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LG Augsburg bestätigt Urteil zu Sex in der Erlebnisgrotte: Junges Paar muss mit Ar­rest büßen

20.08.2015

Sie waren betrunken und hatten Sex in der "Erlebnisgrotte" eines Schwimmbads. Davon ist nun auch die Berufungsinstanz überzeugt - nicht zuletzt wegen eines Unterwasser-Videos. Das junge Paar muss nun Arreststrafen absitzen.

Das Landgericht (LG) Augsburg ist davon überzeugt, dass das Paar in einem Erlebnisbad Sex hatte und verwarf die Berufung des 18-Jährigen und seiner 19 Jahre alten Freundin. Auf einem Unterwasser-Video des Schwimmbads, das in Verhandlung gezeigt wurde, sei eindeutig zu sehen, "dass sexuelle Handlungen stattgefunden haben", erklärt der Richter am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung. Zu Recht habe das Augsburger Amtsgericht (AG) die Angeklagten deshalb im Juni wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verurteilt. Die beiden müssen ihre Jugendarreststrafen nun absitzen. Enttäuscht und niedergeschlagen wirkten die beiden jungen Leute, als der Richter das Urteil verkündete. 

Zu Beginn des Berufungsprozesses schienen die Angeklagten, die immer noch ein Paar sind, noch optimistisch. Interessiert und ruhig folgten sie den Ausführungen des Gerichts. Diesmal äußerten sie sich nicht selbst zu den Vorwürfen, sondern ließen ihre Anwälte sprechen. Im ersten Prozess war das noch anders. "Respektlos und uneinsichtig" soll sich der 18-Jährige, der damals nicht anwaltlich vertreten wurde, vor dem AG verhalten haben. So steht es im Urteil, das zum Auftakt der Verhandlung verlesen wurde.

Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass das AG das junge Paar verurteilt hat. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die jungen Leute an Weihnachten 2014 in der "Erlebnisgrotte" der Therme im Augsburger Vorort Neusäß Sex hatten. Der 18-Jährige wurde zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt, die Freundin erhielt einen Wochenendarrest, außerdem wurden ihr 32 Stunden Hilfsdienste auferlegt. Beide legten Berufung gegen das Urteil ein - ohne Erfolg.

Unterwasser-Kameras: Er hatte die Hose runtergezogen

Zwei Bademeister schilderten als Zeugen, wie sie die jungen Leute am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags in flagranti erwischt hätten. Durch Unterwasser-Kameras seien sie auf das Geschehen aufmerksam geworden. "Er hatte die Hose runtergezogen bis unter die Knie. Man hat alles genau sehen können", sagt einer der Zeugen und fügt sogleich an, was er als Mitarbeiter der Therme davon hält: "So was geht gar nicht, es sind auch Kinder im Bad." Ein Badegast hatte sich seinen Angaben zufolge über die "Schweinerei" beschwert. Weil das junge Paar der Aufforderung, sich anzuziehen und das Bad umgehend zu verlassen, nicht nachgekommen sei, sei die Polizei gerufen worden.

Die Angeklagten ließen über ihre Anwälte erklären, dass es in der "Erlebnisgrotte" zwar zu sexuellen Handlungen, nicht aber zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Sein Mandant sei "alkoholisch enthemmt" gewesen, sagte der Anwalt des 18-Jährigen. Das Paar habe sich unbeobachtet gefühlt und von den Kameras nichts gewusst. Entsprechende Hinweise im Eingangsbereich des Bades hätten sie nicht wahrgenommen.

Das Urteil ist nun rechtskräftig. Auf das Paar warten kleine Strafen, die im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes als "Zuchtmittel" betrachtet werden. In Bayern gibt es dafür sechs spezielle Arrestanstalten mit knapp 200 Plätzen.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

LG Augsburg bestätigt Urteil zu Sex in der Erlebnisgrotte: Junges Paar muss mit Arrest büßen . In: Legal Tribune Online, 20.08.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16662/ (abgerufen am: 21.07.2019 )

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Kommentare
  • 20.08.2015 11:22, Wolfgang

    Wen juckt das?

    Wichtiger wäre das Problem mit dem hohen Asybewerberzustromes zu
    lösen.
    Wieviel Asylbewerber verkraftet ein Sozialstaat?

    • 20.08.2015 11:47, Nico

      Die Frage ist doch eher, wie viele Leute von Deiner Sorte der Sozial Staat verträgt.

    • 20.08.2015 12:01, Nicht Wolfgang

      Ja Wolfgang, jeder Artikel in jeder Zeitung in Deutschland sollte mit sofortiger wirkung zugunsten des Asylthemas gestrichen und ersetzt werden.

      Wichtiger wäre mir aber das Problem mit der neuerdings hohen Zahl an kontextlosen Kommentaren unter Zeitungsartikeln.
      Wieviele solcher Kommentare verkraftet ein Sozialstaat?

    • 20.08.2015 12:02, Lukas

      Mehr.

    • 20.08.2015 19:07, Fabian

      Wieviele Asoziale verträgt ein Sozialstaat?

  • 20.08.2015 11:43, RA JM

    Bayern eben - no further comment.

    • 20.08.2015 18:01, Mischi

      genau - denke ich auch, nur in bayern geht man so mit jugendlichen um - katastrophe für ganz deutschland .....

  • 20.08.2015 11:45, zweifler

    Wolfgang, es juckt niemanden. Eine Justizposse um nichts...

    Aber zu Ihrer Frage: Wir verkraften unendlich viele Asylbewerber, denn um Asy bewerben darf sich laut GG jeder. Und das ist gut so. Was Sie meinen ist sicher: wie viele können wir aufnehmen? Ich verrate es Ihnen: Noch viel mehr als bislang. Unsere Aufnahmezahlen sind ein Witz im Vergleich zu anderen Ländern. Es ist unsere Pflicht zu helfen, ob Ihnen das nun passt oder nicht. Und leisten können wir es uns auch. Wir sind eins der reichsten Länder der Welt. Mal abgesehen davon, dass die Flüchtlinge, wenn man sie rasch integriert, auch in den Arbeitsmarkt, dem Staat auf Dauer wesentlich mehr inbringen als sie ihn kosten, das ist xfach statistisch belegt. Eigentlich traurig, dass hier wieder die Kosten-Nutzen-Rechnung hermuss. Es geht um Menschen.

    • 20.08.2015 22:22, Kunkel

      In welchem Biotop sind Sie denn aufgewachsen?

  • 20.08.2015 12:10, Wolfgang Ksoll

    Ein heimlicher Spanner beobachtet mit einer Unterwasserkamera ein Pärchen und faselt davon, dass auch Kinder Zugang zu seinen Überwachungsmonitoren hätten und dass es Erregung öffentlichen Ärgernisses sei. Da kommen ja harte Zeiten auf die tausenden Yahoo-Kunden zu, die heimlich in ihren Wohnungen auch in den Schlafzimmern zu, die von GHCQ beim Ficken bespannt wurden. War der Sex nicht anregend genug, hagelt es dann Anzeigen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses statt Nichterregung heimlicher Spanner. Merke: widl Vögeln dürfen iN Bayern nur Ministerpräsidenten und das auch ausserhalb der Ehe. Sozusagen als "Christ" in muslimischer Vielweiberei.

  • 20.08.2015 13:07, T. Hoffmann

    § 183a StGB wurde nach Ansicht der Gerichte erfüllt. Als Erwachsener wäre man wohl mit einer Geldstrafe davongekommen, oder?
    Als Heranwachsender gibts wegen des JGG einen 2wöchigen Dauerarrest für ihn. Die junge Frau wird dagegen erheblich milder bestraft, weil sie irgendwas anders gemacht hat? Etwa in der Verhandlung vor dem AG nicht so "respektlos und uneinsichtig" war? Kann das strafverschärfend wirken?

    • 20.08.2015 22:26, Kunkel

      Die war bestimmt Ausländerin .... aus Hessen oder so ... und da wollte die Justiz mal nicht so sein .... schließlich hatte die Frau ja auch noch keinen bayerischen Integrationskurs besucht und eine schwere Kindheit hatte sie obendrein ....

    • 21.08.2015 05:09, Marian Stiehler

      Find's zwar auch zu viel, aber der Grund für die Ungleichbehandlung scheint wohl, dass er vorbestraft ist. Alkohol am Steuer oder sowas.

  • 20.08.2015 14:25, GrafLukas

    Warum hat man es nicht mit einem Geständnis versucht und nur den Schuldspruch angegriffen? Finde ich eine merkwürdige Verteidigung. In erster Linie war doch nicht völlig grundlos die Strafe als unbillig hart kritisert worden. Darum scheint es jetzt aber kaum gegangen zu sein.

  • 20.08.2015 18:09, RA A.M.

    Unglaublich! In Bayern sind wohl nur "Scharfrichter" unterwegs und dann auch noch solche, die ihre Pseudo-Doppel-Moral unter der Robe verstecken. Waren wir nicht alle einmal jung? Zugegebenermaßen sind sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit inakzeptabel. Aber gleich 2 Wochen Dauerarrest auch nicht unbedingt eine adäquate und gerechte Antwort darauf. Zumal das überführende Beweismittel (Unterwasser-Video) die Frage aufwirft und von beiden Instanzgerichten wohl gar nicht geprüft und gewürdigt wurde, ob hier nicht eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild und damit eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Paares vorliegt. Ehrlich gesagt finde ich es höchst befremdlich, beim Besuch eines Schwimmbades von "unten" aufgenommen zu werden.

  • 20.08.2015 20:37, Fred

    Ich frage mich, was beunruhigender ist:
    Ein singuläres Ereignis, in welchem junge Heranwachsende ihren Hormonen und ihren Trieben nachgaben,

    ODER

    andauernde systematische Überwachung des Unterwasserbereiches und damit auch des, wenn auch leicht bekleideten Publikums in der Weise, dass dauerhafte Aufzeichnungen angefertigt werden, sodass es zu einer Berührung im Grenzbereich zwischen Intimsphäre und Sozialsphäre kommt.

    Zum Glück besuche ich keine Schwimmbäder.

    • 20.08.2015 22:29, Kunkel

      Ja stellen Sie sich nur mal vor: da schwimmt eine Muslima in ihrem Ganzkörperkondom vorbei und wird gefilmt ... auch noch von unten .... was der Imam dazu wohl sagt ....

  • 20.08.2015 22:20, Kunkel

    In ein paar Jahren, wenn der Islam aufgrund der hohen Zuströme von Flüchtlingen dann zu Deutschland gehört, werden solche"Verbrechen" dann sicher nach der Scharia abgeurteilt. Man möchte von Seiten der Politik und Rechtsprechung ja sicher nicht für Unruhe unter den dann 100 Millionen Muslimen in Deutschland sorgen.....

    • 20.08.2015 22:58, 1337

      Mach lieber weiter deine hilfssklavische Bücherschubserei im Seminar als hier dumme Kommentare von rechts außen zu verzapfen kleiner Hobbyhetzeralemanne.

    • 20.08.2015 23:11, -sr

      kunkel, schließ bitte dein mundwerk! ständig diese verbitterte und boshafte hetze - allein unter diesem text vier kommentare, das ist doch widerlich! vielleicht hilft ein spaziergang?

    • 21.08.2015 07:41, Kunkel

      Da ist nichts von rechter Hetze. Ich wähle seit Jahren links, aber viele derjenigen hier blind die Staatsmeinung wiedergeben, waren wie unsere Politiker, offenbar noch nie länger mal in so einem Land und wissen wie die einheimische Bevölkerung wirklich tickt. Die haben das ja nicht einmal bei den Griechen gemerkt, und die wohnen vor unserer Haustür.

  • 21.08.2015 02:52, Kinderzeuger

    Lustig finde ich die Anmerkung, es hätten sich Kinder im Bad befunden. WIE SOLLEN DENN KINDER SONST ENTSTEHEN?

    Immer wird vor den sinkenden Geburtenzahlen gewarnt, wenn aber mal was dagegen getan wird, dann erheben alle gleich den moralischen Finger und finden sich dabei auch noch toll. Lächerlich.

  • 21.08.2015 09:13, Angelika

    Ein absolut richtiges Urteil! Sex gehört nicht in die Öffentlichkeit, sondern in die eigenen vier Wände! Ein Schwimmbad wird von Kindern besucht und auch von Menschen, die das einfach eklig finden. Wir diskutieren, ob irgendwelche Plakate sexistisch sind, aber im Schwimmbad Sex haben ist ein Jugendstreich? Wohl kaum. Außerdem möchte ich das Zeug dann auch nicht im Wasser schwimmen haben! Eigentlich sollten sie auch noch für eventuelle Reinigungskosten ordentlich zahlen. Und nein, ich bin weder für die Scharia noch prüde, aber das ist einfach verboten, und das ist gut so! Und den beiden noch ein Tip "sauft nicht so viel Alkohol, dann macht ihr auch nicht so einen Scheiß".

    • 21.08.2015 10:03, Any

      Na endlich ein sachlicher Kommentar. Es gehört sich einfach nicht in ein öffentliches Schwimmbad. Es fehlt schon seit langem Respekt gegenüber anderen. Und manche Kommentare sind so erstaunlich, vor allem dass es um eine juristische Seite geht....

    • 21.08.2015 10:11, Marian Stiehler

      Ich finde Sex im Schwimmbad auch unangebracht.

      Aber der Sex heiligt doch nicht die Mittel! Unterwasserkameras sollten da nicht nötig sein. Andere Badegäste haben es doch angeblich bemerkt – das reicht völlig. Kein Grund, alle Badegäste halbnackt zu filmen und das auch noch aufzuzeichnen und später an die BILD-Zeitung zu verkaufen, wo man es jetzt für 99 Cent abrufen kann (Kein Scherz. Kann man wirklich. Google nach »Sex im Spaßbad – das Beweis-Video!«).

      Wenn der Zweck immer die Mittel heiligt, könnten wir auch allen nicht-impotenten Badegästen vorsorglich Keuschheitsgürtel anlegen, Schlüssel beim Bademeister.

      Die Verhältnismäßigkeit von Strafe und Tat steht auf einem anderen Blatt. Strafe ja – zwei Wochen Arrest!?

    • 21.08.2015 10:33, Wolfgang Ksoll

      Da werden eine Menge wüster Spekulationen herangezogen, um harte Strafen gegen junge Menschen pseudomäßig zu begründen.
      Erst mal die Lage:
      "§ 183a Erregung öffentlichen Ärgernisses
      Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 183 mit Strafe bedroht ist."

      Dann die Fakten:
      "So was geht gar nicht, es sind auch Kinder im Bad."
      Es wird nicht gesagt, dass Kinder einen Geschlechtsverkehr beobachtet hätten, sondern nur die theoretische Möglichkeit erörtert. Müssen Eltern nun befürchten, dass sie beim Beischlaf im ehelichen Bette die Türen nicht abschließen, dass sie wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ins Gefängnis kommen, weil theoretisch die eigenen Kinder in der Wohnung sein könnten? Großer Unsinn.

      Es ist nichts darüber berichtet worden, dass die Tat absichtlich oder wissentlich begangen wurde. Wussten die beiden von den Unterkameras, und wussten sie, dass zwei Bademeister sich darauf konzentrierten, auf Unterwasserkameras Paare zu bespannen? War das Hallendbad so leer, dass die die Zeit hatten, den jungen Leuten zuzusehen. Möglicherweise hatten die so viel Zeit, weil eben keine Kinder da waren, die als Nichtschwimmer ins Schwimmer-Becken fallen könnten und deshalb beobachtet werden mussten.

      Ist eine Überwachungskamera öffentlich? Wenn die Bildschirme der Überwachungskameras öffentlich einsehbar sind, haben die dort evtl ein Datenschutzproblem. Spannen die auch in den Umkleidekabinen und halten die das für öffentlichen Raum?

      "Sie waren betrunken"
      Ist eine Blutprobe gemacht worden? Im Artikel sieht es so aus, als wenn die Berufungsinstanz im Spannervideo gesehen hätte, dass die beiden betrunken waren. Wenn die aber so besoffen waren, dann tritt das Problem auf, dass viele Männer dann nicht mehr in der Lage sind, Geschlechtsverkehr auszuüben. Geschlechtsverkehr ergibt sich nicht eo ipso durch eine herunter gelassene Hose, ein gerissener Gummi (der Hose, nicht die angeblich geplatzten Gummis von Wikileaks) kann die Hose auch sinken lassen.

      Das Urteil sieht also eher danach aus, dass man nicht ordentlich das Strafrecht angewendet hätte, sondern dass man freche Jugendliche bestrafen wollte für ihre Frechheit. Einfach weil man es kann. So wie wir die Entartung des Rechtsstaates bei dem Vorwurf des Landesverrates bei netzpolitik.org gesehen haben. Man terrorisiert den Journalismus, weil man es kann. So wie Obama mit Drohnen tausendfach mordet, foltert und die gesamte Welt aussipioniert: weio er es kann. Und hier erblödet man sich dabei, auf den Rechtsstaat öffentlich zu scheißen, in dem ein Generalbundesanwalt sich rechtswidrig als unabhängig bezeichnet. Hier wie da wird ohne Not ein Angriff auf den Rechtsstaat gefahren und der Souverän muss sich immer mehr überlegen, wie er eine entartende Justiz zu Law and Order zurückführen kann.

  • 21.08.2015 10:58, Angelika

    1) Unterwasserkameras dürften wohl primär der Sicherheit dienen, nämlich ob jemand untergegangen ist oder in irgendwelche Düsen eingezogen wird (wir erinnern uns, dass da in einem Touristikhotel mal ein Kind jämmerlich ertrunken ist)
    2) Sie wurden ja nur als Beweismittel zusätzlich hizugezogen, weil die Angeklagten die Tat abgestritten haben.
    3) Den Bademeistern Voyeurismus zu unterstellen, halte ich für sehr weit hergeholt. Was sollen da für Indizien vorliegen? Dass sie den Monitor überwacht haben?
    4) Alkohol enthemmt primär, die Unfähigkeit, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, tritt erst deutlich später ein.
    5) Fraglich ist für mich ferner, muss ich erst warten, bis kinder sich erschrecken? Und außerdem will ich das auch als Erwachsene nicht sehen!
    6) Vernünftige Eltern schliessen das Schlafzimmer ab, wenn sie Sex haben möchten. Niemand will von den eigenen kindern erwischt werden. Im übrigen ist da die Vergleichbarkeit nicht gegeben. Das heimische Schlafzimmer ist gerade keine Öffentlichkeit.

    Fazit : ein gerechtes Urteil im Ganzen. Zur Unterschiedlichkeit der Strafzumessung müßte man das Urteil im Wortlaut kennen. Von daher enthalte ich mich diesbezüglich eines Kommentars.

    • 21.08.2015 11:10, Wolfgang Ksoll

      Zu Nummer 6. Die Überwachungskamera ist eben keine Öffentlichkeit. Sonst haben die krasse Mängel mit dem Datenschutz. Eltern, die das Schlafzimmer nicht abschliessen, Vorsatz zu unterstellen, sie wollten (öffentliches) Ärgernis erregen, ist schlicht dummes Zeug.
      Zu 5) Es müssen Kinder da sein, dass man die überhaupt ins Kalkül ziehen kann. Die theoretische Möglichkeit, dass Kinder da sein könnten, ist dummes, wirres Zeug. Genauso blöd könnten man auch argumentieren, dass man auf Autobahnen nicht 180 fahren darf,. weil Kinder unvorsichtig auf die Fahrbahn rennen könnten, z.B. im Raststättenbereich, wo täglich Kinder herum laufen. Halluzinative Rechtssprechung über das , was man sich alles vorstellen kann, ist dummes wirres Zeug.
      2) Von einer Penetration ist nichts berichtet worden. Nur von Spekulationen der Voyeure am Monitor, den das Gericht für Öffentlichkeit hält, von potenziellen Schadensfällen und anderen wüsten Vermutungen.
      4) Woher wissen Sie, wie hoch die Alkoholisierung war? Es ist nicht von einer Blutprobe berichtet worden. "Später" ist nur wilde Spekulation und hat nichts mit Tatsachen zu tun.
      Aber das ist ja der Tenor des Urteils: jede Menge wilde Vermutungen, keine Bewiese und Neid, weil man nicht mehr wie die Kids ficken kann und selbst Viagra für Männer und Frauen erfolglos an den Urteilenden abprallen. :-) Rachfeldzug in Robe. Weil man es kann. Nicht weil es richtig wäre.

    • 21.08.2015 12:00, WPR_bei_WBS

      Unterwasserkameras zur Sicherheit? Könnte man bejahen (die "Grotte", in der das stattgefunden hat, ist wohl schwere insehbar) - ich warte aber immer noch auf eine sinnvolle Erklärung, wozu es einer Aufzeichnung bedarf. Und nein, dass ganze nachher an die Bild zu verkaufen ist KEINE sinnvolle Erklärung.

    • 21.08.2015 13:48, RA

      21.08.2015 10:58, Angelika

      Ihr ganzer Vortrag mag Ihre subjektive Meinung sein, das wäre aber dann auch schon alles. Fakten fehlen.

      Ihr Vorredner hat alles ziemlich rechtlich korrekt und konkret auf den Punkt gebracht.

      Wie Sie zu der Meinung eines gerechten Urteil kommen entzieht sich jeder Logik und auch ihrer Begründung.

    • 21.08.2015 14:11, alG

      Warum wird hier die Moralität diskutiert? "Das JGG intendiert im Wesentlichen Gefahrenabwehr, also die Prävention zukünftiger Straftaten durch „Erziehung“. Rechtsmethodisch betrachtet arbeitet es mit Zweckprogrammen und nicht mit Konditionalprogrammen, d. h. die konditionale gesetzliche Koppelung
      von Tatbestand (wenn Mord) und Rechtsfolge (dann lebenslänglich) ist unterbrochen: Wenn Tatbestand (Diebstahl, Raub oder Körperverletzung), dann die individuell und aktuell geeignete und verhältnismäßige erzieherische Intervention." [ aus: Michael Bock (2014) Die jugendstrafrechtliche Parallelwelt; in Neue Kriminalpolitik 4/2014]
      ... so und jetzt erkläre mir wo bei dem Tatbestand einvernehmlicher Sex von sozial integrierten Heranwachsenden im Schwimmbad der
      Jugendarrest die individuell und aktuell geeignete und verhältnismäßige erzieherische Intervention ist. Meines Erachtens wären Arbeitsstunden
      in einer Aufklärungsstelle für Jugendliche/Kinder/minderjähriger Mütter etc. (oder ein Praktikum bei Dr. Sommer) die geeignete erzieherische Intervention aber nicht Jugendarrest. Bezüglich der Pampigkeit vor Gericht wäre es höchstens eine am Einkommen gemessene Geldstrafe im Erwachsenenrecht, da es aber diese im Jugendstrafrecht nicht gibt, darf der Richter nicht einfach Jugendarrest verhängen. Hier kämen nach Jugendstrafrecht vllcht. noch Arbeitsstunden zur Erbringung eines angemessenen Geldbetrages in Betracht.
      Insofern bleibe ich bei meiner Meinung das dieser Arrest unabhängig vom
      Verhalten der jungen Menschen "völlig Hirnrissig" ist. Ich bin gespannt wie die verklemmten Sozis im Jugendarrest erzieherisch auf die beiden einwirken wollen. Das der Jugendarrest pädagogisch wertlos ist bedarf keiner empirischen Überprüfung mehr, dass ist erwiesen.

    • 21.08.2015 14:34, Wolfgang Ksoll

      Die beiden Liebenden sind keine Jugendlichen. Er ist 18, sie 19. Das sind Heranwachsende. Da kann man wählen, ob man sie als Jugendliche oder Erwachsene bestraft. Würde man Volljährige ernst nehmen, würde man sie als Erwachsene behandeln und nicht versuchen, sie zu erziehen.
      Man schickt sie doch auch in den Krieg, um andere Menschen zu töten. An Massakern wie in Kunduz können sie sich straffrei beteiligen mit über 100 Toten, aber mit herabgelassener Badehose fallen die Heuchler über sie her. Doppelmoral.

    • 21.08.2015 21:30, Kunkel

      "DAS HEIMISCHE SCHLAFZIMMER IST GERADE KEINE ÖFFENTLICHKEIT"

      Da musst Du aber auch das Handy draußen lassen, sonst hört und schaut die NSA zu ...

  • 21.08.2015 11:55, Wolfgang Ksoll

    "Das Paar habe sich unbeobachtet gefühlt und von den Kameras nichts gewusst."
    schreibt Die WELT. Das Gericht glaubt dem nicht und legt für sich fest, dass die beiden "wissentlich und absichtlich gehandelt hätten", wie es der §183a StGB fordert.
    http://www.welt.de/vermischtes/article145410883/Sex-in-Therme-Junges-Paar-buesst-mit-Arrest.html
    "Auf das Paar warten nun kleine Strafen, die im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes als "Zuchtmittel" betrachtet werden." Zwei Wochen Freiheitsentzug. Kleine Strafen.
    In Kunduz kann man straffrei über 100 Zivilisten töten, wenn man sich schlecht fühlt als Soldat und das Beten in der Feldkapelle ergeben hat, dass man sich subjektiv bedroht fühle, statt seiner Arbeit nachzugehen und militärische Aufklärung zu betreiben.
    Na ja, in Augsburg wurde schon immer das Recht gebeugt. Das bayerische Justizministerium hat immer auf die Strafverfahren eingewirkt, auch bei Schreiber, Pfahls, Holzer. Korruptes Schmiergeld bei den Amigos ist in Bayern Pflicht. Bei Sex aber kennt man keine Gnade. Ist klar. So höhlt man das Vertrauen in den Rechtsstaat aus.
    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Schmiergeld-Die-unendliche-Geschichte-id24413391.html

  • 21.08.2015 12:23, Wolfgang Ksoll

    Am Rande zu den Fakten:
    Das Verbrechen geschah abends am zweiten Weihnachtstag. Da ist es in Bayern üblich, dass Kinder da spät ins Schwimmbad gehen.

    Der Betreiber des Bades wist darauf hin:
    "Bitte beachten Sie, dass in Verbindung mit der langen Saunanacht (jeden 1. Freitag im Monat) ab 21:00 Uhr im gesamten Badbereich textilfrei gebadet wird. Das textilfreie Baden finden nicht in den Ferien und an Feiertagen statt."
    http://www.titania-neusaess.de/oeffnungszeiten__preise/zeiten_35.html
    Da können die Bademeister mit 6 installierten Unterwasserkameras immer zuschauen. Das macht ihnen nichts aus. Aber wenn ein Mädchen im Bikini mit einem Jungen mit herunter gelassener Hose sich da am 2. Weihnachtstag abends tummeln, dass ist man entrüstet.
    Und man zeichnet die Nackten unter Wasser auf. Ja ne, ist klar:
    "In juristischen Foren im Internet diskutieren Richter, Staats- und Rechtsanwälte unterdessen kontrovers darüber, ob eine Überwachung durch Unterwasserkameras überhaupt zulässig ist. Als besonders pikant empfindet es einer der Blogger, dass es in dem Spaßbad in Augsburg laut Homepage auch textilfreie Veranstaltungen gibt. „Ob den Besuchern wohl klar ist, dass sie dort nackt beobachtet, gefilmt und gespeichert werden?“, möchte der Jurist wissen."
    http://www.oz-online.de/-news/artikel/154791/Im-De-Baalje-sind-Unterwasserkameras-tabu

  • 21.08.2015 13:40, RA

    @ 21.08.2015 10:33, Wolfgang Ksoll

    Besser hätte man es nicht formulieren können.

  • 22.08.2015 12:33, Nelly

    Also erstens ist es geradezu lächerlich, wie manche den Platz unter diesem Artikel wieder für irgendwelche völlig unpassenden Kommentare zum Islam oder Asylthema missbrauchen.
    Zweitens bin ich (22) der Meinung, dass dieses Urteil völlig zurecht ergangen ist. Juristisch und moralisch! Ich finde es genau wie Angelika bereit sagte einfach nur widerlich. Und dabei ist es mir egal ob da zwei 80 jährige oder zwei 16 jährige Sex haben - es reicht schon, dass genug ins Wasser pinkeln da brauche ich nicht noch Sperma oder sonstige Körperflüssigkeiten im Wasser. Und das man sich als Jugendlicher nicht zurückhalten kann ich ebenso völliger Schwachsinn, oder hat es einer von euch damals öffentlich im Schwimmbad getrieben weil er sich nicht halten konnte? Also!
    Es ist einfach völlig unangebracht gewesen und dafür haben sie ihre gerechte Strafe bekommen. Und tut bitte nicht so, als ob sie zu einer Haftstrafe von 2 Jahren verurteilt worden sind, 2 Wochen Arrest ich bitte euch. Hoffentlich ist es ihnen eine Lehre.

    • 22.08.2015 13:43, Wolfgang Ksoll

      Man kann ja alles mögliche fordern. Aber man sollte bei den Fakten bleiben. Das waren keine Jugendliche, sondern Erwachsene. 18 und 19. Und wenn Du Sex ekelhaft findest, kannst Du das gerne machen. Aber unsere Gesetze finden das nicht widerwärtig. Die katholische Kirche befürwortet sogar Sex. Damit man Kinder bekommt.
      Ich habe es in meiner Jugend einmal in den Büschen vor einem Schwimmbad getrieben. Zur Strafe ist das Schwimmbad jetzt abgerissen worden.
      Der junge Mann hat gesagt, dass a) keiner im Bad war und dass er b) nicht wusste, dass da Spanner an dem Überwachungsmonitor hängen, die wohl am 2 Weihnachtsabend nichts besseres zu tun hatten, weil das Bad leer war.
      Somit fehlt der "Tat" a) Öffentlichkeit und b) Vorsatz, den der §183a Strafgesetzbuch zwingend vorschreibt. Das Urteil geht also an unseren Gesetzen vorbei und ist offenbar nur eine Hassreturkutsche impotenter und sexfeindlicher Richter, was ein Anschlag auf unsere Rechtsordnung ist. So wie wir den Hassfeldzug neulich auch bei netzpolitik.org gesehen haben, wo ein Spinner von Generalbundesanwalt halluzinierte, dass er unabhängig sei. Denen sollte man alle eine Strafanzeige wegen Verfolgung Unschuldiger an den Hals hängen und aus der Justiz entfernen als Sicherheitsrisiko für unsere Rechtsordnung.
      Wer keinen Unterwassersex am 2. Weihnachtstag sehen will, sollte sich nicht als Spanner in die Bademeisterloge schleichen.

  • 22.08.2015 20:18, Kunkel

    Sex im SchwimmBad ist doch nicht schlecht ....