Steuerreform: Bun­des­re­gie­rung will kleine und mitt­lere Ein­kommen ent­lasten

02.09.2026

Angesichts der Preissprünge bei den Kosten des täglichen Lebens wollen Union und SPD Millionen Haushalte bei der Einkommensteuer entlasten. Mit dem Beschluss der Bundesregierung startet der Gesetzgebungsprozess.

Das Bundeskabinett hat die Einkommensteuerreform der schwarz-roten Koalition auf den Weg gebracht. Der Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil sieht Entlastungen vor, die ab 2028 jährlich zehn Milliarden Euro ausmachen sollen. 

Profitieren sollen primär kleine und mittlere Einkommen und Familien mit Kindern. Angesichts höherer Preise etwa für Lebensmittel und Energie sei es wichtig, die große Mehrheit in Deutschland zu entlasten, erklärte der SPD-Chef, der nicht an der Kabinettssitzung teilnehmen konnte. Grund war eine verzögerte Rückreise aus den USA wegen eines Flugzeugschadens. 

Höhere Freibeträge, späterer Spitzensteuersatz

Die Reform sieht unter anderem eine schrittweise Erhöhung des Grundfreibetrags auf 12.900 Euro im Jahr 2028 vor. Erst ab einem höheren Einkommen muss Einkommensteuer gezahlt werden. Darüber gibt es sogenannte Tarifzonen, in denen die Besteuerung mit steigendem Einkommen ebenfalls steigt. Zukünftig jedoch nicht mehr so schnell, da der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.600 Euro gelten soll. Somit flacht der Anstieg des Steuertarifs etwas ab. 

Erhöht werden sollen zudem das Kindergeld und die Pauschale für beruflich bedingte Ausgaben, wie Fahrtkosten oder Büromaterial. Beschäftigte sollen zukünftig auch mehr der Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit behalten können.

Zur Gegenfinanzierung soll unter anderem die "Reichensteuer" für hohe Einkommen etwas früher greifen. Der Steuersatz von 45 Prozent soll dann schon ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro gelten. Darüber hinaus soll ab der Schwelle von 280.000 Euro eine neue "Superreichensteuer" von 47 Prozent kommen.

Klingbeil sagte mit Blick auf Kritik am Umfang der Entlastungen: "Familien mit Kindern können mit unserer Reform ab 2028 mehr als 600 Euro im Jahr mehr in der Tasche haben als heute. Das sollte niemand kleinreden." Der Entwurf geht nun zu weiteren Beratungen in Bundestag und Bundesrat. Nach dem Zeitplan der Koalition soll die Reform zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

dpa/sim/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Steuerreform: . In: Legal Tribune Online, 02.09.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60783 (abgerufen am: 14.09.2026 )

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