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Neue BGH-Präsidentin: Kabinett beruft Bettina Limperg

11.06.2014

An der Spitze des BGH steht erstmals eine Frau: Das Bundeskabinett berief am Mittwoch Bettina Limperg in das Amt der BGH-Präsidentin. Das gab das Bundesjustizministerium in Berlin bekannt. Die 54 Jahre alte Juristin aus Stuttgart tritt damit die Nachfolge von Klaus Tolksdorf an, der Ende Januar aus Altersgründen aus dem Amt geschieden war.

Die neue Präsidentin des Bundesgerichtshofs (BGH), Bettina Limperg, hat keine Angst vor großen Aufgaben. Auch im Straßenverkehr mag sie stattliche Dimensionen: So setzt sie sich in ihrer Freizeit gerne mal an das Steuer eines Lkw und erfüllt sich damit ihren Kindertraum. "Ich schätze den Überblick und die Kraft der Maschinen."

Derzeit ist Limperg Amtschefin im baden-württembergischen Justizministerium. Sie freue sich, wieder als Richterin arbeiten zu können, sagte sie. Ihr Ziel sei, beim BGH weiterhin "Rechtsprechung auf höchstem Niveau und in angemessener Zeit für die rechtssuchenden Bürger sicherzustellen".

Nach acht Männern die erste Frau

Der Richterwahlausschuss hatte die zweifache Mutter bereits im Mai zur BGH-Richterin bestimmt. Bis 2004 arbeitete Limperg als Richterin am Oberlandesgericht Stuttgart, anschließend wurde sie Direktorin des Amtsgerichts Waiblingen. Im Jahr 2009 übernahm sie den Posten als Vizepräsidentin des Landgerichts Stuttgart, ehe sie im Juni 2011 ins Stuttgarter Justizministerium wechselte.

Nach acht Männern im Amt übernimmt sie nun als erste Frau die Spitze des BGH. Limperg selbst wertet das als gutes Signal für die Gleichberechtigung. "Es wäre schön, wenn die Verankerung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Art. 3, Abs. 2, S. 2 des Grundgesetzes einmal überflüssig würde. Dafür muss noch viel getan werden und insofern ist es gut, wenn auch Frauen Führungs- und damit Gestaltungsfunktionen ausüben."

Geboren wurde Limperg in Wuppertal. Nach dem Jurastudium in Freiburg und Tübingen trat sie 1989 in den Justizdienst in Baden-Württemberg ein. Von 1994 bis 1996 war Limperg bereits einmal in Karlsruhe - als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Verfassungsrichters Ernst-Wolfgang Böckenförde.

dpa/cko/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Neue BGH-Präsidentin: Kabinett beruft Bettina Limperg . In: Legal Tribune Online, 11.06.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/12234/ (abgerufen am: 19.01.2021 )

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Kommentare
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    • 11.06.2014 19:42, Jens

      Ihr wirres Gerede legt nahe, dass Sie der querulatorische Schöpfer der vermeintlichen Strafanzeigen sind.

      Gutes Gelingen!

    • 12.06.2014 15:19, Stefan

      vollkommen unsachliche Äußerungen, die hier nichts zu suchen haben !

  • 12.06.2014 15:46, Sozialrechtler

    "Es wäre schön, wenn die Verankerung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Art. 3, Abs. 2, S. 2 des Grundgesetzes einmal überflüssig würde. Dafür muss noch viel getan werden und insofern ist es gut, wenn auch Frauen Führungs- und damit Gestaltungsfunktionen ausüben."

    Es wäre schön, wenn nicht jede Frau, die es beruflich weit gebracht hat, diese ewige Opfer- und Benachteiligungsorgie singt. Wer mit 54 BGH-Präsidentin wird, ist sicher nie in der Karriere irgendeiner Frauenbenachteiligung ausgesetzt gewesen. Und das ist auch gut so.

    Ich würde ohnehin die Gleichberechtigung nie aus dem Grundgesetz streichen, auch wenn niemand mehr sie für nicht verwirklich halten würde.

    Und es wäre schön, wenn die Gesellschaft irgendwann bemerkt, dass im Beruf z.B. keine Frauen in Afghanistan sterben, dass ganz überwiegend Männer im Beruf tödliche Unfälle erleiden, weil gefährlichere Tätigkeiten fast nur von ihnen ausgeübt werden, und und und. Wäre es anders herum, wäre es ein Gleichberechtigungsproblem, dass Aufschrei um Aufschrei nach sich zöge. Warum nie auch umgekehrt?