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Vorwürfe gegen Gerichtsgutachter: Suchtkranke Staatsanwältin mit Medikamenten versorgt?

07.07.2014

Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen einen freiberuflichen Gutachter erhoben. Er soll eine medikamentenabhängige Staatsanwältin mit Psychopharmaka versorgt und im Gegenzug intime Treffen verlangt haben.

Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen einen Münchener Gerichtsgutacher erhoben, der einer Staatsanwältin verschreibungspflichtige Medikamente verschafft haben soll. Das bestätigte die Ermittlungsbehörde gegenüber LTO. Zuvor hatte sueddeutsche.de hierüber berichtet.

Im Gegenzug habe der Sachverständige intime Treffen verlangt, so sueddeutsche.de. Die Juristin habe sich darauf eingelassen. Der Mann werde daher des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses bezichtigt. Die Anklage ist beim Landgericht (LG) München II anhängig*. Dieses wollte hierzu zunächst keine Angaben machen.

Die Anklage gehe davon aus, dass die Frau bereits seit Jahren medikamentenabhängig sei. Angeblich sei sie bei der Staatsanwaltschaft in der Abteilung für politische Strafsachen tätig gewesen. Nachdem ihr Vorgesetzter 2010 ein gefälschtes Rezept auf ihrem Schreibtisch entdeckt habe, sei sie zunächst an eine andere Staatsanwaltschaft und später in den vorläufigen Ruhestand versetzt worden. Ein Disziplinarverfahren gegen sie laufe noch. Die Frau habe zeitweise auch als Richterin gearbeitet.

* hier stand zunächst fälschlicherweise, das OLG München habe über die Anklage zu entscheiden (geändert am 08.07.14)

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Vorwürfe gegen Gerichtsgutachter: Suchtkranke Staatsanwältin mit Medikamenten versorgt? . In: Legal Tribune Online, 07.07.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/12476/ (abgerufen am: 09.12.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 07.07.2014 19:35, Jens

    Soso, "die Klage ist beim Oberlandesgericht (OLG) München anhängig." Jemanden, der mal kurz nachdenkt, bevor man sowas ins Internet stellt, gibt es offenbar bei der LTO nicht.

    • 08.07.2014 08:52, LTO-Redaktion

      Lieber Jens,

      da ist uns ein Fehler passiert, den wir soeben korrigiert haben. Danke also für diesen sehr freundlich formulierten Hinweis.

  • 07.07.2014 20:11, Michael Wirriger

    Oh, das ist wieder einmal schlecht formuliert und schlecht zitiert: Natürlich ist nicht die "Klage" bei Gericht anhängig, sondern die "Anklage". Und natürlich wird eine Anklage erstinstanzlich nicht beim Oberlandesgericht eingereicht (außer in Staatsschutzsachen), sondern beim Landgericht. Man müsste nur das, was die sueddeutsche.de schreibt, mal genau lesen.

    • 08.07.2014 08:52, LTO-Redaktion

      Lieber Michael,

      siehe Antwort auf den Kommentar von Jens. Danke

  • 10.07.2014 21:49, Elena Glossoti

    "Überwachen und strafen" ist ein sehr düsteres Kapitel, dass abgeschafft werden sollte weil insgesamt nur in 2,8 % der Psychiatrischen angeblich "Erkrankungen" mit der Realität was zu tun haben und das führt zwangsläufig zur Realitätsverkennung und Täuschung der Masse und der Justiz, also ist die Rechtsmedizin die einzige Disziplin die etwas dagegen anrichten könnte, aber dann ist es wieder rum zu spät, wenn man nicht davon ausgeht, dass die zusammen arbeiten, wenn traut man mehr, Gesunden Doktoren oder den Toden? Also die Antwort ist keine wissenschaftliche Abstraktionen, einfach Verstand einsetzen und möchte gern Disziplinen wie Psychiatrie, die mit geklauten Inhalten und Daten arbeiten, einfach nicht mehr sein lassen. Die "entleihen" sich praktisch Inhalten aus Psychologie, Allgemeinmedizin, Pharmazie und Toxikologie und brauen ihr eigenes Coktail zusammen, natürlich immer in Kollegialer Unterstützung. Also Forschungsdrang ist nicht immer der Anlass, sondern meist niedere Motive, wie Diagnosen zusammenbrauen mit Diabetikerzentren zusammen z.B. , mit Biologischen Einrichtungen zusammen, weil die meistens auch zu faul sind sich mit biologischen und medizinische Scheininhalten oder Inhalten auseinanderzusetzen, stellen die für sich, immer mehr Fachidioten zur Verfügung, die man zur Sache, oder zum Sachverhalt niederträchtig heranziehen kann, immer wenn man die gerade mal zur Seite braucht. Also da gehört meiner Meinung nach viel mehr Unterstützung und nicht wenn man gerade was oder jemanden gerade zur Seite braucht, den hat man bereits schon bestellt, oder abbestellt, denn das ist etwas was aussagt, dass man in nötigenden und erniedrigenden Beziehungsmustern auch lebt. Also man benutzt die anderen, Kollegen, die Presse, die Masse in "" und das ist ein persönlicher Konflikt den man auf die breite Masse dann auch ausweitet. Soviel zum "Doktortum" und "wissen Sie wer ich bin"-Verfahren! Bin einfach zu gelangweilt und desinteressiert.

  • 15.07.2014 01:18, Friedrich Schuster

    In Brauweiler gab es einst den Leiter einer Maßregelvollzugsklinik, der auch nebenher als Gutachter Millionär wurde. In seiner Obhut gab es binnen drei Monaten etwa 90 Unfälle bis hin zu Knchenbrüchen und Querschnittslähmung und auch einige Todesfälle unter seinen Patienten. Es gibt in der deutschen Rechtsgeschichte keinen Fall, der derart viel Unheil in solch kurzer Zeit zu zustand brachte. Um ihn vor mehrere Jahre Gefängnis zu schützen, diagnostizierte ihn ein Berufskollege zum Alkoholiker und damit für schuldunfähig. Damit war er aus dem Schneider, die Folge war Freispruch. Vielleicht wird der hier zur Rede stehende Gutachter als Sexbesessen begutachtet oder man verfährt wie im Sachsensumpf. Es wird spannend und bleibt abzuwarten.

    • 20.01.2015 00:42, jazzmeblues

      der hier angesprochene Gutachter Thomas Schw. (in anderen Medien steht sein voller Name mit Foto weil er das selbst so haben wollte) ist den Bayerischen Gerichten kain Unbekannter. Er wurde wg. anderer Verfehlungen bereits aus 2 Justizvollzugsanstalten (JVAs), somit aus dem Staatsdienst entlassen u. brüstete sich i.d. JVA Straubing vor einer europäischen Ethikkommission für seine Härte gegenüber den ihm Ausgelieferten. Auch die JVA München-Stadelheim musste er wieder verlassen, diesmal u.a, weil er eine derartige Menge von Begutachtungen anfertigte, die ein Einzelner nicht schaffen kann. Seine Erklärung dazu damals, er brauche wenig Schlaf. Diese Erklärung ersscheint nun im Zusammenhang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Drogen), mit denen er diese medikamentenabhängige Staatsanwältin zu Sado / Maso Spielen köderte in einem ganz neuen Licht. Sei´s wie´s sei: Weil er selbst nicht als Arzt praktiziert, ist er auf Aufträge der Gerichte angewiesen also bettelte er sich nach einer gewissen Auszeit wieder zurück i.d. Staatsdienst u. schreibt- eben weil er nicht unabhängig ist als nicht praktizierender Arzt- seine Gutachten so, wie sie das Gericht gern sieht u. wurde aus diesem Grund immer gern genommen als Gerichtsgutachter meist zum Nachteil der Angeklagten mit anschliessender Unterbring. Und was das in Bayern bedeutet, beweist nicht nur der Fall Mollath. UNABHÄNGIGE GUTACHTER, WIE Z.B. DIE PRAKTIZIERENDE ÄRZTIN U. PSYCHIATERIN FRAU DR. Z. HABEN SICH DAZU MEHRMALS IM TV GEÄUSSERT, WIRD ABER AUS O.G. GRÜNDEN NICHT MEHR SO GERN GENOMMEN, HATTE DESHALB AUCH SCHON ÄRGER MIT DER STAATSANWALTSCHAFT, den sie sich aber leisten kann eben, weil sie eine eigene Praxis führt... Interessant wäre zu erfahren, ob dieser Dr. Schw. nun bereits verurteilt bzw. freigesprochen wurde, bis zum Uteil gilt halt auch für ihn die Unschuldsvermutung. Die betroffene drogenabhängige Staatsanwältin jedenfalls ist nicht mehr im Staatsdienst. WER weiss näheres über den Auisgang dieser Affäre?? Bitte unter Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Danke

  • 04.02.2015 14:17, jazzmeblues

    der hier angesprochene Gerichtsgutachter Dr. Thomas Schwarz (er war weder geg. die ungepixelte Veröffentlichung der Fotografie seiner Person i.d. Medien noch dagegen, seinen Namen voll auszuschreiben mit der Begründung, dass er diese Vorwürfe geg. ihn jederzeit entkräftigen könne) war bereits 2x aus dem Staatsdienst entlassen worden wg. nicht unerheblicher Verfehlungen. Vor seiner Entlassung aus der JVA Straubing brüstete er sich einer Kommission geegnüber gar für seine Härte gegenüber den ihm Ausgelieferten. Man schmiss ihn raus mit anschliessender Betätigung i.d. JVA München Stadelheim, aus der er aus verschiedenen Gründen wieder entlassen wurde. Weil er selbst nicht als praktizierender Arzt arbeitet, ist er auf Aufträge seitens der Gerichte angewiesen, so dass man ihn nach mehrfachen Bittgängen als Gerichtsgutachter einstellte. Seinen Dank dafür bewies er, indem er Gutachten ganz nach den Vorstellungen der Gerichte bzw. Staatsanwasltschaften schrieb mit den mittlerweile bekannt unangenehmen Folgen von Unterbringungen in Bayerischen Psychiatrien (s. Fall Mollath + andere). Nun also diese Affäre mit "sanftem Sado/Maso Sex mit einer drogenabhängigen Staatsanwältin. Sollte er schuldig gesprochen werden, darf man gespannt sein, ob man ihn weiter als Gutachter beschäftigen wird.....

  • 01.08.2015 00:19, Anwalt123

    Er wurde vom LG München II nun zu 10 Monaten auf Bewährung und einer Geldauflage von 30.000 EUR verurteilt.

    http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/presse/archiv/2015/04900/index.php

    Eigentlich viel zu milde. Ob Revision eingelegt wurde, ist noch nicht bekannt.

    Werden die 10 Monate rechtskräftig, reicht auch das in anderen Bundesländern locker, um seine Approbation zu widerrufen. Ich bin gespannt, ob die Bayern ihm nun den Garaus machen oder gekungelt wird.