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BFH sieht keine Arbeitnehmerüberlassung: Sponsor schenkt Fuß­ball­ve­rein Spieler

22.11.2017

Wenn Fußballspieler bei einem Sponsor im Unternehmen angestellt werden, dort aber gar nicht arbeiten, sondern stattdessen Ligaspiele bestreiten, ist das keine "Arbeitnehmerüberlassung" so der BFH. Nun muss der Verein Schenkungssteuer bezahlen.

Eine Arbeitnehmerüberlassung ohne die dafür übliche Vergütung ist als freigebige Zuwendung des abgebenden Unternehmens zu qualifizieren und damit schenkungssteuerpflichtig. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) für den Verzicht eines Sponsors zugunsten eines Fußballvereins entschieden (Urt. v. 31.08.2017, Az. II R 46/15).

Der damalige Sponsor eines Regionalligisten stellte Spieler, Trainer und Betreuer bei sich als kaufmännische Angestellte oder Repräsentanten ein und bezahlte sie auch. Tatsächlich arbeiteten die Angestellten aber nicht in der Unternehmensgruppe des Sponsors, sondern spielten Fußball für den Verein. Nach den Verträgen verpflichteten sie sich, unter Vollprofibedingungen nach Vorgabe des Trainers zu trainieren. Für die Überlassung der Athleten verlangte der Sponsor kein Entgelt.

BFH: Vergütungsverzicht spricht gegen Arbeitnehmerüberlassung

Das Finanzamt ordnete die Vorgänge als Schenkung in Höhe des angeblichen Arbeitsentgelts ein und erhob auf die Lohnzahlungen des Sponsors an die Athleten Schenkungssteuer. Gegen den Bescheid des Finanzamts zog der Verein vor Gericht.

Wie das Niedersächsische Finanzgericht (FG) in der Vorinstanz teilte der BFH die Auffassung, dass für die unentgeltliche Überlassung der Fußballspieler durch den Sponsor an den Verein Schenkungsteuer anfällt und wies die Klage ab.  

Denn eine Arbeitnehmerüberlassung erfolge in der Regel nur gegen ein angemessenes Entgelt. Seien sich die Beteiligten einig, dass die Spieler zwar bei dem Dritten angestellt und von diesem bezahlt werden, tatsächlich aber ausschließlich Fußball für den Verein spielen und der Verein dem Dritten für die Überlassung keine angemessene Vergütung zahlt, liege in dem Verzicht des Dritten auf die angemessene Vergütung eine Schenkung an den Fußballverein, so die Münchener Richter.

mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

BFH sieht keine Arbeitnehmerüberlassung: Sponsor schenkt Fußballverein Spieler . In: Legal Tribune Online, 22.11.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25645/ (abgerufen am: 20.05.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 22.11.2017 14:04, angemessene Vergütung

    Hätte der Sponsor als Gegenleistung Trikotwerbung, Bandenwerbung ooder einen Premiumpartnertitel erhalten, wäre eine angemessene Vergütung erbracht, oder?

    • 23.11.2017 08:02, Faktenchecker

      Vielleicht. Der Gegenwert müsste dem Arbeitsentgelt entsprechen, so dass der Kläger nicht bereichert wird.

      Es gab in diesem Fall auch entsprechende Vereinbarungen - aber gegen entsprechende Zahlungen (laut Sachverhalt aus dem Urteil). Somit ist die Arbeitsleistung tatsächlich ohne Gegenleistung erfolgt.

  • 22.11.2017 17:21, Klaus

    "BFH sieht keine Arbeitsnehmerüberlassung"
    Klar, wenn man so blind ist wie der sog. Bundesfinanzhof, sieht man nichts.

    Aber der BFH (eine Tarnorganisation der sog. Bundesregierung) sieht bei der Steuer-ID auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken.

    Ist grün? Ja, kannst gehen
    Ist aber rot
    Rumms.

    Das wars BFH
    Die Bevölkerung wird dir schon mal ordentlich die Meinung geigen, bis es kracht.
    Anders kapieren die es nicht.

    Mobbing beim BFH, siehe VGH München
    Anwälte und BFH Richter verheiratet, schlafen in einem Bett
    Inzest, Korruption und keine Ahnung vom Steuerrecht, das nennt man BFH

    Niemand nimmt diese völlig lächerliche Würstchentruppe in der Ismaningerstraße noch ernst.

  • 23.11.2017 10:28, Franz

    Klaus,Gabelstaplerfahrer?

  • 23.11.2017 10:45, Tim

    Wenigstens nimmt dich, lieber Klaus, ganz bestimmt jeder ernst.

  • 12.02.2018 14:46, Trottel-Klaus

    Klaus, du alter Banause! Haha. :) Hast dir wohl den Kopf gestoßen?

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