ArbG Stuttgart zur Insolvenz der Drogeriemarktkette: Kündigungen von Schlecker-Mitarbeitern unwirksam

25.07.2012

Das ArbG Stuttgart erklärte am Dienstag in drei Fällen Kündigungen gegen Schlecker-Mitarbeiter für unwirksam. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe keine hinreichende Auskunft über die getroffene Sozialauswahl gegeben.

Im Zuge der Insolvenz der Drogeriemarktkette aus dem baden-württembergischen Ehingen war in einer ersten Welle mehr als 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden, etwa 4.500 zogen dagegen vor Gericht.

Die Urteile am Arbeitsgericht (ArbG) Stuttgart (24.07.2012, Az. 16 Ca 2416/12, 16 Ca 2422/12, 16 Ca 3035/12) sind nicht die ersten Entscheidungen über Kündigungen von Schlecker-Mitarbeitern. Bereits Ende Juni etwa hatte eine frühere Filialleiterin in Heilbronn erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt. Auch dort fehlten Informationen von der Insolvenzverwaltung. Diese kündigte in dem Fall aber Berufung an.

Derweil wurde auch den restlichen 13.200 Mitarbeitern gekündigt, der Betrieb stillgelegt und alle Filialen in Deutschland geschlossen.

Nach dem Urteil haben die Kläger der Stuttgarter Verfahren nun länger Anspruch auf Gehaltszahlungen. Dies sind weitere Kosten für den Insolvenzverwalter, der derzeit mit Verkäufen von Immobilien und Auslandsgesellschaften versucht, die Insolvenzmasse zu erhöhen. Den mittlerweile mehr als 22.000 Gläubigern mit Forderungen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro machte Geiwitz zuletzt keine große Hoffnung.

dpa/tko/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

ArbG Stuttgart zur Insolvenz der Drogeriemarktkette: Kündigungen von Schlecker-Mitarbeitern unwirksam . In: Legal Tribune Online, 25.07.2012 , https://www.lto.de/persistent/a_id/6695/ (abgerufen am: 22.02.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Mitreden? Schreiben Sie uns an leserbrief@lto.de

Diesen Artikel können Sie nicht online kommentieren. Die Kommentarfunktion, die ursprünglich dem offenen fachlichen und gesellschaftlichen Diskurs diente, wurde unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zunehmend missbraucht, um Hass zu verbreiten. Schweren Herzens haben wir uns daher entschlossen, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Stattdessen freuen wir uns über Ihren Leserbrief zu diesem Artikel – natürlich per Mail – an leserbrief@lto.de. Eine Auswahl der Leserbriefe wird in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Bitte beachten Sie dazu unsere Leserbrief-Richtlinien.

Fehler entdeckt? Geben Sie uns Bescheid.

TopJOBS
Arbeitsrecht und Insolvenzrecht
As­so­cia­te (m/w/x) im Be­reich Re­struk­tu­rie­rungs- und In­sol­venz­recht

Freshfields Bruckhaus Deringer, Frank­furt/M.

Rechts­an­wäl­te (m/w/d) – Ar­beits­recht

Watson Farley Williams LLP, Ham­burg und 1 wei­te­re

Rechts­an­walt (m/w/d)

Kanzlei Dr. Klaus Büchler & Katja Kerkow, Mön­chen­g­lad­bach

Rechts­an­wäl­te (m/w/d) mit Be­ruf­s­er­fah­rung für den Be­reich Ar­beits­recht

BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN, Ham­burg

Rechts­an­walt (m/w)

LPA-GGV, Frank­furt/M.

be­ruf­s­er­fah­re­nen Rechts­an­walt (m/w/d) für den Be­reich Ar­beits­recht

Bird & Bird LLP, Mün­chen

Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ter und Re­fe­ren­da­re (m/w/div.) für den Be­reich Ar­beits­recht

Oppenhoff & Partner, Köln

Rechts­an­wäl­te (m/w/d) Ar­beits­recht

Noerr LLP, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w/d) im Be­reich Em­p­loy­ment & Be­ne­fits

Mayer Brown LLP, Frank­furt/M.

Neueste Stellenangebote
Syn­di­kus­rechts­an­walt / Voll­ju­rist (m/w/d)
Voll­ju­rist (m/w/d)
Sach­be­ar­bei­ter (m/w/d)
Mit­ar­bei­ter (m/w/d) im Emp­fangs­be­reich / As­sis­tenz­be­reich
Rechts­an­walt im Be­reich deut­sch­nie­der­län­di­scher Rechts­ver­kehr (w/m/d)
Rechts­an­wäl­te (w/m/d)
Büro­kauf­mann / Rechts­an­walts­fach­an­ge­s­tell­ter (m/w) als Sach­be­ar­bei­ter Kon­to­si­che­rung (auch Teil­zeit)