Griechenland zieht die Reißleine: Ab 2027 sollen Kinder unter 15 komplett von der Social-Media-Nutzung ausgeschlossen werden. Warum Athen diesen Schritt für notwendig hält und dabei gleichzeitig hilfesuchend nach Brüssel schielt.
Griechenland will zahlreichen Minderjährigen den Zugang zu sozialen Medien künftig verbieten. Wie Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis auf TikTok ankündigte, soll ab dem 1. Januar 2027 ein entsprechendes Gesetz in Kraft treten. Demnach dürfen Kinder unter 15 Jahren keine Social-Media-Plattformen mehr nutzen. "Wir haben beschlossen, etwas Schwieriges, aber Notwendiges voranzutreiben", sagte Mitsotakis. Ziel der Maßnahme sei es, junge Menschen besser vor den negativen Auswirkungen digitaler Plattformen zu schützen.
Direkt an jüngere Nutzer gewandt, räumte Mitsotakis ein, dass die Pläne auf Widerstand stoßen könnten. Er sei sich sicher, dass viele Jüngere verärgert auf ihn sein würden – "in eurem Alter hätte ich vielleicht genauso empfunden. Aber unsere Aufgabe ist es nicht, angenehm zu sein", sagte er. Wenn soziale Medien dazu führten, dass man sich gestresst fühle oder ein schlechteres Selbstbild entwickle, müsse der Staat eine Grenze setzen.
Auch Griechenland wünscht sich eine einheitliche EU-Regelung
Griechenland ist mit seinem Vorgehen nicht allein. Bereits Ende März stimmte schon der französische Senat für ein Verbot zahlreicher sozialer Medien für unter 15-Jährige. Dort soll das Ministerium jetzt eine Liste von Plattformen erstellen, deren Algorithmen der Selbstentfaltung der Kinder und Jugendlichen schaden könnten. Endgültig verabschiedet ist ein entsprechendes Gesetz bisher nicht.
Gleichzeitig drängt Mitsotakis in einem Brief an Ursula von der Leyen auf einen einheitlichen EU-Rahmen bis Ende 2026. Damit greift er eine Forderung auf, die auch in Deutschland bereits Mitte März von Bildungsministerin Karin Prien laut wurde: Brüssel müsse schnell handeln, sonst müsse Deutschland auf nationaler Ebene vorpreschen.
Die Diskussion hierzulande hatte bereits im Februar an Fahrt aufgenommen, als nach der SPD auch die CDU über konkrete Beschränkungen beriet. Dabei richtet sich der Blick der Politik immer wieder nach Australien, das im Dezember 2025 als weltweit erstes Land ein Verbot für alle unter 16 Jahren einführte.
xp/dpa/LTO-Redaktion
TikTok, Instagram & Co.: . In: Legal Tribune Online, 09.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59683 (abgerufen am: 15.05.2026 )
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