Formel-1-Chef muss in München vor Gericht: Lage für Ecclestone spitzt sich zu

16.01.2014

Ecclestone muss sich nun auch in Deutschland wegen des millionenschweren Verkaufs der Formel 1 vor Gericht verantworten. Das LG München I hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 83-jährigen Briten wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue zugelassen.

Es wird in dem Prozess vor dem Landgericht (LG) München I um den Verkauf der Formel 1-Anteile der BayernLB im Jahr 2006 gehen. Damals kassierte Bernie Ecclestone von dem zuständigen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky 66 Millionen Dollar Provision. Dem deutschen Banker soll der britische Formel-1-Boss dann wiederum 44 Millionen Dollar heimlich zurückgegeben haben, damit dieser den Verkauf der Formel 1 in seinem Sinne regelte. 2012 war Gribkowsky vom Münchner LG I zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Bei der Urteilsverkündung gegen Gribkowsky hatte der Vorsitzende Richter Peter Noll gesagt, Ecclestone habe den Banker "ins Verbrechen geführt". Auch die Entscheidung über die Anklage gegen Ecclestone lag bei Nolls Kammer. Ecclestone selbst hat die Bestechungsvorwürfe stets bestritten. Er versicherte immer wieder, "nichts Illegales" getan zu haben.

In einem Zivilprozess in London, in dem sich Ecclestone bereits seit Ende Oktober vergangenen Jahres verantworten muss, hatte er die Zahlungen an Gribkowsky zugegeben, wie früher aber darauf beharrt, dass dieser ihn unter Druck gesetzt habe.

Was im Falle einer Verurteilung mit der Formel 1 passieren würde, ist offen. Ein potenzieller Nachfolger für Ecclestone, der Ende der 70er Jahre die Vermarktungs- und TV-Rechte gekauft hatte, steht nicht fest. Einige Rennställe reagierten zunächst mit der erwarteten Zurückhaltung. Eine Sprecherin von Ferrari sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Scuderia zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben werde. Das Williams-Team wird nach eigenen Angaben zu diesem Sachverhalt ebenfalls keinen Kommentar veröffentlichen. Auch Lotus mochte sich dazu nicht äußern.

dpa/age/LTO-Redaktion

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Formel-1-Chef muss in München vor Gericht: . In: Legal Tribune Online, 16.01.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/10692 (abgerufen am: 24.07.2024 )

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