ribéry haben. Er behauptet, dieser habe ihm ein Honorar für einen Wechsel versprochen. Nun soll Ribérys Unterschrift überprüft werden.

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Ein Experte für Unterschriften wird Franck Ribéry im Prozess um ein Beraterhonorar in Millionenhöhe nun ganz genau auf die Finger schauen. Die Vorsitzende Richterin Isabel Liesegang ordnete am Dienstag am Landgericht (LG) München I an, dass ein unabhängiger Sachverständiger die angebliche Signatur des französischen Fußballstars vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München unter einem umstrittenen Vertrag untersuchen soll.

In diesem sogenannten Schriftvergleichsgutachten soll ein Diplom-Psychologe aus Dachau nicht nur die Unterschrift unter dem fraglichen Vertrag prüfen, sondern auch von beiden Streitpartien in Auftrag gegebene eigene Gutachten unter die Lupe nehmen. Sowohl die Anwälte von Ribéry als auch die Vertreter seines ehemaligen Managers Bruno Heiderscheid sollen innerhalb von drei Wochen Vergleichsunterschiften des heute 34 Jahre alten Profis vorlegen, die aus der Zeit um den 16. Mai 2006 stammen. Damals soll Ribéry seine Signatur geleistet haben.

Der Streitwert ist beträchtlich: Der ehemalige Berater des Fußballstars behauptet nämlich, dass ihm eine Provision in Höhe von mittlerweile 3,45 Millionen Euro für einen Vereinswechsel zustehe. Ribéry soll ihm das Honorar als Dank versprochen haben, dass er 2005 einen Wechsel ablösefrei von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille ermöglicht habe.

Problem: Unterschriften können sich ändern

Am Bosporus war der Dribbelkünstler aber unglücklich und hatte auch vorübergehend kein Gehalt bekommen. Ribéry soll Heiderscheid zunächst mündlich und 2006 dann auch schriftlich zugesichert haben, beim nächsten Wechsel zehn Prozent der dann fälligen Transfersumme zu erhalten. Ribéry bestreitet das und behauptet, Heiderscheid habe seine Unterschrift gefälscht. 2007 bezahlte der FC Bayern 30 Millionen Euro für den Offensivstar. Der Streitwert beläuft sich also auf drei Millionen Euro plus Mehrwertsteuer und Zinsen.

Dem nun hinzugerufenen Gutachter kommt also eine hohe Bedeutung zu. Dabei wird der Experte aus Dachau berücksichtigen müssen, dass sich Unterschriften im Laufe der Jahre auch verändern können. Daher machte die Richterin auch ein Intervall "aus der Zeit um den 16. Mai" 2006 herum zur Bedingung.

Eine mündliche Verhandlung wird in diesem Zivilverfahren folgen, wohl Mitte dieses Jahres könnte es weitergehen. Die Vorwürfe bleiben bis dahin im Raum stehen. Ribéry könnten Konsequenzen wegen einer möglichen Falschaussage vor Gericht drohen, Heiderscheid wegen einer potenziellen Urkundenfälschung.

dpa/mam/LTO-Redaktion

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Fußballstar Franck Ribery vor Gericht: . In: Legal Tribune Online, 16.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26515 (abgerufen am: 14.03.2026 )

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