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Prozess gegen Air France und Airbus beginnt in Paris: Hin­ter­b­lie­bene hoffen auf Klärung zu Flug­zeu­g­ab­s­turz

10.10.2022

Air France Airbus A 330

Eine Maschine des Typs Airbus A 330 von Air France - genau eins dieser Modelle stürzte 2009 zwischen Rio de Janeiro und Paris ab, 228 Menschen starben. Foto: Lukas Wunderlich/stock.adobe.com

Am Pfingstmontag 2009 stürzte der Flug AF 447 zwischen Rio de Janeiro und Paris ab, 228 Menschen starben. Grund waren vereiste Sonden. Ein französisches Gericht soll nun klären, ob Air France und Airbus fahrlässig handelten.

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Gefasst steht Bernd Gans aus Vaterstetten bei München im Lichthof des neuen Gerichtsgebäudes am Pariser Stadtrand. Mehr als 13 Jahre ist es her, dass er bei dem Absturz des Unglücksflugs AF 447 zwischen Rio de Janeiro und Paris seine Tochter Ines verlor. Seit Montag müssen sich der Hersteller Airbus und die Airline Air France für ihren Tod und den von 227 weiteren Passagieren verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Konzernen in dem auf neun Wochen angesetzten Verfahren fahrlässige Tötung vor.

Die Air-France-Maschine des Todesflugs war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio in die französische Hauptstadt von den Radarschirmen verschwunden. Der Airbus vom Typ A330 stürzte in den Atlantik. 228 Menschen starben, darunter auch 28 Deutsche. Erst im Mai 2011 wurden die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber aus etwa 4.000 Metern Tiefe geborgen. 

500 Nebenkläger:innen hoffen auf Aufklärung

Nach jahrelangem juristischem Tauziehen ist der Prozess für Gans ein Meilenstein. «Man ist auf der einen Seite eben schon sehr froh, dass es nach 13 Jahren des Fightens mit diesen beiden Giganten Airbus und Air France überhaupt zu einem Prozess gekommen ist.» Gans ist einer von etwa 500 Nebenkläger:innen und Vorsitzender der deutschen Hinterbliebenenvereinigung HIOP AF447. Gans' Hoffnung ist, dass Klarheit über die tatsächlichen Ursachen der Katastrophe geschaffen werde, bei der seine damals 31-jährige Tochter ums Leben kam.

2019 hatten Ermittlungsrichter:innen ein Verfahren zunächst abgewiesen. Die Begründung damals: Der Unfall sei auf eine Kombination von Elementen zurückzuführen, die noch nie vorgekommen sei. Doch die Entscheidung wurde gekippt. Ein Berufungsgericht ordnete im vergangenen Jahr den Prozess gegen Airbus und Air France an.

Unzureichend geschultes Bordpersonal?

Zum Prozessauftakt verliest das Gericht die Namen der Gestorbenen und konfrontiert Airbus-Chef Guillaume Faury und die Generaldirektorin von Air France, Anne Rigail, mit den Vorwürfen gegen ihre Unternehmen. Airbus wird vorgehalten, die Folgen eines Ausfalls der Pitot-Sonden für die Geschwindigkeitsmessung unterschätzt zu haben. Air France soll seine Pilot:innen nicht ausreichend geschult und auf eine Extremsituation wie bei dem Unglücksflug vorbereitet haben.

Die Sonden waren bei dem Flug am Pfingstmontag 2009 vereist. In einem Gutachten hieß es 2012, die Crew sei danach mit der Lage überfordert gewesen. Eigentlich sei die Situation beherrschbar gewesen.

Airbus und Air France drohen in dem Verfahren nur Geldstrafen von bis zu 225.000 Euro - für Bernd Gans ein „Schlag ins Gesicht, eine Beleidigung der Opfer“. Um Entschädigungszahlungen geht es in dem Verfahren hingegen nicht. Die meisten Hinterbliebenen kamen darüber vor Jahren mit Air France und Versicherern überein. Über die Beträge herrscht Stillschweigen, doch Betroffenen zufolge geht es nur um bescheidene Summen.

dpa/ast/LTO-Redaktion

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Prozess gegen Air France und Airbus beginnt in Paris: . In: Legal Tribune Online, 10.10.2022 , https://www.lto.de/persistent/a_id/49839 (abgerufen am: 18.06.2026 )

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