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Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle: Vor­ur­teile vor allem in der Arbeits­welt

02.04.2019

Hände greifen ineinander

(c) bojorgensen - stock.adobe.com

Die Antidiskriminierungsstelle hat ihren Jahresbericht vorgelegt. 2018 sind die Anfragen an die Behörde deutlich gestiegen. Die meisten Anfragen bezogen sich dabei auf Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft.

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Die Zahl der Beratungsanfragen bei der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht der Behörde hervor, den der kommissarische Leiter Bernhard Franke am Dienstag in Berlin vorgestellt hat.

Im Jahr 2018 gingen 3.455 Beratungsanfragen bei der ADS ein, die sich auf mindestens ein im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschütztes Diskriminierungsmerkmal bezogen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die ADS damit einen Anfragenanstieg von 15 Prozent. Die meisten Anfragen bezogen sich dabei auf die Merkmale ethnische Herkunft/rassistische Zuschreibungen (31 Prozent) und Geschlecht (29 Prozent), gefolgt von Behinderung (26 Prozent), Alter (14 Prozent), Religion (7 Prozent), sexueller Identität (5 Prozent) und Weltanschauung (2 Prozent).

Mit 36 Prozent bezog sich mehr als jede dritte Beratungsanfrage dabei auf Diskriminierung im Arbeitsleben. 27 Prozent wandten sich an die ADS, weil sie Benachteiligungen bei Alltagsgeschäften erlebt haben, wie etwa bei der Wohnungssuche oder bei Einlasskontrollen in Clubs und Diskotheken. Zudem gab es einen Anstieg der Beschwerden zu sexueller Belästigung.

Appell an den Gesetzgeber

Eine besondere Zunahme sei auch bei Anfragen zu Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft zu verzeichnen, sagte Franke. Dieser Trend füge sich in bestimmte besorgniserregende Entwicklungen in der Gesellschaft. "Zum einen gibt es in Teilen der Gesellschaft eine Radikalisierung des Ressentiments." So zeigten Statistiken seit mehreren Jahren einen Anstieg bei rassistischen Vorfällen und Übergriffen. Das dürfe sich auch im Bereich der Diskriminierung widerspiegeln, so Franke. "Zum anderen sind von Alltagsrassismus betroffene Menschen heute eher bereit, ihre Erfahrungen zu artikulieren und ihr Recht zu verlangen."

Mit dem nun veröffentlichten Bericht legt die ADS erstmals einen Jahresbericht vor. Dabei appellierte die ADS auch an die Bundesregierung, den institutionellen Schutz der Bürger vor Benachteiligung zu stärken. Konkrete Vorschläge dazu habe die unabhängige Stelle bereits 2016 vorgelegt, sagte Franke am Dienstag. Er nannte als Beispiele längere Fristen, um Ansprüche bei einer Diskriminierung geltend machen zu können, ein Verbandsklagerecht sowie für seine Stelle einen schärferen Auskunftsanspruch und ein Klagerecht in Fällen von grundsätzlicher Bedeutung. 

acr/LTO-Redaktion

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Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle: . In: Legal Tribune Online, 02.04.2019 , https://www.lto.de/persistent/a_id/34703 (abgerufen am: 17.10.2026 )

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