Todeslisten im Darknet und Krypto-Spenden als Kopfgeld: Die Bundesanwaltschaft wirft einem Mann vor, zu schweren Gewalttaten aufgerufen zu haben – und lässt ihn festnehmen.
Der Generalbundesanwalt (GBA) hat am Montagabend durch (Spezial-)Kräfte des Bundeskriminalamts sowie der Bundespolizei in Dortmund einen Mann festnehmen lassen, der im Internet unter anderem zu Anschlägen auf Politiker aufgerufen haben soll. Martin S. habe zudem Spenden in Form von Krypto-Währung eingefordert, die als Kopfgeld für die Tötungen ausgelobt werden sollten, teilte die Karlsruher Behörde mit. Die Tagesschau berichtet, der Mann sei dem Reichsbürgermilieu zuzuordnen.
Im Darknet habe der 49-jährige deutsch-polnische Staatsangehörige auf einer von ihm betriebenen Plattform ("Assassination Politics") Listen mit den Namen von Politikerinnen und Politikern und Personen des öffentlichen Lebens geführt. Dort habe er auch selbst verfasste Todesurteile, Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen sowie sensible personenbezogene Daten potenzieller Opfer veröffentlicht. Laut einem Spiegel-Bericht hatte es der Beschuldigte unter anderem auf die früheren Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Angela Merkel (CDU) sowie auf frühere Bundesminister abgesehen.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann Terrorismusfinanzierung gemäß § 89c Abs. 1 Nr. 1 Strafgesetzbuch (StGB), die Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 91 Abs. 1 Nr. 1 StGB) sowie das gefährdende Verbreiten personenbezogener Daten (§ 126a Abs. 1 Nr. 1 StGB) vor.
Der Mann wurde am Dienstag dem gemäß § 130 Abs. 1 S. 1 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) zuständigen Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt. Dieser eröffnete S. den Haftbefehl gegen ihn und setzte diesen in Vollzug.
dpa/jb/LTO-Redaktion
Stand des Artikels: 11.11.2025, 15:17 Uhr
Reichsbürgermilieu: . In: Legal Tribune Online, 11.11.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/58585 (abgerufen am: 15.12.2025 )
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