Block-Prozess Tag 41: "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die aus­ein­an­der­ge­rissen wurde"

von Jakob Hoffmann

20.03.2026

Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Die Plätze im Zuschauerraum sind nicht mehr so umkämpft, dafür aber die Fahrradstellplätze vor dem Gerichtsgebäude. Auch der mitangeklagte Anwalt der Block-Familie, der sogenannte Familienanwalt, kommt mit dem Fahrrad. Weiter geht es heute mit der Einordnung der gestrigen Zeugenaussage. Und klar, auch das wird wieder für Diskussionen unter den Anwälten und mit der Staatsanwaltschaft sorgen. Beide Seiten werfen sich vor, "Framing" zu betreiben, die Fakten in ihre Richtung zu deuten und die Wahrnehmung zu beeinflussen. Insgesamt spielt das Thema Öffentlichkeit und Medien am 41. Verhandlungstag eine große Rolle. Der Stiefmutter der entführten Kinder wird vorgeworfen, die Ermittlungen absichtlich zu Blocks Lasten beeinflusst zu haben. 

Die heutige Zeugenaussage ist kurz und hat kaum Potential für Aufregung, erst danach sollte es so richtig losgehen. Also kurz und bündig: Der 50-jährige Kriminalbeamte Tom S. berichtet von Ermittlungen im dänisch-deutschen Grenzgebiet, die aufgrund der Beschreibungen der jüngsten Block-Tochter durchgeführt worden seien. Die damals 13-Jährige und ihr zehnjähriger Bruder waren laut Anklage in der Silvesternacht 2023/24 im Auftrag ihrer Mutter Christina Block gewaltsam dem in Dänemark lebenden Vater Stephan Hensel entrissen und nach Deutschland gebracht worden. Christina Block streitet das ab. Der Zeuge berichtet von zwei unterschiedlichen Ohrringen, die in dem Grenzgebiet hinter einem Schuppen gefunden worden seien. Hensels neue Ehefrau habe diese als der entführten Tochter gehörend identifiziert und Fotos der jeweiligen Gegenstücke geschickt. 

Kammer bestätigt Beweisverwertungsverbot 

Umso mehr Stoff für Auseinandersetzung bot die Befragung des Zeugen vom Vortag, eines Kriminalbeamten. So viel, dass es am Freitag gleich noch weiterging. Die Auseinandersetzung nimmt bisweilen solche Ausmaße an, dass sich die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt berufen fühlt, die Anwälte daran zu erinnern, nur gem. § 257 Abs. 2 StPO Erklärungen zur letzten Beweiserhebung abzugeben. Die Anwälte nutzen diese Gelegenheit im Block-Prozess regelmäßig, um noch sonstige Ansichten und Kommentare loszuwerden, wofür sie sich dann untereinander kritisieren. Erst am Vortag waren sie darüber aneinandergeraten.  

Christina Blocks Verteidiger Dr. Ingo Bott und Dr. David Rieks, der ihren wegen Beihilfe angeklagten Lebensgefährten Gerhard Delling verteidigt, kritisieren, dass die Kriminalbeamten bei der Aussage von Hensels Ehefrau nicht wussten, dass gegen sie ebenfalls ein Verfahren wegen Kindesentziehung lief. Sie hatte mit Hensel die Kinder 2021 rechtswidrig in Dänemark zurückbehalten. Die Verteidiger meinen, Hensel und seine Frau hätten in der Ermittlung auch als selbst mutmaßliche Entführer behandelt werden müssen. Dass die Polizei das nicht getan habe, hätte die Ermittlung verzerrt. 

"Ein Museum der Kindheit" 

Dann kommen die Fotos, die bei einer damaligen Hausdurchsuchung bei Christian Block gemacht wurden und diverse Räume des Hauses detailliert abbilden. 

Blocks Verteidiger Ingo Bott will die Öffentlichkeit ausschließen, immerhin sei das ihre Privatsphäre. Von der Meden hält Privatsphäre für ein schlechtes Argument, weil Block selbst für das gesteigerte öffentliche Interesse an der Sache gesorgt habe. Der Umgang mit den Medien ist ein ewiger Streit zwischen den Lagern Block und Hensel: Sie werfen sich gegenseitig vor, selbstdarstellerisch zu agieren und die Nähe zu den Medien zu suchen. Weil es auf beiden Seiten inzwischen zahllose Interviews, Podcastauftritte, Zeitungsartikel und Gastbeiträge gibt, streitet man jetzt, wer angefangen hat. Ob das wirklich noch relevant ist, kann man bezweifeln; heute wird es jedenfalls nicht beantwortet. Die Richterin unterbricht kurz zur Beratung, vor dem Verhandlungssaal nimmt Delling seine Lebensgefährtin in den Arm.

Die Kammer lässt die Öffentlichkeit zu, die Vorsitzende sortiert die Fotos aber vor und lässt sie nicht wie sonst mit dem Beamer an die Wand werfen. Es ginge ohnehin vor allem um die Fotos der Kinderzimmer, erklärt die Richterin. Dramatisch schildert Bott das Haus als "Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde", die Namen der Kinder in bunten Holzbuchstaben an den Türen der Zimmer. Die "Kinderzimmer, in denen die Zeit stehen geblieben ist, weil die Kinder einfach verschwunden sind". In seiner ihm eigenen Theatralik malt er damit das Bild einer Mutter, die ihr Haus in dem Zustand konservierte, in dem ihre Kinder es verlassen hatten, in der verzweifelten Hoffnung auf deren Rückkehr.

Wie das alles zu deuten ist, darüber waren schon zu Beginn der heutigen Verhandlung Dr. Sascha Böttner, Verteidiger des bisher einzig geständigen Angeklagten Tal S., und Bott in Streit geraten. Während Bott die mangelnde Vorbereitung im Haus seiner Mandantin als ein Indiz sieht, dass sie nichts von den Entführungsplänen gewusst hat, meint Böttner, es habe ja auch niemand behauptet, dass sie den genauen Zeitpunkt kannte. Warum sollte sie in der vagen Hoffnung auf die Rückkehr ihrer Kinder eine Willkommensparty schmeißen? Bott aber meint, in ihrer Verzweiflung hätte sich Block an jede noch so vage Hoffnung geklammert. "Dieses Haus ist ein Museum der Kindheit, die so plötzlich unterbrochen wurde", zeichnet er das Bild. Böttner ist gespannt, wie Bott erklären wolle, dass "Museumsstücke" daraus in das Wohnmobil der Entführer gekommen seien. Das werde Block bald erklären, so Bott. Wir dürfen also gespannt sein. 

Kommentare aus dem Zuschauerraum?

Hensel-Vertreter Philip von der Meden weist die Kritik am Vorgehen der Ermittler zurück; auch eine strafbare Entziehung der Kinder durch Hensel oder seine Frau gäbe es gar nicht, das müsse notfalls sonst der Europäische Gerichtshof bestätigen. Was er damit meint, wird nicht ganz klar. Beim Landgericht Hamburg jedenfalls ist das Verfahren gegen Hensel und seine Frau wegen Entziehung Minderjähriger bzw. Beihilfe dazu anhängig, wie die Oberstaatsanwältin auf Anfrage bestätigte. Dellings Verteidiger Rieks wirft von der Meden vor, Nuancen zu verwischen, um sein "Framing" zu verstärken. Davon, dass er dieses oft wiederhole, werde es aber nicht richtig. 

Von der Meden muss sich noch über etwas anderes beschweren. Immer, wenn er anfange zu reden, kämen Kommentare aus dem Publikum. Verteidiger Reinhard Daum, der eine Verwandte von Christina Block vertritt, sitzt näher am Zuschauerraum und will nichts gehört haben. Aus dem Zuschauerraum wird tatsächlich immer wieder kommentiert, besonders zu Hensel und seinen Anwälten. Als von der Meden aber heute das Wort ergriff, war es still. 

"Ich kann nicht anordnen, dass der Luftraum über Israel geöffnet wird"

Die verbleibende Zeit will die Vorsitzende scheinbar nutzen, um auf die Kritik der vergangenen Wochen an der Prozessplanung eingehen. Sie nimmt sich die Zeit, mit den Anwesenden über das kommende Zeugenprogramm zu sprechen. Undurchsichtige Krankheiten, fehlende Babysitter, Iran-Krieg: Es gibt viele Baustellen, die der Richterin die Planung erschweren. 

Eigentlich sei Keren T. für die nächste Woche geladen gewesen. Sie soll die rechte Hand des mutmaßlichen Chef-Entführers David Barkay gewesen und als "Olga" zu einer engen Vertrauten Christina Blocks geworden sein; ihre Vernehmung wird mit Spannung erwartet. Aufgrund des andauernden Iran-Krieges werde sie aber nicht kommen können. Ihr Anwalt habe einen möglichen Termin Mitte April in Aussicht gestellt, falls dann der Luftraum wieder geöffnet wäre. Anwalt von der Meden ist etwas ungehalten darüber. Von seinen Vorschlägen, dass die Israelis etwa über Ägypten mit dem Schiff reisen sollten, ist die Vorsitzende aber nicht sehr begeistert. "Ich kann auch nicht anordnen, dass der Luftraum über Israel geöffnet wird", meint sie. "Sie könnten es aber versuchen", witzelt einer der Verteidiger.  

Viele der Zeugen sollen wohl zu der Vernehmung der entführten Kinder aussagen. Staatsanwältin Mona Paul bittet daher zum Schluss noch alle Beteiligten, sich zu überlegen, ob man nicht direkt die Vernehmungsprotokolle verlesen könnte. Das ist nach § 251 StPO möglich, erfordert aber die Zustimmung aller Verteidiger. Die Richterin Hildebrandt jedenfalls befürwortet das: Die Vernehmungsbeamtin habe einen starken Dialekt, durch den die Richterin sie nur schwer verstehen könne. 

Weiter geht es am Dienstag, was da auf dem Programm steht, muss sich Hildebrandt noch überlegen. 

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 41: . In: Legal Tribune Online, 20.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59573 (abgerufen am: 12.05.2026 )

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