Bayerischer Richterverein: Andrea Titz neue Vor­sit­zende

14.11.2016

Die Pressesprecherin des OLG München kann jetzt für alle Richter in Bayern sprechen.  Als neue Vorsitzende des Richtervereins will Andrea Titz, die einen etwas anderen Look pflegt als ihre Kollegen, u.a. mehr Mitbestimmung durchsetzen.

Die Sprecherin des Oberlandesgerichts (OLG) München, Andrea Titz, ist neue Vorsitzende des Bayerischen Richtervereins. Die Landesvertreterversammlung in Erding wählte die 46-Jährige am Freitag einstimmig in das Amt. Auch unter dem neuen Vorstand werde sich der Bayerische Richterverein "weiterhin nachdrücklich für angemessene personelle Ausstattung der Justiz, amtsangemessene Besoldung und zeitgemäße Mitbestimmungsrechte für Richter und Staatsanwälte einsetzen", sagte Titz in Erding.  

Titz war unter anderem mit dem NSU-Verfahren sowie den Prozessen gegen Bernie Ecclestone und Uli Hoeneß bekanntgeworden. Sie war 2013 nach dem missglückten NSU-Akkreditierungsverfahren in die Pressestelle des OLG geholt worden, um die Sache in Ordnung zu bringen. Die Gerichtssprecherin stand von Anfang an für klare Worte - und für einen neuen Look bei Gericht. Mit engen Outfits und High Heels schaffte sie es bereits in die Berichterstattung der Publikumspresse. Und sie steht dazu: "Wenn man sich so anzieht, kann man nicht erwarten, dass das unkommentiert bleibt. Da darf man nicht jammern", sagte Titz dem Stern im jahr 2014, nachdem sie im Zuge des Hoeneß-Verfahrens sogar Heiratsanträge erhalten hatte.

Richterverein will Staatsanwälte einbeziehen

Der Bayerische Richterverein, der mit rund 2.700 Mitgliedern Richter und Staatsanwälte im Freistaat vertritt, feiert bei der Tagung sein 110-jähriges Bestehen. Er fordert für Bayern ein Richter- und Staatsanwältegesetz. "Es gibt ja ein Richtergesetz, aber wir wollen gerne die Einbeziehung der Staatsanwälte, und wir wollen in diesem Gesetzeswerk zeitgemäße, effektive Mitbestimmungsrechte", sagte Titz.

Der bisherige Vorsitzende Walter Groß, Direktor des Amtsgerichts Fürth, wird Ehrenvorsitzender des Vereins. Er hatte vor dem Treffen die personelle Ausstattung der bayerischen Justiz kritisiert. "Anfang
2016 fehlten 187 Richter und 242 Staatsanwälte - und das trotz vieler neu geschaffener Stellen", sagte Groß kürzlich dem Münchner Merkur.

Der Richterverein will sich bis Samstag auch mit religiösen Symbolen im Gerichtssaal - Kreuz und Burka - befassen. Auf der Agenda steht zudem der geplante Wegfall des Richtervorbehalts bei Blutentnahmen.

dpa/mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Bayerischer Richterverein: Andrea Titz neue Vorsitzende . In: Legal Tribune Online, 14.11.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/21138/ (abgerufen am: 14.11.2018 )

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Kommentare
  • 14.11.2016 13:44, Hubert

    Heiratsanträge für diese alte Schachtel mit einer Stimme wie ein Auto, das gerade in der Schrottpresse endet? Was ist das schiefgelaufen? Ach ja, CSU Bayern. Ich kenn ja die Sippschaft bei den Münchner Gerichten. Es gibt ein paar ehrliche, die ihren Job ernst nehmen, aber das sind leider Ausnahmen. Bei den jährlichen Sauftouren mit der sog. Polizei (offiziell Kennenlernabend genannt) verliert man jeden Respekt vor solchen Leuten. Ein sündhaft teures neues Überwachungs äh Strafjustizzentrum, das die Mehrheit der Münchner gerne sofort abreißen lassen würde. Die CSU Affären und der Fall Mollath, Schläger-Cops von der Polizei, Hypobankaffäre, Vettternwirtschaft etc. Die halbe Richterschaft in München ist in direkter Linie mit einander verwandt, Bruder, Schwester, Ehemann, Ehefrau, Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Tante, Onkel, alle kriegen einen Job bei Gericht. Kein Pressesprecher der Welt kann diesen "Saustall" in Bayern noch verkaufen. Bald ist Wahl und dann wird abgerechnet.

    Freiheit für Bayern.
    Nie wieder CSU.

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    • 15.11.2016 11:59, Rechtsanwalt Alexander Würdinger, München

      Der Bayerische Richterverein scheint keinen besonders großen Wert darauf zu legen, ernst genommen zu werden.

  • 15.11.2016 08:17, Neu_hier

    Bitte keine Fotos mehr von dieser Frau. Ich bin gerade am Frühstücken. LTO hat immer so schöne Bilder, aber diesmal bitte nicht. Was an dieser Frau toll sein soll, weiß ich nicht. Es gibt jede Menge hübschere Frauen in München. Hubert weiß bescheid.

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  • 15.11.2016 09:33, Herr Heugen

    Es ist mir schon häufiger aufgefallen, dass die Kommentare auf lto nicht gerade von Niveau zeugen. Aber Dank meiner Vorredner erreicht das hier einen neuen Tiefpunkt.

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    • 15.11.2016 12:59, FrankfurterBub

      Sie haben leider RECHT.
      @LTO: Moderation wäre an der ein oder anderen Stelle sicherlich nicht unangebracht. Zumal es z.T. schon grob beleidigende Anfälle der "Kollegen" hier sind.

    • 16.11.2016 09:54, Rechtsanwalt Alexander Würdinger, München

      Wenn Sie aus Frankfurt sind, haben Sie vermutlich mit der Münchner Justiz und ihren Protagonisten keinerlei Erfahrung.

    • 16.11.2016 17:55, FrankfurterBub

      Als ob das an der Einordnung des Gesagte etwas ändern könnte..

    • 17.11.2016 08:09, Rechtsanwalt Alexander Würdinger, München

      Es geht um zwei verschiedene Sachen:

      Zum einen geht es um die Empörung oder, je nach Temperament, um die Resignation angesichts immer neuer Kapriolen der Münchner Justiz. Diese Empörung können Sie nur nachvollziehen, wenn Sie mit der Münchner Justiz bereits Ihre Erfahrungen gesammelt haben, idealerweise nach einigen Jahrzehnten Berufstätigkeit in einem juristischen Beruf.

      Zum anderen geht es, darauf bezieht sich Ihre Kritik, um sprachlich-stilistische Geschmacksfragen. Da hat jeder Mensch seinen eigenen Stil, seinen eigenen Geschmack. Entscheidend sollte aber m.E. letzten Endes immer der Inhalt sein. Sie sollten sich also nicht so sehr von dem sprachlichen Stil mancher Kommentare irritieren lassen. Nebenbei bemerkt: Das ist auch nicht so sehr mein Stil. Vielmehr Sinn macht es hingegen, danach zu fragen, ob an der Kritik an den "Münchner Verhältnissen" etwas dran sein könnte.

    • 18.11.2016 14:56, FrankfurterBub

      "Vielmehr Sinn macht es hingegen, danach zu fragen, ob an der Kritik an den "Münchner Verhältnissen" etwas dran sein könnte."

      Hiergegen spricht nichts - und solche Diskussionen gehören auch dazu, ohne Frage. Die Wortwahl einiger "Kollegen" (tut mir leid, aber mit diesen möchte ich definitiv nicht in einen Topf geschmissen werden) lässt eine solche Diskussion aber nur sehr schwerlich zu.

  • 15.11.2016 10:23, GibBRAKeineChance

    Warum sollte man nicht mehr seine Meinung sagen dürfen über Personen des öffentlichen Lebens, die auch noch offensichtlich riesigen Spaß daran haben sich in der Welt-Öffentlichkeit (ganz wichtige Gerichtsverhandlung um 28, 5 Millionen Steuerhinterziehung etc.) mit ihren Stöckelschuhen zu präsentieren? Ist das jetzt wie in der Türkei oder in Afghanistan oder in China? Nein, es ist ja nur der Polizeistaat (Bayern). Also alles wieder gut und wir haben uns wieder alle lieb.

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  • 15.11.2016 10:35, Hubert

    Ich reg mich jedes Mal so auf, wenn ich an den (illegalen) Überwachungskameras vom LG München I vorbeimuß. Daher kann ich verstehen, daß die Leute langsam sauer sind auf dieses "Gericht".

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