Vergleich zwischen Hertha BSC und Ex-Geschäftsführer: Fredi Bobic erhält rund vier Mil­lionen Euro

31.08.2026

Mehr als drei Jahre streiten sich Hertha BSC und der Ex-Chef schon wegen Kündigungen und der Abfindung. Jetzt gibt es eine Lösung. Bobic bekommt von seinem früheren Arbeitgeber mehrere Millionen.

Nach mehr als drei Jahren und mehreren Wendungen ist der Millionenstreit zwischen Fußball-Zweitligist Hertha BSC und Ex-Geschäftsführer Fredi Bobic durch Vergleich beendet. Das bestätigten ein Sprecher des Landgerichts (LG) Berlin II und der Verein auf dpa-Anfrage. Über die Inhalte hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart, erklärte der Verein. Medienberichten zufolge zahlt der Klub seinem früheren Angestellten rund vier Millionen Euro.

Der 54‑jährige Bobic hatte nach seiner ordentlichen und außerordentlichen Kündigung Anfang 2023 in zwei Verfahren vor dem LG geklagt, einmal ohne Erfolg, einmal mit: Das LG hatte die außerordentliche Kündigung durch den Verein für unwirksam erklärt (Urt. v. 28.05.2024, Az. 101 O 28/23). Die Rechtmäßigkeit der ordentlichen Kündigung hatte es bereits zuvor per Teilurteil festgestellt. Die offenen Gehaltszahlungen forderte Bobic ein.

Die Klage lief vor dem Landgericht und nicht vor den Arbeitsgerichten, weil Bobic als Geschäftsführer kein Arbeitnehmer war.

Neben der Kündigung ging es um die Abfindung

Neben der Kündigung ging es noch um eine vertraglich festgelegte Abfindung. Das LG Berlin II hatte Bobic mit einem Vorbehaltsurteil Recht gegeben: Im Urkundenprozess nach § 592 Zivilprozessordnung entschied es, dass Hertha seinem früheren Geschäftsführer 3,35 Millionen Euro brutto zahlen muss (Urt. v. 25.09.2025, Az. 90 O 29/23). Dazu wären noch Zinsen und die Verfahrenskosten gekommen. Die Berliner, die zuvor auch immer wieder Befangenheitsanträge gestellt hatten, waren gegen das Vorbehaltsurteil in Berufung gegangen (Az. 12 U 148/25), nahmen diese dann aber zurück. 

Jetzt sind alle Ansprüche durch den Vergleich abgegolten, Bobic erhält rund vier Millionen Euro.

Vorherige Versuche einer Einigung waren noch gescheitert. Im Mai des vergangenen Jahres hatte das Gericht etwa auf Wunsch beider Seiten einen Vergleich in Höhe von 3,2 Millionen Euro vorgeschlagen. Hertha lehnte das Angebot dann nach Angaben von Bobic aber doch ab.

dpa/tap/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Vergleich zwischen Hertha BSC und Ex-Geschäftsführer: . In: Legal Tribune Online, 31.08.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60760 (abgerufen am: 14.09.2026 )

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