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Accounts verstorbener Nutzer: Face­book wehrt sich gegen Urteil

02.02.2016

Facebook will Erben keinen Zugang zu den Accounts verstorbener Nutzer gewähren. Das Unternehmen hat Berufung gegen ein entsprechendes Urteil eingelegt, teilte das LG Berlin am Montag mit.

Das Landgericht (LG) Berlin hatte im Dezember 2015 entschieden, dass die Stellung aus dem  Nutzervertrag mit Facebook Teil des Erbes sei. Damit würden die Erben auf den digitalen Nachlass ebenso Zugriff erhalten wie etwa auf Briefe oder Tagebücher.

Geklagt hatte eine Frau, deren Tochter 2012 unter bisher ungeklärten Umständen tödlich verunglückt war. Die Mutter hofft, über das Facebook-Konto etwaige Hinweise auf Motive für einen möglichen Suizid ihrer Tochter zu bekommen. Das Persönlichkeitsrecht des verstorbenen Kindes stehe der Entscheidung nicht entgegen, so das Gericht. Als Sorgeberechtigte seien die Eltern berechtigt zu wissen, wie und worüber ihr minderjähriges Kind im Internet kommuniziere - sowohl zu Lebzeiten als auch nach dessen Tod.

Das Urteil des LG Berlin ist das erste in Deutschland, das die Vererbbarkeit eines Facebook-Kontos feststellt. Gegen die Entscheidung hat Facebook nun unter dem Aktenzeichen 21 U 9/16 Berufung eingelegt.

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Accounts verstorbener Nutzer: Facebook wehrt sich gegen Urteil . In: Legal Tribune Online, 02.02.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/18330/ (abgerufen am: 16.06.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 04.02.2016 12:57, Rumpf

    Facebook bekämpft Selbstverständliches. Grund genug eigentlich, Facebook zu verlassen.

  • 04.02.2016 14:15, Kommentator

    Diese Haltung von Facebook kann man nur als unmenschlich bezeichnen. In der digitalen Welt kann auch nicht anderes gelten als in der analogen Welt. Was muss diese Haltung bei der Mutter auslösen, die Antworten sucht? Man kann nur hoffen, dass das OLG nochmal ein klares Urteil gegen Facebook fällen wird.

  • 10.02.2016 20:38, Z

    Die Haltung von FB ist richtig. Um derartigen Forderungen entgegenzuwirken werden Nutzer auch derzeit aufgefordert, schon zu Lebzweiten eine Person zu bestimmen, die nach dem Tod über das Konto verfügen darf. Nicht jeder hat zu seinen nächsten Verwandten ein gutes Verhältnis und möchte diesen uU sensible Informationen anvertrauen.

    • 23.12.2016 12:54, Thomas

      Die Eltern von Minderjährigen Kindern haben das Recht . Punkt.

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