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Bundespolizei-Bilanz 2025: Mehr Gewalt, weniger Straf­taten ins­ge­samt

09.07.2026

Beamte der Bundespolizei kontrollieren Fahrgäste am Hamburger Hauptbahnhof, 15.11.2026.

Im November 2025 gab es einen bundesweiten Schwerpunkteinsatz der Bundespolizei, der sich gezielt gegen Gewaltdelikte an Bahnhöfen richtet, hier in Hamburg. picture alliance/dpa | Markus Scholz

Mehr Gewalt, mehr Angriffe auf Einsatzkräfte: Die Bundespolizei verzeichnete 2025 einen Anstieg der Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Einsatzorten. Gleichzeitig sank die Gesamtzahl der registrierten Straftaten.

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Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr mehr Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Orten, wo sie für die Sicherheit zuständig ist, festgestellt. Wie aus ihrem Jahresbericht für 2025 hervorgeht, stieg die Zahl der Gewaltdelikte im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle. Gemäß der Eingangsstatistik der Bundespolizei zählen zur Gewaltkriminalität sämtliche Körperverletzungs- und Raubdelikte, Straftaten gegen das Leben, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie Taten, die sich gegen die öffentliche Ordnung richten. Sexualdelikte werden separat erfasst.

Bei Gewaltdelikten mit bekannten Tatverdächtigen lag der Anteil deutscher Staatsangehöriger demnach bei 53 Prozent. Ein Messer wurde bei 3,9 Prozent aller Gewaltdelikte mitgeführt.

3.185 Einsatzkräfte der Bundespolizei wurden den Angaben nach angegriffen – ein Anstieg um 7,4 Prozent. Dabei schlugen, traten, bissen oder bespuckten Angreifer die Beamten. Verletzt wurden den Angaben zufolge 818 Polizistinnen und Polizisten – ein Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 53 Prozent derjenigen, die Einsatzkräfte angriffen, standen laut Bundespolizei unter dem Einfluss berauschender Mittel.

Weniger Verstöße gegen Aufenthaltsgesetz

Dass die Zahl der im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei – also vor allem auf dem Gebiet der Bahnanlagen, an Flughäfen und an den Grenzen – registrierten Straftaten 2025 insgesamt um 5,8 Prozent auf rund 604.700 Straftaten gesunken ist, hat vor allem damit zu tun, dass weniger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz festgestellt wurden. 

An allen deutschen Landesgrenzen gibt es seit dem 16. September 2024 Grenzkontrollen bei Einreisen, zuvor war das bereits teilweise der Fall. Seit Mai 2025 werden – abgesehen von Ausnahmen etwa für Kranke und Schwangere – auch Asylsuchende an den Grenzen zurückgewiesen. Sowohl Grenzkontrollen als auch die Zurückweisung von Asylsuchenden sind von Gerichten mehrfach für rechtswidrig erklärt worden.

Im Schengen-Raum sind Kontrollen an den Binnengrenzen eigentlich nicht vorgesehen. Wenn Mitgliedstaaten sie dennoch vorübergehend einführen, müssen sie die EU-Kommission darüber vorab informieren und die Maßnahme begründen. Die Kontrollen an den deutschen Landgrenzen gelten bis September 2026.

Werden die Grenzkontrollen weiter verlängert?

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat in Aussicht gestellt, die Binnengrenzkontrollen zu lockern, sollte die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) so funktionieren, wie erhofft. Kern der Reform, deren Regeln seit dem 12. Juni gelten, ist eine Registrierungspflicht für alle Asylsuchenden an den Außengrenzen. Menschen, die aus Staaten stammen, bei denen eine Anerkennung als schutzbedürftig wenig wahrscheinlich ist, sollen dort ein schnelles Asylverfahren durchlaufen. 

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Marcel Emmerich, plädiert für ein Ende der festen Kontrollen. "Die Bundespolizei ächzt unter einer Dauerbelastung, die politisch verursacht ist." Indem Dobrindt die Bundespolizei zur "Migrationspolizei" mache, fehlten die Beamtinnen und Beamten andernorts, für Sicherheit an Bahnhöfen, Flughäfen und im Kampf gegen Organisierte Kriminalität.

Aus Sicht von Bundespolizeipräsident Dieter Romann erfüllen sie jedoch ihren Zweck. Er sagt der Deutschen Presse-Agentur: "Die flexiblen und smarten Grenzkontrollen haben auch 2025 ihre Wirkung gezeigt." Ob und wie lange sie fortgesetzt würden, hänge auch vom Gelingen und der Wirkung der GEAS-Reform ab. 

In den ersten Wochen nach Inkrafttreten der Reform hat die Bundespolizei zwar etliche unerlaubte Einreisen festgestellt, die an den Außengrenzen nicht registriert worden waren. Jedoch ist gut möglich, dass die Menschen bereits vor dem 12. Juni in die EU gekommen waren. 

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Sinkende Asylantragszahlen, mehr Abschiebungen

Die Bundespolizei führt den Rückgang der irregulären Migration auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen habe die geänderte Zurückweisungspraxis eine "Signalwirkung" gehabt, zum anderen kämen weniger Migranten aus wichtigen Herkunftsländern wie Afghanistan, Syrien, der Türkei und der Ukraine nach Deutschland. Insgesamt ist die Zahl der Menschen, die in Deutschland erstmals Asyl beantragt haben, seit 2023 deutlich gesunken.

Von den 58.795 Abschiebungen, die im vergangenen Jahr geplant wurden, scheiterten 34.848 – in mehr als 33.000 Fällen bereits vor der Übergabe der Ausreisepflichtigen durch die Länder an die Bundespolizei. In 1.353 Fällen seien Abschiebungen nach Übernahme durch die Bundespolizei abgesagt worden, vor allem weil Transportunternehmen die Beförderung verweigerten, sich der Zielstaat querstellte, der Abzuschiebende passiven Widerstand leistete oder wegen eines Verwaltungsgerichtsbeschlusses in letzter Minute.

Wie bereits in den Jahren zuvor stieg die Zahl der Beschäftigten der Bundespolizei 2025 um 0,7 Prozent auf 55.369 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Neue Aufgaben kamen etwa bei der Drohnenabwehr hinzu. Die Zahl der Einsatzstunden sank im gleichen Zeitraum um rund 6,4 Prozent, die für Grenzschutz-Aufgaben stieg jedoch um 5,2 Prozent.

dpa/mk/LTO-Redaktion

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Bundespolizei-Bilanz 2025: . In: Legal Tribune Online, 09.07.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60389 (abgerufen am: 06.09.2026 )

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