Richter verurteilt Autodieb zu Haftstrafe: Aus­flug mit gestoh­lenem Ferrari endet im Gefängnis

08.09.2021

400 PS und ein vermeintlich gutes Versteck für einen gut zwei Millionen Euro teuren gestohlenen Ferrari 288 GTO schützen vor Strafe nicht. Das AG Neuss verurteilte einen Autodieb zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis.

Nach dem spektakulären Diebstahl eines mehr als zwei Millionen Euro teuren Ferrari ist ein 45-Jähriger zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Amtsgericht in Neuss bei Düsseldorf sprach den Mann am Mittwoch wegen schweren Diebstahls schuldig. Der Richter verwies auf die erdrückende Beweislage. Nicht nur hätten mehrere Zeugen den Mann zweifelsfrei wiedererkannt. Im Wagen seien auch seine Fingerabdrücke und seine DNA gesichert worden.

"Es gibt wenig zu Ihrer Entlastung", hatte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer bemerkt. Dennoch beantragte der Verteidiger Henner Apfel nicht nur einen Freispruch, sondern auch die Aufhebung des Haftbefehls für seinen Mandanten. Der einschlägig vorbestrafte 45-Jährige schwieg am Mittwoch weiter zu den Vorwürfen.

Der Haftbefehl bleibe bestehen, betonte Richter Kay Uwe Krüger: "Fluchtgefahr." Der Dieb war am 13. Mai 2019 in Düsseldorf als Kaufinteressent bei einem Oldtimer-Handel erschienen, hatte eine vermeintliche Probefahrt mit dem für 2,35 Millionen Euro angebotenen Ferrari unternommen und war anschließend nicht mehr zum Verkäufer zurückgekehrt. Das Auto war schließlich nach einem Zeugenhinweis in Grevenbroich am Niederrhein in einer Garage sichergestellt worden.

Täter ist kein unbeschriebenes Blatt

Der 45-Jährige Autodieb konnte zwar rasch als Täter ermittelt werden, musste aber zunächst in seiner Heimat noch eine 22-monatige Haftstrafe absitzen. Die breite internationale Berichterstattung über den spektakulären Coup hatte zu Hinweisen aus Frankreich geführt, wo ein Zeitungsleser den Tipp auf den 45-Jährigen gab. Wie Verteidiger Henner Apfel nach der Verhandlung sagte, will sein Mandant das Urteil nicht anfechten.

Der Ferrari konnte damals nahezu unbeschädigt sichergestellt werden. "Wir mussten den Wagen nur reinigen und die Schlösser austauschen lassen. Das hat unsere Firma 12.000 Euro und eine Menge Vertrauen gekostet", sagte der Verkäufer. Der Besitzer habe den Ferrari inzwischen aber doch noch verkauft.

dpa/sts/LTO-Redaktion

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Richter verurteilt Autodieb zu Haftstrafe: Ausflug mit gestohlenem Ferrari endet im Gefängnis . In: Legal Tribune Online, 08.09.2021 , https://www.lto.de/persistent/a_id/45956/ (abgerufen am: 29.11.2021 )

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