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15954

In eigener Sache: Postfach für Hinweisgeber: Warum schreibt ihr nicht mal über…?

von Constantin Baron van Lijnden

23.06.2015

Whistleblower

Häufig fragen uns Leser, warum wir nicht diesen Missstand oder jene Indiskretion aus der juristischen Ausbildungs- und Arbeitswelt aufgreifen. Das hat viele Gründe, doch einer davon lautet: Auch wir kriegen nicht alles mit. Das soll sich ändern.

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Liebe Leser, seit gut fünf Jahren bemühen wir uns, Ihnen die wichtigsten Geschehnisse aus der Ausbildungs-, Gerichts-, und Kanzleiwelt zu präsentieren. Dazu gehören Verfahren, die in der Breite der Gesellschaft diskutiert werden ebenso wie praxisrelevante Urteile, berufsständische Reformversuche, rechtspolitische Kommentare, feuilletonistische Betrachtungen – und natürlich die gelegentliche Prise Humor oder Klatsch.

Darin haben wir inzwischen einige Übung entwickelt: Große Entscheidungen, Gesetzesvorhaben oder Ermittlungen entgehen uns kaum jemals, und wir bemühen uns, auch die eher abseitigen und verborgen liegenden Themen zu finden und zu besprechen.

Dabei verlassen wir uns auf öffentliche Quellen ebenso wie auf Tipps aus unserem über die Jahre gewachsenen Netzwerk von Gastautoren, Kollegen und Bekannten. Doch den mit Abstand größten Kreis von potentiellen Hinweisgebern haben wir bislang am wenigsten genutzt: Sie, unsere Leser.

Die LTO wird von zehntausenden Studenten, Referendaren, Richtern, Notaren, Politikern, Rechts- und Staatsanwälten und ganz einfach juristisch interessierten Menschen gelesen. Viele von ihnen erleben in ihrem (Berufs-)Alltag Vorgänge, die auch für die Öffentlichkeit interessant sein könnten – aber nur wenige kommen auf die Idee, von sich aus auf ein Medium zuzugehen.

Welche Hinweise uns interessieren – und welche nicht

Diese Möglichkeit wollen wir Ihnen eröffnen, und haben hierzu ein eigenes Postfach unter whistle@lto.de eingerichtet. Wenn Ihnen ein handfester Skandal oder auch eine kanzlei- oder universitätsinterne Kuriosität unterkommt, von der Sie meinen, dass sie eigentlich auf die LTO gehören würde, dann können Sie uns schreiben, und wir werden die Sache prüfen.

Dabei bitten wir jedoch, zwei Punkte zu beachten:

Erstens können und werden wir selbstverständlich nichts veröffentlichen, was sich nicht belegen lässt. Unsere Ressourcen sind begrenzt, sodass wir langfristige, investigative Recherche nur in Ausnahmefällen leisten können. Ein handfester Beleg nutzt uns also sehr viel mehr als ein Verdacht oder eine Andeutung.

Zweitens bitten wir Sie, subjektiv empfundene Ungerechtigkeiten nicht mit nachrichtlich relevanten Missständen zu verwechseln. Jeden Tag sind zahllose Menschen mit dem Ausgang eines Gerichtsverfahrens, der Bearbeitung ihres Antrags durch eine Behörde oder dem Verhalten von Kollegen und Konkurrenten unzufrieden. Das mag mitunter durchaus berechtigt sein, hat aber deshalb noch keinen Platz auf einer Nachrichtenseite. Ein Vorgang ist meist erst dann interessant, wenn er nicht nur einmal auftritt, sondern systemisch ist – oder aber, wenn es sich um einen ganz besonders außergewöhnlichen und bemerkenswerten Einzelfall handelt.

Was wir versprechen

Alle Hinweise, die bei uns eingehen, werden wir vertraulich behandeln. Ihre Daten geben wir an niemanden weiter und nennen sie auch nicht in einem etwaigen Beitrag – es sei denn, Sie stimmen dem ausdrücklich zu. Sie können sich auch anonym an uns wenden und / oder Ihre Nachricht mittels PGP verschlüsseln – unseren öffentlichen Schlüssel finden Sie hier.

Hinweise, die bei uns eingehen, werden wir gründlich lesen und prüfen, ob sie verifizierbar sind und in unser Konzept passen. Eine Garantie auf Veröffentlichung gibt es nicht. Bitte verstehen Sie auch, dass wir nicht jede redaktionelle Entscheidung zur Nichtveröffentlichung umfassend begründen können – das ist eine Frage der Zeit, nicht der Bereitschaft.

Was wir erhoffen

Als Journalisten sind wir zwar relativ gut über das juristische Zeitgeschehen informiert, aber auch uns erreichen Nachrichten nicht per göttlicher Eingebung, sondern stets durch eine Quelle, die sie auf die eine oder andere Form bekanntmacht. Viele der wichtigsten journalistischen Berichte aller Zeiten, von Watergate bis zu den Enthüllungen Edward Snowdens, wurden nur durch Insider möglich, die bereit waren, sich der Presse mitzuteilen.

Auch wenn wir damit sicher nicht konkurrieren können, hoffen wir doch, durch Ihre Hinweise auf wichtige juristische Themen und unterhaltsame Possen aufmerksam zu werden, die uns sonst vielleicht entgangen wären.

Journalismus ist schon lange keine Einbahnstraße mehr, und indem wir Ihre Impulse aufgreifen, hoffen wir, Sie in Zukunft noch besser und umfassender informieren zu können. Wir freuen uns darauf!

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Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, In eigener Sache: Postfach für Hinweisgeber: . In: Legal Tribune Online, 23.06.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/15954 (abgerufen am: 16.04.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag
  • Mehr zum Thema
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    • Whistleblowing
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