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Waffenlager in Europa: Kam­mer­ge­richt ver­hängt Haft­strafen wegen Hamas-Mit­g­lied­schaft

25.03.2026

Einer der beiden im Libanon geborenen Angeklagten wird zum Prozess gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder in das Kammergericht geführt, 25.02.2025.

Wegen Hamas-Mitgliedschaft hat das Kammergericht mehrere Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. picture alliance/dpa/Reuters Pool | Fabrizio Bensch

Die Terrororganisation Hamas ist nicht nur im Gazastreifen aktiv. Mehrfach sind in Deutschland Verdächtige verhaftet worden, die Waffen beschafft haben sollen. Nun gibt es ein erstes Urteil vom Staatsschutzsenat des Kammergerichts.

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Das Kammergericht (KG) hat vier Männer als Mitglieder der islamistischen Hamas zu Haftstrafen von viereinhalb bis sechs Jahren verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts waren die 36- bis 58-Jährigen als sogenannte Auslandsoperateure für Waffendepots der Terrororganisation in mehreren europäischen Staaten zuständig, die für Anschläge genutzt werden sollten. Die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft hätten sich "zur vollen Überzeugung des Senats" bestätigt, sagte die Vorsitzende Richterin Doris Husch (Urt. v. 25.03.2026, Az. 1 St 2/24).

Als erstes Oberlandesgericht in Deutschland sei der Berliner Staatsschutzsenat mit der Frage befasst gewesen, ob es sich bei der Hamas um eine terroristische Vereinigung handelt, erklärte Husch. Mehr als ein Jahr nach Prozessbeginn zeigte das Gericht keine Zweifel daran, dass dies so ist. Es sprach die im Libanon geborenen Männer der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung nach §§ 129a Abs. 1 Nr. 1, 129b Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) für schuldig.

Damit haben sich aus Sicht des Gerichts die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft im Wesentlichen bestätigt. Die oberste Anklagebehörde Deutschlands hatte Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren beantragt.

Anschlagspläne auf jüdische Einrichtungen in Europa

Nach dem Urteil sollen die Männer für die Schaffung oder auch Auflösung von Waffendepots in Polen, Bulgarien und Dänemark zuständig gewesen sein. Die Hamas habe Vorbereitungen getroffen, um Anschläge auf israelische und jüdische Einrichtungen zu begehen, so Richterin Husch bei der Urteilsbegründung. Dafür habe die Terrororganisation bereits vor längerer Zeit Waffendepots in Europa angelegt.

Die Bundesanwaltschaft sprach zu Prozessbeginn im Februar 2025 von einem Pilotverfahren. Erstmals in Deutschland seien Personen dem Anklagevorwurf ausgesetzt, sich als Mitglieder der ausländischen terroristischen Vereinigung Hamas beteiligt zu haben, erklärte Bundesanwalt Jochen Weingarten damals.

Angeklagte bestreiten Hamas-Mitgliedschaft

Die Angeklagten bestreiten, Mitglieder der Hamas zu sein. Die Verteidiger dreier Männer plädierten jeweils auf Freispruch. Der Hauptangeklagte räumte im Prozess ein, das Waffenlager in Bulgarien aufgesucht zu haben. Nach seiner Schilderung ging es allerdings um "privaten Waffenhandel".

Das sei ein Fehler gewesen, so der 43-Jährige in seinem Schlusswort vor Gericht. Er bestritt jedoch vehement, als Mitglied der Hamas gehandelt zu haben. Sein Anwalt plädierte auf einen Schuldspruch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und auf eine Strafe, die nicht über die Zeit hinausgeht, die sich sein Mandant bislang in Untersuchungshaft befand. Die Angeklagten waren im Dezember 2023 festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Nach eigenen Angaben hatte die Bundesanwaltschaft kurze Zeit nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel vom Bundesamt für Verfassungsschutz einen Hinweis auf eine "konspirative waffenbezogene Operation der Hamas in Deutschland" erhalten. Daraufhin seien verdeckte Ermittlungen aufgenommen worden. Diese führten schließlich dazu, dass die vier damals Beschuldigten festgenommen wurden.

Weitere Verdächtige in U-Haft 

In den vergangenen Monaten hat die Bundesanwaltschaft acht weitere Verdächtige im Zusammenhang mit mutmaßlicher Waffenbeschaffung für die Hamas festnehmen lassen. Die Waffen sollten nach Einschätzung der Ermittler für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa dienen.

So hatte die Karlsruher Anklagebehörde Anfang Oktober 2025 drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festnehmen lassen. Bis Ende des Jahres folgte eine Festnahme in London, eine an der deutsch-tschechischen und eine an der deutsch-dänischen Grenze. Im Januar war zuletzt ein Verdächtiger am Berliner Flughafen bei seiner Einreise aus Beirut festgenommen worden.

dpa/ms/LTO-Redaktion

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Waffenlager in Europa: . In: Legal Tribune Online, 25.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59598 (abgerufen am: 09.10.2026 )

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