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Mehr Pornografie und Malware auf iPhone und iPad?: Apple stört sich am DMA, EU-Kom­mis­sion bleibt gelassen

25.09.2025

Das Bild zeigt verschiedene App-Symbole auf einem iPhone, einschließlich des App Stores, der im Kontext des DMA wichtig ist.

Mehr Gefahren für Nutzer statt mehr Wettbewerb? Apple kann am Digital Markets Act nichts Positives finden. | Bild: enesdigital - stock.adobe.com

Apple sieht sich durch den Digital Markets Act benachteiligt. Der sorge nicht für mehr Wettbewerb, sondern für schlechtere Geräte. Die EU-Kommission gibt Kontra.

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Der US-Technologiekonzern Apple hat die Europäische Union aufgefordert, den Digital Markets Act (DMA) aufzuheben. Die extreme Auslegung des Gesetzes durch die Europäische Kommission habe nicht den Wettbewerb gefördert, sondern nur neue Schwachstellen geschaffen, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens an die Kommission im Zuge eines offiziellen Überprüfungsverfahrens.

Ein Sprecher der Kommission erwiderte, dass Apple seit Inkrafttreten des DMA jeden einzelnen Punkt des Gesetzes angefochten habe, was nicht zur Darstellung des Unternehmens passe, uneingeschränkt mit der Kommission zusammenarbeiten zu wollen. Unternehmen wie Apple wollten ihre Gewinne um jeden Preis verteidigen. Das Gesetz ziele aber darauf, Verbrauchern in der EU mehr Auswahl zu bieten und es europäischen Unternehmen zu erlauben, fair zu konkurrieren. 

Zu den zahlreichen Kritikpunkten, die Apple auf insgesamt 25 Seiten ausführt, gehört etwa die erzwungene Öffnung der Art und Weise, wie Programme auf dem iPhone installiert werden können. Der DMA hatte Apple dazu gezwungen, neben dem eigenen App-Store auch alternative Marktplätze für Anwendungen zuzulassen.

Bringen alternative App-Stores mehr Pornografie auf die Geräte?

Aus der Sicht von Apple hatte das fatale Folgen: “Die Europäische Kommission hat den DMA dazu genutzt, um eine kompliziertere, weniger vertrauenswürdige Praxis zu schaffen, die unseren Nutzern völlig neue Gefahren bringt. Sie hat Betrügern und Malware Tür und Tor geöffnet und neue Kategorien von Apps auf das iPhone gebracht – wie Pornografie –, die Apple nie zugelassen hat und die Kinder neuen Risiken aussetzen.”, so das Unternehmen.

Apple beschwert sich in dem Papier auch darüber, dass es in der Europäischen Union unterschiedliche Regeln für Unternehmen gebe. So sei Samsung im Gegensatz zu Apple nicht als sogenannter Gatekeeper eingestuft worden, obwohl der südkoreanische Konzern in Europa Marktführer bei Smartphones sei.

Apple sieht sich unter verschärfter Beobachtung

Außerdem habe die EU-Kommission ihre Durchsetzungsmaßnahmen fast ausschließlich auf Apple konzentriert. Der iPhone-Konzern sei fünfmal von der Kommission ins Visier genommen worden – "mehr als alle anderen Unternehmen zusammen". Die Kommission habe auch viel schneller Entscheidungen gegen Apple getroffen. "Die Untersuchungen anderer Gatekeeper kommen nur schleppend voran, während die Kommission ihre Kampagne zur Neugestaltung des iPhones vorantreibt." Apple beklagte auch eine "beispiellose Geldstrafe wegen angeblicher Nichteinhaltung einer gesetzlichen Bestimmung". 

Der US-Konzern war im April dieses Jahres dazu verdonnert worden, eine Strafe von 500 Millionen Euro zu zahlen. Apple hatte nach Ansicht der EU-Kommission die App-Entwickler daran gehindert, Nutzer auf alternative und möglicherweise günstigere Angebote außerhalb des App-Stores hinzuweisen.

Der Kommissionssprecher verteidigte die Verfahren der Behörde: Die zuständigen Experten seien unabhängig und achteten bei ihren Entscheidungen nicht darauf, ob es sich um ein amerikanisches, asiatisches oder europäisches Unternehmen handle. 

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Fehlende Funktionen wegen DMA

Apple schreibt nun, die drohenden Geldstrafen hätten dazu geführt, dass man in der Europäischen Union bestimmte Funktionen für das iPhone und andere Geräte nur mit Verzögerung oder gar nicht einführen könne. Als Beispiel nannte Apple die Funktion der Live-Übersetzung von Gesprächen in unterschiedlichen Sprachen durch die neueste Generation der AirPods. Bei der Öffnung des Systems für Kopfhörer anderer Hersteller müsse unbedingt verhindert werden, dass diese die Inhalte der Gespräche auswerten könnten. 

"Wir haben Live-Übersetzung so konzipiert, dass Unterhaltungen unserer Nutzerinnen und Nutzer privat bleiben – sie werden direkt auf dem Gerät verarbeitet und sind für Apple nicht zugänglich", erklärte das Unternehmen in einem Blogeintrag. Teams von Apple arbeiteten derzeit an technischen Lösungen, um sicherzustellen, dass die Inhalte auch nicht an andere Unternehmen oder Entwickler weitergegeben werden.

dpa/sts/LTO-Redaktion

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Mehr Pornografie und Malware auf iPhone und iPad?: . In: Legal Tribune Online, 25.09.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/58243 (abgerufen am: 17.09.2026 )

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