Nach Artikel zu #metoo: Kachel­mann geht erneut gegen Alice Schwarzer vor

11.04.2018

Jörg Kachelmann geht erneut juristisch gegen Alice Schwarzer vor. Dieses Mal geht es um einen Artikel über die #metoo-Debatte. Der Wettermoderator und die Journalistin liefern sich seit Jahren Prozesse.

Jörg Kachelmann wehrt sich gegen einen Ende Januar erschienenen Artikel ("Von Wedel bis Kachelmann") auf Schwarzers Webseite und will sechs Absätze daraus gerichtlich verbieten lassen, wie das Düsseldorfer Landgericht (LG) mitteilte. Das Gericht will den Fall am kommenden Dienstag verhandeln.

Kachelmann sehe durch die Passagen sein Persönlichkeitsrecht verletzt. Eine einstweilige Verfügung gegen die angegriffenen Passagen erließ das Gericht zunächst nicht.

Kachelmann war im Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Er hatte in der Folge Schwarzers Berichterstattung über den Fall mehrfach vor Gericht angegriffen. So entschied etwa das OLG Köln, dass Alice Schwarzer auch in Glossen nicht mehr den Eindruck erwecken darf, dass Jörg Kachelmann ein Vergewaltiger sei. In einem anderen Fall hielt es das OLG Köln für rechtmäßig, dass Schwarzer in Bild schrieb, dass Frauen Kachelmann vor Gericht vorwerfen würden, in ihrer Beziehung "gewalttätig" gewesen zu sein.

Über die Vorwürfe gegen Jörg Kachelmann hatten Medien intensiv berichtet. Mit den Details der Berichterstattung war auch der Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigt. Ende 2013 erhob der Wettermoderator m LG Köln Klage gegen die Bild-Zeitung, Bild.de, Focus und Bunte und forderte  Schadensersatz. Die Bild-Zeitung musste in der Folge an Jörg Kachelmann 395.000 Euro für die Berichterstattung über den Prozess gegen ihn zahlen.

tap/dpa

Zitiervorschlag

Nach Artikel zu #metoo: Kachelmann geht erneut gegen Alice Schwarzer vor . In: Legal Tribune Online, 11.04.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/27999/ (abgerufen am: 23.04.2018 )

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Kommentare
  • 11.04.2018 17:25, Wenger

    Gibt es ein Spendenkonto? Kachelmann muss ja nicht alles selbst zahlen. Er kämpft ja um die Ehre von Männern allgemein!

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    • 11.04.2018 18:45, 123

      Die Ehre? Der Kachel?

      Er mag ja juristisch fein raus sein, moralisch verwerflich ist es trotzdem sich zig Frauen in dieser Art und Weise warm zu halten.. das muss irgendwann schief gehen. Das juristische Spiel hat er nicht verdient, aber der Mann darf auch gern mal den Ball wieder flach halten.

      Frauen verarschen und damit für die Ehre der Männer kämpfen? Na dann spende mal für den feinen Herrn.

    • 12.04.2018 11:52, lilienbluete

      Unfug. Kachelmann kämpft nicht "um die Ehre von Männern allgemein", sondern einzig und alleine für sich selber und für seine Rehabilitierung.

      Fakt ist: Bei Vergewaltigungsanschuldigungen wissen häufig weder die Ermittler noch die Öffentlichkeit am Ende, was genau zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt vorgefallen ist. Es war ja normalerweise niemand dabei, insbesondere nicht in den Fällen, in denen es sich um (angebliche) Beziehungstaten handelt. So gilt auch bei Kachelmann: Wir wissen ebensowenig, ob er unschuldig oder schuldig ist, wie wir wissen, ob die Ex-Lebensgefährtin schuldig oder unschuldig ist. Wir wissen nur: Es gibt keine hinreichenden Anhaltspunkte, um irgendeinen von beiden zu verurteilen. Die tatsächlichen Umstände bleiben damit für uns offen.

      Insofern: Der Kampf von Kachelmann ist verständlich. Aber man kann ihn einfach nicht zu einem Kampf für alle Männer umdichten.

    • 12.04.2018 12:20, Anna

      @Lilienbluete
      Die Beklagte habe sich gegenüber K. schadenersatzpflichtig gemacht, weil sie wissentlich eine unwahre Strafanzeige erstattet und so - wie von ihr beabsichtigt - die Anordnung der Untersuchungshaft gegen K. herbeigeführt habe. Hierdurch habe sich die Beklagte der Freiheitsberaubung schuldig gemacht. Die erlittene Freiheitsentziehung beruhe zwar unmittelbar auf dem Haftbefehl; die Beklagte müsse sich jedoch das staatliche Handeln im Wege der mittelbaren Täterschaft zurechnen lassen, da sie die Ermittlungsbehörden durch die wahrheitswidrige Anzeige und falsche Aussagen vorsätzlich getäuscht habe. Die Überzeugung, dass die Beklagte K. vorsätzlich der Wahrheit zuwider der Vergewaltigung bezichtigt habe, gründe sich auf das Ergebnis der in der Berufung durchgeführten Beweisaufnahme. Hiernach habe sich die Behauptung K.s bestätigt, die Beklagte habe sich die festgestellten Verletzungen selbst zugefügt.

      https://ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de/pressemitteilungen/olg-spricht-wettermoderator-k-schadenersatz-wegen-falschen

    • 12.04.2018 21:31, lilienblüte

      Das ist allerdings ein zivilrechtliches Urteil mit niedrigeren Beweisanforderungen. Für eine strafrechtliche Verurteilung der Ex-Freundin hat es bislang meines Wissens nicht gereicht.

    • 13.04.2018 07:14, Anna

      @lilienblüte

      Wir wissen wer die Täterin ist und wir wissen , wer das Opfer ist.

      http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:7654545

    • 13.04.2018 13:45, lilienblüte

      @Anna Auf das Urteil hast du schon Bezug genommen. Und nein: Wir wissen nicht, wer Opfer und wer Täter ist. Wir waren nicht dabei. Es spricht viel dafür, dass Kachelmann unschuldig ist. Aber eine mögliche Strafbarkeit der Exfreundin lässt sich eben auch nicht mit der zumindest im Strafrecht erforderlichen Sicherheit eindeutig belegen.

    • 13.04.2018 14:15, Anna

      @ lilienblüte

      Ich habe Sie nicht mit einbezogen, wir wissen, wer die Täterin ist und wir wissen, wer das Opfer ist. Wer "wir" ist, geht Sie nichts an, finde ich.

    • 15.04.2018 15:22, lilienblüte

      @Anna

      Dann ist Ihre Antwort an mich ziemlich sinnlos. Wenn Sie über das Urteil hinausgehende Informationen haben, können Sie die offenlegen oder verschweigen. Im letzten Fall ist die Behauptung, Sie (und nicht näher definierte andere Personen) nicht mehr als eine Behauptung. Im Übrigen habe ich große Zweifel daran, dass Sie irgendetwas sicher wissen, da im verhandelten Fall genau zwei Personen anwesend waren. Und das waren dem Namen nach höchstwahrscheinlich nicht Sie.

    • 17.04.2018 16:32, Monika Frommel

      Er kämpft nicht nur um die "Ehre von ändern", sondern um rechtsstaatliche Prinzipien. Ein Spendenkonto wäre also wichtig!

    • 17.04.2018 22:08, 123

      Rechtstaatliche Prinzipien? Welche sollen das genau sein?

      Ehre wem Ehre gebürt. Wer zahlreiche Frauen nebenher warmhält hat meiner Meinung nach eben keine. Gilt im Übrigen auch fürs andere Geschlecht.
      Ich weiß nicht, wie man drauf kommen kann, dass der gute Mann für die Ehre deutscher Männer kämpft.

      Dann spendet schön.. :)

  • 11.04.2018 18:00, Skeptiker

    Hahahaha, die unendliche Geschichte.

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  • 11.04.2018 21:18, MrMindermeinung

    "Journalistin" ist wohl etwas zu hoch gegriffen. Emma.de ist nahezu Propaganda

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 11.04.2018 23:07, bergischer Löwe

    Der Mann hat seine Lebensaufgabe gefunden - beneidenswert.

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  • 13.04.2018 11:57, Sabina Zuniga

    Dieser Kommentar ist zynisch. Schlimm genug, wenn man zu Unrecht verdächtigt und öffentlich alles Persönliche ausgebreitet wird. Ich denke, dass Herr Kachelmann gern etwas anderes als "Lebensaufgabe" hätte als zu versuchen, seine Ehre wiederherzustellen. Alice Schwarzer ist ohnehin nicht zu belehren und völlig resistent gegen die Fakten.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 13.04.2018 19:52, Anne

    Kachelmann ist vor dem Bundesgerichtshof erfolgreich
    Die Verlag Axel Springer scheitert mit dem Versuch, die Schmerzensgeld-Höhe begrenzen zu lassen. Nach Ansicht des Gerichtes habe der Verlag in seiner Berichterstattung über den Prozess Kachelmanns Persönlichkeitsrechte verletzt.

    https://www.emderzeitung.de/aus-aller-welt/vermischtes/~/kachelmann-ist-vor-gericht-erfolgreich-729502

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