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Toilettenfrau erstreitet Trinkgeld: Einigung vor dem ArbG Gelsenkirchen

25.09.2014

Der Streit um Trinkgelder von Toilettenbesuchern im Oberhausener Einkaufszentrum ist beendet. Am Donnerstag einigte sich die klagende Frau mit ihrem Arbeitgeber. Sie wird mit 1.000 Euro an den Einnahmen aus dem Sammelteller beteiligt.

Die Klage der Frau, die im Centro Oberhausen arbeitet, bezog sich auf einen Zeitraum von zwei Monaten. Für diese wird sie nun mit 1.000 Euro an den Trinkgeldeinnahmen beteiligt. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs, den die Frau mit ihrem Arbeitgeber am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht (ArbG) Gelsenkirchen schloss. Insgesamt sollen in den zwei Monaten im Centro Oberhausen 30.000 Euro zusammengekommen sein; daran waren knapp zwei Dutzend Angestellte beteiligt.

Die Frau, die nicht mit Reinigungsarbeiten beauftragt ist, klagte, weil sie an den Einnahmen, die die Toilettenbesucher in den Sammelteller werfen, bislang nicht beteiligt wurde. Ihre Forderung begründete sie damit, dass die Besucher das Geld als Trinkgeld gäben. Die Firma ist der Auffassung, dass es sich um ein "freiwilliges Nutzungsentgelt" handele. Damit stehe das Geld allein dem Arbeitgeber zu. Der Stundenlohn der Klägerin beträgt 5,20 Euro brutto.

Bereits im Januar hatte sie einen ersten Erfolg vor dem ArbG verzeichnen können. Damals urteilte das Gericht, dass die Frau gegenüber ihrem Arbeitgeber ein Auskunftsanspruch über die Höhe der Trinkgelder habe.

una/dpa/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Toilettenfrau erstreitet Trinkgeld: Einigung vor dem ArbG Gelsenkirchen . In: Legal Tribune Online, 25.09.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/13315/ (abgerufen am: 23.08.2019 )

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Kommentare
  • 26.09.2014 00:09, Studentin

    "Toilettenfrau"

    Kann man das nicht einfach umbenennen in Putzfrau? Ich meine, wer arbeitet denn als "Toilettenfrau"?

    Ich lese Eure Artikel wirklich gerne - aber diese Wortwahl ist wirklich sehr ungünstig gewählt.

    Grüße aus Frankfurt / Oder

    • 26.09.2014 00:13, Studentin

      Ich weiß, "Toilettenfrau" steht auch im Duden.. Aber ich finde es sehr unpassend. Putzfrau/Putzmann ist ja mittlerweile geläufig. Aber "Toilettenfrau/ Toilettenmann" .. Also ich weiß nicht - ich tue mich mit der Wortwahl ein bisschen schwer ;-)

    • 26.09.2014 10:39, Peter Pan

      Es steht ja dort, dass die Frau gerade nicht mit Reinigungsarbeiten beauftragt war. Offenbar war es ihre Aufgabe, am Ausgang zu sitzen, um die Bereitschaft der Kunden, das "freiwillige Nutzungsentgelt" zu entrichten, zu erhöhen.

  • 26.09.2014 19:10, zweifler

    Wichtiges Urteil. Noch schöner wäre es, wenn das dahinterstehende Geschäftsmodell beendet würde. Hinzu kommt ja noch, dass wenn man den Damen sagt, dass das Trinkgeld ausdrücklich für sie und nicht den Betreiber bestimmt ist, sie ablehnen, weil sie damit ihren Job riskieren. Arbeitsrechtlich ist das komplette Modell kriminell.