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LG Berlin: Mehrjährige Haftstrafen für Drogenhändler: Zehn Tonnen Marihuana geschmuggelt

02.06.2014

Fast zehn Tonnen Marihuana schmuggelte eine Bande innerhalb von drei Jahren nach Berlin. Nach monatelangem Prozess hat das LG Berlin am Montag die Urteile gesprochen. Das Berliner Landgericht verhängte für zwei Männer und eine Frau Haftstrafen von bis zu vier Jahren und neun Monaten.

Das Rauschgift sei mit Mietwagen aus den Niederlanden und Tschechien nach Berlin gebracht worden, hieß es im Urteil des Landgerichts (LG) Berlin. Gegen einen Helfer der Gruppe ergingen vier Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte Gefängnisstrafen zwischen vier und sieben Jahren gefordert (Urt. v. 02.06.2014, Az. (506) 254 Js 214/13 (21/13)).

Die Bande agierte etwa drei Jahre lang von Berlin aus. Von Januar 2010 an seien Drogen zunächst aus den Niederlanden, später aus Tschechien in die Hauptstadt geschmuggelt worden, sagte der Staatsanwalt. Den Ermittlern zufolge habe es insgesamt 282 Fahrten gegeben. Nach einem Tipp aus der Drogenszene war die Polizei der Gruppierung auf die Spur gekommen.

Im Februar 2013 wurden mehrere Mitglieder der Bande gefasst, als sie mit 48 Kilogramm Marihuana im Auto auf dem Weg von Tschechien nach Berlin waren. Als der Prozess im September begann, saßen acht Männer und zwei Frauen auf der Anklagebank.

Gut organisierte Kriminalität

Die vier nun Verurteilten hatten sich geständig gezeigt. Die 31 Jahre alte Frau, die drei Jahre und neun Monate Haft erhielt, und ein 43-jähriger Mann seien bei einigen Fahrten als Fahrer tätig gewesen, hieß es im Urteil. Ein 27-Jähriger habe Gelder verwaltet, um Kuriere zu entlohnen. Bei einem 36 Jahre alten Mann seien bei seiner Festnahme rund 80.000 Euro entdeckt worden.

Aus Sicht des Gerichts zählten die nun verurteilten Angeklagten nicht zur Führungsriege der Bande. Dabei soll es sich um drei Berliner im Alter von 30 bis 38 Jahren handeln. Gegen diese Männer geht der Prozess weiter. Mit einem Urteil wird nicht vor Oktober gerechnet.

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

LG Berlin: Mehrjährige Haftstrafen für Drogenhändler: Zehn Tonnen Marihuana geschmuggelt . In: Legal Tribune Online, 02.06.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/12151/ (abgerufen am: 14.08.2020 )

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Kommentare
  • 03.06.2014 18:44, NYC

    Dies System ist so unsinnig.

    Was haben wir also hier:

    Entgangene Steuern für die 3 Tonnen Mariuhana (kann sich ja mal wer die Mühe machen, nachzugucken was die Niederlande oder Colorado eingenommen hätten)

    + Ermittlungskosten

    + Prozesskosten

    + Haftkosten für jetzt schon 4 Verurteilte und noch 3 im Oktober

    = Massive Steuerverschwendung

    Und der Volksgesundheit ist wieder ein Bärendienst erwiesen, an die Stelle dieser Bande tritt nur eine neue von deren Produkt der Konsument auch nicht weiß, mit was es versetzt ist.
    Währenddessen kann man sich in diesem Land neben Alkohol und Nikotin auch sehr effektiv mit von Ärzten verschriebenen Medikamenten das Leben versauen. Das nicht nur bei falscher Anwendung sondern aufgrund der vielfältigen Nebenwirkungen ebenso bei korrekter Dosierung.

    Aber Hauptsache, man hat der Pharmaindustrie wieder einen Dienst erwiesen, die währenddessen schon das zweite Medikament mit Marihuana in Deutschland auf den Markt gebracht hat.
    Denn eigentlich kann man Pflanzen nicht patentieren, aber ein neues Produkt hingegegn das den Effekt der Pflanze simuliert und dabei beinahe sicher nicht zu 100 % , verspricht Gewinn für die nächsten 20 Jahre.

    Auf Kosten aller Beitragszahler, die stattdessen die Pflanzen direkt hätten zahlen können, wie bei Tikkun olam in Israel, staatlich überwacht.

    Aber nein, hier reicht nichtmal eine Petition von 102 Strafrechtsprofs. aus, etwas ins Rollen zu bringen.