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Bundesinnenministerium: AfD-Jugend hat sich nicht gemä­ßigt

03.02.2026

Ein junger Mann sitzt bei der Gründungsveranstaltung der Generation Deutschland in Schleswig Holstein im Publikum

Alice Weidel bezeichnete die neue Jugendorganisation bei deren Gründungsveranstaltung als AfD-"Kaderschmiede". Foto: picture alliance/dpa | Markus Scholz

Vor wenigen Monaten hat die AfD mit der "Generation Deutschland" eine neue Jugendorganisation gegründet. Das Innenministerium erkennt weder eine personelle noch eine inhaltliche Abgrenzung vom extremistischen Vorgänger "Junge Alternative".

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Bei der neuen AfD-Jugendorganisation ist aus Sicht der Bundesregierung keine Mäßigung gegenüber ihrer aufgelösten Vorgängerorganisation zu erkennen. Das geht aus einer sogenannten Kleinen Anfrage im Bundestag hervor.

Die Generation Deutschland (GD) wurde Ende November 2025 unter Protest aus der Zivilbevölkerung gegründet und trat die Nachfolge der vorherigen AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" (JA) an. Die JA hatte sich im März desselben Jahres aufgelöst, da ihr ein Vereinsverbot gedroht hatte. Zuvor hatte der Verfassungsschutz sie als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft. Das Verwaltungsgericht (VG) Köln hatte diese Einstufung bestätigt und festgestellt, dass die JA Stimmung gegen das Demokratieprinzip mache und gegen die Menschenwürde verstoße. 

Infolge der Einstufung distanzierte sich auch die AfD von ihrer damaligen Jugendorganisation. Die JA war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden, sodass die AfD wenig Einfluss auf das Verhalten der JA hatte.

Immer noch die gleichen Funktionäre

Auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger schreibt das zuständige Innenministerium, die Zusammensetzung des Bundesvorstands der GD zeige besonders auf Funktionärsebene eine hohe personelle Kontinuität zur ehemaligen JA.

Der ganz überwiegende Teil sei bereits Mitglied oder Funktionär bei der vorherigen Organisation gewesen, heißt es in dem Schreiben, über das zuvor der Spiegel berichtete.

"Es sind Verbindungen von Mitgliedern der Generation Deutschland zu anderen extremistischen Organisationen bekannt", heißt es weiter. Neben inhaltlichen Aussagen gebe es im Kontext der Gründungsveranstaltung Aussagen von Vorstandsmitgliedern, "die hervorheben, dass sich die GD im Vergleich zur JA nicht inhaltlich mäßigen, sondern an den bisherigen Inhalten festhalten" wolle.

"Kaderschmiede" der AfD

Auf der Gründungsversammlung der GD am 29. November 2025 in Gießen seien Äußerungen getätigt worden, "die als tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung zu werten sind", schreibt das Innenministerium. 

"In den Bewerbungsreden waren Aussagen festzustellen, die Ausdruck eines ethnisch-abstammungsmäßigen Staatsvolksverständnisses sind und aus denen sich Anhaltspunkte für Forderungen nach einer rechtlichen Diskriminierung deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund ergeben." Auch darin zeige sich die inhaltlich-ideologische Kontinuität der GD.

Anders als die JA ist die neue Jugendorganisation vollständig in die AfD eingebunden. Dies soll – jedenfalls in der Theorie – eine bessere Kontrolle der Jugendorganisation durch die Partei ermöglichen als noch bei der JA. Beim Gründungstreffen der GD hatte der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla gegenüber der Tagesschau betont, er erwarte "von der neuen Jugendorganisation, dass sie sich in den Dienst der Partei" stelle. Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel bezeichnete die neue Jugendorganisation dort als "Kaderschmiede" der Partei.

dpa/ep/LTO-Redaktion

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Bundesinnenministerium: . In: Legal Tribune Online, 03.02.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59215 (abgerufen am: 09.03.2026 )

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