LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

Sexueller Missbrauch trotz Einvernehmens: Päda­gogin bekommt 22 Jahre Ge­fängnis

08.07.2015

Eine US-Lehrerin hatte sexuelle Beziehungen mit drei ihrer minderjährigen Schüler. Das Urteil fiel extrem harsch aus, obwohl die Schüler eingewilligt haben sollen.

Eine Englischlehrerin aus Lakeland, USA, muss für 22 Jahre ins Gefängnis. Vor dem Richter Glenn Shelby sollte sie sich für die Beziehungen zu drei minderjährigen Schülern verantworten. Die Frau war bereits in der Vergangenheit gerade deshalb nach Lakeland versetzt worden, weil ähnliche Vorwürfe gegen sie an ihrer früheren Lehrstation erhoben worden waren. Zur Anklage kam es damals allerdings nicht.

Wie die Tampa Bay News berichten, sind zwei der drei Jugendlichen 17 Jahre alt und damit nur knapp unter der gesetzlichen Einwilligungsgrenze gewesen, das Alter des dritten Jugendlich ist nicht bekannt. Sie sollen auch aus eigenem Interesse mit ihrer Lehrerin Sex gehabt haben. Nach Informationen von N24 nützte das der Pädagogin allerdings wenig: Das amerikanische Recht fordert in Fällen des sexuellen Verkehrs mit Minderjährigen eine Anklage wegen Vergewaltigung. Es spiele hierfür keine Rolle, dass die Beziehungen auf gegenseitigem Einverständnis basiert haben sollen.

Aufgedeckt hatte die Verhältnisse die Mutter von einem der beiden 17-jährigen Teenagern. Ihr gegenüber gestand Fichter, von ihm schwanger gewesen zu sein und das Kind daraufhin abgetrieben zu haben. Der Vorsitzende Shelby bezeichnete die Lehrerin als "Raubtier", die minderjährigen Jungen als ihre "Beute". Er fügte laut der Tampa Tribune der Urteilsbegründung hinzu: "Wir hoffen, dass Sie dieses Urteil verändert und Ihnen hilft, eine andere Person zu werden, bis Sie wieder aus dem Gefängnis herauskommen." Davon ist nach 22 Jahren auszugehen.

ms/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Sexueller Missbrauch trotz Einvernehmens: Pädagogin bekommt 22 Jahre Gefängnis . In: Legal Tribune Online, 08.07.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/16139/ (abgerufen am: 21.09.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 08.07.2015 15:56, Günther

    Ich frage mich, ob der Artikel bei umgekehrten Geschlechterrollen genauso geschrieben worden wäre?

    • 08.07.2015 17:09, Chris

      Wohl eher nicht, wenn Männer mit minderjährigen Mädchen Sex haben ist das Vergewaltigung.

  • 08.07.2015 16:54, Ratefuchs

    Wenn man schon den Fall anonymisiert, dann bitte vollständig.

  • 09.07.2015 10:25, Lukas Graf

    Mag sein, dass im umgekehrten Fall der Tenor der Berichterstattung etwas anders wäre. Richtig ist aber auch: Egal ob Mann oder Frau, letztlich unstreitig einvernehmlicher Sex zwischen einem Lehrkörper und über 16-jährigen Schülern würde bei uns nach § 174 Abs. 1 Nr. 2 bereits nur strafbar sein, wenn es "unter Mißbrauch einer mit dem Erziehungs-, Ausbildungs-, Betreuungs-, Dienst- oder Arbeitsverhältnis verbundenen Abhängigkeit" erfolgt. Der Strafrahmen liegt bei 3 Monate bis 5 Jahre Freiheitsstrafe.

    Es besteht also die Möglichkeit, dass die Lehrerin mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen wäre. Dagegen sind 22 Jahre Gefängnis aus unserer Sicht drakonisch und wirken rückständig. Dann noch der nichts anderes als zynische Hinweis "22 Jahre Gefängnis werden sie läutern" rechtfertigt schon die Berichterstattung, finde ich.

  • 09.07.2015 16:30, Klaus

    Die amerikanische Gesetzgebung und Rechtsprechung ist schon seltsam. 22 Jahre für ein bisschen Spaß, aber Freispruch für Leute, die mit Waffen um sich ballern. Von Verhältnismäßigkeit haben die noch nichts gehört.

  • 09.07.2015 17:35, Thomas

    Beim Foto handelt es sich sicher um eine Symbolbild aus dem Archiv der Fotolia. Ob das Model trotz sicher vorhandenem Model-Release mit einer Nutzung in diesem Kontext einverstanden ist, wage ich sehr zu bezweifeln:
    https://lori.ru/2281290
    oder
    http://cliparto.es/imagen/3997338-profesor-en-divertidas-gafas/
    oder
    http://de.123rf.com/photo_8338844_stock-photo.html
    Also bitte ordentlich in der Bildunterschrift kennzeichnen!

  • 09.07.2015 17:53, Antonio Lavorgna

    Absolut Ihrer Meinung. Bravo!
    Toni

  • 09.07.2015 19:16, Unbekannt

    Ich suche mir noch sex mit Teemager ab 14 das dürfen Jugendliche die 14 Jahre alt sind. Penis Blasen und ficken!

  • 03.06.2018 10:06, Joe

    Diese Strafe halte ich auch für drakonisch hart. 3 Jahre wären schon heftig gewesen. Sie hat ja keinem der Schüler etwas "abgebissen" :-) und die Jungs haben ja auch gewiss ihren Spaß dabei gehabt. Bei 12- oder 13-jährigen Jungs (also Kindern) hätte das anders ausgesehen. Die sind wehrloser und noch leichter zu manipulieren.

    Auffällig ist jedoch, dass in "the big list - teacher abuses student" im www meist amerikanische Lehrerinnen, nicht Lehrer die Täter sind. In Deutschland ist das ja ein absolutes Tabuthema.

    Der ziemlich militante Feminismus heirzulande kann das Thema hervorragend HERUNTERSPIELEN. Meist werden die Straftaten gar nicht angezeigt oder von der Schule vertuscht. Ggf. gibt es mal eine Versetzung an eine andere Schule.

    Bei pädophilen Lehrer greifen die Gerichte bei uns auch härter durch. Die Damen haben da ihren Bonus und können sich sehr geschickt herausreden. Das funktioniert in den USA wohl nicht, - zum Schaden der Lehrerinnen.

    Es gibt einen besonders krassen Fall, wo eine Lehrerin den 15-Jährigen Freund ihres Sohnes über längere Zeit missbraucht hat, wie der Sohn dann das Paar beim Oralsex überrascht hat, sie plötzlich in Umkehrung der tatsachen die Vergewaltigte vorspielte, um Hilfe schrie und dem Sohn befahl, das Gewehr des Vaters zu holen. Er knallte daraufhin seinen besten Freund ab. Der Sohn wurde festgenommen und verhört. Die "fürsorgliche" Mami versprach, ihren Sohn auch täglich zu im Gefängnis zu besuchen ... doch Profiler und Jugendpsychologen schalteten sich ein unjd berieten das Gericht - - - Zur Überraschung der Mutter wurde sie wegen Anstiftung zum Mord und Missbrauch eines Schülers mit "lebenslang" bestraft, der Sohn wurde freigesprochen. Die völlig verdutzte Mutter rastete vor Gericht völlig aus und verfluchte ihren Sohn, schrie wie am Spieß."Du Idiot, wie kannst du deiner Mutter so etwas antun?" - Hier hatte ein junger Mann einmal den Mut, entgegen dem Tabu auszusagen.

    Übrigens kam bei einer groß angelegten Studie auch in den USA heraus, dass über die Hälfte der männlichen Frauenmörde und Vergewaltiger, die Täter als minderjährige Knaben meist von der eigenen Mutter oder von einer Tante, Lehrerin, Trainerin selbst sexuell missbraucht worden waren. Die Täterinnen gingen jedoch alle leer aus - also ohne Bestrafung -, weil die Jungs sich nicht getraut hatten, ihre eigene Mutter oder die Tante, Lehrerin, Erzeiherin usw. anzuzeigen.

    Das Blatt scheint sich jetzt in den USA zu wende: Mütter werden zwar immer noch nicht oder nur extrem selten angezeigt, dafür jedoch Lehrerinnen und Erzieherinnen...

    Dass Männer bei gleichen Taten viel schneller und härter bestraft werden, ist weltweit bekannt. Halte das US-Urteil dennoch für drakonisch hart und nicht angemessen. Man sollte gar keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tätern machen. Aber unsere deutsche Kuscheljustiz hat in Bezug auf von Verurteilung von weiblichen Sextäterinnen bestimmt gewaltigen Nachholbedarf.